Der moderne Bartender. Eine technische Überzüchtung.

Debatte 30.6.2013 64 comments

Natürlich. Die Bar ist die größte Bühne der Welt und jeden Abend wechselt das Publikum und die Protagonisten dürfen sich jeden Abend erneut beweisen. Nur fällt es manchen Bartendern anscheinend zusehends schwerer tolle Dramaturgie von unnötiger Übertreibung zu unterscheiden. Oft entsteht wahre Spannung halt im Dialog. Nur selten im Monolog.

Der Dialog soll dabei das tatsächliche Gespräch sein. Kommunikation mit dem Gast. Der Monolog hingegen ist die in sich gekehrte, sehr ruhige und abgekehrte Variante. Oder, wenn man so will, die schrecklich Langweilige.

Und gerade bei der so überkünstelten und unnahbaren Ausführung dieses sonst so sozialen Berufs sieht man immer wieder verschiedene Techniken und im gleichen Moment stellt man sich die Frage: „Wieso zum Teufel macht der das?“

Kindliche Übertreibung

Eine Sache, die mich seit Anbeginn nervt, ist dieses unsägliche Handabschlecken. Den vergoldeten Löffel eine gefühlte Ewigkeit im Rührglas kreisen lassen. Manchmal ist man versucht über den Tresen zu klettern, das Rührglas an sich zu reißen und direkt aus diesem zu trinken. Eine winzige Menge wird dann mittels des Löffels auf den Handrücken befördert, um diesen dann mit mehr oder -meistens- weniger Charme abzulecken.

Warum bitteschön greift diese Unsitte immer mehr um sich. Bartender gelten als neue Trendsetter wenn es um Stil geht. Chic und cool ist ihr Bild nach außen. Über jeden Zweifel erhaben.

Und dann ist es wirklich so, dass manche jeden Cocktail über den Umweg Handrücken probieren müssen? Es gab Zeiten zu denen war das Probieren eines Cocktails ein Zeichen von Unsicherheit. Wisst ihr denn nicht wie Eure Cocktails schmecken? Seid ihr euch unsicher? Jeder Koch probiert seine Zutaten bevor er sie verwendet. Aber keiner schneidet sich ein Stück von seinem Steak ab bevor es in den Service geht.

Zu jeder Flasche in Eurer Bar könnt ihr aus dem Stegreif stundenlang über Aromen und Herstellung rezitieren, eure Ausgießer sind exakter als ein Eichgesetz es vorschreiben würde und noch dazu sind Jigger wieder so gefragt und chic, dass sie schon wieder als Sammlerobjekt gelten. Und wie sich manche mit dem Jigger bewegen, hat in puncto Anmut beinahe etwas von einem Tanz. Elegant und rhythmisch wird die Flüssigkeit in den Shaker gegossen, kein Tropfen geht daneben. Dann das künstlerische rühren auf exakt -18°C kaltem Eis. Und dann müsst ihr das Ergebnis von Eurem Handrücken abschlecken wie kleine Kinder ihre Ahoi Brause?

Es sind keine hygienischen Grüne die mich stören. Ich gehe davon aus, dass professionelle Bartenderhände in etwa so oft gewaschen werden wie die von Chirurgen. Eher schon der seifige Unterton, der den Geschmack des Cocktails verfälschen könnte, lässt mich lächeln. Aber mehr als alles andere stört dieses hässliche Gesamtbild. Das Abschlecken der Hand. Noch dazu wo dieses Probieren so unnötig erscheint. Schließlich werden die Drinks jeden Abend immer wieder nach gleichem Rezept hergestellt.

Selbst Zitronen- und Limettensaft, der schon in der Vorbereitung gepresst wird, lässt sich abschmecken und man weiß, wie man ihn am Abend zu dosieren hat.

Das Allerschönste ist ohnehin, dass von 100 probierten Cocktails keiner mehr nachgebessert wird. Es sind also alle perfekt.

Ein Probieren einzelner Cocktails ist also keine Notwendigkeit, sondern Show. Jemand möchte seinem Gast suggerieren: „Sieh her, diesen Drink habe ich nur für Dich gemacht.“ Was ja auch eine Art sein kann seinen Service überzeugend darzustellen.

Aber bitte nicht so. Wenn ihr schon probieren müsst, dann greift auf die alte Variante mit einem Strohhalm zurück. Oder kalkuliert für 0,5cl mehr und schenkt euch diese in ein Glas.

Katzenbilder bei Mixology

Und wenn ihr die Kritik immer noch für vollkommen übertrieben haltet, dann tut mir einen Gefallen. Wenn ihr das nächste Mal eine Katze seht, die sich die Pfoten ableckt, dann versucht euch mal vorzustellen, wie diese aussehen würde, wenn sie dabei auf ihren Hinterbeinen stünde. Möchtet ihr wirklich so von Euren Gästen wahrgenommen werden?

Also mal konkret. Macht euch ein bisschen weniger Gedanken um die Show, die ihr beim Mixen um den Drink macht. Jeder Gast wird es euch danken, wenn ihr euch mehr auf den Dialog als auf den Monolog konzentriert. Es sind ja auch die schönsten Theaterstücke, in denen die Schauspieler ihren Text auswendig kennen. Vielleicht improvisieren sie auch manchmal und geben dem Stück eine ungeahnte Note. Wenn der Schauspieler aber auf der Bühne steht und seinen Text ablesen muss, dann ist die Spannung schnell dahin. Der Zuschauer konsumiert dann vielleicht noch aber im schlimmsten Fall schaltet er komplett ab und das Stück läuft bedeutungslos an ihm vorbei.

Übertragen auf die Bar bleibt einem Gast sicherlich eher der Abend in Erinnerung, bei dem er zu einem tollen Drink gut unterhalten wurde. Das Bild des Pfoten leckenden Bartenders darf man getrost als keine gute Unterhaltung sehen.

64 comments

  1. Eric Bergmann

    Tut mir leid, aber diese Ausführung kann ich absolut nicht teilen.
    Natürlich kann man alles übertreiben, und ich hasse es z.B. auch wenn Fachkollegen ihren Handrücken mit dem Löffel berühren, allerdings kenne ich keinen guten Koch der seine Speisen nicht abschmeckt bevor er sie zum Pass schickt.

    Da ich bei mir alle Säfte à la minute presse ist es eine absolute Notwendigkeit die Drinks zu probieren.

    Ausserdem werden die meisten Drinks an einem normalen Abend auf den Gast zugeschnitten, und nicht retorten-mässig rausgehauen.

    Fällt das Tasten mit Trinkhalm bei Dir auch in die No-Go-Kategorie?

  2. Eric Bergmann

    Wer lesen kann, ist klar im Vorteil:
    Vergiss den letzten Satz 🙂

    Allerdings habe ich zum Thema Steak etwas hinzuzufügen: abschneiden nicht, aber mit der Fingerspitze wird getastet … das geht bei einem Drink leider nicht unbedingt 😉

  3. Arash

    Danke!

  4. Mike

    Na Herr Beier ,
    stand mal wieder Provokation auf dem Spickzettel ?
    Was soll das hier werden? Will sich Mixology von allem abwenden, für was dieses Magazin mal stand…
    Hier wurde lange Zeit hart für das abschmecken aller Drinks gerungen und nun kritisiert man das wie und ob es überhaupt nötig ist. In meinen Augen nur noch peinlich!
    Man darf getrost, die gewollt aber nicht gekonnten Starallüren mittelmäßiger Autoren als wunderschöne Anleihe sehen um der Leserschaft die letzte Lust auf Artikel in der Mixology zu vermiesen. Herr Beier, es nervt… Mindestens so sehr wie läufige Katzen in der Nachbarschaft. Bitte ändern!!!

