Neu in der Spielbank Stuttgart: Casino-Lounge Grace

Bars 8.4.2010 2 comments

Die Spielbank Stuttgart schaffte mit dem Grace ein neues Angebot für das junge Publikum in der Landeshauptstadt. Der Casino-Club wurde am 20. März in den Räumen des SI-Centrums eröffnet.

Otto Wulferding, Geschäftsführer der Baden-Württembergischen Spielbanken, möchte mit dem Bar-Charakter des Grace vor allem die Altersgruppe der 25- bis 40jährigen ansprechen. Die Räumlichkeiten des vor einem Jahr geschlossenen Restaurants Ecco von Martin Öxle sind mit zwei Poker-Tischen, einem Black Jack-Tisch sowie einem neuen Roulette-Tisch ausgestattet.

Durch dieses Spielangebot haben wie in der Spielbank Stuttgart nur Gäste Zutritt, die mindestens 21 Jahre alt sind. Anders als in der Spielbank gilt hier jedoch kein strikter Dresscode. Bei aller jugendlichen Ausrichtung soll die Tanzfläche das Grace nicht zu einem Club mit Discobetrieb machen, sondern zu einer modernen Location, die auch die Besucher der Musicals im SI-Centrum erreicht.

Betreiber der Casino-Bar ist Uwe Reiser dem der Stuttgarter Aer-Club gehört, den Mixology in Issue 06/2007 vorstellte. Gemeinsam mit seinem Team der Love Academy Eventagentur ist er zudem für die Gastronomie verantwortlich. Das Design des visuellen Erscheinungsbildes des Grace stammt von Andreas Stütz aus der Werbeagentur Red Egg.

Die Inneneinrichtung des Grace wurde von Architekt Gregor Scholz und Bernd Moosmann vom Büro Moorizu gestaltet und vom Unternehmen Form eingerichtet. Gregor Scholz (Bild) ist vielen Lesern als Referent des Bar Convents 2007 und als Autor von Mixology bekannt. Wir befragten Ihn zu der neuen Location.

 

MIXOLOGY: Gregor, wie kam es dazu, dass Du in das Projekt involviert wurdest?

Gergor Scholz: „Uwe Reiser wurde von Andreas Stütz, dem Chef der betreuenden Agentur, an die Spielbank Stuttgart vermittelt. Der neue aus Hamburg stammende Geschäftsführer wollte sein Konzept ‚Spielen mit Clubstimmung‘ auch in Stuttgart umsetzen. Da Uwe mit dem Ergebnis des Aer-Clubs sehr zufrieden war und er befürchtete, dass der Hausarchitekt der Spielbank nicht seine Erwartungen erfüllen wird, hat er mich für die Aufgabe empfohlen. Ich habe dann an einem Wettbewerb mit dem Hausarchitekten teilgenommen und habe den Zuschlag bekommen.“

Für welche Bereiche warst Du zuständig?

„Für das Konzept, den Entwurf, die Ausführungsplanung und Bauleitung. Ich habe mit Bernd Moosmann zusammengearbeitet, er ist der Hausarchitekt der Spielbank, daraus hat sich eine sehr nette Partnerschaft entwickelt.“

Welche Stimmung sollte architektonisch transportiert, welches Konzept verwirklicht werden?

„Das Konzept hieß zunächst ’spielen im realen Raum‘. Die primäre Leistung von Orten wie der Spielbank ist es heute, sich gegen die Übermacht des Internets durchzusetzen. Es sollte ein speziellerer Ort geschaffen werden, der die Erwartungen von jungem Nachtleben erfüllen kann.

Club und Spiel ist eine nicht leicht zu realisierende Kombination. Spielbanken unterliegen starken gesetzlichen Bestimmungen, die im Gegensatz zu der Leichtigkeit des Nachtlebens stehen. Es gilt Momente, die als störend gelten in positive Momente zu übersetzen. Zum Beispiel die Einlasskontrolle: Sie ist ein störender Aufwand mit Personalausweiskontrolle und so weiter. In diesem Fall muss man den Einlass inszenieren und das Ganze in ein Grundgefühl der strengen Auswahl übersetzen.

Die Architektur des SI-Zentrums ist unübersichtlich und bietet viele unterschiedliche Gastronomien. Das Grace musste zunächst einmal einen Ort darstellen, einen unverwechselbaren, realen Raum mit Erinnerungswert.

Die Stimmung soll zunächst dunkel sein. Das Ziel ist die Konzentration auf das Spiel durch Lichtinseln, die die Spielgeschehnisse aus dem Dunkel herausstellen. Wertige Materialien entsprechen der Stimmung des leichten Umgangs mit Geld.

Die Trennung von Spiel und Club innerhalb des Grace war wichtig, um beide Bereiche funktional zu halten. Das verbindende Element ist -wie so oft – die Bar. Sie ist die Autorität im Raum und funktioniert als Rückgrat der verschiedenen Bereiche. Insgesamt funktioniert der Raum wie ein Filmset. Es ist gelungen, dem Spiel wieder einen würdigen und exklusiven Rahmen zu geben.“

Wann begannen die Planungen, wann die Bauphase?

„Die Planungen haben im letzten Frühjahr begonnen. Die Bauphase ging ab dem August los und zog sich bis in das Frühjahr hinein. Eine lange Bauphase für so ein kleines Projekt, aber es gab viel Abstimmungsbedarf bei einem so selten aufgestellten Konzept.“

Was steht für Dich als nächstes an?

„Ich habe gerade das Konzept für die räumliche Neugestaltung eines deutschen Modelabels vorgestellt. Ansonsten ist Restaurant das Thema für die Weiterentwicklung der eigenen Unternehmungen.“

 

Adresse:

Grace
SI-Centrum/Spielbank Stuttgart
Plieninger Straße 100
70567 Stuttgart
Link: www.grace-bar.de

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