Was verdient ein Bartender? Teil I

Von Redaktion | Februar 19, 2007 um 12:37 | 15 Kommentare | Allgemein | Tags: , , , , , , , , ,

 

GeldUnsere Autorin Tanja Bempreiksz hat für unsere nächste Printausgabe (Mixology Issue 2/2007 erscheint am 5.4.2007) Bartender rund um den Globus nach den Verdienstmöglichkeiten in ihrer jeweiligen Metropole befragt. Heraus kamen spannende Ergebnisse. Für die GSA-Länder (Germany, Switzerland, Austria) habe wir für den Drinksblog daraus ein Ranking erstellt.

Tanja stellte in ihrer Befragung den monatlichen Nettoverdienst zuzüglich des durchschnittlichen Trinkgeldes den Kosten einer 50m²-Wohnung gegenüber. Somit werden die ungefähren Lebenshaltungskosten der Stadt in Relation zum Verdienst gesetzt.

Weiter betont Tanja, dass es sich dabei nicht um eine empirische Untersuchung handelt! Vielmehr wurden Bartender aus unterschiedlichen Bar- und Gastronomiekonzepten befragt. Außerdem variierte die Zahl der befragten Bartender von Stadt zu Stadt! Das Ranking soll viel mehr als ein erstes Orientierungsmosaik dienen, dass mit eigenen Erfahrungen abgeglichen und vervollständigt werden kann.

Nach meiner persönlichen Einschätzung ist beispielsweise Wien im Ranking zu tief platziert, auch wenn die Löhne in den Bars dort angeblich unter Druck waren die letzten Jahre. Beim durschschnittlichen Tip dürfte Wien ebenfalls nicht unter beispielsweise Berlin liegen. Die Mietkosten in Zürich wiederum sollte man eher etwas höher ansetzen, geht man von einer städtischen Lage der Wohnung aus.

Decken sich die Zahlen mit Euren Erfahrungen? Wir freuen uns über Feedback. Entweder hier in den Kommentaren zum Eintrag. Gerne aber auch anonym (Money talks, but nobody wants to talk about money…) an tanja [ät] barkeeping.net oder helmut [ät] mixology.eu.

 

LOHN-RANKING GERMANY, SWITZERLAND, AUSTRIA (GSA)

 

1. Platz

Zürich

2.398,80€ Lohn + 924,40€ Tip = 3323,20€

Die Miete entspricht 20% des gesamten Einkommens (665€).

 

2. Platz

München

1350€ Lohn + 1000€ Tip = 2350€

Die Miete entspricht 31,50% des gesamten Einkommens (740€).

 

3. Platz

Köln

1350€ Lohn + 951,50€ Tip = 2301,50€

Die Miete entspricht 24,80% des gesamten Einkommens (571,50€).

 

4. Platz

Dresden

1034€ Lohn + 1000€ Tip = 2034€

Die Miete entspricht 15,00% des gesamten Einkommens (305€).

 

5. Platz

Hamburg

999,90€ Lohn + 1034€ Tip = 2033,90€

Die Miete entspricht 28% des gesamten Einkommens (571,50€).

 

6. Platz

Wien

1476,70€ Lohn + 550€ Tip = 2026,70€

Die Miete entspricht 27,60% des gesamten Einkommens (560€).

 

7. Platz

Berlin

1024€ Lohn + 1000€ Tip = 2024€

Die Miete entspricht 21% des gesamten Einkommens (425€).

 

 

Daten: Tanja Bempreiksz

Text: Helmut Adam

Bild: Tanja Bempreiksz

Der Autor

15 Kommentare

  1. Mike Triobar (5 years ago)

    Wie immer eine ueberaus gelunge und fundierte Antwort zum Thema:
    Unterschiedliches Trinkgeldverhalten in Bars und Hotelbetrieben,
    aber der Schlussteil der sich dann wohl an mich richten soll.
    und nicht an Meike – geht etwas vorschnell ins Gericht mit mir
    und das wohl zu Unrecht.

