velvet bar

Karussell der Nacht XVII

Bars 19.12.2016

Panta rhei – hereinspaziert, das Karussell der Nacht dreht sich zum letzten Mal in diesem Jahr. Wer geht wohin? Wer übernimmt eine neue Position? Kurz vor den Feiertagen schauen wir noch einmal auf einige wichtige Personalwechsel der hochprozentigen Branche.

In ungewohnter Manier begrüßt Sie in der letzten Ausgabe des Karussells der Nacht dieses Jahres nicht wie sonst Christian Kopp. Das liegt daran, dass sich auch für unseren langjährigen Autor und Redaktionsmitarbeiter das Karussell gedreht hat: Nach fünf Jahren im Team von MIXOLOGY hat sich Christian dazu entschieden, sich nun – von seiner neuen Wahlheimat Wien aus – neuen Aufgaben und Herausforderungen zu stellen. Wir wünschen ihm, als Kollegen und Freunde, auf seinen neuen Wegen und Schritten von Herzen alles Gute! Wer in Zukunft für Sie über die aktuellsten und wichtigsten Personalwechsel an den heimischen Theken informieren wird, steht noch nicht fest, doch natürlich bleibt MIXOLOGY für Sie „dran“. So auch diesmal – in Wolfenbüttel, gleich mehrfach in Südwestdeutschland und auf dem Langstreckenflug von Zürich nach Bangkok.

Back Into The Woods: Jan Jehli

„Der Ruf der Heimat war auf jeden Fall vorhanden, auch um Ziele und Ideen zu ordnen. Also zurück ins Grüne, und näher an der Natur zur Ruhe kommen“, begründet Jan Jehli die Rückkehr nach Freiburg, wo der Schwarzwälder seinerzeit auch seine Ausbildung absolviert hat. Nach Station im Les Trois Rois in Basel sowie den letzten gut eineinhalb Jahren in Yared Hagos’ The Parlour – beide Jobs waren je mit dem Gewinn eines MIXOLOGY BAR AWARDS verbunden – zieht es Jehli nun als Barchef ins noch junge, aber schon viel besprochene One Trick Pony von Boris Gröner und Andy Schöler.

„Wir wollen Aufgaben und Arbeit untereinander aufteilen. Die Teamleistung zählt“, meint er bescheiden mit Blick auf die Stellenbezeichnung. Doch nicht nur das Heimkommen spielte eine Rolle bei der Wahl des Ortes, sondern auch der besondere Stellenwert der Stadt an der Dreisam: „Freiburg ist ein besonderer gastronomischer Ort für Restaurants, Bier und natürlich badischen Wein. Daran, dass man hier auch hervorragende Cocktails finden kann, arbeiten schon einige motivierte Bartender“, freut sich der 28jährige. Dafür wird der Fokus des „Pony“ auch bei Jehli konsequent weiterverfolgt: Es geht um Einfachheit, eine gesunde Mischung aus Reduktion und neuer Technik, und, am allerwichtigsten: „Obstbrand und noch mehr Obstbrand.“ Auf fruchtige Zeiten in Freiburg!

Samuél Antonio-Bernardo: Gleicher Tresen, neuer Job

Seit der Eröffnung des Karlsruher Guts & Glory im Mai konnte sich die Bar von Mo Kaba schnell einen exzellenten Ruf nicht nur im süddeutschen Raum erarbeiten. Von Anfang an dazu beigetragen hat Samuél „Sam“ Antonio-Bernardo: „Ich kenne das Guts & Glory noch als Baustelle – Mo und ich haben zusammen die Bar bestückt, das Lager aufgebaut und die letzten Kisten weggetragen, bevor die ersten Gäste kamen“, erinnert sich der in Angola gebürtige und in Deutschland aufgewachsene Bartender, der erst vor wenigen Jahren auf Umwegen an den Tresen kam und sich dort rasch professionalisierte.

Obwohl Sam nun nicht den Arbeitsplatz wechselt, ändert sich doch sein Job: „Ich bin künftig als Barchef verantwortlich für das Guts & Glory“, gibt er zu Protokoll, denn „Mo möchte sich ab sofort mehr auf die Aufgabe als Gastgeber konzentrieren. Zudem will er seinem Job als Markenbotschafter für Gosling’s mehr Aufmerksamkeit widmen und sich auch international mehr zeigen.“ Natürlich wird Sam das Rad nicht neu erfinden, sondern dem Konzept der Bar treu bleiben, „aber die Karte wird ein klein wenig größer, hier und da ein paar vergessene Klassiker und die eine oder andere Spirituosenrarität werden nach und nach hinzukommen“, kündigt er an. Daher, so Sam, freue er sich sehr auf die Aufgabe mit dem neuen Team…

Noch mehr Gloria: Sarah Deuss

… zu diesem Team gehört seit Anfang Dezember auch Sarah Deuss. Zuletzt in der Ta Os Skybar in Schorndorf bei Stuttgart tätig, freut sie sich, dass sie mit dem neuen Wohnsitz Karlsruhe nicht wirklich weit von ihrer Heimat Stuttgart ist: „Die Entscheidung, damals wieder von Bremen gen Süden zu gehen, bedeutete auch, wieder Richtung Zuhause zu ziehen – ich bin nahe Stuttgart aufgewachsen.“ Da die Stelle in Schorndorf von vornherein befristet war und sich ein geplanter Job in Stuttgart dann doch nicht ergab, verstärkt Sarah von nun an als dritte feste Kraft Mo und Sam im Guts & Glory.

