Die traditionelle Röstung in Drehtrommelmaschinen bekommt neuen Schwung. In der ökologisch zertifizierten Kaffeemanufaktur BlankRoast an der deutschen Weinstraße wurde eine ungewöhnliche Idee zur Realität: Seit einem Jahr röstet der kreative Traditionalist Holger K. Blank in Bad Dürkheim Kaffeebohnen mit Rebenholz.
Blank (Bild links) erkannte, dass Wein und Kaffee viel miteinander gemein haben: Wein bringt es auf über 300 Aromen, bei Kaffee sind es sogar bis fünfmal so viele.
Unmittelbar nach der zweiten Röststufe fügt Blank kleine, relativ feuchte Rebenholzstückchen von regionalen Bio-Winzern hinzu. So werden die Bohnen zum Abschluss der Röstung noch einmal mit Feuchtigkeit versorgt und nehmen diese auf, was noch mehr Aromen weckt. Damit diese in den ätherischen Ölen der Bohnen erhalten bleiben, verlangsamt Blank den Ausgasungsprozess und den anschließenden Reifeprozess, indem er sie in Bariquefässern zwischenlagert.
Dass die Röstung von Kaffee ein sehr entscheidender Schritt in der Kaffeeherstellung ist, durch den Kaffee seinen Geschmack und seine Farbe erhält, haben auch die Brüder Dave und Mike Hartkop (Bild rechts) in den USA erkannt.
Aus einem Spiegel, einen Dampfkochtopf und einer alten Satellitenschüssel wurde die Solar-Rösterei mit dem Namen Helios4 in Pueblo im US-Bundesstaat Colorado. Helios4 ist eine Hybridanlage, die an Sonnentagen nur mit Sonnenlicht auskommt. Das reduziert CO2-Emissionen, spart Energie und bringt die natürlichen Öle des Kaffees hervor.
Dieses Aroma Roasting gibt den Bio-Kaffeebohnen ein reicheres Aroma. Die empfindlichen Kaffeebohnen trocknen nicht so stark aus und können länger geröstet werden. Das Ergebnis ist ein intensiver, weicher Geschmack ohne einen bitteren oder verbrannten Abgang. In Deutschland vertreibt den sonnigen Kaffee die Firma Frische Marken.