    Zitat Herr M aus HH:
    “Kann mich Helmut nur anschließen. Michael: Die Erfahrungen aus Deiner Bar würde ich nur bedingt einfliessen lassen, Du hast zum einem eingeschränkte Öffnungszeiten, zum anderen besteht die Möglichkeit das konservative Gäste nach dem klassichen Vorbild vorgehen: Der Inhaber bekommt keinen Tip.”

    Auch hier, da es sich ja um dieselbe Aussage handelt,
    bezog sich meine Antwort auf meine Vergangenheit als Angestellter,
    denn heute erhalte ich ausreichenden Tip
    und habe eine Quote von weit mehr als 10%.

    Zitat Herr M aus HH:
    “Das Bartender meist extrem unterbezahlt sind, finde ich etwas reisserisch Formuliert. Es gibt viele Kritikpunkte bei Bezahlung, Nachtarbeit, Wochenendarbeit, Tip, Tronc etc etc.”

    Viele meiner Freunde und Bekannte sind regelmaessig ueberrascht wie wenig nur Bartender verdienen, denn sie wissen nur noch wie man als Student gut in der Gastro Kohle machen konnte. Tenor deren Aussage:
    fuer so wenig Kohle und dann noch die ganze Nachtarbeit und am Wochenende und soviele (meist unbezahlte) Ueberstunden – Nein, danke…
    Wie ein Familienvater (Alleinverdiener) als Barmann allerdings seine Familie durchbringt und seinen Kindern ein gutes Studium finanzieren kann,
    bleibt mir fraglich.

    Zitat Herr M aus HH:
    Ich verstehe diese generelle Kritik aus Deiner Ecke nicht wirklich Michael. Schließlich bist Du Inhaber einer Bar. Wie viele Mitarbeiter hast Du schon eingestellt und mit allen Sozialleistungen (Krankenkasse, Rente, Soli, KSt. Urlaub, Krankheit, etc.) bezahlt? Wie würdest Du deine Barkeeper in deiner Bar bezahlen – nach Tarif? Ich glaube Dir fehlt die Erfahrung einschätzen zu können, welche realen Kosten fest angestellte Barkeeper jeden Monat bedeuten.

    Warum sollte es das???
    Keine voreiligen Schluesse ziehen… Danke
    Hier in Berlin gibt es momentan mit Sicherheit mehr Menschen in Gastronomischen Betrieben die stark unterbezahlt sind,
    als welche die einen geregelten fairen Verdienst haben.
    Ich kenne Bartender die in Berliner 5 Sterne Haeuser arbeiten
    und auf 75-80 Stunden die Woche kommen
    und das ohne Ueberstundenausgleich bzw Auszahlung.
    Ich kenne die Problematik der Lohnstruktur nur allzugut
    und weiss wie schwer es ist hoehere Loehne zu finanzieren.
    Trotzdem aendert es nichts daran, das viele unterbezahlt sind,
    man ist nunmal unterbezahlt (mit 4,85 pro Stunde),
    selbst wenn der Chef sich nicht mehr auszahlt.

    Wer fuer mich gearbeitet hat, hat stets genug bekommen
    und war auch stets zufrieden!
    Ich halte an meiner Aussage fest,
    aber sage nicht,
    das es nur an Kokainsuechtigen Gastrobesitzern liegt,
    sondern das es ein klares Versaeumnis der Politik ist.

    Wie immer liegen wir uns in unseren Aussagen viel naeher,
    als es diese Diskussion darstellt.

    Schone Gruesse aus dem Institut an den schoenen Loewen
    und wenn ich das naechste Mal in Hamburg werde ich mir erlauben,
    Dich zu einem Wacholder-Drink einzuladen.

  2. Helmut (5 years ago)

    Der folgende Kommentar hat mich per Mail erreicht. Der Absender möchte anonym bleiben, hat mir aber erlaubt den Text hier zu posten:

     

    Hallo Kollegen!

    Erstmal herzlichen Dank für die ermittelten Zahlen. Auch wenn mir bei den Trinkgeldern die Ohren „schlackerten", bin ich begeistert, dass es endlich mal Zahlen und somit Vergleichsmöglichkeiten gibt.

