Diageo World Class Finale in London (Teil 2)

Von Helmut Adam | Juli 21, 2009 um 16:57 | 1 Kommentar | Wettbewerbe | Tags: , , ,

Der Grieche Aristotelis Papadopoulos aus der Bar Banquet in Thessaloniki ist Sieger der Diageo World Class Competition 2009. Er setzte sich beim Finale in London gegen Vertreter aus 24 Ländern durch.

Man sollte hier im Blog nie zu viel versprechen. Dieser ursprünglich für Freitag angedacht Eintrag verzögerte sich dann doch etwas. Der Autor fühlte sich aufgrund seiner akribischen Informationsleistung via Twitter vom Event selbst, die die offiziellen Kanäle an Schnelligkeit und Genauigkeit weit übertraf (Eigenlob vs. Rechtfertigung;) auch nicht mehr ganz so unter Druck, wie es in der Blogzeit vor Facebook und Twitter der Fall gewesen ist.

Dieser verspätete Eintrag zeigt überdies auch, dass die Nacht nach der Siegerehrung kurz ausfiel und eine entsprechende Regenerationsphase notwendig war. Detail am Rande: ich habe im Transitbereich meinen Flug verschlafen, nachdem ich ordentlich eingecheckt hatte. Heathrow Terminal 5 versucht die Fluggäste möglichst lang in seinen Shoppingbereichen zu halten. Daher werden die Gates nur sehr kurzfristig vor Abflug bekannt gegeben. Fatal, wenn einen der Minutenschlaf überkommt. Während ich dies schreibe, kommt mir überdies die Idee zu einem neuen Blogeintrag: Bartender und verpasste Flüge. Aber dazu später mehr.

Was nun geschah am nächsten und letzten Tag der World Class Competitions? Zuerst wohnte ich dem Auftritt Ricardo Albrechts (Lebensstern, Berlin) bei der Food Market Competition bei. Im Wholefood Market Kensington mussten die Finalisten für zwei Cocktails Zutaten aussuchen und dann in einem vorgelegten Zeitrahmen spontan Rezepturen entwickeln. Ricardo kreierte zwei Drinks mit typisch englischen, eher sommerlichen Aromen wie Minze, Holunderblüte, Orangenmarmelade und Ingwer. Einen davon rundete er mit Himalaya Salz ab. Jury-Mitglied Ueno Hidetsugu, der spätestens durch diese Veranstaltung zum bekanntesten japanischen Bartender avancieren dürfte, prüfte an dieser Station mit kritischem Blick. Wie überall auf den Veranstaltungen war auch hier wieder jede Menge Presse und Kameras am Start. Der koreanische Teilnehmer wurde sogar vom Team eines Senders begleitet, der eine zehnteilige Serie über seine World Class-Teilnahme bringen wird.

Für den Nachmittag waren dann für uns Pressevertreter im Andaz Hotel Interviews mit den Markenvertretern der Reserve Brands und Mitgliedern der Jury organisiert worden. Ich unterhielt mich unter anderem mit Marco Pierre White, einer Legende in der Londoner Gastroszen, Chiroc-Erfinder Jean-Sebastian Robicque und Markenbotschafter Brian van Flandern von Don Julio, der definitiv in jedem zweiten Satz ein Statement zu seinem Produkt unterbrachte.

Nach einer Ruhepause war es dann soweit: das Finale begann. In einem Empfangssaal des Hotels versammelten sich alle Teilnehmer des Events und der Master of Ceremony, der bekannte Barexperte Spike Marchant, begann die Menge athmopshärisch einzustimmen. Versteht sich, dass dabei auch eine Menge Drinks serviert wurden. Mein Favorit war eine Smoked Margarita, die mit Talisker angereichert worden war. Funktioniert wirklich gut. Wer erwartet hatte, dass gleich die Preise verliehen würden, hatte sich getäuscht. Wir wurden alle gebeten, weiter zu gehen und gelangten nach einem verwirrenden treppauf und treppab in einen originalen Freimaurertempel.

Dort throhnte schon die Jury, bestehend aus Dale DeGroff, Simon Difford, Gary Regan, Salvatore Calabrese, Peter Dorelli und Ueno Hidetsugu. Nachdem wir an den Rändern des Katakombens Platz genommen hatten, marschierten schließlich unter triumphalen Musikklängen die 18 Finalisten ein. Aus diesen wurden nun erst einmal sechs Kategorie-Gewinner gekürt, was ein bisschen zu geglättet rüberkam. Schließlich hat in der Regel der Sieger oder ein anderer Teilnehmer bei mehr als einer Kategorie die Nase vorn gehabt. Nunja, seis drum, für die Inszenierung war das natürlich besser so. Denn diese sechs Gewinner nahmen gegenüber der Jury Platz, während man sich nun fragte, wer den Thron einnehmen würde, den der Host von Diageo World Class, Marco-Pierre White, besetzt hielt.

Die Spannung stieg, bis auch dieser Umschlag endlich geöffnet war, und es landeten nicht die favorisierten Teilnehmer aus Großbritannien und Australien vorn, sondern der griechische Teilnehmer, Aristotelis Papadopoulos aus Thessaloniki, wurde als Sieger der Diageo Reserve Brands World Class 2009 verkündet. Wer sechs Kategorien mit der wohl prominentesten Jury der Barwelt hinter sich gebracht hat und dabei Teilnehmer aus den führenden Barnationen auf die Plätze verwiesen hat, ist ein würdiger Sieger. Daher sprechen wir an dieser Stelle Aristotelis noch einmal unsere Gratulation aus! Aber auch für GSA-Land gab es etwas Positives zu vermelden: Felix Hartmann, der für Dubai antrat, sicherte sich den Sieg in der Kategorie Canapé Matching.

 

Weiter Beiträge zu diesem Thema:

http://www.mixology.eu/de/blog/diageo-world-class-finale-london-teil-1

 

Link: www.weareworldclass.com

Der Autor

Helmut Adam

Helmut Adam ist Herausgeber von Mixology, Magazin für Barkultur, trinkt gerne Negronis, Tequila und den einen oder anderen Gin & Tonic. Bevor er sich zum Bar Manager an der Mixology Bar aufschwang, arbeitete er als Bartender in Zürich, Wien, Berlin und London.

Ein Kommentar

  1. Alessandro Romano (2 years ago)

    Congrats Felix!

Kommentare

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