    • Redaktion

      Lieber Michael Meinke,

      mit Erstaunen habe ich Deinen Kommentar gelesen. Erstaunen trifft es eigentlich nicht, vielmehr streifte mich ein Hauch des Absurden. Im Ernst, wer bist Du, um hier öffentlich auf unserer Plattform davon zu sprechen, „für was dieses Magazin mal stand“?
      Du wusstest nie, wofür dieses Magazin stand und weißt es auch heute nicht. Deine Haltung an sich wundert mich daher auch nicht, eher der Zeitpunkt Deiner Äußerung. Ich dachte, Du bist jetzt einigermaßen saturiert und etwas zur Ruhe gekommen, seit Du im Dienste von Diageo stehst.

      Denn als ich Dich kennenlernte, urteilest Du unser Magazin als kommerziell und zu industrienah ab. In einem Satz. In Deinem Amateur-Projekt in der Eisenacherstraße stehend und dazu noch in ein Heineken-T-Shirt gewandet. Nun, Du großer Antikommerz-Prophet hast Dich um satte 180 Grad gedreht, arbeitest heute für eines der größten Spirituosenunternehmen der Welt und meinst, die Lautstärke beibehalten zu können.

      Entschuldige, nicht in meinem Haus!

      Tatsächlich kann ich mich nicht erinnern, dass Du dieses Magazin jemals verstanden hast und selbst, wenn Du Dich jemals positiv dazu geäußert haben solltest, verbuche ich das als wohl kalkulierte Äußerung, die Dir im Rahmen dieser Plattform in der Öffentlichkeit nützen sollte.

      Kürzlich steckte mir jemand, dass Du in Deinen Workshops, von denen ich sonst eigentlich nur Positives höre, erzählst, dass für MIXOLOGY „keine richtigen Bartender mehr schreiben“. Das war auch so ein absurder Moment. Michael Meinke, der niemals professionell als Bartender gearbeitet hat, erklärt in seinen Workshops, dass für MIXOLOGY keine richtigen Bartender mehr schreiben.

      Du bist damit lustigerweise nicht allein. Erst kürzlich kam die gleiche Äußerung aus dem Munde anderer Markenbotschafter, die schon lange nicht mehr selbst aktiv hinter dem Tresen stehen. Was dieses dämliche Totschlagargument anbetrifft, hat unser Autor (und, oh Schreck, Bartender!) Nils Wrage ein paar schöne Worte gefunden.

      http://mixology.eu/aktuelles/wettbewerbe/top-spirit-gault-millau-%E2%80%9Ebarmann-des-jahres%E2%80%9C-kenny-klein/ (bitte zu Kommentaren scrollen!)

      Urbi et orbi hast Du Dich, Michael Meinke, früher als Barbetreiber oder Barbesitzer tituliert. Auch wenn wir nicht aus dem Journalismus kommen bei MIXOLOGY, haben wir dennoch von Anfang an das getan, was ein Journalist tun sollte. Genau hinsehen, die Fakten zusammensetzen. Das publizieren, was andere verstecken möchten. Nun, legen wir die Fakten auf den Tisch! Deiner Triobar, in der ich für Konsumationen nie einen Beleg ausgestellt bekam, verlieh das Finanzamt den Stempel „Liebhaberei“.

      Danach wähltest Du weiter den Weg in die Intransparenz, hast Deine „Bar“ (die Anführungszeichen sind bewusst gewählt) in einem Vereinskonstrukt versteckt. Nun, jeder hat seine eigene Vorstellung von Bar und Bartending. Das sind keine geschützten Begriffe. Du kannst Dich also öffentlich titulieren oder positionieren, wie Du magst.

      Aber bitte erzähle unseren Lesern hier auf MIXOLOGY nicht, wofür dieses Magazin stand oder steht! Dieses Magazin ist in einer Bar entstanden, tatsächlich von Bartendern gegründet worden und wählte den Titel „Magazin für Barkultur“. Und Teil dieser Kultur ist es, jemandem die Tür zu weisen, wenn er nicht weiß, wie man sich am Tresen verhält. „Starallüren mittelmäßiger Autoren“ aus dem Mund von jemanden, dessen Gastbeiträge in MIXOLOGY früher selbst nach hartem Editieren in fast jedem Satz ein „Ich“ enthielten….

      Michael Meinke, ich denke Diageo sollte nicht nur die Beiträge in Deinem Blog filtern und zensieren, sondern auch Deine Kommentare in sozialen Medien. So, Rechnung geht aufs Haus und dort drüben ist die Tür!

      ———————-

      Was die anderen Leser und Kommentatoren angeht – beim Lesen von MIXOLOGY kann es passieren, dass man sich in den endlosen Nebensatzkonstruktionen von Oliver Ebert verliert oder über ein schiefes Katzenbild von Marco Beier stolpert. Nun, das kommt vor, wenn Bartender schreiben. Unsere Autoren sind eben keine Abgänger des Literaturinstituts Leipzig.

      Man kann sich allerdings, so man möchte, auch mit den Fakten im Text befassen, wie es tatsächlich einige von Euch getan haben.
      Ich persönlich bin nämlich ein wenig sauer auf Marco Beier. Er hat mir tatsächlich mein Thema weggeschnappt! Mich nervt die Schlotzerei nämlich kolossal! Ich würde es gerne einmal von jemandem fachlich und sachlich begründet bekommen, weshalb diese Verkostungstechnik ein Muss ist.

      Erst kürzlich sah ich ein Video von Atalay Aktas‘ Präsentation bei Diageo World Class. Ein absoluter Hingucker. Der Barmann mischt seinen Drink in technischer Perfektion, erzählt dabei souverän eine Geschichte von Zutaten und Inspiration. Und dann, kurz vor dem Klimax, dem großen Finale, dem Hinstellen des Drinks vor die gebannt lauschende Jury, „schlurp!“, leckt er sich den Handrücken ab. „Der Gast soll sich die Finger nach diesem Drink ablecken! Nicht der Bartender!“ schießt es mir in dem Moment durch den Kopf.

      Die Technik, die ich vor dem Aufkommen des Schlotzens als etabliert ansah, war das Verkosten mit Strohhalm. Idealerweise mit der anderen Hand zusätzlich abgeschirmt vom Gast. Wer mit dem dreiteiligen Shaker arbeitet, kann wiederum die Verschlusskappe zum Probieren verwenden. Macht drei mir bekannte Varianten:

      a) Strohhalm
      b) Verschlusskappe Shaker (3-Teiler)
      c) Schlotzen

      Was nun spricht ausgerechnet für c)? Der ästhetische Aspekt? Nicht wirklich, oder? Nun, was ist es dann? Bequemlichkeit? Klar ist, dass ihr alle in unterschiedlichen Bar-Konzepten arbeitet. Manche müssen mehr probieren, andere weniger. Freue mich auf durchdachte Begründungen in den Kommentaren.