    Verdienste von Barkeepern sind ein sehr heikles und schwieriges Thema. Sie hängen von sehr vielen Faktoren ab und sind somit eigentlich nicht zu pauschalisieren. Zunächst sollte man Hotels von eigenständigen Bars unterscheiden. Das alleine sollte das Mindeste sein, da viele Barkeeper keine Gastronomische Ausbildung haben und dadurch fast nie in Hotels arbeiten. Ausgenommen sind Jenige, die sich durch Erfahrung, Fachkenntnisse und Qualität einen Namen gemacht haben. Wovon es leider viel zu wenige gibt.

    Aus Erfahrung (zugegebener Maßen noch zu wenig) kann ich sagen, dass der Grundlohn 1000-1200 Euro netto entspricht. In Hochburgen mit Sicherheit noch 100-200 Euro mehr. Das wird aber durch die höheren Lebenskosten wieder aufgefangen. Im Schnitt dürfte der Grundlohn bei allen somit ähnlich sein. Auch je nach Haus.

    Es gibt wohl Zusammenhänge mit der wirtschaftlichen Stärke der Region, in der man arbeitet. So dürften Bartender im Norden und Osten weniger verdienen als im Süden und Westen. Wenn ich mir die Bars so anschaue, so komme ich zu dem traurigen Ergebnis, dass die Qualität der Bars genauso verläuft. Ausnahmen sind natürlich möglich. Siehe Hamburg und Berlin. Sind aber wieder Metropolen.

    Das Trinkgeld ist keine Selbstverständlichkeit in Deutschland. Viele geben keinen Cent, obwohl der Service richtig gut war. Sie schieben das dann auf die hohen Preise. Wenn man Geld sparen möchte, soll man zu Hause bleiben.

    Wie dem auch sei. Es sollte Ziel sein, die Qualität einer jeden Bar zu erhöhen. Dadurch kommt vielleicht mal endlich eine richtige Barkultur zustande.

    Ich selbst habe lange Zeit in Hannover gearbeitet (netto 1100 € + 300 € Tip). Leider gibt es in Hannover keine ansprechende Bar. Jedenfalls keine, welche meinen Qualitätsansprüchen genügt. Am Personal liegt es nicht. Kenne genug qualifizierte Kollegen, die sehr viel Motivation haben, eine richtig gute Bar zu führen. Leider fehlt es hier an Geld / Geldgebern. Hier herrscht ein Massenmarkt. Gäste gebe es, die ein solches Lokal zu schätzen wüssten. Allerdings weiß keiner ob es genug sind…

    Eine kleine Anmerkung muss ich mir noch erlauben: Wenn solche Trinkgelder, wie hier ermitteln, als Berechnungsgrundlage für die Einkommenssteuer genommen werden, kann ich nur sagen „Gute Nacht". Vorausgesetzt die Steuerfreiheit der Trinkgelder wird abgeschafft.

    Einen Dank an Tanja

    Happy Shaking.

  3. Helmut (5 years ago)

    @Michael/Triobar:

    Das ist doch jetzt weit konstruktiver…also doch das richtige Forum. ;)

  4. Mike Triobar (5 years ago)

    Hallo Helmut,
    so schnell schiessen die Preussen nicht…
    musste doch zwei Personen getrennt antworten,
    damit wir hier nicht aus Versehen etwas falsch lesen bzw fehlinterpretieren.

    Ich meinte es so:
    Trotz gutem Service kam ich nur selten auf 1000 Euro Tip pro Monat
    und das Trinkgeldverhalten scheint auch eher ruecklaeufig,
    wie Herr M aus HH auch schon schreibt.
    Ich wuensche allen Profis im Gastgewerbe das das Trinkgeldverhalten in der
    Republik hier langsam besser wird.

    …. …. ….

    Werde es aber nicht persoenlich nehmen… ;-),
    denn ich mag diese fachlichen Auseinandersetzungen
    und manchmal bereichern sie sogar einen Beitrag –
    allerdings nur manchmal…
    werde mich also bemuehen noch praeziser zu werden… ;-)

    freue mich schon auf Mittwoch 15.00 Uhr,
    wenn wir uns live zanken koennen.

  5. Helmut (5 years ago)

    @Michael/Triobar: Wenn Du das in den falschen Hals bekommen hast, dann nehme ich das zurück. Hab da kein Problem mit.