„Natürlich erwartet Mo viel, ich muss mich außerdem in einer neuen Stadt zurechtfinden“, räumt sie ein, aber ebenso blickt sie optimistisch auf die neue Herausforderung: „Die Karlsruher Barszene blüht gerade auf. Die Gäste sind momentan sehr dankbar, aber auch schon anspruchsvoll. Wir wollen gemeinsam an die bisherigen Erfolge des G&G anknüpfen und am Ball bleiben.“ Nach dem Exkurs im Ta Os, wo Sarah sich vor allem mit Wein und Schaumwein befasst hat, rückt nun also das klassische Cocktailthema wieder in ihren Fokus. Wünschen wir dem neu besetzten Guts & Glory, dass das Am-Ball-Bleiben erfolgreicher verläuft als zuletzt beim KSC!

Torsten Römsch: CEO für den Hirsch

Große Veränderungen gibt es zum Jahreswechsel beim deutschen Likörgiganten Jägermeister: Zum 1. Januar übernimmt dort der bisherige Vertriebsdirektor und Prokurist Torsten Römsch als CEO Deutschland die Leitung einer neu organisierten Vertriebs- und Marketingsparte innerhalb der Mutterfirma Mast-Jägermeister SE, die sich speziell auf den heimischen Markt konzentrieren wird.

Für Römsch, der mit mehr als einem Vierteljahrhundert Firmenzugehörigkeit ein echtes Urgestein des Wolfenbütteler Traditionshauses ist, bedeutet der Strukturwandel der bisherigen Zuständigkeiten vor allem eine zeitgemäße Neuausrichtung der Kompetenzen: „Die neue Konstellation gibt uns die Möglichkeit, unseren besonders wichtigen Heimatmarkt einerseits sehr individuell und fokussiert zu betrachten, dabei jedoch andererseits optimal in das Konzert der globalen Märkte einzubetten. Insbesondere in diesem aktuellen Prozess der Neuformierung sind die beteiligten Menschen von entscheidender Bedeutung, und ich freue mich, ein derart kompetentes und motiviertes Team an meiner Seite zu haben“, meint der 48jährige. Wie bisher berichtet er direkt an den Unternehmensvorstand Denis Schrey, und trotz der langen Zeit im Unternehmen geht er die neue Aufgabe mit Freude an: „Ich bin nach wie vor stolz, für eine Marke zu arbeiten, die wie kaum eine zweite in Deutschland die Menschen emotional berührt und dabei im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde ist. In den vergangenen 26 Jahren war ich außerdem Teil einer einzigartigen Entwicklung unseres Unternehmens – von einem stark auf den deutschen Markt ausgerichteten Mittelständler über ein sich zunehmend internationalisierendes Unternehmen bis zum heutigen global Player.“ Wir dürfen also vom Hirschen einiges erwarten!

Simon Brandmayer: Bangkok hat ihn jetzt

Einen etwas weiteren Weg als den von Stuttgart nach Karlsruhe nimmt übermorgen der ursprünglich aus München stammende Simon Brandmayer auf sich, wenn er in Zürich das Flugzeug in die südostasiatische Megastadt Bangkok besteigt. Denn schon ab dem 26. Dezember tritt der 29-jährige dort die Stelle als Chefbartender im nagelneuen Park Hyatt an, das Anfang Februar seine Pforten öffnen soll. Für Brandmayer ist das trotz aller Ferne und Exotik also ein gewissermaßen vertrautes Umfeld: „Ich habe ja schon in Zürich fünf Jahre lang für Hyatt gearbeitet und kenne das Unternehmen, fühle mich dort wohl“, spielt er auf sein langes Engagement in der Onyx Bar an, die während seiner Mitarbeit u.a. einen MIXOLOGY BAR AWARD als „Bar des Jahres Schweiz“ für sich verbuchen konnte.

Für die neue Stelle in Fernost verlässt Brandmayer nun den Posten als Assistant Bar Manager im malerischen Baur Au Lac: „Asien im Allgemeinen war schon immer mein Traum. Und Bangkok ist derzeit ungeheuer vital, wenn auch aus Bar-Sicht noch nicht ganz so weit wie Singapur oder Hongkong. Ich freue mich schon, vor Ort die Trends zu erkunden und die neuen Einflüsse aufzunehmen.“ Und dafür wird er mehr als nur eine Gelegenheit haben: „Auf der sogenannten ‚Penthouse Area’ vom 34. bis zum 36. Stockwerk wird es insgesamt fünf gastronomische Outlets geben, die alle einen großen Fokus auf das Beverage-Segment legen“, erklärt Brandmayer, der für das Angebot an allen Bars verantwortlich zeichnen und somit direkt dem F&B-Management unterstehen wird. Obwohl er die Stadt noch nicht kennt, ist sich der bisherige Wahl-Zürcher schon sicher, schnell „ankommen“ zu können: „Die Thailänder sind sehr herzliche Menschen, ich freue mich darauf, mit spannenden Zutaten zaubern zu können.“ Bereits am 26. Dezember ist für Brandmayer Dienstbeginn – es dürfte also ein kurzes Weihnachtsfest an einem aufregenden Ort werden.

Damit verabschiedet sich unsere Rubrik für dieses Jahr von Ihnen. Hat sich bei Ihnen das Karussell vielleicht ebenfalls gedreht oder haben sie Tipps zu derzeitigen Rochaden in der flüssigen Branche? Wir freuen uns stets über Ihre Nachricht unter nils@mixology.eu.

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