      Beste Grüße

      Helmut Adam

      P.S. Ja, ich habe es ganz bewusst „Schlotzen“ genannt. Wer sich daran stört, kann bei dem Wort „Vorsichtiges Abnehmen der Probiertropfen vom Handrücken unter Zuhilfenahme der Lippen“ einfügen. 🙂

  5. Adrian Schulz

    Die Fähigkeit an sich selbst zu zweifeln ist eine große Tugend !!! Ich probiere meine Drinks WEIL ich das Ziel habe jeden Gast zu hundert Prozent zufrieden zustellen. Ich gebe dem Gast auch ein Sicherheitsgefühl dass ich nicht irgend ein abgefuckter bargott bin!
    Bei dem Dialog Thema gebe ich ihnen recht ein Barkeeper bleibt ein Dienstleister und Handwerker nicht jeder Gast möchte etwas von der neusten Infusion hören oder deiner neusten Kreation es gibt Werte meiner Meinung nach für die dieser Beruf steht und da gehören Demut und Bescheidenheit ganz oben dazu!!! Leider ist es selten dass man in den sogenannten guten Bars das erfährt !! Viele bratender feiern nur noch sich selbst und vergessen das wirklich wichtige dem Gast ein Gefühl zu geben, das er nicht vergisst ein Gefühl des vergessen ob das mit einem lächeln, gutem Service einem Glas Wasser oder einem vorher abgeschmecktem Drink ist ist völlig egal!!!
    Ach ja ihr Vergleich mit dem gleich halte ich für sinnfrei bei allem Respekt

  6. Touri

    Was für ein Schmarn. Klar, der Koch kann sein Steak nicht probieren. Aber kann er es kontrollieren? Ja, anhand von anderen Sensorischen informationen. Ausserdem wird er die Sauce vorher mehrfach abgeschmeckt haben. Und wenn man schon Apfel mit Birnen vergleichen will, dann aber auch premium Birnen mit premium Apfelen.
    Heinz Winkler, einer der höchst dekorationssten Küchenchefs in Deutschland, schmeckt JEDEN Teller, der seine Küche verlässt, persönlich ab. Wohl nicht weil er unsicher ist oder seinem Team an Top-Köchen nicht vertraut. Nein, sondern weil er für jeden Gast ein genau abgestimmtes und perfektes Erlebnis möchte.
    Klar, wenn man keinen Ansprüche stellt an seine Drinks oder sein Essen, dann kann man auch bei McDonalds essen, denn die „vertrauen“ ihrer Ware und ihren Anleitungen und schmecken die Bürger nicht ab.

  7. Joerg Meyer

    na ich weiss nicht – so einem nicht abgeschmecktem Artikel fehlen halt Balance und Finesse. Dann für lieber „abgeschmeckt“…

    eine Frage allerdings hätte ich Marco.

    Zitat:
    „Aber bitte nicht so. Wenn ihr schon probieren müsst, dann greift auf die alte Variante mit einem Strohhalm zurück. Oder kalkuliert für 0,5cl mehr und schenkt euch diese in ein Glas.“

    Warum ist die Strohalm Variante „alt“ und warum soll sie „besser“ bzw. „stilvoller“ sein?

    Beste Grüße

    Jörg Meyer
    Drink-Abschmecker

  8. Matthias Straka

    Danke Herr Beier,
    sie sprechen mir aus der Seele, das Handabschlecken ist so ziemlich das unsittlichste der Barkultur, welches in den letzten Jahren populär wurde.
    Es rangiert kurz hinter Finger anlecken um die Tassendeckchen vom Stapel zu nehmen ( vor zwei Wochen erst gesehen und fast gek….) und mindestes in der Liga- Taschentuch anspucken und seinem Kind die Mundwinkel abwischen.
    Bitte, Bitte nehmt den Trinkhalm. Shake fresh ms

  9. Sascha

    Ich gestehe, aber nicht alles!
    Ja, auch ich bin ein Drink-Abschmecker (geklaut von Herrn M.)
    Nein, ich habe keinen goldenen Löffel!
    Ja, natürlich kommt es vor, dass ich einen Drink nachbessere.
    Und nein, ich kenne nicht jeden Drink! Das Grundgerüst vielleicht, doch zaubern wir nicht alle gerne mal was neu interpretiertes? Haben wir nicht alle einen neuen Sirup oder sonst etwas selbstgerechtes was wir in einen Klassiker oder auch Key Cocktail einbauen?

    Schönen Feierabend
    ein unbelehrbarer (in diesem Fall)
    Sascha Thieben

  10. Goncalo

    Im Idealfall sollte jeder Drink abgeschmeckt werden, weil somit eine Überprüfung der Balance sichergestellt werden kann.

    Die Methodik der Abschmeckung sollte ebenso bedacht sein, wie das bedachte Resultat.

    Ein leckendender schmatzender Bartender ist ebenso unsexy, wie ein Jigger-Bessesener, der keinen vernünftigen Espresso servieren kann.
    G.

  11. Andreas Künster

    Verstehe den Artikel von hinten bis vorne nicht, widerspricht sich sowieso. Da hat jemand beim schreiben den Faden verloren. Erst Zeilen lang darüber schwadronieren, dass Abschmecken offensichtlich sinnlos ist um am Ende zu sagen: „Aber mit Trinkhalm ist in Ordnung!“

    Ich hab das mal korrigiert, oben steht ja Strohhalm. ich weiß ja nicht wer von uns Strohhalme an der Bar hat? Wir nicht, die Dinger sind auf Dauer ganz schön teuer. (So hab ich auch mal in ne Ecke geschissen).

    Trinkhalme an sich sind ein Kostenfaktor, der zwar im Einzelnen nicht ins krasse Gewicht fallen aber wenn ich über ein Jahr weg sagen wir mal so 100 Drinks im Schnitt am Abend machen und 80 davon teste DANN kommt da auch ne ordentlich Summe zusammen.

    Das ich hier noch auf den Küchenvergleich eingehe macht mir selbst schon fast Angst, da ich den ohne dem Autor zu Nahe zu treten schlichtweg DUMM finde!

    Ihr könnt doch nicht allen Ernstes einen Cocktail mit einem Stück Fleisch vergleichen!? Und ich dachte ich wäre neu in dem Metier hier. Aber wer mal mit Spitzenköchen gearbeitet hat der weiß, dass die Suppen, die Saucen und die Jus immer mal wieder abgeschmeckt werden um eine gleichbleibende Qualität zu gewährleisten.

    Und die Qualitäten der Pürees, des selbst gekochten Zuckers, der frischen Säfte kann immer mal schwanken. Also geht man auf Nummer sicher.

    ich bin mir nicht sicher ob in dem Artikel jetzt das Abschmecken oder das Ablecken der Hand kritisiert wird. Denke da ist sich der Autor selbst nicht sicher!?

    Von dem her ist der Artikel mal meiner Meinung nach ein ordentlicher Griff ins Klo! Hat leider keine Linie und reicht nicht mal aus um sich darüber aufzuregen dafür ist es schon fast zu plump!

    Zur Feier des Tages leck ich mir mal über die Hand oder soll ich die Pfote von einer meinen beiden Katzen nehmen? Man weiß es nicht, lasst euch überraschen!

    Oder noch besser; ich lecke in Zukunft einfach direkt den Rührlöffel ab und steck ihn danach wieder in Drink aber dann muss wahrscheinlich wieder mit einem Artikel gerechnet werden.

    In diesem Sinne:

    VON Bartender FÜR Bartender … weißte Bescheid!

  12. Mike Dötzer

    Endlich wird mal dieses peinliche Handrückenabschlecken angeprangert. Entgegen der Meinung des Autors sollten einige Drinks sehr wohl abgeschmeckt werden, aber dann doch bitte auf einer eleganteren Art und Weise.

