Mauro's Negroni Club München. Ein Barmeister zeigt, wo es lang geht.

Bars 14.8.2011 1 Kommentar

Seit über eineinhalb Jahren findet man in München Mauro’s Negroni Club. Der Namensgeber Mauro Mahjoub ist gebürtiger Libanese, aufgewachsen in Italien und wohnt seit nahezu zwei Jahrzehnten in Deutschland. Mahjoub betreut neben seiner Bar noch vielerlei weitere Projekte, unter anderem die Münchner Campari Academy, hat sich im Laufe der Zeit eine beeindruckende Sammlung an Barbüchern und Barwerkzeugen zugelegt und ist Kreativkopf nicht nur der deutschen Cocktail-Szene. MIXOLOGY ONLINE besuchte ihn in München und führte ein Gespräch über seine Bar, Fasslagerung von Cocktails, Sprizzes und weitere Entwicklungen in der Cocktailwelt.

Stilvoll und elegant ist Mauro’s Negroni Club ohne Zweifel. Angenehm, entspannendes Licht taucht den in viel Holz gekleideten Raum. Eine dunkle, rückverspiegelte Bar drängt sich sofort in das Blickfeld jedes eintretenden Gastes. Der Club, der eigentlich eine klassische Bar ist, besteht aus zwei Räumen, großteils mit einfachem, aber bequemen Holzmobiliar bestuhlt. Kleinode sind im ganzen Raum verteilt und offenbaren eine tiefe Verbundenheit mit der Geschichte der Cocktailkultur. Auf der Bar sind Campari Flaschen mit ihren unterschiedlichen Etiketten chronologisch geordnet, eine Lampe am Tresen hat einen historischen Shaker als Unterbau und auf dem Windfang steht eine Mini-Destille. Dazwischen viele weitere kleine Details.

MIXOLOGY ONLINE beschnupperte an einem Sonntag die Luft des Lokals und kam erstmal nur in den Genuss der vorderen Räumlichkeit. Der von der Bar aus gesehen weiter hinten liegende Raum war im Dunkeln hinter einer Trennwand zu erahnen. Die Bar ist an Flaschen großartig bestückt und lässt wohl nur wenig Wünsche offen.

Magnifique auf die Überholspur

Man blieb vorerst inkognito und orderte den ersten Drink. Natürlich einen Negroni. Aus den auf zwei Seiten offerierten Negroni-Variante wurde ein „Negroni Magnifique“ gewählt. Im Mauro’s ein klassischer Negroni mit Absinth on the top. Der erste Schluck ist ziemlich intensiv. Der Absinth zeigt seine bittere Seite und verhilft nicht zu einem leichten Einstieg. Dies legt sich aber schnell und es bleibt eine angenehme Anis-Note. Eine spannende Idee, die ein großes Feingefühl bei der Dossierung benötigt. Im Hintergrund derweil leider ein Schwarm überschwänglicher Münchner Fußball- und Bierkultur. Auf der Suche nach Ablenkung wurde ein Lillet Drink geordert. Mit Tanqueray, Grand Marnier und Escorial gepaart, erreichte eine weitere faszinierend vielseitige Preziose den Gaumen. Aber irgendwie hat man auch nichts anderes von dem an diesem Abend brillierenden Bartender Giorgio Michailidis erwartet. Danach noch ein Klassiker: Last Word. Dieser sorgte erstmals für etwas Verwirrung, wurde aber dann doch noch fachgerecht kredenzt.

Es war Zeit für mehr Infos. MIXOLOGY ONLINE setzte den Blinker und bog auf die Überholspur. Eher zufällig stand schon wenige Minuten später der Inhaber Mauro Mahjoub in der Bar. Gekleidet mit einem Trainingsanzug der Squadra Azzurra, fand man schnell ins Gespräch. Die Cocktailkultur ist Mahjoubs Leben. Er ist stolzer Besitzer von ungefähr 2000 Barbüchern, nennt hunderte Shaker sein Eigen, ist deutscher Campari Markenbotschafter, leitet seit der Eröffnung 2008 die Campari Academy in München, trainiert Bartender auf der ganzen Welt, referiert auf internationalen Bühnen und hat nach mehr als zehn Jahren im Münchner Negronis mit Michele Fiordoliva vor eineinhalb Jahren seinen Mauro’s Negronis Club eröffnet.

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