Bartour Stuttgart: Das halb volle Glas

Bars 28.8.2015 22 comments

Sie können alles außer Hochdeutsch und tragen die Rolex als Swatch der Erfolgreichen. Geld schießt aber weder beim VfB Tore, noch kann es Geschmack kaufen. Eine nächtliche Tour durch Stuttgarts Bars und zu Missverstandenen, Verzweifelten, Desillusionierten.

Kann man Nüsse vermissen? Jene salzigen Kalorien aus dem Fünf-Kilo-Sack, die schon seit 17 Uhr im Schälchen vor sich hin gammeln? Man kann! Spätestens, wenn man nach fünf landeshauptstädtischen Bars etwas braucht, womit man werfen kann. Und worauf werfen? Ins Antlitz dieser saturierten Stadt, die sich im Schein des Daimler-Sterns sonnt, aber am liebsten nur das Nötigste macht. Die „extra mile“ geht kein Schwabe. Wozu auch? Doch spulen wir zurück an den Beginn dieser Nacht, die erwartungsvoll mit dem Wunsch nach einem Digestif nach den geschmälzten Maultaschen begann.

Es ruckelt noch im neuen Zuhause

Der Start erfolgt bei einem alten Bekannten: Jonas Hald, der nach Cocktailian-Praktikum und Jahren in der Schwarz-Weiß-Bar in der Wilhelmsstraße kürzlich gemeinsam mit Ferro Ceylan das Le Petit Coq eröffnet hat. Es wurde ein gediegenes Cocktail-Wohnzimmer. Tapeten im Westwood-Design, ein dominierender Tresen, ein bisschen Barrel Aging…. Aber der Run überfordert den Neuzugang an der Hauptstätter Straße. Die Details, die die liebevolle Karte prägen, sitzen abseits der Worte nicht so recht.

Gläser bleiben geleert vor den Gästen stehen, Drinks werden nicht gekostet, irgendwie sind am Ende alle drei Cocktails, Signatures wie Klassiker, zu sauer geraten. Dem Ansturm tut das Säureproblem keinen Abbruch. Vor allem Damen im Doppelpack, denen die gediegene Atmosphäre ohne Anmach-Ranwerfer gefallen dürfte, mögen das Le Petit Coq. Wir verbuchen es einmal als Startschwierigkeiten eines ambitionierten Teams, wünschen Jonas alles Gute und ziehen weiter.

Leichtbier statt Jubiläumsjubel

15 Jahre hat es das Ciba Mato ein paar Häuser weiter immerhin schon mit Trinkkultur im Schwabenland versucht. Adrian Schulz setzt etwa auf subtile Drinks mit eigenen Teeblends, die Hausmischungen stehen hinter ihm am Bord, werden aber eher selten benötigt. In der Loungebar, wo Stuttgart aussieht wie die Münchener Vorstellung eines karibischen Beachclubs, hält man sich beim „Schwätze“ lieber an Longdrinks und Leichtbier fest.

Sollten die Weltmarktführer für obskure Maschinen sich aus dem Hohenloher Land hierher begeben, um auf dicke Hose zu machen, steht mit dem 395 Euro-Drink „Champions“ bei Schulz dennoch Abhilfe bereit: Roederer und Hennessy Paradis machen dann auch den Radlagerfabrikanten zum Rapstar. Dabei wäre es so einfach, wenn man den Herren im Ciba Mato einfach Carte Blanche gibt. Dann findet sich auch eine Dosis Mezcal im Hinterzimmer, die sich mit Hibiskustee vermengen lässt. Ein bisschen ist es wie bei Udo Lindenberg: „Eigentlich bin ich ganz anders, ich komm nur viel zu selten dazu.“

Den Schickis ist der Anspruch egal

Wobei es ja nicht so ist, dass sich in Sachen Bars nichts tut. Im Gegenteil: 2015 dürfte das Jahr der Stuttgarter Neueröffnungen sein. Auch das Paul & George, von dem es heißt, es zeige New Yorker Stil, seit das mal in der Stuttgarter Zeitung zu lesen war, gehört zu den Neuzugängen um die Ecke vom Rotlicht-Reservat. Backsteinwände und langer Holztresen stellen die Hardware dar, die Software zeigt regionale Anklänge: Der „Be(e)ar Hug“ basiert auf Maker’s Mark, wird aber mit Böblinger Pale Ale von der Schönbuch-Brauerei gefloated.