  13. Jonas

    Im Schwäbischen ist der Begriff Schlecken zwar noch mal ein wenig anders behaftet, aber ich denke auch im normaldeutschen Sprachgebrauch benutzt man dieses Wort auch nur für das“ Zunge über etwas ziehen“.
    Ich habe noch nie einen Bartender seine Hand abschlecken sehen.
    Niemals.
    Und ich wage zu behaupten, dass das wirklich maximal eine verschwindend geringe Minderheit so macht.
    Aber es scheint ja jetzt Mode zu sein, von Einzelfällen und Randerscheinungen sofort auf das Gesamtbild der Bartender zu schließen.

    Grüße
    Ed von Schleck Jonas

  14. Eric Bergmann

    Second try in etwas abgewandelter Form, da der comment beim ersten mal (vor 14 Stunden) nicht freigeschalten wurde:
    Tut mir leid, aber diese Ausführung kann ich absolut nicht teilen.
    Natürlich kann man alles übertreiben, und ich hasse es z.B. auch wenn Fachkollegen ihren Handrücken mit dem Löffel berühren, allerdings kenne ich keinen guten Koch der seine Speisen nicht abschmeckt bevor er sie zum Pass schickt.
    Zum Thema Steak: Der Vergleich hinkt! Es wird zwar nichts abgeschnitten, aber mit der Fingerspitze wird getastet … das geht bei einem Drink leider nicht unbedingt 😉
    Es gibt übrigens auch bei Köchen schwarze Schafe die mit dem Finger direkt in die Soße/Suppe etc gehen 😉

    Da ich bei mir alle Säfte à la minute presse ist es eine absolute Notwendigkeit die Drinks zu probieren.

    Ausserdem werden die meisten Drinks an einem normalen Abend auf den Gast zugeschnitten, und nicht retorten-mässig rausgehauen.

  15. Redaktion

    Vielen Dank für die rege Kommentierung. Der Bartender Marco Beier hat ein Thema aufgeriffen, das in Gesprächen mit anderen Bartendern und auf Wettbewerben schon häufig diskutiert wurde und es in unserer Sonntagsrubrik „Debatte“ kritisch vorgestellt. Man ist nämlich tatsächlich auch Sprachrohr, wenn man die eigene Branche von allen Seiten beleuchtet. Kaum zu Glauben, aber wahr.
    Und da der Autor niemanden persönlich beleidigt hat, haben wir nur die Kommentare freigeschaltet, die sich bei aller (teils dennoch persönlichen Wortwahl) mit dem Thema befassen. Die üblichen sinnfreien und anmaßenden Wortrülpser wurden der privaten Selbstbejubelung überlassen.
    Die Redaktion wird auch zukünftig loben, porträtieren, berichten, kritisieren und debattieren. Die eitlen Geister dürfen dann entschuldigen, dass wir nicht „ihr“ Spachrohr sind und beleidigt sein oder Kritik als Majestätsbeleidigung auffassen und sich provoziert fühlen. Die anderen dürfen sich freuen, dass die Barkultur ein so weites Feld mit vielen spannenden Themen ist, über das sich so herrlich debattieren läßt.

    Vielen Dank – Markus Orschiedt

  16. oliver ebert

    Monologe der Weltliteratur (kleine Auswahl):

    Hamlet, Richard III u.a.; Shakespeare
    Faust, Proserpina; Goethe
    Don Juan und Faust; Grabbe
    Hamletmaschine, Heiner Müller
    Krapp`s Last Tape; Beckett
    Manfred, Byron
    Ajax, Antigone; Sophokles
    Dantons Tod; Büchner
    Einfach kompliziert; Thomas Bernhard
    Die menschliche Stimme; Cocteau, Poulenc
    Misterio Buffo; Dario Fo
    Krieg, Goetz
    Schatten, Jelinek
    4.48 Psychose, Sarah Kane
    Die Nacht kurz vor den Wäldern, Koltès
    Pygmalion, Rousseau

    Innere Monologe der Weltliteratur (ohne Lyrik, klitzekleine Auswahl):
    Schuld und Sühne, Dostojewski
    Buch der Unruhe, Pessoa
    Ulysses, Joyce
    Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, Proust
    Bericht für eine Akademie, Kafka

    Und vieles mehr. Alles „schreckliche Langweilige“ und doch länger bleibend als der vorliegende Artikel und sein Autor.

    Zum Abschluss noch eine kleine Frage zum Nachdenken:
    Wieso werden Cocktails offen und vor dem Gast zubereitet und nicht in einem geschlossenen, abgetrennten Raum (z.B. Küche)?
    A: Um den Gast mit Satzdiarrhoe erschlagen zu können
    B. Um den Gast visuell zu unterhalten
    C: Weiß nicht

  17. Andreas

    Mich würde mal interessieren wie der viel und zu oft gehuldigte Jerry Thomas seine Drinks am Anfang seiner Karriere abgeschmeckt hat oder ob er das überhaupt getan hat?

    Trinkhalme wurden zumindest in der künstlichen Variante erst kurz nach seinem Tod erfunden!

  18. drinkmix

    Hallo Herr Beier,

    welche Katze wollen Sie mit der gespielten Bissigkeit hinterm Ofenrohr hervorlocken?
    Ich muss Herrn Meinke uneingeschränkt Recht geben.
    Provokation ist auf anderem Felde deutlich angebrachter, zum Beispiel in der Retrospektive.
    Dringend nötig ist das Überdenken der Inhalte einiger Texte, nach der letzten Diskussion von Herrn Kopp und der Kommentare des Herrn Chefredakteurs habe ich mir alle Ausgaben der letzten drei Jahre nochmal aus dem Regal gefischt und ein bisschen Hausaufgaben in Sachen Statistik gemacht. Danach bin ich der Meinung, das sich Herr Orschiedt überdenken sollte, oder zumindest er seine Aussagen. Gefühlt leidet aus meiner Sicht die Neutralität des Magazins aktuell unter gesponsorten Texten, oder Texten die durch Sponsorings oder Werbekunden motiviert sind.
    Um mal ein altes Thema aufzuwerfen, das oft dementiert wurde: Es waren genauso viele Artikel mit Berlin-Motivation zu lesen, wie die Summe aller anderen Städte! Ich weiß, dass Cocktail-Deutschland nicht nur Berlin ist!

    Aber wieder zurück Herr Beier: Mit angeblichen Fachwissen deklassieren sich die Handschlecker sowieso, weil die Haut eine Grundsäure enthält, die die Balance eines Drinks nicht wirklich widerspiegelt, somit verfälscht…. sich darüber aufzuregen zeigt aus meiner Sicht eher ein nicht ausreichend tiefes Wissen unseres Berufstandes!

    Qualitätskontrolle ist Pflicht, gar keine Frage.

    Gruß aus der Provinz (also ausserhalb Berlins…)

    P.S.: Zensur riecht nicht nach Offenheit, Herr Orschiedt. Ich gebe insofern Recht, dass einige anonyme Rülpser stinken und der Öffentlichkeit nicht zugeführt werden müssen, aber sobald ein Name dransteht, raus damit…

  19. Joerg Meyer

    Danke Markus,

    aber neben den üblichen Orschiedschen „Stellungnahmen“ bleiben noch ein paar Fragen/Einwendungen an den Autor offen …

  20. Roman Bickel

    Warum überhaupt so eine Diskussion.
    Jeder Barkeeper der gegenüber seinen Gästen ein Empfinden hegt perfekt gemixte Getränke zu servieren schmeckt ab (und das auch jeden Tag, und egal wie viele Manhattan er in seinem Leben schon gerührt hat).
    Auf welche Art und Weise man das tut sollte doch jedem selbst überlassen sein. Wenn man natürlich nur Wodka Bull schickt ist es egal.

