Pimm‘s Cup. Für jeden Sommer gemacht.

Cocktails 18.6.2013 1 Kommentar

It‘s Pimm‘s o‘ Clock somewhere. Wer einmal im Sommer in England war, der kennt diesen Spruch. Irgendwo ist immer die richtige Zeit für einen Pimm‘s Cup. Aber was ist denn das Besondere an dieser englischen Erfrischung und was benötigt man um einen leckeren Pimm‘s Cup zuzubereiten?

In dieser Woche wenden wir uns sowohl an Bartender als auch an den privaten Cocktailmixer. Wenige Drinks lassen sich auch in den eigenen vier Wänden so einfach zubereiten und gelingen immer wie der Pimm‘s Cup. Abgesehen davon schmeckt er beinahe jedem und lässt sich aufgrund seines geringen Alkoholgehalts auch schon mal am Nachmittag trinken. Zum Beispiel während einer Partie Croquet.

Die Geschichte des Austern verkaufenden Bauern

Seine Ursprünge hat der Pimm‘s Cup allerdings nicht in klassisch englischen Freizeitaktivitäten, sondern in einem Londoner Austernrestaurant. James Pimm, der Sohn eines Bauern aus dem Südosten Englands, begann in London als Händler für Meeresfrüchte. 1823 eröffnete er sein erstes Austernrestaurant gegenüber dem Buckingham Palace. Wahrscheinlich hätte dies schon gereicht, um sich ein gutes Auskommen im damaligen London zu sichern. Pimm ging aber einen Schritt weiter. Vier Restaurants kamen in kurzer Zeit hinzu und in jedem von seinen Gästen empfahl er seinen eigenen Cocktail aus Gin, Zucker und Gewürzen als verdauungsfördernden Aperitif.

Dieser Cocktail wurde auch in anderen Restaurants der Stadt so erfolgreich, dass 1851 eine industrielle Produktion gestartet wurde, um die Nachfrage bedienen zu können. 1865 verkaufte Pimm dann seine Firma und die Namensrechte welche über die Jahre mehrfach den Besitzer wechselten und heute bei Diageo liegen.

Hingucker für Terrasse und Restaurant

Mittlerweile ist der Pimm‘s Cup das klassische Getränk auf nahezu allen Veranstaltungen, die in England stattfinden und auch in Deutschland erfreut sich die der Mix aus Pimm‘s, Früchten und Limonade in jedem Sommer wieder wachsender Beliebtheit und streitet sich mit Sprizz und Co. um die Terrassenbesucher.

Zusätzlich ist er auch bei den meisten Bartendern sehr beliebt und nicht jede Bestellung wird mit einem Stirnrunzeln bedacht, wie es anderen Modegetränken oft widerfährt.

Philipp Schwarz aus dem Schmock in München sieht den Pimm‘s Cup als idealen Drink für die Terrasse. Mit vielen frischen Früchten und Minze garniert ist er ein absoluter Hingucker. „Ein frischer, leichter Sommerdrink der optisch hervorsticht.“

Auch der Frankfurter Branimir Hrkac, Betreiber der Bristol Bar, ist großer Fan des englischen Klassikers. Seiner Meinung nach ist der Sommer die Zeit der herben Erfrischungen. Trockene und kräutrige Noten sind in den letzten Jahren auf dem Vormarsch. Eben jene Aromen, die sich mit Limonaden kombinieren lassen und somit einen leichten aber dennoch charaktervollen Drink ergeben. „Sehr präsent aber nicht aufdringlich.“ So beschreibt er die Takt gebenden Spirituosen des Sommers. Und zweifelsohne reiht sich Pimm‘s in diese Kategorie ein.

Bleibt noch die Frage der Zubereitung. Während man in England Pimm‘s meist mit Zitronenlimonade auffüllt hat sich im Rest der Welt häufig die Variante mit Ginger Ale durchgesetzt. Minzblätter und Gurkenscheiben sind ein Muss. Je nach Geschmack darf der Drink aber auch mit allen anderen frischen Früchten garniert werden.

Pimm‘s Cup

6 cl   Pimm‘s No. 1

frische Früchte und Kräuter (z.B. Gurkenscheiben, Erdbeeren, Minze, Orange,   Zitrone, Beeren und Äpfel)

15 cl Ginger Ale oder Zitronenlimonade

Glas: Highball

Garnitur: Minze

Zubereitung: Fruchtstücke in das Glas geben, mit Eiswürfeln auffüllen und Limonade hinzugeben. Pimm‘s floaten, vorsichtig umrühren und mit Minze garnieren.

Der Pimm‘s Cup lässt sich hervorragend in größeren Mengen vorbereiten in dem man einfach alle Zutaten in einer Karaffe verrührt.

Zudem versucht Pimm‘s derzeit auf dem englischen Markt mit Innovationen zu punkten. Nachdem die frühen Varianten mit Whisky, Cognac und Vodka weitestgehend wieder vom Markt verschwunden sind, findet man derzeit die Trendaromen Brombeere-Hulunderblüte als Sonderabfüllung.

Varianten und Konkurrenten

Auch andere Firmen haben versucht ihre eigene Variante auf den Markt zu bringen. Zum Beispiel Plymouth mit ihrem Fruit Cup, der in Zusammenarbeit mit Wayne Collins entstand, aber mittlerweile nur noch im Shop in der Destillerie verkauft wird. Unverständlich, wieso diese Kategorie komplett einer Marke überlassen wird.

Wer sich seine eigene Variante eines Pimm‘s machen möchte findet einen Ansatz im Art of Drink Blog von Darcy O‘Neill.

O‘Neill empfiehlt ebenso den Pimm‘s mit Kräutern und Früchten kurz und sehr vorsichtig zu shaken. So vermischen sich die Zutaten besser und verbreiten ihr Aroma im gesamten Cocktail.

Wer eine exquisite Version seines Pimm‘s Cup servieren möchte der verzichtet auf Limonaden und füllt den Cocktail mit Champagner auf. Ein Pimm‘s Royal ist das Ergebnis.

 

Bildquelle: aboutpixel.de / Towerbridge © trashhero

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