Der zweite Tag der Venuez geht seinem Ende zu. Viele GSA-Teilnehmer sind wieder in Amsterdam dieses Jahr und per Mail sickert aus verschiedenen Richtungen schon etwas zu uns durch, die wir dieses Jahr pausiert haben.
Ebenso wie bei der letztjährigen Barshow in London sind die Bartender offenbar zunehmend unzufrieden mit den für sie bereitgestellten Inhalten. Die Demonstrations-Bars werden an den Rand gedrückt oder verschwinden. Die Qualität der Aussteller nimmt ab.
Das ist zumindest das Feedback von vielen Seiten gewesen. Durchaus auch von Seiten der Firmen. Seit letztem Jahr fällt außerdem auf, dass es zunehmend schick wird, Veranstaltungen, die in irgendeiner Form Spirituose beinhalten, das Label "Bar" aufzudrücken. Wenn man aber nicht die entsprechenden Inhalte anbietet, wird die Szene schnell die Antwort geben. Und fernbleiben.
Es sind verschiedene Besucher, die eine Veranstaltung rund um die Bar ansprechen will. Es sind Leute, die konkrete Kaufentscheidungen treffen wie Gastronomen oder Barbesitzer. Es sind Entrepreneure aus der Geränkebranche, die nach Distributionskontakten und Importeuren suchen. Aber im Gros einer solchen Veranstaltung sind es Multiplikatoren der Barszene, Bartender, die den "Kitt" bilden. Diese Besuchergruppe zu verlieren, sollte man nicht riskieren.
Dies waren unsere Zahlen vom letzten Jahr:
Besucher des Bar Convent Berlin 2007
Barbesitzer 18%
Bar Manager 29%
Bartender 40%
Industrie 10%
Presse/Medien 3%
Ich bin schon sehr gespannt auf die Tales of the Cocktail in New Orleans, an denen ich zum ersten Mal teilnehme dieses Jahr. Dort gibt es auch ausstellende Firmen, der Fokus liegt aber ganz klar auf Seminaren. In der Vorbereitung des Bar Convent Berlin 2008 war uns auch von Anfang an klar, dass wir die Inhalte im Vergleich zu 2007 noch ausbauen werden. Allerdings stellte sich für uns die Frage, ob wir das machen werden auch nicht. Weshalb? Wir sind Bartender! Das heißt konkret, das uns das Programm auch selbst interessiert und nicht nur eine strategische Entscheidung ist.
Wir interessieren uns selbst für Themen wie z.B. "Japanese Bartending". Das ist der prinzipielle Unterschied zu anderen Events. Dass dies auch Bartender aus Frankreich und Holland, die den Bar Convent Berlin besuchten, inspiriert hat, wissen wir aus persönlichen Gesprächen: "Wenn ihr uns nicht die Plattform für die uns wichtigen Inhalte liefert, kreieren wir einen eigenen Event dafür!" So könnte die unausgesprochene Drohung in anderen Märkten lauten. Wir werden sehen…
Bar Convent Berlin
29. & 30. September 2008
www.barconvent.de
Text: Helmut Adam
Mike Triobar (3 years ago)
QUO VADIS
dieses Jahr musste ich Amsterdam dann leider doch noch ausfallen lassen
und auch mich erreichte wenig positives von der Venuez.
Das Problem haben aber viele Messen,
auch die Prowein08 war deutlich schwaecher als die Prowein07.
Das Problem liegt in der Natur der Dinge:
stetes Wachstum ist ein Trugschluss
was letztes Jahr noch toll war, das kann dieses Jahr schon falsch sein.
Etwas was immer hilft ist Kompetenz
und ein Team von Mitarbeitern was dieses auch vermitteln kann!
Reine Showacts nach dem Motto: Friss oder stirb
sind veraltet und fordern nicht zum denken und handeln auf.
Der Messebesucher will eingebunden sein
und etwas mitnehmen koennen,
und das nicht nur in Form vom Plastiktueten und bunten Info-Blaettern.
Ob nun das ganze Messe oder Convent heisst ist die eine Sache,
aber der Content muss stimmen.
Das sich Firmen auf den Messen praesentieren ist gut und wichtig,
aber sie sollten nie vergessen an wen sie sich wenden und das wie.
Ich mag keine Praesentationen wo an mir und meine Beduerfnissen vorbeigeredet wird. Ich will als Entscheidern wahrgenommen werden
und nicht als williges Schaeflein das nun konsumieren soll
und keine weiteren Ansprueche stellt.
Der Seminar- und Tastingbereich ist nun mal das was sich als wahrer Gegenwert oftmals nach einer Messe herausstellt.
Auf der Prowein haben Gastronomen mir fuer Rezepte gedankt,
den daran konnten sie erkennen das ich mit den beworbenen Produkten
auch wirklich arbeite und das ich verstehe
was sie als Anregungen eher braeuchten,
als bunte Servietten und blinkende Aufsteller.
Also Mixology macht weiter so
und die Konkurrenz nie unterschaetzen,
den der Weg ist noch lang und steinig zuweilen…
Freue mich schon auf den Barconvent 08