    Gruß aus Berlin

  21. Eric Bergmann

    Dass der PH-Wert der Haut mit reinspielt ist nicht ‚von der Hand zu weisen‘. *5 € in die Wortspiel-Kasse*
    Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, daß man diesen gedanklich/geschmacklich mit einrechnen kann.
    In etwa so, wie beim Vorgang
    Drinkkorrektur -> es fehlt ein wenig Säure -> ein wenig Säure hinzufügen -> nicht unbedingt nochmal abschmecken müssen.

    Bei manchen Drinks funktioniert das, bei manchen weniger.

    Der Schwabe spart halt oft beim Trinkhalm-Verbrauch 😉

  22. Redaktion

    Auf die Gefahr hin, dass bei diesem unseren etwas unübersichtlichen Kommentarsystem dieser Teil meines oben bei Herrn Meinke geposteten Kommentars verloren geht, hier noch mal an passenderer Stelle:

    Was die anderen Leser und Kommentatoren angeht – beim Lesen von MIXOLOGY kann es passieren, dass man sich in den endlosen Nebensatzkonstruktionen von Oliver Ebert verliert oder über ein schiefes Katzenbild von Marco Beier stolpert. Nun, das kommt vor, wenn Bartender schreiben. Unsere Autoren sind eben keine Abgänger des Literaturinstituts Leipzig.

    Man kann sich allerdings, so man möchte, auch mit den Fakten im Text befassen, wie es tatsächlich einige von Euch getan haben.
    Ich persönlich bin nämlich ein wenig sauer auf Marco Beier. Er hat mir tatsächlich mein Thema weggeschnappt! Mich nervt die Schlotzerei nämlich kolossal! Ich würde es gerne einmal von jemandem fachlich und sachlich begründet bekommen, weshalb diese Verkostungstechnik ein Muss ist.

    Erst kürzlich sah ich ein Video von Atalay Aktas‘ Präsentation bei Diageo World Class. Ein absoluter Hingucker. Der Barmann mischt seinen Drink in technischer Perfektion, erzählt dabei souverän eine Geschichte von Zutaten und Inspiration. Und dann, kurz vor dem Klimax, dem großen Finale, dem Hinstellen des Drinks vor die gebannt lauschende Jury, „schlurp!“, leckt er sich den Handrücken ab. „Der Gast soll sich die Finger nach diesem Drink ablecken! Nicht der Bartender!“ schießt es mir in dem Moment durch den Kopf.

    Die Technik, die ich vor dem Aufkommen des Schlotzens als etabliert ansah, war das Verkosten mit Strohhalm. Idealerweise mit der anderen Hand zusätzlich abgeschirmt vom Gast. Wer mit dem dreiteiligen Shaker arbeitet, kann wiederum die Verschlusskappe zum Probieren verwenden. Macht drei mir bekannte Varianten:

    a) Strohhalm
    b) Verschlusskappe Shaker (3-Teiler)
    c) Schlotzen

    Was nun spricht ausgerechnet für c)? Der ästhetische Aspekt? Nicht wirklich, oder? Nun, was ist es dann? Bequemlichkeit? Klar ist, dass ihr alle in unterschiedlichen Bar-Konzepten arbeitet. Manche müssen mehr probieren, andere weniger. Freue mich auf durchdachte Begründungen in den Kommentaren.

    Beste Grüße

    Helmut Adam

    P.S. Ja, ich habe es ganz bewusst „Schlotzen“ genannt. Wer sich daran stört, kann bei dem Wort „Vorsichtiges Abnehmen der Probiertropfen vom Handrücken unter Zuhilfenahme der Lippen“ einfügen. 🙂

    • Eric Bergmann

      Nun, Herr Adam,
      die meisten hat meines Erachtens nach, nicht das ‚Geschlotze‘ an sich, an dem Beitrag echauffiert, sondern eher die grundsätzliche Abneigung gegen das Abschmecken, die hin und wieder während des Beitrags durchschien.

      Um aus meinem Blickwinkel auf Ihre Varianten einzugehen:
      a) Strohhalm -> praktisch, geschmacklich neutral, aber auf Dauer nicht günstig, ja wenn man es mit ‚grünen Augen‘ sieht, sogar umweltunfreundlich 😉
      b) Finde ich persönlich genauso schlimm wie ausgiebiges Schlotzen. Ich kann es ehrlich gesagt auch nicht richtig begründen, aber für mich sind Shaker sowie Shakergläser ein Werkzeug der Bar die nicht mit den Lippen berührt werden sollten.
      Wenn Speed-Shaker zu Drinkware umfunktioniert werden wird dies wiederum legitim -> Becher-Ersatz für Tiki-Drinks od. Juleps.
      Ich würde sogar einen Schritt weiter gehen: Mich ekelt es eher an, wenn ein Bartender nach dem Shaken einen Probeschluck aus dem Shakerglas nimmt (der Drink befindet sich natürlich dabei im Shaker-Tin!) als wenn er beiläufig, ohne grossen Zungeneinsatz und ohne laut zu schmatzen einen Tropfen, den er mit dem Barlöffel auf seinen Handrücken befördert hat, ohne diesen dabei zu berühren, kostet.
      c) Schlotzen, darunter verstehe ich ausgiebiges, geräuschvolles, mit der Zunge offensives ‚abroden‘. -> Geht auch nicht.
      Gegen „vorsichtiges Abnehmen“ habe ich nichts einzuwenden.

      • Redaktion

        Hallo Eric,

        Du hast Recht. Im vorliegenden Text ging es auch um die Tatsache des häufigen Verkostens an sich.

        Mir ist auch aufgefallen, dass das exponentiell zugenommen hat. Man kann das einerseits damit erklären, dass klassische Short Drinks eine große Renaissance erfahren haben. Und auch die Neukreationen der Bartender sich in Bereichen ansiedeln, wo ein Dash zu viel oder zu wenig die Balance des Getränks empfindlich stört.

        Ich habe aber den Eindruck, dass das, wie Marco es oben angedeutet hat, vor allem ein „Habit“ ist. Bartender imitieren andere Bartender. Ohne das eigene Tun zu hinterfragen. A la „wenn es Marian Beke tut, dann muss es doch richtig sein“. (Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, ob Marian seinem Handrücken ebenfalls in inniger Liebe zugetan ist.;)

        Um auf meine a) b) c) zurückzukommen.

        b) Ich stimme Dir voll und ganz zu, dass die Werkzeuge des Bartenders nicht an den Mund geführt werden sollten. Shaker-Glas ist ein absolutes NoGo. Entsprechend ist auch das Benutzen der Verschlusskappe irgendwie „unsauber“.

        c) Für mich sind die Hände des Bartenders ein verlängertes Werkzeug. Weshalb? Er arbeitetet im Gegensatz zum Koch vor dem Gast, auf Sicht. Und er benötigt die Hände als Werkzeug. Beispiel: Eine Zeste mit zwei Pinzetten auszudrücken – sieht komisch aus und dauert ewig.

