Wulle Bier

Was gut war, soll man nicht vergessen. Wulle Biere.

Bier 14.5.2012 1 Kommentar

In diesem Bericht wird kräftig geschluckt. Am Ende sogar wieder Bier. Davor? Ein Unternehmen nach dem anderen. Über die Wiederentdeckung der Marke Wulle. 

„Wir wollen Wulle!“ lautete ein bewährter Ruf im Raum Stuttgart. Zumindest bis zum Jahre 1971. Eine kleine Familienbrauerei von 1861 mauserte sich 1896 zur Aktiengesellschaft und schluckte in den Folgejahren mehrere kleine und regionale Brauereien, vorzugsweise in Schwaben.

1971 hörte der Betrieb der Braustätte auf und wenige Jahre später kamen die Abrisßbagger, um das Brauereigelände entlang der Stuttgarter Neckarstraße dem Erdboden gleichzumachen. Heute bietet auf dem ehemaligen Brauereigelände das Le Meridien Hotel eine angenehme Unterkunft. Wenig erinnert an die Gärbottiche und Lagerkeller der Wulleschen Tradition.

Das markante rote und runde Wulle-Logo mit dem Brauereistern verschwand aus den Schankräumen und Getränkeverlagen. Zuvor galt das Bier hinter dem Markenzeichen für zahlreiche Durstige im Südwesten als Inbegriff Stuttgarter Braukultur. Manche sagen, das beste Bier der Stadt. Alte Werbetafeln in Traditionsgaststätten, Krüge und Aschenbecher auf den Flohmärkten, irgendwie blieb der sehnsuchtsvolle „Wir wollen Wulle!“ Spruch doch stets in greifbarer Nähe, auch wenn die Krüge trocken blieben.

Mosaiksteinchen im Gefüge internationaler Brau-Giganten

Jetzt kommt die Brauerei Dinkelacker ins Spiel, die die Markenrechte von Wulle und diverse zugehörige Braustätten übernahm. Weitere Brauereien wurden aufgekauft, wie Sanwald und Cluss. Nach der Wiedervereinigung folgte Mauritius in Zwickau. Im internationalen Expansionsgeschacher ging der mittlerweile zur Dinkelacker-Schwabenbräu AG angewachsen Brauereikonzern 2004 an InBev, die im gleichen Jahr aus dem Zusammenschluss der belgischen InterBrew mit der brasilianischen AmBev zur Nummer Eins im internationalen Getränkemarkt gewachsen war.

Im Januar 2007 übernimmt Wolfgang Dinkelacker, der Urenkel des Firmengründers, das Unternehmen. Er überführt die Brauerei – nunmehr die einzige unabhängige Brauerei in Stuttgart – in Familienbesitz zurück. Dinckelacker erinnert an regionale Wurzeln und Verpflichtungen und stellt ein Gegengewicht zu den wenig charaktervollen Fernsehbieren für die breite, anspruchslose Masse.

2008 dämmert eine Erinnerung an die Traditionsmarke Wulle herauf. Der Ruf „Wir wollen Wulle!“ wird erhört und im Februar desselben Jahres, 37 Jahre nach der Schließung, darf der alte Bügelverschluss an der Wulle-Flasche endlich wieder ploppen. Ein Brauer der geschlossenen Brauerei wurde ausfindig gemacht und mit in den Neustart einbezogen, damit die Neuauflage möglichst nah an das bewährte Vorbild heranreicht.

Neben der 0,33 l Bügelflasche ist mittlerweile auch eine 0,5 l Euroflasche mit dem hellen Vollbier mit 5,0 % Vol. erhältlich. Also: Wer will Wulle?

Photo credit: DBB

Ein Kommentar

  1. Harald Wulle

    Es ist nicht schlecht wenn es ein Bier gibt, das den gleichen Namen hat wie sein eigener Name. Wer kann das schon von sich behaupten. Das Wulle Bier schmeckt auch gut. Man findet es leider noch nicht so oft im Handel.
    ICH WILL WULLE
    M. f. G. Wulle

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