    Mir gehts nur um die fachliche Qualität dieses Blogs. Und dass so eine pauschale Aussage wie die von Dir dem nicht dienlich ist, siehst Du vielleicht mittlerweile ein? Immerhin hat sie zu einer Menge Informationen geführt.

  6. Barno (2 years ago)

    Stimmt, ist echt etwas zu hoch. In der Regel wird nicht so viel verdient. Habe mal recherchiert und ein ähnliches Resultat gefunden.
    http://gehalt.was-verdient-ein.de sagt, dass 19500 Euro verdient werden. Ich glaube, dass kommt gut hin. Ist ja aber auch immer eine Frage der Stadt…

  7. Helmut (5 years ago)

    Habe gerade eine Einschätzung aus Frankfurt am Main bekommen, das im Ranking ja fehlt:

     

    Frankfurt

    1400€ Lohn + 600€ Tip = 2000€

    Die Miete entspricht 30% des gesamten Einkommens (600€).

     

  8. kent (5 years ago)

    Dieser Beitrag hat mich etwas überrascht. Ich finde Euer Magazin toll und meist sehr gut recherchiert, aber in diesem Fall liegt Ihr zumindest für Köln und nach meinen Informationen auch für viele andere Städte in Deutschland komplett falsch! Immerhin zahlen die meisten großen Hotels hierzulande nach Tarif oder etwas darüber, was bei jungen Bartendern zu Nettoverdiensten von 950 – 1.100 € führt. Ihr suggeriert gerade den jungen und unerfahrenen Kollegen völlig unrealistische Verdienstmöglichkeiten! Weder geht ihr auf wichtige Details, wie Position, Fähigkeiten, Erfahrung, Qualifikation, Festanstellung oder Teilzeitjob ein, noch wirken die Trinkgeldangaben präzise berechnet.

    Zumindest sollte man den durchschnittlichen Verdienst nach Bartender und Barchef/ Barmanager trennen.

    Die Trinkgeldangaben finde ich extrem überzogen! Ich kenne in Düsseldorf und Köln keinen Bartender, der durchschnittlich knapp 1000 € Trinkgeld auf normalem Weg macht. Man muß sich mal vorstellen, was diese Summe bedeutet: ca. 50 € jeden Tag, ob Montag, Samstag oder Sonntag. Bei realistischen 8 % vom Umsatz, heißt das mindestens 600 € eigener Umsatz pro Bartender, bzw. pro Bar- und Servicemitarbeiter, wenn man mit einer Kasse arbeitet. Ich betreibe seit 4 1/2 Jahren eine große Bar in einem angesagten Viertel von Düsseldorf und bei uns schaffen wir das höchstens am Samstag!
    Auf dem Bitters Blog findet man einen sehr guten Beitrag dazu: http://bitters-blog.blogspot.com/2007/02/was-ist-eigentlich-trinkgeld.html

    Also etwas mehr Sorgfalt bitte!

    Für Düsseldorf liegen die Verdienstmöglichkeiten nach meinen Informationen, gestaffelt nach Erfahrung und Qualifikation, realistisch in einer Spanne von 1100 – 1300 € für Bartender und 1400 – 1750 € für Barchefs/Barmanager. Jeweils netto, bei Festanstellung in Vollzeit, in der freien Gastronomie. Realistische Trinkgelder liegen zwischen 400 und 600 € pro Monat (20-30 € pro Tag).

    Eine 50 m² Wohnung kostet ca. 400 € kalt.

    Bitte versteht diesen Komentar als konstruktive Kritik!

    Viele Grüße,

    Kent Steinbach
    Mojito’s Düsseldorf

  9. Helmut (5 years ago)

    Kent, danke für Deinen Kommentar. Ich glaube aber, dass Du den Beitrag nicht wirklich sorgfältig gelesen hast. Sonst wäre Dir dieser Abschnitt aufgefallen:

    Weiter betont Tanja, dass es sich dabei nicht um eine empirische Untersuchung handelt! Vielmehr wurden Bartender aus unterschiedlichen Bar- und Gastronomiekonzepten befragt. Außerdem variierte die Zahl der befragten Bartender von Stadt zu Stadt! Das Ranking soll viel mehr als ein erstes Orientierungsmosaik dienen, dass mit eigenen Erfahrungen abgeglichen und vervollständigt werden kann.