Das Gros der Gäste bedient sich ohnehin bei der reichhaltigen G&T-Auswahl. Dabei gäbe es mit Kreationen wie dem „Oaxaca Baby“ mit San Cosme Mezcal auch Alternativen, die Intensität des Salbeis lässt aber eher an ein Hustenbonbon denken. Dabei wurde der Drink gekostet — ein Pluspunkt, dem aber keine Korrektur folgte. Wobei die Hütte auch so voll ist, vor allem Studien-Vollender und solche, die in dieser Dekade wohl nicht mehr dazu werden, sprechen den Drinks zu.

Beim Pouring hat man auch einige Auswahl, die saisonale Karte halten Dawit Porwich und Janusch Munkwitz eher schlank. Mick, Eventmanager und exilierte Bar-Eminenz aus Berlin, startet derweil sein Referat. Kernsatz: In Stuttgart passiert alles zehn Jahre später. Naja, unterbricht der gelernte Wiener, das sagen sie von Wien auch (weshalb man den Weltuntergang ja dort abwarten sollte). Nur gibt es in Österreich nicht nur Bars, sondern auch Nüsse.

Die Seele ist schwarz-weiß

Seiner Empfehlung folgend, statten wir auch einer der Konstanten schwäbischer Barkultur einen Besuch ab, der Jazzbar Schwarz-Weiß. Hier passt der Gästemix, man drängt sich zwischen holländischem Schraubenimporteur und studentischer Clique. Knud Scheibelt, der stilprägende Hausherr, hat heute frei. Aber Uwe, zuletzt in der Bar Marquès in Berlin zugange, reicht die querformatige Karte. „Buttrige Bärbel“ oder „Es war einmal in Indien“, mit Ingredienzien wie Pistaziensirup, Feigen-Balsamico und Mangodestillat, schlagen um 9 bis 11 Euro zu Buche. Es wird der „Run, Bunny, run“, ein mit hausgemachtem Karottensirup gepeppter Wodkadrink. Wer hingegen für Gin votiert, nippt am „Gletscher-Sour“, der tatsächlich das Eiszuckerl-Aroma mit sich führt. In Summe, so das schwarz-weiße Fazit, ist die enge, holzgetäfelte Bar der wohl stimmigste Platz. Er braucht nicht zu lavieren zwischen dem nicht immer aufgehenden Anspruch der Stadt auf Avantgarde und ihrer kommerziellen Saturiertheit.

Das Glas scheint für Stuttgarter generell immer halb voll zu sein, man kennt in puncto Gäste kein Problem. Nur: Chez Scheibelt gibt es zwar auch keine Nüsse, aber es ist ein (mit Blick aufs Interieur aus der Zeit gefallener) Platz mit Seele. Die hält man anderswo offenbar lieber unter Verschluss — oder man lässt sie sich erst noch wachsen. Wie lang das dauert? Mick, die Barfliege am Nebenhocker, lacht nur: „Da musst Du warten. Das werden sie in zehn Jahren haben“. Vielleicht ist es ja tatsächlich so simpel: Stuttgarts Bartender und ihre Ambitionen passen einfach nicht zu ihrem Publikum.

Photo credit: Stuttgart via Shutterstock.

22 comments

  1. Roman Koffer

    Chapeau – ein großartiger Bericht der gleich von Beginn einen negativen Grundton aufkommen lässt und irgendwie neutrale Berichterstattung über eine ambitionierte Barszene in Stuggi vermissen lässt.
    Wollen wir sowas? Sollte man nicht eher die positiven Aspekte auch etwas mehr betonen?
    Grüße aus Karlsruhe (Baden – Württemberg hält zusammen!)

  2. Sebastian Zaber

    Man kann mich voreingenommen schimpfen, da ich selber Mitglied der oben beschriebenen Barkultur bin, aber dieser Artikel ist alles andere als repräsentativ anzusehen und eigentlich eher eine Beleidigung für alle Beteiligten.
    Zumal man eine Bar nicht an einem Drink oder einem 30 minütigen Aufenthalt beurteilen kann oder sollte. Und Nüsse gibt es eigentlich überall, man muss nur freundlich fragen.