        Sprich: der Bartender kommt vor dem Gast zwangsläufig mit Zutaten körperlich in Berührung. Die Hand zum Verkosten an den Mund zu führen, ist aus meiner Sicht das an den Mund führen eines Werkzeugs. Für mich ist da eine Grenze überschritten.

        a) Strohhalm ist hygienisch und ein sauberes, externes Tool. Sieht zugegebener Massen auch nicht spitzenmäßig aus, ist aber aus meiner Sicht der beste Kompromiss. Der „grüne Faktor“ ist dabei etwas zu vernachlässigen. Wenn man so argumentiert, müsste man auch wässriges Tropfeneis verwenden, statt in einer Tiefkühltruhe Würfel auf energiefressende -18 Grad Celsius hinunterzujazzen. Oder aufwändige Mis en place-Arbeiten wie Sirupkochen einstellen, wenn das kommerziell erhältliche Produkt die bessere Energiebilanz aufweist.

        Du wirst ja auch einem Koch nicht erzählen. dass er das Sous-vide-Kochen aus „grünen Gründen“ doch bitte einstellen soll.

        Soviel erst mal aus der Hüfte geschossen. Muss jetzt Kirschbrände verkosten. Danke auch von meiner Seite für das Annehmen der Diskussion, Eric!

        Grüße, Helmut Adam

  23. Roland Hoppenheit

    Ist weniger mehr?
    Klar sollte man die Drinks probieren und gegebensfalls nachbessern.
    Im laufe der Jahre habe ich immer wieder beobachtet, wie Barkeeper einen Drink mit Trinkhalm oder Tropfen auf der Hand probieren. Im Prinzip habe ich nichts dagegen, solange der Drink noch nicht im Cocktailglas ist.
    Ich Frage mich aber – muss man einen Drink den man 200,300 500 mal gemixt hat immer wieder probieren? Der Barkeeper benutzt penibel seinen Messbecher, jede Zutat wird genau abgemessen, der Cocktail wurd zum 462 mal gemixst und nun prüft der Keeper sein Ergebnis. Warum tut er das?
    Es ist sehr wichtig die Drinks zu probieren -nur- sollte der Barkmeeper nicht immer so ein Theater daraus machen.
    Roland Hoppenheit

  24. Volker Seibert

    Ich kann mich nicht so eloquent ausdrücken wie Ihr alle ,aber ich denke Sie werden es verstehen..!
    Am Abend rühre ich ca.20.-80 Drinks…
    meistens bis zu 2oder 3 gleichzeitig….ich höre während dessen meinen Namen 3 mal….muss auf die Tür schauen,die Antworten des Gastes beantworten und und und…Ich bin froh das ich zwischendurch den Drink leise und schnell ohne schmatzen & Show abschmecke ,weil immer wieder in der Hektik was vergessen kann!
    Zudem verändert sich unser Eis den ganzen Abend …wie lange es in der gekühlten Eiswanne rumliegt und ich habe unterschiedliche Mengen von Schmelzwasser…..
    Bei einem Preis von durchschnittlich 14 Euro & verwöhnten Gästen bin ich in der Pflicht optimale Qualität zu liefern…
    Wir sind nur Menschen und auch ich habe öfters durch nichtabschmecken Drinks versaut!!!
    Wir haben zwei offene Stationen wo uns die Gäste den ganzen Abend auf die Finger schauen und ich hatte nie den Eindruck das Abschmecken den Gast stört!!
    Bei meinem Kollegen teste ich noch regelmäßig seine Drinks ohne große Show und erwarte auch von ihm zu testen das er eine gewisse Sicherheit bekommmt!
    Gerade bei unseren Ageing Geschichten finde ich es interessant wie unterschiedlich Drinks sein können,da möche ich das DEZENTE abschmecken ncht missen!
    Mfg. Volker

    • Eric Bergmann

      Vielen Dank Herr Seibert,
      Sie sprechen mir aus der Seele!

      Ich bin absolut Ihrer Meinung.
      Hierzu, wie bereits von mir gestern (leider nur auf Facebook) gepostet:
      “ Ich verstehe nicht wie man 4 Stunden nach Schichtbeginn einen idealen Martini […] ohne ihn selbst zu tasten hinbekommen soll. Das Eis hat nicht mehr die Temperatur wie zu Anfang, der Gin ist vielleicht nicht mehr so gefrostet wie vorher etc. etc. ..“
      Genauso, was die große Show angeht:
      „Ich nehme nicht mich zu ernst, sondern wohl eher den Drink. Ich möchte dem Gast das bestmögliche Produkt bieten, welches in meiner Macht steht. Der Gast soll sich nicht an mich, sondern an den geilen Drink, den er bei mir getrunken hat erinnern.“

      Ich taste einen Drink nicht aus Showgründen. Wenn das so wäre, würde ich wieder anfangen Flaschen zu schmeissen. Ich taste einen Drink weil er perfekt für den Gast sein soll.

      Was Herrn Hoppenheit angeht:
      In der Regel ändern sich die Rezepte bei mir. Der eine Gast bevorzugt seinen Drink etwas saurer, der Andere etwas süßer, wieder ein Anderer kräftiger… Hier ist meiner Meinung nach Qualitätskontrolle der Schlüssel.

  25. Marco Beier

    Hoppala.

    Ich bitte zu entschuldigen, dass ich mich erst jetzt zu Wort melde. Musste mich erst einmal sammeln. Nein, das Pflegen meiner Starallüren brauchte heute etwas länger und so komme ich erst jetzt dazu, mich mit den Kommentaren auseinanderzusetzen.

    Vielleicht ein paar klärende Worte vorweg. Ja, ich stehe noch hinter der Bar. Vier Mal die Woche. Ich denke damit darf ich mich weiterhin als Bartender sehen. Neben meiner Tätigkeit an der Bar darf ich für die Mixology schreiben. Ich gebe ganz vielen der Kommentierenden, vor allem Helmut, Recht. Ich habe das nicht gelernt, freue mich aber über die Möglichkeit, die mir hier gegeben wird.

    Helmut, das ich dir das Thema geklaut habe tut mir leid. Absprachefehler. Den nächsten Shitstorm erntest dann du.

    Nun ist es so. Allen Autoren, ob Bartender oder nicht wird sehr freie Hand gelassen. Manchmal denke ich auch, dass ein wenig mehr Einschränkungen wahrscheinlich einen ruhigeren Betrieb garantieren würde. Je mehr Einblick ich aber in die Mixology Redaktion bekomme, desto mehr erscheint mir, dass man auf diese Art von Ruhe keinen sonderlichen Wert legt.

    Ich fasse mich mal kurz. Die Meinung einzelner Autoren spiegelt nicht automatisch die Meinung der gesamten Redaktion wider. Bitte noch mal lesen und verstehen.

    Die überspitzte Darstellung ist durchaus eine Form Reizpunkte zu setzen. Möchte ich das? Andere Reizen und aus der Reserve locken? Ja.

    Je nach Persönlichkeit lassen sich die einen auf eine Diskussion ein, andere pöbeln. So ist es halt.

    Das Katzenbild mag etwas verstörend wirken, das gebe ich im Nachgang gern zu. Es war einfach meine erste Assoziation kombiniert mit dem Internetphänomen der allseits nervenden Katzenbilder. Vielleicht etwas weit hergeholt.

    Aber der Grundton meiner Gedanken scheint ja getroffen zu haben.

    Nur frage ich mich, wo ich jemanden persönlich beleidigt habe. Das scheint ja der Fall zu sein, wenn ich so persönliche Retourkutschen einfahre. Noch dazu, das sei kurz erwähnt, allesamt von Personen die ich privat nie getroffen habe und die mich gar nicht kennen. Wenn man also die Debatte um guten Stil ausrollen möchte, sollte man möglichst versuchen, ihn selbst zu bewahren.

    Aber gut. Wenn es schon persönlich sein soll, dann möchte ich auch auf jeden von euch eingehen.

