Imperial Club Berlin. Schickimickirocknroll.

Bars 22.11.2013 3 comments

In den Kellerräumen des Berliner Admiralspalasts weht ein frischer Wind. Ende des Jahres öffnen hier der Imperial Club und die Bar Nero ihre Pforten für bunte Nachtschwärmer. Flimmernde Luft und laute Musik im Kontrast zu kühlen Drinks. Die denkwürdige Geschichte des Unterhaltungshauses wird weitergeschrieben und neu gestaltet.

Die Adresse Friedrichstraße 101 ist geschichtsträchtig. Zwischen Spree und dem sich derzeit stark im Umbruch befindenden Prachtboulevard Unter den Linden, ruht dort seit Dekaden der Admiralspalast. Ein Unterhaltungsetablissement, das neben dem Theater einst eine Kegel- und Eisbahn beherbergte und vom Krieg weitestgehend verschont wurde.

Die neuere Geschichte in ehrwürdigen Gemäuern wird seit der Renovierung 2006 fortgesetzt. Theater, Konzerthaus, Kabarett, Restaurants und Club. Neben diversen Comedyshows, spielt in regelmäßigen Abständen Max Raabe mit seinem Palastorchester auf. Roland Mary eröffnete im vergangenen Jahr seinen Borchardts-Ableger Fritz 101 und auch die Kellergewölbe waren bis 2011 ein Anlaufpunkt der Mitte-Barflys. Die Absinth Bar und ihre Protagonisten Tayfun Sen und Goncalo de Sousa Monteiro verwandelten die Unterwelt des Admiralspalastes in eine grüne Höhle. Nun werden ihre Räumlichkeiten beerbt.

Rustikal mit Glitzer

Der Eingang in die Gewölbe ist etwas versteckt, liegt unscheinbar an der linken Hauswand des Innenhofes. Eine steile rote Treppe leitet die Schritte hinab in die Räume des Imperial Clubs. Nach einem kleinen Vorraum erstrecken sich knapp 600 Quadratmeter künftiges Berliner Nachtleben. Die Tanzfläche ist aus dunklem Holz, die lange Barzeile mit Spiegeln verkleidet. Schwarz und Rot dominieren, illustrieren ein elegantes Bild, mit dem sie die groben holzbeschlagenen Wände in ein rustikales Wechselspiel treiben. Über allem ruht die betonschöne Decke, mit ihren eindrucksvoll glänzenden Rohrleitungen, auf acht in glitzerndem Mosaik verpackten Säulen.

Die modulare Location an prominenter Adresse, bietet dabei verschiedenste Nutzungsmöglichkeiten und lockte auch entsprechend viele Interessenten. Im Pitch um die Gewölbe wurde unter anderem Mitinteressent Roland Mary ausgestochen und die Bewirtschaftung der unterirdischen Räumlichkeiten fiel in die Hände zweier rastloser im Nachtleben.

Rock ’n’ Roll ist Attitüde

Carlos Fleischmann und Marc Treichel sind Quereinsteiger in die Gastronomie. Sie kommen aus der Eventbranche und lenken die Geschicke der Konzertagentur Creative Talent und des Greenville Festivals. Entsprechend intensiv beschäftigte man sich mit dem Konzept des ersten eigenen Clubs. Die gesammelten Ideen wurden mehrmals überdacht und neugeschrieben, bis man wusste wohin es mit dem Imperial Club gehen soll.

Das gefundene Vorbild für das eigene finale Konzept ist der legendäre Viper Room in Los Angeles. Ein bisschen High Society und viel Rock n Roll. Für Treichel die Mischung, aus dem die Nacht unter dem Admiralspalast ihr Potential beziehen soll. „Die Kraft kommt aus dem Spannungsfeld des Publikums“, erklärt er und betont weiter, „wir wollen damit kein zweites Felix werden“.

Der Schritt zur eigenen Veranstaltungslocation sei jedoch ein logischer. Durch die Möglichkeiten ein eigenes Live-Venue, mit Künstlern aus dem eigenen umfassenden Portfolio zu bespielen, bieten sich neue Chancen, sowohl für Künstler als auch Besucher. Shows können intimer werden und hierzulande weniger bekannte Musiker sich in einer neuen Besuchersituation präsentieren. Konzerte, vorwiegend unter der Woche, sollen neben dem Clubbing am Wochenende eine entschiedene Rolle im Konzept des Imperial Clubs einnehmen. Die damit einhergehenden Herausforderungen weiß man zu meistern, so Treichel. So soll es beispielsweise zwei Getränkemenüs geben, eines für Liveshows und ein weiteres für Clubnächte, mit der klassischen Auswahl an Longdrinks. Darüber hinaus bietet sich mit der Bar Nero, die Möglichkeit entweder den Künstlern einen Backstagebereich einzurichten und Aftershowpartys dort zu feiern, eine Lounge für Clubgänger zu schaffen oder auch „kleinere Sachen mit Singer und Songwritern zu machen“, umreißt Treichel die Situation.

Die Bar Nero

Abgegrenzt ist die Bar Nero, welche bewusst noch etwas an den zeitlosen Chic der Absinth Bar erinnern lässt, durch eine große verspiegelte Glasscheibe. Das eingeschlagene Interieur-Design zieht sich jedoch auch in diesem Kleinod weiter. Alt und neu, rustikal und elegant. So überlegt die Ausstaffierung ist, umso uninspirierter mutet die flüssige Ausgestaltung an. Dabei war für Fleischmann und Treichel von vornherein klar, dass man keine Neuerfindung des Cocktailrads anstrebt. Qualität sei wichtig, verdeutlicht Treichel: „Der ganze Admiralspalast wird mit hohem Niveau verbunden. Diesem Credo verschrieben, sehen auch wir uns künftig mit der Bar Nero und dem Imperial Club.“

So sollen etablierte Cocktails in der Bar Nero das Clubangebot erweitern. Ausgewählte Zutaten, mehr Zeit und Expertise, weniger wummernde Bässe. Sprungbrett in die Nacht, die nebenan beginnen kann. Offizielle Eröffnung des Imperial Clubs ist am 31. Dezember 2013.

 

Imperial Club

Friedrichstraße 101, 10117 Berlin

U6 Friedrichstraße

Kontakt: 030 32533130

Kartenzahlung: Nein

Rauchen: Ja

facebook.com

3 comments

  1. Felix Leitner

    Was Du aber auch mal erwähnen solltest: Die Absinth Bar war eine trostlose Katastrophe…

  2. Karin Dähn

    Hallo, ist der Club Imperial barrierefrei? Auch Rollis wollen abrock´n!
    Ich bitte um Antwort, viele Grüße, Karin

  3. Redaktion

    Hallo Karin,

    leider ist der Club nicht barrierefrei. Der Eingang liegt doch einige steile Stufen hinab, im Souterrain, und im Inneren gibt es die eine oder andere Schwelle.
    Anständig auf die Ohren gibt es für Rockfans mit Handicap aber auch beim, im Text erwähnten Greenville Festival bei Brieselang, gleich vor den Toren Berlins. Vielleicht ist das etwas? Die ersten Bands dafür sollen in den nächsten Tagen bestätigt werden.

    Rock’n’Roll und liebe Grüße,
    Christian

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