Der richtige Mojito

Von Redaktion | April 12, 2007 um 13:40 | 14 Kommentare | Aktuelles, Klassik | Tags: , , , ,

 MojitoDer Mojito ist in den USA seit kurzem ebenso wie die Caipirinha ein neuer Trendcocktail. Die beiden Sommerdrinks, die bei uns seit Jahren zum Standard jeder Bar zählen, steigen vor allem in Miami und an Städten der Ostküste in der Beliebtheit der Gäste.

Bacardi nutzt dies jetzt für eine Mojito-Kampagne in Deutschland. Uns erreichte kürzlich ein Päckchen mit einem Bacardi Mojito Kit, worin auf den minzigen Durst der Amerikaner hingewiesen wurde. Der Drink selber würde bei erfahrenen Bartendern hierzulande natürlich nur ein leichtes Gähnen versursachen, wäre da nicht eine kleine, feine Sache: Bacardi weist als Zutat weissen Rohrzucker aus! Das zumindest ist der richtige Weg.

Man sieht leider noch in zu vielen Bars die Ver-Caipirinhaisierung des Mojitos. Das gleichzeitige Verarbeiten von Minze und Limettenstücken mit braunem Rohzucker unter dem Dampfhammer des Muddle Sticks. Man wird der Minze und der Balance des Cocktails damit nicht gerecht. Der Mojito ist keine Caipirinha!

Meine Empfehlung:

 

Mojito

5 cl Rum (weiss oder leicht gereift)

2 cl frischer Limettensaft

1-2 cl Rohrzuckersirup (oder alternativ 2 gehäufte Barlöffel weisser Rohrzucker)

6-8 große Minzblätter

Top Up Sodawasser

Zubereitung: Limettensaft und Zuckersirup mit Minze in Longdrinkglas geben und leicht andrücken. Es empfiehlt sich, die Minze mit dem Muddle Stick sanft in kreisenden Bewegungen “in den Glasrand” zu reiben. Auf diese Weise extrahiert man die ätherischen Öle schonend, ohne einen bitteren “Minzsalat” zu produzieren. Dann das Glas mit Würfeleis auffüllen, den Rum zugeben und alle Zutaten mit einem Barlöffel verrühren. Gegebenenfalls erneut mit Eis auftoppen und mit einem Schuss Sodawasser ablöschen. Kurz anrühren, mit einem Minzezweig dekorieren und mit Stohhalmen servieren. Der Geniesser pimpt seinen Mojito zusätzlich mit einem Dash Bitters (Angostura oder TBT Old Time Aromatic).

Und jetzt noch einmal alle zusammen: “Der Mojito ist keine Caipirinha!”

 

Bildquelle: aboutpixel.deminzig © YariK / Christoph Ruhland

Der Autor

14 Kommentare

  1. gamma347 (4 years ago)

    Weiß jemand, ob/wo man das Werbevideo zum Mojito von Bacardi im Inet downloaden kann?

  2. Philanthrop (3 years ago)

    Der Anfänger hat nomal a Frage :
    Da ein Mojito KEIN Caipirinha is, darf doch au keine Limetten – Stücke im Drink mit herumschwinnen, oder? Sondern nur der REINE LIMETTENSAFT, oder?

  3. Helmut Adam (3 years ago)

    Richtig. Nur der Saft. Siehe oben.

  4. Rick1967 (3 years ago)

    Wie heisst es doch so schön im Schumanns Bar Buch: Es ist ein Rum Julep…Früchte haben in einem Julep nichts zu suchen.

  5. sv.reumann (3 years ago)

    Ohne die Dikussion weiter anheizen zu wollen, wäre da noch die Rumfrage. Bacardi gibt sich ja seit Jahren Mühe, die Tatsache kundzutun, daß Bacardi die Originalbasiszutat von Mojito, Daiquiri und Cuba libre gewesen sein soll (oder war).
    Die Problematik besteht aber wohl für viele Bartender und auch Gäste in dem bekannten Umstand, daß Bacardi ein ehemaliger Cubanischer Rum ist, und sie deswegen für beispielsweise einen Mojito einen “echten” cubanischen Rum vorziehen.
    Hier im Forum herrscht wohl zumindest darüber Einigkeit, daß ein heller, nicht weisser, Rum zu verwenden sei, daß dieser aber unbedingt aus Cuba stammen muß, wurde interessanterweise von niemandem erwähnt.
    Dies wäre eine bemerkenswerte Entwicklung, wenn sich zumindest hier alle einig wären, daß vor Allem die Qualität und die Eignung des Rums für den Mojito stimmen muss, nicht aber die genaue Herkunft.
    Hierzu noch interessant, dass Trader Vic in den o.g. Originalrezepturen einen Rum aus Puerto Rico empfiehlt, wohlgemerkt zu einer Zeit, als Bacardi noch auf Cuba war (eine Abfüllanlage Bacardis gab es auf Puerto Rico allerdings auch schon).

  6. Fraa Rauscher (4 years ago)

    Und jetzt nochmal alle zusammen: RICHHHTIIIG!!!!!

  7. Batista (4 years ago)

    Rüchtich…
    War auf Kuba und kann das nur bestätigen… :D
    Bester Mojito der Welt!

  8. Goncalo (4 years ago)

    … eine wirklich richtige und gute Caipirinha wird ebensowenig mit diesem Baby-Baseball-Stick misshandelt.
    Ein leichtes Hineindrücken von Limettenstacheln genügt; vorausgesetzt gute Cachaça bildet die Basis.

    Wundert mich, dass die Fledermaus erst so spät die Möglichkeiten einer “Pitú-rinha” erkennt und umsetzt ?!

