Jamie Boudreau auf Small Screen Network

Von Redaktion | Juli 2, 2007 um 12:00 | 4 Kommentare | Allgemein | Tags: , , , ,

Der Bartender Jamie Boudreau, den wir kürzlich im Beitrag über Bitters zitierten, ist in einem neuen Beitrag von Small Screen Network Gast von Drinkboy Robert Hess.

Er mischt und erklärt einen Rosewater Rickey, bei dessen Zubereitung er eine Feuertechnik zum Karamelisieren und Aromatisieren nutzt. Vorsicht: Don´t do this at home!

Sympatisch ist der Versprecher von Robert beim Wort "Molecular Mixology". Das Gespräch der beiden über dieses Thema ist wunderbar unaufgeregt und sachlich.

 

Link:

www.smallscreennetwork.com

 

Text: Helmut Adam

 

Der Autor

4 Kommentare

  1. Mike Triobar (4 years ago)

    Seattle entwickelt sich zum amerikanischen Cocktailmekka…
    wirklich sehr schoen wie sie an das Thema Molecular Mixology herangehen
    und es auch so wunderbar beschreiben,
    als ein Spiel mit den Aromen und Texturen.
    wirklich ein klasse Video,
    werde mich wohl mal an einen Rosewater Rickey versuchen muessen

  2. joerg.meyer (4 years ago)

    Moleculare Mike malt es schön bunt aus … nun denn.

    Das Video ist interessant – und das was die beiden über das Thema zu sagen haben ist, wie sagt es Helmut so schön, unaufgeregt und sachlich!

    Schön finde ich das die Beiden einen Drink ohne Schaum und irgend welchen “Chemie mit Allkohl in Tropfen etc.” Schnickschnack zubereiten. Der “Moleculare Bestandteil” des Zubereiten beläuft sich auf ein “karamellisieren” mit Bitters im Zerstäuber – ehrlich gestanden bin ich mir nicht ganz sicher ob die Beiden das Thema damit ein wenig veräppeln wollen – wenn finde ich es mehr als gelungen und ich ziehe meinen Hut vor den Beiden!

    Angenehm find ich das Beide andeuten das das Thema von professionellen Bartendern nach wie vor kritisch gesehen wird – ähnliche Probleme wie zum Beispiel beim Flair Bartending. Flair ist eine Hohe Kunstform des Bartending der ich meinen absoluten Respekt zolle! Schwierigkeiten gibt es immer dann, wenn diese spezielle Form des Bartending von Seiten der Gäste oder der Bartender mit der allgemeinen Bar verwechselt wird.

    Ähnliches gilt für die Moleculare Mixology. Zum einen ist es Effekt haschender Wort Müll. Gute Bartender gehen den Dingen seit je her auf den Grund. Sie wissen schon seit seit mehr als hundert Jahren das Eis nicht gleich Eis, Saft nicht gleich Saft, Sahne nicht gleich Sahne etc. sind. Sie wissen, wie im Video hervorragend kommuniziert wird, das Protein gut für einen Drink sein kann, und geben ein Ei hinein. Wenn man einen französischen Chefkoch sagt, man würde jetzt das Dessert mit Zucker bestreuen, “karamellisieren” und somit Moleculare Gastronomie betreiben, könnte man zwar formell recht haben, man wird aber Gefahr laufen einer Gusseisernen Pfanne im Sinkflug ausweichen zu müssen. Dieser Form der Kommunikation (fliegende Pfanne) scheint bei grummeligen Chefköchen ähnlich hergebracht zu sein wie eine creme brullé. Kurz – Größtenteils alt Bekanntes in ein neues “Wort” zu packen ist Wortmüll, macht aber dann Sinn, wenn man etwas VERKAUFEN will!

