Bar Tours Berlin und die Berliner Bars

Von Redaktion | November 21, 2007 um 19:39 | Keine Kommentar | Bars | Tags: , , , , , , , ,

 Die nächste Printausgabe ist jetzt endlich im Druck und das Herz des Chefredakteurs seufzt erleichtert auf, denn jetzt kommen wieder ein paar entspanntere Tage. Passend dazu veranstalteten wir in den "sozialen Räumen" unseres Büros (wie die Eingeweihten wissen, haben wir mittlerweile eine Bürobar) gestern einen Abend für die Berliner Bars, die mit uns im Rahmen des Bar Convent Berlin die Berlin Bar Tours veranstaltet hatten. Insgesamt nahmen im Oktober 25 Bars daran teil, die auch zu ca. 90% den Premiumsektor der Berliner Barszene abdecken. Es sind Abonnenten der ersten Stunde darunter und viele Bartender und Entrepreneure, die wir schon seit Jahren kennen.

Wir wollten gestern die Gelegenheit nutzen, uns für das Engagement der Bars zu bedanken und waren vor allem auch an Meinungen interessiert, wie die Berlin Bar Tours in den einzelnen Kiezen angekommen waren und was wir für 2008 optimieren können. Wir hatten 2007 ja nur knapp 3 Monate für die Vorbereitung des Bar Convents und somit auch der Bar Tours. Demnach wollen wir diesen Programmpunkt im kommenden Jahr auf jeden Fall noch einmal ausbauen und steigern, da wir ihm eine große Bedeutung für die Athmosphäre im Rahmen des Convents zumessen.

Von 25 eingeladenen Bars hatten nach telefonischer Erinnerung und Nachfrage am Montag rund 20 ihr Erscheinen zugesagt. Erschienen sind dann tatsächlich rund 10. Darunter aber Stimmen der Szene, die wir sehr schätzen: Rum Trader, Victoria Bar, Fluido, Lebensstern, CSA, Bristol Bar, Bar Nou, Universum Lounge, Becketts Kopf und Billy Wilders. Zu denen, die trotz Zusage unser Angebot nicht wahrnahmen, sage ich ganz trocken und neutral nur soviel: Wer eine Stimme haben will, muß sie auch äußern.

 Die Athmosphäre und die Diskussion mit den Anwesenden (im Bild links sieht man die Bartender Thomas vom CSA und Jan von der Universum Lounge) entpuppte sich aber, begleitet von den Cocktails von Drinks Director Bastian Heuser als umso dichter und produktiver. Herr Scholl vom Rum Trader beispielsweise hielt ein Plädoyer für die Etablierung eines Standards für Bars analog zu den Restaurantführern Michelin und Gault Millau. (Thomas Altenberger, diesjähriger Gault Millau-Bartender des Jahres, war gestern übrigens auch in der Runde.) Gregor Scholls Anliegen ist von anderen und auch hier bei uns schon häufig diskutiert worden. Mein Eindruck ist, dass aber gestern ein Moment der Initalzündung war, dass aus der Berliner Barszene heraus, mit unserer medialen Unterstützung, so ein Projekt wirklich realistisch verfolgt werden kann.

Primär aber ging es gestern um die besagten Berlin Bar Tours. Wir hatten schon von verschiedenen vereinzelten Bartendern und Barbetreibern gehört, dass die Tours im Osten der Stadt eher schwach besucht waren gewesen seien, im Gegensatz zu denen im Westen. Da die Tours von Partnerfirmen wie Diageo, Pernod-Ricard, Teamspirit Underberg, Maxxium und Borco unterstützt worden waren, interessierte uns natürlich auch wie die Bars die generelle Durchführung und Organisation empfunden hatten. Mit persönlich war auf einer der Touren im Westen, die übrigens extrem gut besucht war, auch aufgefallen, dass nicht alle Bars das Konzept wirklich gleich gut umgesetzt hatten. Dementsprechend werden wir für 2008 natürlich auch von unserer Seite auf den Prüfstand setzen, mit wem wir die Tours veranstalten werden und mit wem nicht.

Der Berlin Bar Tours haben kurz formuliert folgende Ziele:

1) Die Fachbesucher des Convents, die großteils von außerhalb anreisen, sollen die Berliner Barszene schnell und angenehm erschließen können.

2) Mit den Bar Tours kreiert man innerhalb der Berliner Barszene eine gute Stimmung in der Event-Woche.

3) Man macht für das Berliner Publikum die Barszene sichtbar, Bargänger können ihnen bis dahin unbekannte Kieze und Bars entdecken.

4) Generell soll an mehrenen ("Fest"-)Tagen Cocktailkultur gezeigt und zelebriert werden.

Das prinzipielle Konzept der Berlin Bar Tours war auf jeden Fall schon ein Erfolg. Alle, die gestern ihre Ideen einbrachten, sind angetan davon und bereit, sich 2008 sogar mehr als dieses Jahr mit einzubringen. Mich rief diese Woche auch einer der internationalen Industriebesucher des Convents, Dan von Steelstuff aus Holland, an, der mir noch einmal sagte, wie sehr ihm das Bar Hopping gefallen hat. Er habe auf der Tour sogar einen geschäftlichen Kontakt nach London herstellen können, der bereits zu einem Treffen geführt habe.

Wir werden Zusammenkünfte wie das gestern jetzt regelmäßig abhalten und auch darüberhinaus auf anderen Kanälen Vorschläge und Anregungen sammeln, die dann im Rahmen der Treffen konkretisiert werden. Ein Dankeschön an die Teilnehmer des gestrigen Abends an dieser Stelle!

 

Nachtrag 22.8.2008:

Die pauschale Aussage, dass "die Tours im Osten der Stadt eher schwach besucht waren", ist wohl so eindeutig nicht richtig. Es scheint einzig in Kreuzberg, wohl aufgrund der geografischen Lage (denn die Bars lagen nicht so dicht zusammen wie bei anderen Tours), weniger "Bar Traffic" gegeben zu haben. Beim CSA, das auch über wenig zusätzlichen Barverkehr geklagt hatte, gab es wiederum ein Layout-Problem. Die Bar war falsch im Plan verzeichnet.

Vorhin rief mich überdies Roland Hoppenheit von der Saphire Bar an, der sich sehr positiv über den Verlauf äußerte. Er habe an den drei Tagen 60% mehr Besucher gehabt. Außerdem gebe es kaum eine Aktion, die so viel Effekt für so wenig Aufwand gebracht habe.

 

Link:

www.bar-tours-berlin.de

 

Text: Helmut Adam

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