Schwarz-Weiß-Bar. Intimes Kleinod der Barkultur in Stuttgart.

Bars 26.12.2011

In den letzten Jahren haben sich einige Bars in Stuttgart einen Namen gemacht, wenn es um leckere Cocktails und eine erlesene Auswahl an Spirituosen geht. Vor allem die BAR, das Ciba Mato, Fou Fou und die o.T. Bar kann man hier als Vorreiter zählen, die die Liebhaber von guten Getränken mit ihren Kreationen verwöhnen. Doch in einem Punkt mussten die Stuttgarter bis vor kurzem immer noch neidisch in Richtung München, Berlin, Dresden und andere Städten blicken. Es fehlte eine kleine, ruhige, gemütliche Bar, die gut gemachte und innovative Drinks bietet, aber sogleich eine passende Atmosphäre mit dezenter Hintergrundmusik schafft.

Gina Menrad & Knud Scheibel setzten sich im Spätsommer 2011 das Ziel, diesen kleinen Makel mit einer eigenen Bar zu beheben. In der Lokation der ehemaligen kleinen Nachbarschaftskneipe I’Dipfele sollte ein Ort entstehen, der sich ganz um die Welt der gemischten Getränke und des Jazz dreht. Hierzu wurde die komplette Bar renoviert und das Erscheinungsbild gravierend geändert. Sämtliche Holzflächen wurden abgeschliffen und neu lackiert, die altertümlich anmutenden Bodenfliesen von einem stilvollen Teppich überdeckt und verschönert, die Arbeitsflächen und Elektrogeräte hinter dem Tresen wurden komplett gegen neue Varianten ersetzt und auch die Toilettenräume wurden vom 80er Jahre Look befreit und an die einfache, aber stilvolle Gestaltung der Bar selbst angepasst.

Nach dem Überschreiten der Türschwelle umgeben den Gast augenblicklich leise Jazzklänge, bevor einem Gina oder Knud die Garderobe abnehmen und einen Platz anbieten. Der Blick fällt sofort auf die große, hell erleuchtete Eiswanne aus Metall, die auf dem dunklen Holztresen zentral platziert wurde und zum Vorkühlen von Rühr- und Gästegläsern dient. Quasi nebenbei wird für den Gast auch der Vorgang des Mixens eindrucksvoll in Szene gesetzt.

Von dort schweift der Blick zielstrebig auf die einfach gehaltenen Wandregale, welche mit zahlreichen Spirituosen befüllt sind. Andere Bars in Stuttgart bieten hier sicherlich, allein schon aufgrund des Platzangebotes mehr Vielfalt und Außergewöhnliches, jedoch findet sich für jede Kategorie eine feine Selektion. Dies setzt sich auch bei der Weinauswahl fort, welche zwar auch den einen oder anderen Tropfen mit großem Namen im Angebot vorzuweisen hat, aber eigentlich dreht sich alles um regionale Winzer, die die beiden Barbetreiber in der Vergangenheit begeistern konnten.

Der Name ist Programm

Im Zuge des Umbaus wurde der Name der Bar prominent in die Gestaltung des Raumes übernommen, so dass sich die Bar in einem ständigen Wechselspiel aus Schwarz und Weiß befindet. Hauptaugenmerkt liegt hier auf der großen hölzernen Bar, die L-förmig den meisten Platz für sich beansprucht. Das dunkelbraune Holz findet sich ebenso an den Wänden und Decke, wo es nur an den Wänden abwechselnd von großen Spiegeln und Leinwänden mit namenhaften Jazz-Größen in schwarz-weiß verdeckt wird.

Für den Gast gibt es der Größe der Bar entsprechend wenige Sitzmöglichkeiten, welche sich fast ausnahmslos direkt am Tresen befinden. So entsteht sogleich eine intime Atmosphäre, die einen schnell in ihren Bann zieht. Selten habe ich es erlebt, dass verschiedene Gäste in einer Bar so ungezwungen ins Gespräch kommen. Ebenso wird es so dem Bartender Knud ermöglicht ständig mit allen Gästen in direktem Kontakt zu stehen und diesen bei der Auswahl ihrer Getränke behilflich zu sein. Es gibt zwar auch eine Karte mit ungefähr 50 Cocktails, jedoch erfolgt so oft es die Zeit ermöglicht und sofern es der Gast wünscht, eine persönliche Beratung. Hierbei wird sich hauptsächlich auf Eigenkreationen von Knud und anderen Bartendern aus Deutschland und Europa konzentriert. Preislich orientieren sich die Getränke eher im oberen Bereich der Stuttgarter Bars, Cocktails kosten zwischen 9€ und 12€

Viel Kreativität und feine Klänge

Gerade Knuds eigene, teils sehr experimentelle Rezepte strotzen nur so von selbstgemachten Sirups, Schäumen und weiteren ungewöhnlichen Zutaten. Alle bisher probierten Drinks waren sehr gut abgestimmt und äußerst lecker, richtig begeistern konnten mich allerdings Cocktails wie der „Spiced Vanilla and Agave“. Dieser Twist einer klassischen Margarita kommt mit einem Vanille-Ingwer-Schaum daher, der den Drink wunderbar abrundet und ihm geschmacklich das gewisse Etwas verleiht.

Musikalisch dreht sich wie gesagt alles um das Thema Jazz. Egal ob Louis Armstrong oder Aretha Franklin, die Musik fügt sich perfekt in die Gespräche der Gäste ein und wirkt nie störend oder aufdringlich, sondern immer die Atmosphäre bereichernd.

Für den kleinen Hunger zwischendurch sind Snacks wie Schinken, Käse, Oliven und frisches Brot für die Gäste verfügbar. Des weiteren können sich die Tabakfans freuen, da auch eine Auswahl an Zigarren angeboten wird, die in der Bar genossen werden können.

Schon vor der Eröffnung der Schwarz-Weiß-Bar konnte man immer wieder kleine Neuigkeiten über das Projekt erfahren und nun nach knapp etwas über einem Monat nach der Eröffnung bleibt das erfreuliche Fazit, dass sich diese Bar wunderbar in die Stuttgarter Barlandschaft einfügt und ergänzt. Hier bekommt man in lockerer, gemütlicher Atmosphäre erstklassige Drinks von einem überaus charmanten Team, das sein Handwerk perfekt beherrscht.

 

Schwarz-Weiß-Bar

Wilhelmstraße 8

70182 Stuttgart-Mitte

Öffnungszeiten: So-Do 19-3 Uhr, Fr-Sa 19-5 Uhr, Di Ruhetag

 

U-Bahn: Österreichischer Platz

Rauchen: ja

Essen:  Kleine Snacks und Häppchen

EC- und Kreditkarte: ja

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