  3. Joerg Meyer

    Werter Roland,

    an einer Stelle möchte ich Deinem Artikel widersprechen. „Vor allem Damen im Doppelpack, denen die gediegene Atmosphäre ohne Anmach-Ranwerfer gefallen dürfte, mögen das Le Petit Coq“…

    Da wir am gleichen Abend diese wunderebare Bar Le Petit Coq kennen lernen durften, und wir uns anders als Du und Helmut gegen eine Bar-Tour entschieden – schließlich war es nach dem Essen schon spät und dieses hektische von Laden zu Laden gehopse fanden wir zu anstrengend, war der Tresen überwiegend von trinkinteressierten Herren a la Kappes, Busch, Zippe, Stein und Meyer belagert!

    Es war ein fantastischer Abend. Was für eine gelungene Bar. Wer Ihn kennt, konnte beim stets bescheidenen und zuvorkommenden Hausherr Ferro die Freude über seine Neueröffnung herauslesen und beobachtete den Abend über einen perfekten und umsichtigen Gastgeber.

    Und Mario, Andrej und ich wurden fast wehmütig, Jonas und seinem Team bei der Arbeit zuzusehen. Jeder Drink perfekt. Was für Könner! Wir waren begeistert und freuten uns über einen gelungenen Abend in jeder Hinsicht.

    Wir haben an diesem Abend zwar nur diese einen Bar in Stuttgart besucht – aber dieser Abend hat uns beeindruckt. Perfektes Handwerk, grossartige Drinks, tolles Team … bravo Stuttgart – eine flüssige Reise wert!

  4. Domenico

    wie kann man einen artikel so negativ “ von beginn an “ schreiben!
    fehler ( wenn es welche waren) passieren überall ( selbst in berlin )

    ansonsten ist stuttgart wohl nicht deine “ bevorzugte “ stadt!

  5. Jens Müller

    Liest sich eher so als hätte der Schreiber einfach n Problem mit dem „Swag“ der Stadt… Ich find Artikel den nicht so toll. Bin kein Stuttgarter und hab mir die Bars dort nie angesehen. Aber journalistisch betrachtet. Naja…

  6. Wolfgang Simm

    Dieser Artikel wirft so wirr mit Klischees um sich, dass ich an mancher Stelle hätte lachen müssen, wenn es nicht so schädlich wär, sowas zu schreiben. Es erinnert mich an jemanden, der in einen Raum kommt und mit Beurteilungen um sich wirft, bevor er überhaupt guten Tag gesagt hat. Angefangen vom Rolex-Swatch-Stuttgartistjasoreich-Klischee (das mir schon zu den Ohren rauskommt) bis hin zu „Westwood Design“ (klingt toll) „Münchener Vorstellung von einem karibischen Yachtclub“ (Muss ich jetzt in München nachschauen gehen wie die sich sowas vorstellen?) bis hin zur „Jazzbar“ (in den Augen eines Musikers schlichtweg der falsche Begriff. In einer Jazzbar wird Musik aufgeführt) und angeblichem Lokalkolorit im „Paul&George“(Schönbuch wurde deutschlandweit und europaweit mit Goldpreisen bedacht). Wie wäre es mal einfach mit den Fakten und weniger Stuttgart-Häme bevor der Artikel überhaupt richtig begonnen hat? Auch bin ich mir nicht sicher, ob ich mich jemandem, dem die Nüsse am Tresen das wichtigste zu sein scheinen, in puncto Cocktail-Beurteilung anvertrauen möchte. Ich bin übrigens Kölner und kein Stuttgarter und in vielen Bars seit vielen Jahren unterwegs. Und ich kann nur sagen: Es gibt für die in dem Artikel aufgeführten vier Bars einen gemeinsamen Nenner: Alle vier haben unglaublich freundliches Personal und sehr leckere Drinks. Lediglich in einem Punkt kann ich Ihnen zustimmen: Das Stuttgarter Publikum weiss das Potenzial der Bars noch nicht zu schätzen und zu nutzen. Aber eine Stippvisite, die sich zur Szenebetrachtung aufplustert, wird dem Bemühen der Barbetreiber und Bartender in Stuttgart nicht gerecht. Kommen Sie doch in zehn Jahren mal wieder vorbei. Ich klär das bis dahin mit den Nüssen… 🙂

  7. Der Wolff

    Sehr geehrter Herr Graf,

    Ich darf mich nun seit 6 Wochen der oben zerrissen Barszene zugehörig nennen und ich muss an dieser Stelle auf s schärfste kritisieren was hier beschrieben wird!!

