Preis für die Spirituose des Jahres 2012 bei den Mixology Bar Awards: Smith & Cross Rum.

Von Peter Eichhorn | März 1, 2012 um 16:00 | Keine Kommentar | Wettbewerbe | Tags: , , , ,

Für die Spirituose des Jahres gelten im Vorfeld des Wettbewerbs strenge Bedingungen. Die infrage kommenden Produkte haben einen Alkoholgehalt von mindestens 15 % Vol. Alkohol aufzuweisen, müssen in Deutschland, Österreich oder der Schweiz im Markt eingeführt und erhältlich sein, allerdings maximal seit 18 Monaten. Unter den acht Nominierten setzte sich der jamaikanische Smith & Cross Rum durch.

In jedem Jahr aufs Neue ein mächtig spannendes und herausforderndes Verfahren für die Jury. Welche Spirituose ist nun wirklich innovativ, hochwertig, schmackhaft und bereichert das Backboard der Bar? Gerne darf sie natürlich auch anregen, neue Kreationen zu entwerfen, um Gäste zu überraschen. Dabei gilt ausschließlich das Produkt selbst, unabhängig von der Aufmachung der Flasche oder aufwendigen Promotion-Kampagnen der Hersteller. Auf diese Weise stoßen kleine, handwerkliche Marken in den Kreis der Nominierten, genau wie die Abfüllungen der Weltkonzerne. Mit dem Smith & Cross Traditional Jamaica Rum mit 57 % Vol. Alkohol, überquert ein kraftvoller Rum erfolgreich die Zielgerade, dessen Aroma und Finesse bereits zahlreiche Bartender animierte, mehr als nur die karibischen Klassiker à la Mai Tai neu zu interpretieren.

Die Sierra Madre Trend Food GmbH importiert das Destillat, das in London abgefüllt wird. Zuvor sorgt das traditionelle Pot-Still-Verfahren für die Destillate, die anschließend zu einem Blend komponiert werden. Die Zusammensetzung bei dem Smith & Cross erfolgt zu ungefähr gleichen Teilen aus einem eher trockenen Rum im Plummer-Stil, der in Eichenfässern zwischen 18 und 36 Monaten reift und dem intensiveren Wedderburn-Stil, der mindestens ein Jahr im Holz lagert. Die Stile ergeben ein komplexes Gaumenfeuerwerk mit Anklängen an karibische Früchte, exotische Gewürze und dem kraftvollen Charakter, der die jamaikanischen Rums bereits im 19. Jahrhundert zur begehrenswerten Importware der Europäer werden ließ.

Traditioneller Stil – wiederentdeckt

Der neue Smith & Cross Navy Strength Rum verweist auf eine lange Tradition des britischen Überseehandels mit den Kolonien. Bis in das Jahr 1788 lässt sich die Geschichte einer Zuckerraffinerie und Spirituosenimporteurs in die Thames Street bei den Londoner Docks zurückverfolgen. Der heutige Name resultiert aus der Kooperation der Unternehmen Smith & Tylers und White Cross. Der Begriff „Navy Strength“ geht zurück auf die hochprozentige Anforderung der britischen Marine, dass ein Rum auf die Schiffe sollte, der nicht das Schießpulver verdirbt, falls man ihn verschüttet. Dies führte zu der alkoholischen Maßeinheit von 100° English Proof.

Für den Hersteller galt es, an die jamaikanische Rum-Stilistik des späten 19. Und frühen 20. Jahrhunderts anzuknüpfen. Daher holte man sich einen der renommiertesten Spirituosen-Historiker und Destillats-Koryphäen als Berater an Bord. David Wondrich hatte maßgeblichen Anteil am Gelingen dieses Produktes. Das attestiert ebenfalls die Jury der Mixology Bar Awards in Person des Spirituosenfachmanns und Autors Stefan Gabányi: „Der mit 57 % Vol. abgefüllte Smith & Cross eignet sich mit seinem weichen, fruchtigen Charakter ausgezeichnet für Tiki Drinks, Rum Punches und zur Abrundung weiterer tropischer Rezepturen. Seine authentische Machart passt perfekt zum derzeitigen Neoklassik-Boom in der Bar“.

Insbesondere ein Drink wie der Mai Tai schreit geradezu nach einem solchen Rum. Mit einer ausgefeilten Rezeptur und der idealen Basis-Spirituose wollen wir dann auch gerne wieder den Ruf hören: „Mai Tai Roa Ae“ – Unglaublich gut. Nicht von dieser Welt.

Weitere Informationen: sierra-madre.de

Der Autor

Peter Eichhorn

Peter Eichhorn joggt nie, er würde sonst seinen Martini verschütten. Er lebt und liebt Berlin als Autor, kulinarischer Berichterstatter und Stadtführer.

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