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CHARLES SCHUMANN ÜBER MADE IN GSA 2017

Bars 14.3.2017

Die Bereits zum zweiten Mal nach 2016 gehört er zur Jury der Made in GSA Competition – die Barlegende Charles Schumann. Was den Wettbewerb für ihn besonders macht, verrät er hier. Die Bewerbungsfrist für das fünfte Finale am 29. Mai 2017 in Wien läuft noch bis zum 3. April. Schumann und der Rest des Jurorenquartetts freuen sich bereits jetzt darauf!

Charles Schumann, legendärer Bartender und Hausherr der Müncher Schumann’s Bar sowie des im Obergeschoss befindlichen Les Fleurs du Mal, wird 2017 gemeinsam mit dem Wiener Tür 7-Barbetreiber Gerhard Kozbach-Tsai, MIXOLOGY-Herausgeber und Wettbewerbsinitiator Helmut Adam sowie dem gebürtigen Südtiroler Christian Heiss erneut im Jurorenteam der Made in GSA Competition vertreten sein.

Heiss wird zum ersten Mal das Gremium mit seiner Stimme bereichern. Zu Jahresbeginn hat er die Barlegende Peter Roth als Barchef der Kronenhalle Bar in Zürich, die bei den MIXOLOGY BAR AWARDS 2016 neben der Widder Bar zur „Bar des Jahres Schweiz“ gekürt  wurde, abgelöst. Mit vereinten Kräften bewerten diese vier Größen der Barkultur aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Darbietungen der Finalisten nach Technik, Sauberkeit und Auftritt des Teilnehmers, Name und Aussehen des Drinks, dessen Geschichte und Originalität, Geschmack und Aroma, den zeitlichen Ablauf und die Verwendung regionaler Produkte aus dem GSA-Raum.

EIN WIEDERSEHEN MIT FREUNDEN

„Ich freue mich auf das Wiedersehen und das Zusammentreffen mit Freunden und Kollegen aus der Branche in Wien, die Zusammenarbeit mit den Juroren und darauf, was die Finalisten mit den heimischen Spirituosen kreieren werden“, erklärt Charles Schumann, der im vergangenen Jahr erstmals im Komitee vertreten gewesen ist. Besonders schätzt er, wie viele Leute im Vorfeld an diesem Bewerb beteiligt sind und gemeinsam an den Fäden ziehen, um letztendlich die Mitarbeiter aller Sparten, Bartender, Hersteller, Vertriebsfirmen, Händler oder Vertreter der Fachpresse an einen Tisch zu bringen.

Die Besonderheit der Made in GSA Competition liegt darin, die Spirituosenvielfalt der Länder Deutschland, Österreich, Südtirol und der Schweiz ins Rampenlicht zu rücken, so auch die damit von den Finalisten kreierten Drinks. „Regionalität ist sehr bedeutend, und es ist wichtig, gerade jetzt auch kleine, regionale Produzenten mit ihren Produkten zu unterstützen“, findet Charles Schumann und meint: „Es ist großartig, wenn jemand einen regionalen Schnapsbrenner an der Hand hat und mit seiner Spirituose arbeiten kann“.

NOCH DREI WOCHEN!

Die Bewerbungsfrist für die fünfte Made in GSA Competition läuft noch bis zum 3. April 2017. Erst dann gelangen die Einsendungen zur Sichtung und Bewertung an die Jury. Bis dahin haben die Bewerber Zeit, aus einer enormen Bandbreite von über 90 Produkten innerhalb aller Spirituosenkategorien eine Auswahl für ihre Cocktailkreation zu treffen. Charles Schuhmann warnt davor, auf Biegen und Brechen überkreativ an die Sache heranzugehen und zu viele Zutaten einzusetzen. Das Sprichwort „weniger ist mehr“ stimme zwar nicht ganz, habe aber nach wie vor Berechtigung, meint Schumann, der bestimmt viele der eingereichten Rezepturen mit seinem Schumann’s Team selbst ausmixen und verkosten wird. Doch bei der finalen Präsentation zähle nicht nur die Qualität eines Drinks, sondern dessen dahinter stehende Geschichte und Präsentation, die Rolle des Teilnehmers als Gastgeber, die Wirkung und die Atmosphäre, die jener erzeugt. „Dann trennt sich die Spreu vom Weizen, denn ausschlaggebend ist immer ein gelungenes Gesamtwerk“, erklärt Charles Schumann.

Er würde sich über eine rege Beteiligung aus allen drei bzw. vier GSA-Partnerländern, vor allem aber aus den kleineren und Städten freuen. Kleine Städte seien im Kommen und nicht zu unterschätzen, und damit meint Schumann nicht nur Bamberg, das derzeit häufig von sich Reden macht. „Kleinere Städte geben sich viel Mühe, das merkt man. In Großstädten machen Bars oft viel Lärm um Nichts, und wenn man dann dort eintrifft, wird man oft negativ überrascht“, spricht der 75-Jährige aus jahrelanger Erfahrung.

CHARLES SCHUMANN: EINE EHRE, DASS ER WIEDER DABEI IST

Seit Jahrzehnten gilt Charles Schumann, Bartender, leidenschaftlicher Koch und Autor bedeutender Standardwerke, national und international als Inbegriff der Barkultur. „Stimmt doch!“, ruft er und fügt lachend hinzu: „Man muss das aber mit Humor sehen und darf sich selbst nicht so ernst nehmen. Das gilt auch für alle anderen Bartender“.

Im Dokumentarfilm „Schumanns Bargespräche“ der Regisseurin Marieke Schroeder stand der gebürtige Bayer aus Kirchenthumbach erstmals als Protagonist vor der Kamera und erlaubt auf seinen Film-Reisen zu renommierten Trinkstätten der Welt Einblicke in die Kultur seines Metiers und das Dasein als Bartender. Schumanns Bargespräche gelangten im Rahmen des kulinarischen Kinos der Berlinale 2017 zur Premiere und soll auch den Besuchern des Bar Convent Berlin 2017 nicht vorenthalten werden.

Die für die Made in GSA Competition ausgewählten Finalisten werden am 29. Mai 2017 ihre Kreativität und ihr Können vor einem hochkarätigen Juroren- und Expertenquartett mit der Bar-Persönlichkeit Charles Schumann an Bord zur Schau tragen, Wettbewerbsfieber, Nervenkitzel und Anspannung nicht weit sein. Angst allerdings sei unbegründet, schließlich könne grundsätzlich nichts falsch laufen, „wenn man wirklich gute Arbeit leistet. Das haben wir im Schumann’s immer gemacht. Und die Gäste spüren und schätzen, wenn man sich als Gastgeber Mühe gibt“, so Charles Schumann. Neben professioneller Arbeit dürften die Freude daran und vor allem eine große Portion Humor nicht fehlen, um Erfolg zu haben, obwohl er diesen als Ziel für unwichtig erklärt: „Man muss nur wissen, was man wirklich will, damit glücklich sein und ausgezeichnete Arbeit leisten. Dann kommt er von alleine.“ Bei der diesjährigen Made in GSA Competition kann jetzt eigentlich nicht mehr viel schief gehen, denn Charles Schumann muss es wissen, sein Erfolg gibt ihm Recht.

Photo credit: Artikelfoto via Benjamin Schmidt. Fotostrecke via Christian Herzig.

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