    Und genau das hast Du getan. Du hast Deine Erfahrungen mit den Einträgen abgeglichen. Und schon findet sich mehr Information auf dieser Seite.

    Wir suggerieren gar nichts mit dieser Tabelle, sondern geben nur einen Diskussionsanreiz! Tanja hat auf genau die Aspekte (unterschiedliche Gastronomiekonzepte etc.)  hingewiesen, die Du in Deinem Kommentar kritisierst. 

  10. Mike Triobar (5 years ago)

    Danke Kent!!!
    Hatte schon gedacht,
    ich waere der schlechteste Bartender der Welt gewesen.
    1000 Euronen Tip im Monat finde ich auch etwas uebermaessig.
    Gebe die Hoffnung natuerlich nicht auf,
    aber das schafft man nur in guten Monaten (Berlinale,…)
    ansonsten sind Bartender meist extrem unterbezahlt.

  11. Helmut (5 years ago)

    Herr Meinke,

    was hat denn die Qualität eines Bartenders zwingend mit seiner Bezahlung zu tun? Es gibt Bartender, die bewußt auf einen Gehaltssprung Richtung Managment oder Head Bartender verzichten, weil sie sich in ihrem Job kreativer und freier fühlen.

    Nach Deiner Definition müßten Clubbartender, die oft an 2 Tagen die gleichen Tips einstreichen, die ein klassischer Bartender in 5 Tagen erwirtschaftet, die besseren Bartender sein?

    Dein Kommentar ist eher ein typischer (xxxx – nachträglich gelöscht – HA). Kents Beitrag dagegen ist konstruktiv.

    Außerdem möchte ich bezweifeln, dass Dein Barkonzept (2 Tage geöffnet nach meinen Informationen?) mit der 40 bis 50-Stunden Woche eines professionellen Bartenders zu vergleichen ist. Denn die oben genannten Zahlen beziehen sich aussschließlich darauf.

  12. joerg.meyer (5 years ago)

    Kann Kent nur rechtgeben, Dir aber Meike, nur widersprechen.

    Es wäre wünschenswert, wenn die Höhe des Trinkgeld nachvollziehbar mit der Qualität wäre. Dies ist sie meiner Meinung nach nur bedingt. Die Höhe hat meiner Meinung nach etwas mit Kriterien zu tun, die der Bartender nicht ganz steuern kann (Gemerkt – ein guter Service wird auf Dauer mehr Trinkgeld bringen als ein schlechter). Das Trinkgeld ist abhänging vom Haus und desen Eigenschaften. Wie wird gezahlt (Gesamtrechnung oder jeder Drink einzeln an der Bar), welches Publikum ist anwesend, wie sind die Preise gestaffelt, welche Möglichkeiten gibt einem das Servicekonzept, sein Trinkgeld zu verbessen, wie sind die Stationen aufgeteilt, wie der Tronc?

    Ich hatte in meiner Ausbildung das vergnügen, in einem 5 Sterne Haus einige Monate im Kaffee in der Hotelhalle zu arbeiten, auf Grund von Personalknappheit als Stationskellner. Die Schichten waren lang (12 Stunden) das Trinkgeld mindestens 100 bis 180 Mark pro Tag. Der Trick war: Das Haus war extrem gut organisiert, man konnte mit wenig Kellnern viele Tische bedienen, die Verweildauer der Gäste war kurz (schneller Kaffee), die Preise Ideal (Tasse Kaffee 4,00 Mark) und der Status des Haus und seine Gäste so, das niemand 4,50 DM sonder 5,00 DM “stimmt so” bei einem Kaffee gab. Das waren 20% Trinkgeld.

    Heute, ist das soweit ich weiss in diesem Haus auch nicht mehr so – Trinkgeld im allgemeinen ist weniger geworden. Es gibt auch heute noch Häuser, in denen man Tringeld von mehr als 100 Euro pro Abend macht. Meist sind es diese Häuser, bei denen man es nicht erwartet. Man braucht viele kleine Rechnungen, und viele Gäste um das zu schaffen. Das sind die Ausnahmen und eventuelle auch nicht unbedingt Häuser, in denen man als Bartender mit Liebe zum Job arbeiten möchte.