    Diese stets sonnige, zugegeben Bartour-mässig, überschaubare aber doch sehr herzlich und qualitativ hochwertige Stadt begeistert mich seit meinem ersten Ausgehen hier. Im immernoch vorhandenen Schatten von grossen unserer Zunft wie Dino Zippe oder Eric Bergmann ist eine fussläufig perfekt verbundene kleine Szene entstanden die nicht nur mit den besprochenen vier Bars aufwartet – andere Objekte UND die darin arbeitenden Kollegen- wie zB die Hotelbar des Maritim , die O.T.Bar oder die Taos Skybar – bei Stuttgart ( 25min Entfernung ist in Berlin ne Taxifahrt!) – mit dem geschätzten Julian Kunzmann als Barchef wurden ja garnicht besucht sollten aber auch an dieser Stelle durchaus Erwähnung finden, naja vll wird beim nächsten Besuch besser recherchiert!

    Alle diese Bars geben sich täglich Mühe den Menschen hier schöne Abende zu zelebrieren.

    Mehrfach durfte ich in den zerrissenen Bars schon durchaus trinkbares , abgeschmecktes und – vor allem – mit viel Liebe hergestelltes verkosten , dazu brachte ich Zeit mit dafür hatte ich keine Scheuklappen dabei!

    An dieser Stelle kann ich dich gerne einladen, wenn Ende des Jahres mein neue Bar eröffnet nochmal rumzukommen – German Wings 1std ab Tegel – nach ein paar Maultaschen mach ich mit dir nochmal die gleiche Tour plus ein paar Ergänzungen, alles schaffbar haben ja bis 5h morgens Zeit und vorher vll nicht schon einen Tag beim Industriepartner inkl.Drinks in den Knochen.

    Ich danke der Stuttgarter Bargemeinde , das ich bis dato noch keine zu saueren Drinks bekommen habe, freue mich auf die nächsten Besuche bei Euch und lade all die Leser gern ein mal rumzukommen ist schön hier!

    • Nikolai Augustin

      Sehr schön geschrieben.
      Ich war zwar noch nie in Stuttgart, aber es wurde mal Zeit, dass jemand den oft fragwürdigen Schreibstil sowie die des öfteren seltsame Location-Auswahl, Besuchszeiten etc., den Mixology leider oft bei den Städtetouren an den Tag legt, öffentlich kritisiert.
      Es ist bereits vielen – außer wohl der Redaktion – aufgefallen, dass dort leider oft ein verschobenes Bild präsentiert wird, gute Adressen nicht erwähnt werden u.s.w..
      Das ist schade für ein Magazin welches auf der anderen Seite deutlich mit für die doch sehr gute Barszene Deutschlands verantwortlich ist/war.
      Also ich freue mich irgendwann mal in Stuttgart zu sein, sei es bei dir Marcus, bei Julian, Jonas oder bei sonst wem.
      Freue mich auf die „Maultaschentour“.
      Greetz aus dem dicken B.

  8. Kristina Wolf

    Da hat jemand versucht die Orschiedsche Wolke zu imitieren. Leider ist auch das nicht geglückt!
    Ich empfehle Ihnen einen mindestens dreitägigen Aufenthalt in der Schwabenhauptstadt. Denn die Damen und Herren dort hinter und vor den Brettern die die Bar Welt bedeuten sind nicht „nur bemüht“ sondern verstehen ihr Handwerk.

  9. Mario Kappes

    Ich weiß ja nicht wo ihr wart aber ich hatte einen grandiosen Abend im le Petit Coque mit Ferro als phantastischen Gastgeber, Jonas als perfekten Bartender und dem Rest des unglaublich aufmerksamen Teams!!!

  10. Thomas Domenig

    Es bleibt für mich schon mal an sich mehr als nur hinterfragenswert, wieso man als Autor unbedingt einen derartig harschen Abriss auf die Barszene einer ganzen Stadt ins Netz stellen müsse, wenn man – meine Vermutung – nur einen Abend dort gewesen sein möge. Das ist weder seriös, noch mag es nicht mal im Ansatz dem wahren Leistungsniveau der Stuttgarter Kollegenschaft gerecht werden.

