Wolters

Mein Bier. Bar Marqués wählt Wolters Bier.

Bier 23.1.2012

Verborgen in einem spanischen Restaurant im rauen Kotti-Quartier von Berlin-Kreuzberg, lockt seit einem Vierteljahr die Bar Marqués in das Untergeschoss, um dort ausgefeilte Getränke zu bereiten. Dazu zählt auch ein besonderes Bier: Wolters Pilsener Premium.

Wer die Treppe im Restaurant hinabsteigt, verlässt Spanien und findet sich atmosphärisch eher in einem Gentlemans Club der britischen Kolonien wieder. Grüne Wände, edle Hölzer und elegante Sitzmöbel prägen den Raum zwischen Piano, Kamin und Bartresen. Hinter Selbigem hütet Barchef Marcus Wolff seine sorgfältige Auswahl an Zutaten. Innerhalb kürzester Zeit gelang es ihm, eine begeisterte Schar von Stammgästen zu gewinnen, die nicht nur den intimen und diskreten Charme der Bar schätzen, sondern vor allem die individuelle Beratung und gekonnte Umsetzung der Drinks. Art und Atmosphäre dieser Bar verlangen nicht nur nach einem Mixer, sie verlangen nach einem Gastgeber. Eine Rolle, die Marcus Wolff mit Souveränität und Leidenschaft ausfüllt.

Die nötige Erfahrung bringt er von diversen gastronomischen Stationen mit. Der gebürtige Berliner begann seine Laufbahn im Parkhotel Schloss Kaulsdorf, um dann im Crowne Plaza Wien weitere Fertigkeiten zu erlernen und anschließend im Frankfurter Hilton die legendäre Asian Bar an die getränketechnische Spitze von Mainhattan zu führen.

Der Wolff und sein Berlin

Der Kreis schließt sich, als sein Weg ihn zurück nach Berlin führt, wo er als Teil des Teams der Bellini Lounge (nominiert als „Barteam des Jahres“ bei den Mixology Bar Awards 2011), im quirligen Bezirk Mitte, einsteigt, bevor es ihn nach Kreuzberg verschlägt. „Ich bin heute noch meinem lieben Kollegen und Barbetreiber Dominik Galander dankbar, dass er mich damals dem Restaurantbetreiber Rene Maschkiwitz vorgestellt hat.“ Letzterer träumte von einer eleganten Cocktaillounge im Kolonialstil in seinem Restaurant Marqués und so kamen die beiden schon bald sehr intensiv ins Gespräch und ins Geschäft.

Wolff genießt dabei vollstes Vertrauen und hat freie Hand bei der Auswahl seiner Zutaten und Gerätschaften. Ein Privileg, das er mit klaren Vorstellungen und manchen expliziten Vorlieben und Abneigungen zum Wohle des Gastes umsetzt. Beispielsweise mit antiken Wasserkaraffen, silbernen Bechern für den Old Cuban und drei offenen und fair bepreisten Sorten Champagner (darunter ein Gosset Grande Réserve). Bliebe noch ein weiteres goldenes Getränk mit Perlage zu klären: Welches Bier soll her?

Der Wolff und sein Bier

Eine ausführliche Auseinandersetzung mit Gerstensaft stellte Neuland dar, für den Weinspezialistenaus dem Restaurant und den Cocktailkünstler aus dem Keller. Erste Ideen, wie ein britisch-koloniales Ale oder ein Edelbier aus Spanien, wurden rasch verworfen und man orientierte sich zurück nach Deutschland. Am Ende einer aufopferungsvollen Teststrecke fiel die Wahl auf ein Gebräu aus Braunschweig: Wolters Pilsener Premium der Hofbrauhaus Wolters GmbH. Ein untergäriges Pils, unanstrengend süffig und doch aromatisch, mit einer eher leichten Hopfennote und 4,9 % Vol. Die Flasche trägt das vornehme Etikett mit einem gekrönten gold-roten Schild, getragen von zwei Löwen. Jenes Wappen des Herzogtums Braunschweig verkündet die unerschrockene Losung: „Nec Aspera Terrent“ – Fürchtet die Rauheit nicht! Was ja wiederum sehr gut nach Kreuzberg passt.

Auch wenn die Geschichte der Brauerei in das Jahr 1627 zurückdatiert, so ergab sich die aktuelle Struktur des Unternehmens erst 2006. Zuvor spielte sich eine der üblichen Abläufe ab, welche durch Zukäufe und Fusionen beständig für die verdammenswerte Reduzierung des Bierangebots sorgen. Die Gilde-Gruppe, zu der das Hofbrauhaus Wolters seit 1985 zählte, war 2003 in die InterBrew aus Belgien eingegliedert worden. 2004 schloss diese sich mit der brasilianischen AmBev zusammen und bildete danach als InBev eine getränketechnische Weltmacht, die 2008 noch weiter expandierte, als daraus Anheuser-Busch InBev wurde.

Als der Konzern Wolters abwickeln und schließen will, hagelt es Proteste und eine Kampagne „Rettet Wolters“ veranlasst vier ehemalige Manager der Brauerei, einzugreifen und sie übernehmen 2006 das Unternehmen, das stets schwarze Zahlen schrieb, und gründen es als Privatbrauerei neu. Den Neuanfang und Aufstieg der Brauerei begleitet seither ein Engagement im Bereich Kultur und Sport, beispielsweise als Hauptsponsor von Eintracht Braunschweig, einem weiteren Aufsteiger.

Und so erklingt heute nicht nur in Braunschweig, sondern auch in Berlin-Kreuzberg, der bewährte Ruf: Wolters oder Wolters nicht?
Wolff jedenfalls will. Und wir auch.

 

Bar Marqués

Graefestraße 92

10967 Berlin(Kreuzberg)

Öffnungszeiten: täglich ab 19 Uhr

 

U-Bahn: Schönleinstraße

Rauchen: ja, Zigarren nach Küchenschluss

EC- und Kreditkarte: nein

Essen:  spanische Küche im Restaurant

 

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Weitere Informationen: hofbrauhaus-wolters.de

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