    Ich fand Deinen Beitrag sehr hilfreich Kent. Ich glaube zum Beispiel das ein Verdienstunterschied ziwschen Hotels und privat geführten Bars besteht. Hotels zahlen gerade Berufsanfängern verständlicher weise Tarif (bieten dafür oft das überregionale stärkere Renomee), in den privaten Bars kann etwas mehr verhandelt werden.

    Deutlich mehr Trinkgeld wird im Nightlife / Club Geschäft ab einem gewissen Niveau gemacht.

    Kann mich Helmut nur anschließen. Michael: Die Erfahrungen aus Deiner Bar würde ich nur bedingt einfliessen lassen, Du hast zum einem eingeschränkte Öffnungszeiten, zum anderen besteht die Möglichkeit das konservative Gäste nach dem klassichen Vorbild vorgehen: Der Inhaber bekommt keinen Tip.

    Das Bartender meist extrem unterbezahlt sind, finde ich etwas reisserisch Formuliert. Es gibt viele Kritikpunkte bei Bezahlung, Nachtarbeit, Wochenendarbeit, Tip, Tronc etc etc. Und es wäre wünschenwert, wenn dieser Job wie im Ausland (übers Trinkgeld) besser bezahlt wäre. Der Ehemann unserer Kandadischen Cousine verdient ca. 3000 – 4000 Kanadische Dollar TIP in einem Kneipen Club Nighlife Geschäft. Zusammen mit seinem geringem Gehalt kann er und seine Familie gut davon Leben (was seine Zukunft allerdings betrifft, ist er relative unverbindlich)

    Der Fluch des Tips ist, das man vergisst sich weiter hoch zu kämpfen. In jedem großen deutschen Steakhaus z.B. verdient ein Kellner (nach Stunden bezahlt + gutes Trinkgeld) mehr als sein vorgesetzter Assistent der Geschäftsleitung. Dieser arbeitet 60 Studen die Woche für weniger Geld. Der Unterschied: nach 5 Jahren ist der mit dem guten Trinkgeld meist immer noch Kellner und der Assisten hat sich entwickelt und verdient mehr.

    Ich verstehe diese generelle Kritik aus Deiner Ecke nicht wirklich Michael. Schließlich bist Du Inhaber einer Bar. Wie viele Mitarbeiter hast Du schon eingestellt und mit allen Sozialleistungen (Krankenkasse, Rente, Soli, KSt. Urlaub, Krankheit, etc.) bezahlt? Wie würdest Du deine Barkeeper in deiner Bar bezahlen – nach Tarif? Ich glaube Dir fehlt die Erfahrung einschätzen zu können, welche realen Kosten fest angestellte Barkeeper jeden Monat bedeuten. Das soll keinesfalls heißen, dass die hochwertige Arbeit solcher Spezialisten dieses Geld oder nicht noch mehr wert wäre. Wenn man aber nicht gerade einen Inhaber hat, der jeden Monat einen neuen Porsche mit nem Kofferraum voll Schnee benötigt, ist das Problem doch ein anderes. Ein Großteil der Inhaber die ich kenne, würde ihrem Personal mehr zahlen, sofort, wenn es die Bilanz und die Geschäftliche Entwicklung zulassen würde.
    Die einzige Möglichkeit: Mehr Umsatz / Mehr Gewinn – Wenn man als Bartender massive erkennen läßt, das einem hieran gelegen ist, besteht, gerade in kleinen Bars, immer die Chance, das einen der Inhaber am Gewinn/der Bar beteiligt. Er wird froh sein, so jemanden gefunden zu haben.

    Das die Trinkgeld Entwicklung in Deutschland eher Rückläufig ist, macht es nicht einfacher für Bartender!

    Sich hinzustellen – pauschal eine Unterbezahlung zu proklamieren – derzeit keine Angestellten zu haben und auch keinen brauchbaren Lösungsansatz (wenn, dann bitte her damit) halte ich für nicht richtig.

