Frankfurt

The Parlour. Frankfurt heißt neuen Trinktempel willkommen.

Bars 13.3.2012 4 comments

Yared Hagos wagt den Sprung in die Selbstständigkeit. Der ehemalige Barchef der Roomers Bar eröffnet diese Woche seine Bar “The Parlour”. Offenheit statt Speakeasy ist hier das Motto, wie MIXOLOGY ONLINE im Gespräch mit dem Gründer erfuhr.

Im deutschsprachigen Raum ist er fast jedem Barmann ein Begriff. Yared Hagos, der charmante Frankfurter Gastgeber, der das Team der Roomers Bar bereits im ersten Jahr seines Bestehens zum Gewinn des Awards für das Bar-Team des Jahres führte. Hagos, der nach dem Abitur seine Leidenschaft für die Gastronomie entdeckte und vor der Roomers Bar unter anderem im italo-amerikanischen Paolo’s tätig war, eröffnet am Donnerstag seine erste eigene Bar.

“Die Bar habe im Kopf gehabt”, erzählt der 36-jährige, als wir ihn zu seinem Konzept befragen. “”Das Konzept trage ich schon bei mir, seit ich an eine eigene Bar denke.” Die Räumlichkeiten in der Zwingergasse habe er bereits September letzten Jahres fix gehabt. Da er aber noch bis Ende Januar 2012 im Roomers und der Frankfurter Ausgabe von Pret a Diner beschäftigt war, ging es erst später mit dem eigenen Projekt los. Die Bauarbeiten wurden dann aber innerhalb von sechs Wochen abgeschlossen, da die Planung bereits weit vorangeschritten war.

Tresen-Zentimeter und Stadtmauern

Mit dem befreundeten Gestalter Douman Pour-Abbasali, einem “echten Querdenker”, wie Hagos präzisiert, wurden diverse Design-Klassiker ausgesucht, die Idee der Bar in eine räumliche Form gegossen und “auf die Gegebenheiten angepasst”. Dreißig Sitzplätze wird The Parlour haben. Und sitzen wird man entweder in bequemen Chesterfield-Sofas oder auf speziell angefertigten Bar-Hockern. “Wir haben den Bartresen nach langer Überlegung auf 0,96 m Höhe eingebaut, während die Bar-Hocker eine Sitzhöhe von 0,64 m haben”, erläutert der Frankfurter Barmann begeistert die Details. Befreundete Bar-Leute, denen am vergangenen Wochenende vorab bereits ein flüssiger Einblick gewährt wurde, hätten geäußert, noch “nie so bequem gesessen” zu haben.

Bei der Renovierung des Lokals sei man außerdem auf Reste einer alten Frankfurter Stadtmauer gestoßen, die behutsam ins Konzept integriert wurde. Yared Hagos freut sich spürbar über die “gelebte” Dimension, die dies seiner neuen Bar verleiht. Auch betont er mehrmals, dass er auf gar keinen Fall in die derzeit modische Ecke Speakeasy gesteckt werden möchte. Dass die Bar an der Außenseite keine Beleuchtung und kein Schild habe, sei einzig der Tatsache geschuldet, dass es in der Seitengasse “nichts bringt”. Außerdem habe er sich so “das Geld für Außenwerbung gespart”, wie Hagos lachend anmerkt.

Ein kulinarisches Empfangszimmer

Im Gegensatz zu versteckten Flüster-Bars soll der Name The Parlour Offenheit und Kommunikation symbolisieren. “Im englischen Wort ‘Parlour’ klingen die Begriffe Gastfreundschaft, Empfangszimmer, Sprechzimmer, offener Raum mit”, beschreibt der Gründer seine Idee eines öffentlichen Wohnzimmers. Die Gäste sollen sich willkommen fühlen. Wenn die 30 Sitzplätze besetzt seien, so Hagos, werde man daher auch keine zusätzlichen Gäste in die Bar lassen: “Stehplätze sind nicht vorgesehen.”

Was wird es in The Parlour zu trinken geben? “Wir werden sehr aufwendige Drinks machen, die viel Vorbereitung erfordern”, erzählt der angehende Bar-Betreiber. Eine gute Vorarbeit, ein gutes Mis en place werde aber dafür sorgen, dass die Drinks trotzdem schnell zum Gast kommen. Aber auch “bunte Drinks, die Spaß machen” soll es geben. Umsetzen werden das Konzept zusammen mit Hagos die bekannte Frankfurter Bartenderin Diana Haider (Velvet Club, Blumen) sowie Maxim Kilian (Ciba Mato, Belluga), der kürzlich bei der Nikka Perfect Serve Competition von sich Reden machte.

Im Vorfeld der Eröffnung hat das Team in der Gastroszene Logo-Aufkleber für das iPhone verteilt. Eine Guerilla-Aktion mit großer Wirkung, wie Hagos schmunzelnd meint: “Die Leute reißen sich drum.” Bleibt noch zu erwähnen, dass die Bar und ihre Mitarbeiter wohl schwerlich für die MIXOLOGY BAR AWARDS 2013 nominiert werden dürften. Nicht aufgrund mangelnder Qualität. Nein, Yared Hagos (der vor geraumer Zeit auch recht charmant in der Welt porträtiert wurde) ist als erfahrener Gastronom kürzlich neu in die Reihen der Jury berufen worden. Damit ist seine Bar automatisch von einer Nominierung ausgeschlossen. Das Team der Bar wird es verschmerzen können. Denn die Sympathie der Barszene ist dieser Truppe jetzt schon sicher.

 

The Parlour

Zwingergasse 6

60313 Frankfurt

Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag 19 Uhr – 2 Uhr

 

U/S-Bahn: Hauptwache

Rauchen: ja

Essen: Sandwich

Kartenzahlung: EC und Kreditkarten

FON +49 69 260 18 290

 

 

Bildquelle: aboutpixel.desündenstadt_2 © bugfunk / jonathan spielbrink

 

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4 comments

  1. Ivo

    Könntet ihr die Infos mal bitte updaten?
    Es ist schade, wenn man dort umsonst anruft, um für Sonntag zu reservieren, und die Bar dann gar nicht geöffnet hat.
    Kreditkarten werden auch nur bei sehr hohen Rechnungen angenommen und die hier angegebene Telefonnummer ist ebenfalls falsch.

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