    @Eric Bergmann: Es muss dir nichts leid tun. Du darfst eine eigene Meinung haben. Mit deinem ersten Kommentar keimte bei mir Hoffnung auf eine Diskussion, die sich dem Für und Wider dem Abschmecken und der verschiedenen Varianten widmet. Danke für deinen Ansatz.

    @Arash: Bitte!

    @Mike: Wie gesagt, es gibt keine Spickzettel. Aber ja. In mir nagte der Wunsch nach Provokation. Helmut hat ja eigentlich schon alles zu einem Kommentar gesagt. Lass mich nur eins hinzufügen. Auch wir kennen uns nicht. Oder nur einseitig. Ich war einmal Gast in Ihrer Bar. Sie hingegen noch nie bei mir. Ich kann nicht sagen, dass ich etwas vermisse. Weder ihren Besuch bei mir noch weitere Besuche meinerseits in ihrer „Bar“. Dass sie an dieser Stelle die persönliche Keule auspacken, bestätigt lediglich das Bild, das ich von Ihnen in Ihrer Bar gewinnen durfte.

    @Adrian Schulz: Ich gebe Ihnen Recht. Mal über sich selbst nachzudenken, schadet nie. Ob man nun den demütigen Gastgeber gibt, der alles Recht machen will oder der abgefuckte Bargott ist, ich denke das kann man am Konzept der Bar ausmachen. Wie gesagt, will ich provozieren. Mit einem „man kann so oder auch so“ erreicht man das gewöhnlich nicht.
    Auch Ihnen einen herzlichen Dank für einen sachlichen Kommentar. Ein anderes Zeichen von Größe. Den letzten Satz allerdings verstehe ich nicht. Ob mit oder ohne Respekt.

    @Touri: Mal dumm gefragt. Was macht denn der Herr Winkler, wenn der Geschmack seines Gastes und der seine ganz weit auseinandergehen? Hat ihm dann das Abschmecken geholfen oder muss er vielleicht am Ende des Abends sagen, dass man nie 100% zufriedene Gäste hat?

    @Jörg: Schade. Von dir hätte ich mehr Biss erwartet.
    Nun ja. Alt. Wahrscheinlich ist sie nicht älter, sondern einfach nur weiter verbreitet. Besser ist sie WEIL stilvoller. Kein Bartender der stets seine Hand im/am Mund hat. Optisch ist das alles andere als reizvoll. Und müsste man nicht für eine vollkommene Sicherheit an der Qualität unter Bedingungen testen, unter denen der Drink dann auch serviert wird? Also aus einem vorgekühlten Glas.
    Für weitere Fragen stehe ich gern zur Verfügung.

    @Matthias: Danke für den Zuspruch

    @Sascha: Das sei dir auch nicht genommen. Ja, wenn es ein Drink ist, den ich nicht alle Tage mache, oder gar eine neue Kreation, natürlich ist dann Abschmecken angesagt. Oder besser gesagt: Kontrolle. Ich bin nur der Meinung, dass man nicht jeden Abend jeden Drink abschmecken muss. Wahrscheinlich gar nicht kann. Irgendwann ist da die Zunge überfordert.

    @Goncalo: Wie gesagt: unterschiedliche Meinungen. Etwas sehr gutes, wenn man sie denn so zivilisiert vortragen kann. Danke dafür. Der nächste Espresso geht auf mich.

    @Andreas Künster: Die Kostenfrage ist natürlich eine zu Beachtende. Die habe ich tatsächlich ausser Acht gelassen. Weil es mir darum ging, die unästhetische Art des Handleckens zu beleuchten. Hoffe, damit dem Griff ins Klo zumindest einen Handschuh angezogen zu haben. Und bitte lassen Sie ihre Katzen aus dem Spiel.

    @Mike Dötzer: Gern dürfen einige Drinks abgeschmeckt werden. Mit der Betonung auf EINIGE. Eleganter ist das Stichwort. Danke.

    @Jonas: Schwäbische Zweideutigkeiten sind mir nicht bewusst. Ich denke, generell ist gehobene Barkultur in Deutschland in den meisten Fällen noch eine Randerscheinung. Und ja, durchaus werden manchmal Dinge thematisiert, die nicht essenziell für das große Ganze sind.

    @Oliver Ebert: Auch diese persönliche Schiene. Meine Bewunderung für den tiefen Einblick in die Monologliteratur. Ich bin guter Dinge, dass man in hundert Jahren nicht mehr über meine Artikel reden wird. Zumindest nicht mehr als über Ihre.
    Zum Gewinnspiel: Wenn jegliche Unterhaltung mit dem Gast in Ihrer Bar einem Wortdurchfall gleicht, so ist die visuelle Unterhaltung wahrscheinlich erstrebenswerter. Das Gespräch, dass ich vor einigen Wochen mit einem Ihrer Angestellten führte, war hingegen sehr kurzweilig und bisweilen lustig. Vielleicht kann man das ja ins Konzept integrieren.

    @Andreas: Das würde mich auch interessieren. Zumal er ja noch viel mehr mit schwankenden Geschmäckern und Qualitäten seiner Zutaten zu kämpfen hatte.

    @drinkmix: Interessant wäre es, Ihre Auswertung bezüglich unserer gesponserten Texte zu erfahren. Da wissen Sie wahrscheinlich sehr viel mehr als ich. Danke für Ihre Mühen. Noch mehr bedanke ich mich über ihren Zusatz der Grundsäure der Haut.
    Die Berlin-Provinz-Diskussion ist mir an dieser Stelle aber zu müßig und zu weit hergeholt. Bin schließlich auch in der Provinz stationiert.

    @Roman: Muss man nur Manhattan abschmecken? Oder gilt dieses Prinzip auch für Caipirinha, Long Island Iced Tea oder einen Coconut Kiss? Oder sind Bars, die solche Drinks servieren, per se keine Cocktailbars. Ein Urteil will mit Vorsicht gefällt werden. Beinhaltet es am Ende des Tages doch auch Bars wie das Schumanns oder das Le Lion.

    @Helmut: Danke. Ich nehme so schnell keine Themen mehr von deinem Stapel.

    So. Ich amüsiere mich dann über Katzenbilder bei Facebook. Vielleicht geht da ja ne Welle los. Persönlich empfände ich es als sehr angenehm, wenn das dann nicht auf der persönlichen Schiene ausgetragen wird.

  26. Volker Seibert

    Macht euch weiter über meine Katzenfotos lustig….mit eurer Katzenumfrage gabt IHR euch lächerlich gemacht!!!!

  27. Joerg Meyer

    Ich nenne es mal vorsichtig: Biss wem Biss gebührt Marco.

    Andreas Künster hat es ganz gut formuliert. Dein Artikel ist in Teilen wirr und ungeordnet. Das Drink probieren über den Handrücken ist Anfangs eine absolute Unsitte, dann ist das Abschmecken im allgemeinen eine Verfehlung – dann ist plötzlich Abschmecken nach einer „Alten“ Methode mit dem Strohhalm ok ????

    Ich wäre vorsichtig mit Äußerungen das dieses Methode weiter verbreitet ist. Persönliche Schule ist da eher entscheidend. „London“ Based – erklärt auch Helmuts Vorliebe fürs Strohhalm probieren. „Älter“ hatten wir ja somit indirekt widerlegt, richtig?

    Wir kommen zu Deinen ausführlichen Erklärung warum diese von die erwähnte Methode „besser“ ist:

    Zitat :
    “weil Stilvoller. Kein Bartender der stets seine Hand im/am Mund hat“
    Zitat Ende

    ???