    Jörg

  13. Tanja (5 years ago)

    Ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass es sich bei den Werten um Durchschittte unterschiedlicher gehobener Barformen handelt, wobei Barchef- und Managergehälter nicht berücksichtigt wurden. Dass der Verdienst im Einzelenen besser, aber auch deutsch schlechter ausfallen kann, ist klar. Außerdem unternahm ich keine umfangreiche Befragung von mehreren hundert Personen pro Stadt, sondern berufe mich auf Angaben einzelner, namenhafter Kontakte. Es handelt sich bei allen Werten daher also um grobe Richtungen oder Anhaltspunkte, die keinem wissenschaftlichen Maßstab entsprechen. Gruß, Tanja Bempreiksz

  14. Mike Triobar (5 years ago)

    Hallo Helmut,
    bleiben wir doch ruhig und locker…
    und lassen es nicht zu einer Forumsschlacht werden -
    so etwas kenne ich zu gut – darauf habe ich keine Lust
    und sie hilft auch nicht weiter.

    Zitat Herr A. aus B.:
    “was hat denn die Qualität eines Bartenders zwingend mit seiner Bezahlung zu tun? Es gibt Bartender, die bewußt auf einen Gehaltssprung Richtung Managment oder Head Bartender verzichten, weil sie sich in ihrem Job kreativer und freier fühlen.”

    Danke das du das mir sagst,
    ich habe in diesen Positionen gearbeitet und spaeter auch in hoeheren
    und habe meine Bar gegruendet um wieder direkt am Kunden sein zu koennen
    und mich nicht nur um Lohn- und Gehaltsbuchungen kuemmern zu muessen.

    Zitat Herr A. aus B.:
    “Nach Deiner Definition müßten Clubbartender, die oft an 2 Tagen die gleichen Tips einstreichen, die ein klassischer Bartender in 5 Tagen erwirtschaftet, die besseren Bartender sein?”

    Keineswegs!
    Denn meine Aussage bezog sich nur auf den Tip
    und die alte Trinkgeldweisheit:
    je besser dein Service – desto besser dein Tip!!!
    Desweiteren ist natuerlich der Durchlauf der Gaeste nicht zu vernachlaessigen
    und um was fuer einen Laden es sich hier handelt.

    Aber das naechste Mal werde ich es ausfuehrlicher darlegen und
    natuerlich ist der bestbezahlteste Bartender nicht zwingend der Beste zugleich.

    Zitat Herr A. aus B.:
    “Außerdem möchte ich bezweifeln, dass Dein Barkonzept (2 Tage geöffnet nach meinen Informationen?) mit der 40 bis 50-Stunden Woche eines professionellen Bartenders zu vergleichen ist. Denn die oben genannten Zahlen beziehen sich aussschließlich darauf.”

    Deine Informationen sind falsch, da es 4 Tage sind
    und meine Aussage bezog sich auf meine Zeit als Bartender im
    Angestelltenverhaeltnis, daher waehlte ich die Vergangenheitsform.
    …lies einfach etwas sorgfaeltiger… :-)

    Ich hoffe aber trotz des Barkonzepts als Profi zu gelten… ;-)

  15. Helmut (5 years ago)

    @Michael/Triobar: Dann herrscht hier wohl etwas allgemeine Leseschwäche. Allerdings frage ich mich, wie man das sonst interpretieren soll:

    Danke Kent!!!
    Hatte schon gedacht,
    ich waere der schlechteste Bartender der Welt gewesen.
    1000 Euronen Tip im Monat finde ich auch etwas uebermaessig.
    Gebe die Hoffnung natuerlich nicht auf,
    aber das schafft man nur in guten Monaten (Berlinale,…)
    ansonsten sind Bartender meist extrem unterbezahlt.

    4 Tage also an Stelle von 2. Lag ich falsch. 

    Was ich an Deinem Eintrag kritisiert habe (übrigens durchaus ruhig und locker), war die fachliche Auseinandersetzung mit dem Beitrag, die bei Kent gegeben war.

    Dafür war sie zu pauschal gehalten. Meine Empfehlung: Präzisiere Dich, wie in Deinem Beitrag zu Herrn A. aus B.

    Darauf bist Du noch nicht eingegangen:

    …ansonsten sind Bartender meist extrem unterbezahlt.

    Siehe hier.

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