  9. kid-holger (4 years ago)

    Der richtige Mojito???? Was soll das denn sein? Heisst das nun das es nur eine richtige Mehode gibt eine schmackhaften Mojito zu mixen. Ich denke folgendes wird nun so mancher eins sein Weltbild kraeftig durchschuetteln. Es gibt in London eine Bar die ihre Mojitos shaked. Und nicht nur das. Zuerst wird eine halbe Limette im Bostonglas gemuddelt, dann alles mit Wuerfeleis geshacked. Ab ins Glas, recap mit crusched Eis. Boom-shaka-lack, es schmeckt. Idealisten werden jetzt sagen “wie kann man nur?”. Ich sage man kann und man soll. Man soll einen individuellen Weg finden einen Cocktail zu interpretieren. Wenn in Sydney der Mojito mit birkenblättriger Ingwerminze und in Cuba mit 50 Umdrehungen in der Minute geruhrt wird dann ist das wie man in Berlin zu sagen pflegt auch gut so. Es waer doch wirklich eine Schande wenn jeder Mojito in jeder Bar der selbe waer.
    Solange die Grundzutaten die dem Cocktail den Charakter geben die Gleichen bleiben, damit man auch Rum mit Minze, Limette, Zucker und Soda serviert bekommt wenn man einen Mojito bestellt, sind der Methode keine Grenzen gesetzt.
    Ich moechte an dieser Stelle mal Ernest Hemingway zitieren: My Daiquirí in La Floridita, my Mojito in the Bodeguita. Diese beiden Bars haben es gemacht wie sie es fuer richtig halten. Der Rest ist Geschichte.

    Also jezt nochmal alle zusammen,aber jeder anders. OK?
    Respekt

  10. Helmut (4 years ago)

    @ Kid-Holger:

    Wenn das Ergebnis stimmt, d.h. der Cocktail balanciert ist und der Charakter des Cocktails, der von Minze und Rum geprägt ist, eindeutig erkennbar ist, stimme ich Dir zu. Variationen des Themas sind erfrischend und wünschenswert.

    Leider ist das "jeder so wie er will" meist auch gleichbedeutend mit "übersäuert", "übersüßt" oder eben "Minzsalat". Ich kann nichts anfangen mit Bartendern, die eine Olive in meinen Manhattan schmeißen und das ganze dann "free style" nennen.

    Prosit,

    H.A.

  11. Batista (4 years ago)

    man kann ja gerne mehr minze nehmen! aber dann bitte nicht andrücken sondern nur mit Limettensaft, Zucker und Rum im Glas verrühren… Gibt ein ganz herrlich leichtes Minzaroma.

    Saludos

  12. barworkz (4 years ago)

    Ach was wäre es schön, wenn es solch engagierte und hinterfragende Bartender in jeder Bar in Deutschland gäbe!
    Ihr, die ihr wisst um die essentielle Balance eines jeden Cocktails (egal ob Caipi oder Manhattan), solltet dieses Wissen auch weitergeben (wenn ihr es nicht schon längst tut).
    Ich hoffe weiterhin, eines Tages in (fast) jeder Bar Deutschlands einen Mojito bestellen zu können, ohne masslos enttäuscht zu sein!

    B

  13. ben (4 years ago)

    würde man wie ganz oben angegeben, nur Limettensaft statt Limettenachteln,würde meiner Meinung nach das typische Aroma veloren gehen.mein Rezept lautet so: Eine geachtelte frische gerollte Limette ins Longdrinkglas geben, mit 2 Barlöffeln weißen Rohrzucker muddeln und nachher mit 8 frischen,aromatischen Minzeblättern auffüllen und leicht muddeln(nicht quetschen!!!!).Mit Volleiswürfeln auffüllen und 4-5cl hellen Rum hinzufügen.Mit dem Barlöffel umrühren und nochmal Volleiswürfeln hinzufügen.Ein Splash Sodawasser hinzugeben,leicht verrühren,ganieren und mit Trinkhalm und Stirrer servieren.Cheers!

  14. Helmut (4 years ago)

    @ Ben:

    Die Frage ist, wie Du "das typische Aroma" begründen willst. Typisch für was? Typisch für den Originalcocktail? Typisch für Deinen eigenen Geschmack?

    George Sinclair vom Blog Thinkingbartender, der einer der fanatischsten Rechercheure von Originalrezepturen ist, hat hier im Webtender Wiki, die ältesten Referenzen zusammengestellt. Nur in einer Rezeptur könnte man davon ausgehen, dass die "shell" der halben Limette mitgemuddlet wird.  Bei allen anderen dient sie nur als Referenzmaß für die Saftmenge und wird allerhöchstens – á la Tiki – als Garnitur zugegeben.

    Es ist der falsche Weg, wenn man die Originalquellen nicht berücksichtigt. Nur in wenigen Ausnahmen (wie z.B. der berühmten Margarita von Julio Bermejo mit Agavendicksaft statt Zucker) ist eine Abwandlung des Originals eine Verbesserung.

    Es gibt "die richtige" und es gibt "die falsche" Rezeptur, die man anders nennen muss, wenn sie tatsächlich eine Abwandlung vom Original ist. Das soll jetzt bitte nicht bedeuten, dass Deine Rezeptur schlecht ist. Es geht hier nur um die Fakten.

    Wofür würden sich denn sonst rund um den Globus Bartender und Cocktailenthusiasten die Mühe machen,  Originalquellen in alten Büchern aufzuspüren, wie etwa dieses Beispiel zeigt? Das wars von meiner Seite zum Mojito. Period.

     

    Link: 

    http://wiki.webtender.com/wiki/Mojito

Kommentare

*