made in gsa competition

FÜNF! ERKENNTNISSE DER 4. MADE IN GSA COMPETITION

Bars 29.5.2016

Der größte, markenübergreifende Wettbewerb im deutschsprachigen Raum brach dieses Jahr neue Rekorde. Und brachte FÜNF! interessante Erkenntnisse über die boomende Bar-Branche zu Tage. Die Anzahl an Teilnehmern und Sponsoren in Basel war dabei hoch wie nie. Ein Resümee von MIXOLOGY-Herausgeber Helmut Adam. 

Im Jahr 2007 ins Leben gerufen, seit 2013 als breit angelegte Wettbewerbsplattform präsent und seit 2015 auch ein eigener Bereich auf Europas größter Bar- und Getränkemesse Bar Convent Berlin – die von MIXOLOGY ins Leben gerufene Marke „Made in GSA“ ist stark und präsent wie nie zuvor. Neben den Rekordzahlen brachte die diesjährige Competition allerdings auch ein paar interessante Einblicke in den derzeitigen Status der Barwelt.

1) Bar-Boom in Basel

Es ist acht Jahre her, dass ich in unseren „Stadtgeschichten“ im Print-Magazin über Basel schrieb. Merkte ich damals noch kritisch an, dass eine führende Bar wie die des Les Trois Rois über kein vorzeigbares Portfolio an American Rye Whiskys verfügte – ein durchaus sehr fordernder Anspruch für die damalige Zeit – muss ich heute den Hut vor der Bar-Stadt Basel ziehen. Es sind inzwischen tolle und erfrischend unterschiedliche Konzepte wie das Angel’s Share oder das Baltazar hinzugekommen. Und Klassiker wie Café des Artes haben die zigste Metamorphose hinter sich und produzieren mittlerweile eigene Filler und Craft Beer. Möglich macht diese Entwicklung eine solvente Kundschaft, die von einer engagierten Community mit auf die Reise in die Welt des flüssigen Genusses genommen wird. Die Stärke dieser Bar-Gemeinschaft zeigt sich im kürzlich gegründeten Verein Baseler BarTender.

2) Competition für den Nachwuchs

Will man das Bewusstsein für heimische Produkte nachhaltig in der Barszene verankern, muss man vor allem die jüngeren Bartender- und Barfly-Generationen ansprechen. Dass dies der Made in GSA Competition gelingt, zeigte das Alter der Gewinner, die alle deutlich unter 30 Jahre alt sind.

Nik Neubauer, der mit dem dritten Platz und dem Sonderpreis im Segment „Limonade/Filler“ zwei Preise abräumte, ist gerade einmal 22 Jahr alt. Gleiches gilt für den aktuellen MIXOLOGY BAR AWARD „Newcomer des Jahres“ Max Bergfried, der den zweiten Platz belegte. Bleiben all diese Talente im Beruf, muss man sich um die Zukunft der deutschsprachigen Barszene keine Sorgen machen.

3) Plattform für kleinere Städte

„Immer nur die Big Five!“ Das ist eine verbreitete Klage von Bartendern und Barbetreibern, die in kleineren Städten Deutschlands leben und arbeiten. Mit den großen Fünf sind die Metropolen Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt gemeint. Es ist wahr, dass sich aufgrund der großen Bevölkerungszahl, der Firmensitze der Getränkeindustrie und natürlich auch der Medien vor Ort die Aufmerksamkeit auf große Cocktailzentren richtet.

Es ist schwerer, auf sich aufmerksam zu machen, wenn man in Tübingen, Chemnitz, Solothurn oder Hall in Tirol tätig ist. Made in GSA – das zeigte dieses Jahr erneut in aller Deutlichkeit – ist die Plattform für alle. Die überwiegende Zahl an Finalisten, Teilnehmern und tatsächlich auch Sponsoren stammt nicht aus Millionenstädten. Unser Wettbewerb hat sich somit zu einer Plattform entwickelt, auf der sich junge Talente aus der heimischen Getränkeindustrie und aus der gesamten (!) Barszene einer breiten Öffentlichkeit präsentieren können.

4) Bamberg, Bamberg und nochmal Bamberg

Nur gut 70.000 Einwohner zählt die fränkische Stadt. Und sie dominiert seit zwei Jahren das Finale der Made in GSA Competition. Erneut schafften es nach Auswertung der knapp 150 anonymisierten Einreichungen aus Deutschland, Österreich und Schweiz sage und schreibe vier in Bamberg tätige Bartender ins Finale (eigentlich sogar fünf, doch einer sagte kurzfristig ab). Und nicht nur das.

Zwei dieser Bamberger Talente landeten auch noch auf dem Siegertreppchen! Matthias Ingelmann (Ostbar) sicherte sich den Hauptpreis, Kai Runge (Schluckspecht/Das Schwarze Schaf) den Preis in der Sonderkategorie „Kräuter/Kümmel/Aquavit“. Was führt dazu, dass die Barszene dieser kleinen Stadt so erfolgreich ist? Die Antwort, so ist aus verschiedenen Quellen zu hören, ist – ähnlich wie in Basel – eine enges Netzwerk befreundeter Bars und Bartender, die sich regelmäßig in Eigenregie zu Schulungen und Fortbildungen treffen. Wir von MIXOLOGY werden in Zukunft noch häufiger und genauer hinschauen, was in der Stadt der zehn Brauereien (und weiteren 90 in ihrem Umfeld) und des Rauchbieres an flüssiger Innovation geboten wird.

5) Kreativexplosion Heimat im Glas

Unser Jury-Mitglied Charles Schumann, der die Renaissance der klassischen Bar in Deutschland fast im Alleingang eingeleitet hat und entsprechend den Fokus eher auf traditionelle Barprodukte legt, ließ sich fast jedes vermixte Sponsorenprodukt noch einmal als separaten Probierschluck reichen. Und auch die anderen Jury-Mitglieder zeigten sich begeistert von der hohen Qualität eingereichter Produkte.

Geist aus Roter Beete, klarer Weinbrand mit Gewürzen, hocharomatische Filler – Getränkehersteller im deutschsprachigen Raum werden immer kreativer und arbeiten sichtbar immer näher an der Barszene. Dabei wird nun auch sehr selbstbewusst über klassische Kategorien hinausgeschaut. Es gibt immer mehr wagemutige Gin-, Vodka-, Obstbrand- und Weinbrandhybride, die sich traditioneller Einteilung frech entziehen. Und auch bei Säften und Fillern setzt man immer mehr auf entweder vergessene hocharomatische Obstsorten oder innovative Aromen, die im Mixbereich neue Möglichkeiten eröffnen.

Photo credit: Foto via Christian Herzig.

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