Die Cigar Lounge in Hannovers Harry´s New York Bar.

Bars 20.12.2013

Vor einiger Zeit hat MIXOLOGY Hannover besucht und war zum Teil wenig angetan von den Leistungen auf dem barkulturellen Sektor. Sehr gelobt wurde allerdings die Harry´s New York Bar im Sheraton Pelikan Hotel. Nun eröffnete dort die Cigar Lounge, benannt nach dem Islay Singe Malt Bowmore inklusive eines Tastings. MIXOLOGY ONLINE war vor Ort und hat mitgekostet.

Die Krux bei einer Cigar-Lounge ist in der Regel die Tatsache, dass die ohnehin wenigen Plätze dort meistens von Zigarettenrauchern okkupiert werden. Nicht,  dass etwas gegen Zigarettenraucher einzuwenden wäre, aber Cigarlounge ist schließlich Cigarlounge.

Das war bei der Eröffnung der gleichnamigen Institution in „Harry’s New York Bar“ im Sheraton Pelikan-Hotel zu Hannover, die den Namen des legendären Islay Single Malts „Bowmore“ trägt, nicht anders – aber es war ja schließlich auch eine Eröffnung, da sind die Cigar-Aficionados nachsichtig und hoffen, dass die Bar Crew das künftig in den Griff bekommt.

Indes, der Platz, eine solche  Einrichtung zu etablieren, war optimal gewählt. Nicht nur, dass die Hannoveraner “Harrys New York Bar“ ebenso wie das Sheraton-Hotel in der ehemaligen Pelikan Füller- und Kugelschreiberfabrik einen ganz besonderen Charme hat. Das liegt natürlich zuallererst am Ambiente, aber eben auch an der Tatsache, dass die Drinks nicht wie so oft in irgendeiner wehrlosen Ecke der Lobby oder deren Mitte gemixt werden, sondern in eigenen Räumlichkeiten. Es handelt sich also nicht um eine Hotelbar im klassischen Sinn. Bau und Ausstattung hatten sich zudem den strengen Regeln des Denkmalschutzes zu unterwerfen. Auch diese Tatsache dürfte beim Architektenteam besondere Kreativität freigesetzt haben, was man nahezu in jeder Ecke sieht, vor allem an den unglaublich hohen Räumlichkeiten.

Was passt zur Zigarre?

Der dazu passende, rund 20 Meter lange Tresen ist das Reich von Barchefin Irmgard Kuper, die mit ihren Team über 200 Drinks bietet, darunter natürlich fast alle Klassiker. Und jetzt kommt eben auch die Bowmore Cigar Lounge hinzu. Als Münchner, der ab und an gerne eine Zigarre genießt, wähnt man sich hier im Paradies, denn Bayern hat das härteste Nichtrauchergesetz der Republik; hier werden auch Havana-Aficionados gnadenlos für die dreiviertel Stunde, die es dauert, ein solches Ding zu rauchen,  in die Kälte geschickt und wenn eine hintere Ecke tatsächlich mit einer Cigar Lounge ausgestattet ist, sitzen die Gäste auf dem Trockenen, denn Drinks gibt es da nicht. Doch zurück nach Hannover.

Es ist nicht einfach, einen Single Malt zu finden, der mit dem Gold der Karibik (neben Rum) kompatibel ist, außer der Zuckerrohrsprit selbst. Kein Wunder, schließlich kommt er ja quasi aus der Nachbarschaft. Cognac halten viele Genießer auch noch für geschmacklich anpassungsfähig, doch dann wird die Luft schon dünn – im wahrsten Sinne des Wortes.

Was beim Bourbon noch einigermaßen funktioniert, wird beim Scotch schon schwieriger. Die torfigsten und rauchigsten Malts etwa von der Hebrideninsel Islay erschlagen auch kräftige Havanas, diese wiederum verhindern bei vielen leichteren Single Malts den vollkommenen Genuss. Bowmore hingegen kommt zwar auch von Islay, verfügt aber über eine Single Malt Range, von der die meisten mit einer ganzen Reihe verschiedener Zigarren harmonieren. Insofern ist der Name „Bowmore Cigar Lounge“ sehr einleuchtend.

Das Tasting

Um das zu beweisen, war  aus der Inselhauptstadt Islays deshalb Morrison-Bowmore Brand Manager Gordon Dundas angereist. Er präsentierte  verschiedene Abfüllungen des legendären Single Malts, die bewiesen, dass die Lounge ihren Namen zu Recht trägt.

Bowmore 12 y.o.: Er erfordert leichtere Zigarren, denn der Torfrauch ist eher dezent vorhanden; feine Schokoladennoten und Zitrusaromen lassen den Klassiker der Brennerei eher leicht erscheinen. Dafür allerdings eignet er sich ganz ausgezeichnet als Begleiter einer Zigarre aus der Dominikanischen Republik.

Bowmore 15y.o.: Nach Meinung vieler Gäste und Zigarrenfans der ideale Single Malt in der Lounge. Sehr ausgewogene Rauchnoten und das für diesen Inselwhisky typische, kräftige Zedernholzaroma halten zusammen mit seinem kräftigen und süßen Toffee-Geschmack auch einer etwas stärkeren Havana stand.

Bowmore 18y.o.: Ein ausgezeichneter Whisky, ohne Zweifel, sehr komplex, doch dürften die Schokoladen- und Fruchtaromen etwas zu weich sein, um perfekt mit dem Zigarrenaroma zu harmonieren. Das heißt, es ist eine längere Suche nach der geeigneten Zigarre angesagt. Was in „Harry’s New York Bar“ allerdings kein Problem sein sollte. Der Humidor neben der Bar, am Eingang zur Lounge, ist ausgezeichnet bestückt.

Der Höhepunkt: Zum ersten Mal in Deutschland wurde an diesem Abend eine Flasche „Bowmore Devil‘s Casks“ geöffnet. Der Whisky ist extrem rar, es gibt in Deutschland nur 360 Flaschen davon – und er harmonierte ausgezeichnet mit der dazu gereichten Davidoff. Es entzieht sich unserer Kenntnis, was bei dieser kleinen Flaschenzahl an Kosten pro Dram auf den Genießer zukommen, beeilen müsste er sich aber allemal, denn es sind, wie gesagt, nur 360 Flaschen und wer weiß, wie viele davon die „Harry‘s New York Bar“ in Hannover erreichen.

Harry’s New York Bar – Hannover

Pelikanplatz 31
30177 Hannover
+49 (0)511 9093 899
restaurant.hannover@sheraton.com
harrys-newyork-bar.de

Öffnungszeiten:

Montag bis Donnerstag: 18 Uhr bis 1 Uhr
Freitag und Samstag: 20 Uhr bis 2 Uhr

 

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