    Damit währen wie beim “zum anderen”. Wir als professionelle Bartender können “unaufgeregt und sachlich” mit dem Thema umgehen. Wir sollten dies tun, den schließlich sollten wir uns neuem nicht verschliessen und bereit sein dazuzulernen. Wir sollten nur nicht in eine Medien gerechte Marketingsprache verfallen und uns hier wie mittelmässige Verkäufer mit einem “Spiel von Aromen und Texturen” zutexten. Das sind blumige Worthülsen, davon werden wir in naher oder ferner Zukunft von zweit- und bedauerlicher weise auch erstklassigen Lifestyle Magazinen zugemüllt. Moleculare Mixology in Kombination mit einem Effekthaschenden Foto wird sich in Zeiten schlecht besetzter Redaktionen als “Content Sau” erweisen und als “Trend der Bar” durch die Presse wandern.

    Da werden wir dann stehen, in unseren Bars, mit gebügelten und gestärkten Hemden, das perfekte Mise en place, die feinste Auswahl guter Spirituosen, handgemachter Bitters und Essenzen, man wird das gerade aus dem Froster genommene Eis knacken hören, wir servieren Lieschen Müller ein Gläschen Wasser und fragen Sie “Was darf es sein?” . ….

    “Etwas mit so schön bunten Perlen, mit einem Schaum oben drauf bitte”

  3. Helmut (4 years ago)

    Herr Meyer, Sie sprechen mir wieder einmal aus der Seele. Ich ziehe meinen Hut!

  4. Mike Triobar (4 years ago)

    Guten Tag Herr Meyer,
    schoen zu lesen das es ihnen gut geht…

    so geschrieben von Herrn Meyer:
    “Wir als professionelle Bartender können “unaufgeregt und sachlich” mit dem Thema umgehen. Wir sollten dies tun, den schließlich sollten wir uns neuem nicht verschliessen und bereit sein dazuzulernen.”

    Ich fuer meinen Teil versuche das durchaus
    und lange Zeit konnte ich mit MM wenig anfangen.
    Doch bei einer Veranstaltung eines grosses Spirituosenherstellers probierte ich die Espuma-Schoepfung eines Barmannes in Kombi mit seinem Drink
    und fand dieses extrem gelungen -
    seitdem sah ich bei mir Bedarf mich dort hin ein wenig weiterzubilden.
    -Angeblich schadet Bildung ja nicht- ;-)

    Zitat des Herrn Meyer:
    “Wir sollten nur nicht in eine Medien gerechte Marketingsprache verfallen und uns hier wie mittelmässige Verkäufer mit einem “Spiel von Aromen und Texturen” zutexten. Das sind blumige Worthülsen, davon werden wir in naher oder ferner Zukunft von zweit- und bedauerlicher weise auch erstklassigen Lifestyle Magazinen zugemüllt.”

    Wahrscheinlich kommt der Werbekaufmann in mir zuweilen noch durch,
    wenn ich wohl solche Satzbausteine wie:
    “Spiel von Aromen und Texturen” hier reintexte… ;-)
    Aber ich sehe es wirklich so,
    fuer mich ist eine Spielerei,
    die wenn man sie richtig betreibt sehr wohl ernstzunehmen ist.
    Ich lasse mir doch diese Spielerei nicht nehmen – nur weil einige nicht den Charakter und das Durchhaltevermoegen habe,
    das selbst Lifestyle-Redakteuren artgerecht zu erklaeren.

    Ich habe keine Angst vor Lieschen Mueller oder auch Otto Meyer…
    sollen sie kommen – ich berate gern…
    Meine Gaeste waren meist sehr zufrieden mit der Auswahl und Zubereitung der Getraenke und die Beratung dazu…

    Wovor soll mir bange sein???
    Ich habe 10 Jahre Caipi-Bowle ueberstanden,
    da schockt mich so etwas nicht.
    Aus Berlin gruessend,
    verabschiede ich mich jetzt -
    muss schliesslich noch meinen Laborkittel aus der Reinigung holen…

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