  11. Tim Reuber

    Ich ziehe hier die für mich relevanten, vertrauenswürdigen Informationen aus den Kommentaren! Moment, was steht dann in dem eigentlichen Artikel?

  12. Redaktion

    Hallo zusammen! Werte Leser!

    Welch illustre Runde hier in den Kommentaren! Habe einige wohlformulierte davon mit äußerstem Vergnügen durchgelesen, stelle aber fest, dass sie sich vor allem an der Stilistik des Autors abarbeiten und an kleinen, überflüssigen Details, etwa wie gut er zum Beispiel Schönbuch kenne, die angebliche Brauerei von Weltruf…

    Auf den Kommentar des Baden-Württemberger Gastronoms, der uns von MIXOLOGY seit rund zwei Jahren vorschreiben möchte, wie die Berichterstattung über seine Bar auszusehen hat, muss man jetzt nicht weiter eingehen. Seine Haltung ist aber natürlich ein willkommener Hinweis darauf, dass sich die Perspektiven und Interessen von Gastronomen, Bar-Betreibern und Bartendern zwangsläufig von denen der Journalisten unterscheiden werden und müssen. Der Bar-Betreiber, wie Herr Meyer, verbrüdert sich, den Geburtstag des Gin Basil Smash feiernd, mit dem Gastgeber. Der Journalist muss Distanz wahren, will er ein objektives Bild für den Leser entwerfen.

    Ich war, wie man Jörg Meyers Kommentar und dem eines Facebook-Posters, der mir amüsanterweise Hausverbot androhte, sehen kann, mit dem Autor auf Tour an dem beschriebenen Abend. Und nein – wir waren beide nicht das erste Mal in Stuttgarts Bars unterwegs.

    Entsprechend kann ich das Beschriebene, die Fakten, nur bestätigen.

    Amüsiert hat mich Jörg Meyers Kommentar, der meinte Roland Graf sei nicht in der selben Bar gewesen. Die vielfach prämierten und umfeierten Bar-Stars aus Hamburg kamen tatsächlich gute 10 Minuten später als wir in der Bar an, konnten sich dafür aber sofort der uneingeschränkten Aufmerksamkeit des Personals sicher sein und hatten zu einem Zeitpunkt bereits einen gekühlten Drink vor sich stehen, als wir uns gerade mal selber eine Karte vom Tresen geangelt hatten. Nein, wir waren offenbar wirklich nicht in der selben Bar. 😉

    Roland hat dieses Detail wohlweislich nicht beschrieben, weil es, global betrachtet, nichtig ist und nach „Mimimi….ich bin nicht bedient worden und niemand beachtet mich!“ klingen würde. Aber aus Gästeperspektive, und das ist, was bei Besprechungen hier auf MIXOLOGY ONLINE das Entscheidende ist, hat die Bar beim ersten Besuch gezeigt, dass ihre Abläufe noch nicht eingespielt sind.

    Ichi-go, ichi-e. Der erste Eindruck zählt. Und ja, die Drinks waren zu sauer. Viel zu sauer.

    Die Bar und das Team – positiv aufgefallen ist mir zum Beispiel der freundliche, Gäste mit Begeisterung beratende junge Bar-Kellner – wird ihren Weg schon finden.

    Noch einen kleinen Hinweis an Herrn „Der Wolff“: Der Autor lebt in Wien, hat es nach Tegel also ordentlich weit. Und dann unterschätzt Du offenbar unsere Kondition. Ein paar leckere Gin & Tonics in der Schwarzwald-Luft verbuchen wir als Aperitif. 😉

    Mit besten Grüßen

    Helmut Adam

  13. Christian

    Uuuups, da war wohl jemand nicht regelmäßig in den Vorlesungen oder wurde der Beruf des Journalisten vielleicht gar nicht vom Schreiberling erlernt?

    Auf jeden Fall sollte man sich mehr Zeit nehmen und nicht voreingenommen und grundgefrustet vereinzelte Bars im 15-minutentakt testen.

    Grüße aus Heidelberg

  14. Marius

    Keiner der hiesigen Kommentatoren war dabei und hat die besprochenen Getränke der beiden Tester ebenfalls probiert. Dazu möchte ich mich deshalb nicht äußern. Vielleicht war wirklich durchweg Pech im Spiel.

    Dass aber die Verkostungen derart mit Klischees über Land und Leute verwurstet werden müssen, zeigt welch Geistes Kind der Autor ist und erklärt im besten Falle Sozialneid im schlechtesten ein ausgesprochenes Maß an Arroganz.

    Journalistisch taugt der Artikel nicht viel, denn als Leser habe ich zwischen den Zeilen zwar viel über das persönliche Wertesystem des Autors erfahren, dafür wenig Greifbares über den eigentlich beabsichtigten Inhalt. Und damit ist dann auch gleich klar, was ein solches Leserfeedback bewirkt: gar nichts. Der Autor ist nämlich über jeden Zweifel erhaben…

  15. Daniela

    Brechen wirs aufs Simpelste runter: Ein Artikel über Bars in Stuttgart, der ‚Die Bar‘ in der Augustenstraße nicht berücksichtigt, kann nicht ernst genommen werden.
    Ich schick aber gern ne Dose Erdnüsse, wenn mir die Adresse des Autors zukommt…:)

  16. Athanasios Bountzouklis

    Ich möchte nicht wirklich auf den Artikel eingehen, da sehr vieles schon erwähnt wurde.
    Ich persönlich aber, schaue mir immer das Bild und den Titel eines Artikels an, bevor ich diesen lese. Wenn ich aber „Bartour“ lese und ein Bild aus der Marienstraße sehe, dann kann das ja nichts werden (bestimmt war Google mit im Spiel ;-)). Ich lebe nun seit 30 Jahren in Stuttgart und habe dort noch nie eine Bar gesehen, die auch nur ansatzweise mit den bewerteten Bars verglichen werden kann.
    Fazit:
    Kann man schon so machen, ist dann aber …

  17. Matthias Jelcic

    Sehr geehrte Redaktion,
    es wurde von echten Connaisseuren hier schon einiges ins richtige Licht gerückt. Eine ganze Region so zu beleidigen und fragwürdige Aussagen (tragen die Rolex als Swatch) zu tätigen klingt nach Axel Springer und nicht nach einem seriösen Fachmagazin. Am enttäuschendsten ist der Umgang mit gerechter Kritik! Bin mir sicher, daß in ganz Süddeutschland die Portraits der „Journalisten“ neben einem großen Eimer Nüsse steht. Diese goldene Himbeere haben sie sich redlich verdient.

  18. Almir

    Sorry, kann dem Artikel nicht zustimmen. Es gibt genug TOP Bars in Stuttgart. Mein Fazit zum Schreiber: Der wo nur dem aktuellen Trend folgt, wird nie die Qualität treffen. Augen auf und besser informieren.

    Grüße aus Stuttgart,
    Almir

  19. deedee

    Jetzt mal ehrlich? Allein der Versuch sich mit der Berliner Cocktail Front vergleichen zu wollen ist lächerlich. Hier 40 Bars eine besser wie die andere in S nicht mal ne Hand voll die erstrebenswert sind besucht zu werden. Das ist Fakt! Jedoch auch in B ist es mir schon passiert das der zweite Aviation dem ersten das Wasser nicht reichen konnte – was beweist wie schwer es ist stimmige Cocktails herzustellen. Ich hüte mich jedoch offen zulegen legen wo das war. Ich verneige mich vor der Berliner Barszene. Unsere provinzialische Aufgabe ist es die Leute hier erst mal mit den Basics vertraut zu machen. Missionarsarbeit sozusagen. Wer wusste bei uns schon vor 5 Jahren um den Genuss eines Mojito? Wenige! Es ist aber unser Verdienst das die Genialität der Cocktails landläufig wird. Saftmonster? Ist ein planters punch nicht auch ein Saftmonster? Leider habe ich (noch) nicht das Publikum welches sich mit old cuban, royal Yacht Club Cocktails oder Barrel aging identifiziert. Also legt die Messlatte nicht zu hoch! Gruß Die Cocktailbar aus Schwäbisch Gmünd welche seit 15 Jahren missioniert…

  20. Dr. Ogen

    ist schon toll wie hier in den Kommentaren aufgeheult wird.

    Grüße aus der einzigen Stadt.

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