    Da ist die Erklärung? Die Hand am Mund hat man doch auch bei der Strohhalm Probe, oder? Wow, tiefgehender Qualitätsjournalismus oder zumindest eine ernst geführte „Debatte“mit dem Willen zur echten Diskussion!

    Ich persönlich probiere Drinks immer über den Handrücken. Das ist weder stillos noch sonst etwas. Sicherlich, man kann diese Geste übertreiben oder ungeschickt ausführen. Genauso wie lautstarkes Strohhalm probieren oft und falsch ins Szene gesetzt wird.

    Es erschließt sich mir nach wie vor nicht, warum die eine Methode der anderen Vorzuziehen ist. Falls Dir noch ein echtes Argument einfällt, würde das eine aus den Augen verlorene Debatte einmal tatsächlich bereichern. Sicherlich, es gibt persönliche Vorlieben (oder unterschiedliche Konzepte). Beide dieser Methoden können übertrieben ausgeführt werden oder aber sinnvoll sein.

    Damit komme ich ein wenig zu Helmuts Text:

    Zitat: „Was nun spricht ausgerechnet für c)? Der ästhetische Aspekt? Nicht wirklich, oder? Nun, was ist es dann? Bequemlichkeit? Klar ist, dass ihr alle in unterschiedlichen Bar-Konzepten arbeitet. Manche müssen mehr probieren, andere weniger. Freue mich auf durchdachte Begründungen in den Kommentaren.“

    Auch hier fehlt eine wirklich Begründung warum C den jetzt einen weniger ästhetischen Aspekt als Löffel kurz am Handrucken hat? Wie war das mit durchdachten Begründungen?

    Ich weiss nicht. Selbstverständlich kann auch die Leserschaft durchdachte Begründungen in den Kommentaren aufstellen. Ich frage mich nur, warum es dem Magazin nicht daran gelegen ist, das durchdachte Begründungen nicht bereits im Artikel angeführt werden.

    Euer Sonntagsthema Debatte verkommt dank Eures lustigen: „wir wollen lieber provozieren statt Debattieren“ Gedankens immer mehr Kritik-Board an Eurem Magazin und eurer Mannschafft.

    Das ist bedauerlich. Die Debatte geht verloren. Schuld daran erscheint mir in der Sumem nicht der Leser.

    Wenn Markus schreibt :

    „Der Bartender Marco Beier hat ein Thema aufgeriffen, das in Gesprächen mit anderen Bartendern und auf Wettbewerben schon häufig diskutiert wurde und es in unserer Sonntagsrubrik “Debatte” kritisch vorgestellt. Man ist nämlich tatsächlich auch Sprachrohr, wenn man die eigene Branche von allen Seiten beleuchtet. „

    hat er theoretisch sicherlich recht mir seiner Definition von „Debatte“. In der Praxis hat Marco das ja aber eben nicht getan, zumindest empfinde ich ein „von allen Seiten beleuchten“nicht wirklich in Marcos Artikel wieder – oder habe ich da was übersehen? Marcos Text ist also Deine, Markus, Definition von Qualitätstext der als Sprachrohr die eigene Branche von allen Seiten beleuchtet – sozusagen in Deiner Funktion als Chefredakteur…? Oder nicht doch eher eine recht eindimensionale, wenig reflektierte Darstellung zum Thema Abschmecken?

    Ich finde Marcos Ansatz zu dieser Kolumne grundsätzlich falsch:
    Zitat :“ Die überspitzte Darstellung ist durchaus eine Form Reizpunkte zu setzen. Möchte ich das? Andere Reizen und aus der Reserve locken? Ja. …. Aber ja. In mir nagte der Wunsch nach Provokation …. „

    Eine Debatte ist ein Streitgespräch. Toll. Aber kein „Von oben herab lustig machen“.

    Wie heißt es in Wikipedia „Eine Debatte kann nur in einer guten Streitkultur funktionieren“

    Eine Streitkultur fängt mit gegenseitigem Respekt an – Marcos Texts liest sich nicht zwingend respektvoll. Gerne kann er verschiedene Stille beleuchten und auch welche kritisieren. Nur wenn er Sie lächerlich macht verfehlt er die Idee einer Debatte. Dann damit macht er sich über Personen lustig, die eine andere Stilistik haben als er. Er stellt sich damit über die Kollegen und verspottet Sie. Respekt geht anders. Und mann kann auch mit Respekt kritisieren. Wer andere Meinungen lächerlich darstellt – zeigt halt in meinen Augen, das er kein Interesse an eienr tatsächlichen Debatte hat.

    Zitat Marco Beier später in den Kommentaren „Auch Ihnen einen herzlichen Dank für einen sachlichen Kommentar. Ein anderes Zeichen von Größe“

    Jeder schätzt Sachlichkeit. Auch Marco. Nur im Umkehrschluss würde ich auch sachliche Artikel schätzen statt quälend gewollter „Provokation“.

    Sachlichkeit ist Größe, Marco.

    Provokation ist Klick-Zahlen.

    Wenn ich Deinen Text also richtig verstanden habe, eine Frage an Dich: Ich probiere Drinks in der Bar i.d.R. über den Handrücken. D.H ich möchte meine Gäste monologisch beeindrucken. Mir ist die Show wichtiger als der Dialog mal unabhängig von allem anderen hier ist mein Verhalten in der Bar stillos und unsittlich. Richtig?

    P.S: Biss genug?

  28. Goncalo

    Antwort C:
    Weiß nicht
    Punkt

  29. Redaktion

    Ich plädiere für die Erfindung eines Gummiarmbandes mit einem kleinen Schälchen an Stelle des Uhrengehäuses. Dieses kann aus Keramik, einfachem Glas oder Kristallglas bestehen und vor jedem Probieren abgespült werden. Das Schälchen sollte gerade so groß sein, dass es zur Aufnahe der Flüssigkeit mit der Zunge ausreicht. Es wird an Stelle einer Uhr am Handgelenk getragen und erspart uns dann Diskussionen über Uhren während der Arbeit, Schlozen, Trinkhalme, ph-Werte des Handrückens und dergleichen. Außerdem ein weiteres cooles Bartendertool.

    MO

  30. Marc Stein

    Der Autor hat also ein sehr oft diskutiertes Thema unter Barkeepern aufgegriffen? Ich denke auch die Frau von Brad Pitt ist öfter mal ein Thema. … bitte darum nächste mal einen Bericht darüber schreiben zu dürfen… vielleicht sollten wir alle aufhören zu saufen um zu merken wie sinnlos diese Diskussion ist.

  31. oliver ebert

    Guter Marco,
    ich gedachte nicht Dich mit der Annahme der geringeren Bedeutung Deiner Schriften gegenüber denen von Goethe persönlich zu attackieren. Ebenso lag es mir fern, als ich Deinem Leben leichtfertig den Ewigkeitsaspekt absprach, Dich auf der persönlichen Schiene zu beleidigen. Ich dachte vielmehr, dass jemand, der bestimmte Bartender mit Katzen vergleicht und bei anderen Akkuratesse als Hybris entlarvt, ein humoristisches Memento Mori zu schätzen wüsste. Mein Fehler. Daher habe ich die Redaktion bereits gebeten, den betreffenden Passus zu entfernen. Leider vergeblich. Als kleine Entschuldigung sei angeführt, dass ein Text, dessen primärer Impetus die Provokation ist, gleichgesinnte Kommentare provoziert. Der meine jedoch war nicht so gemeint, entschuldige also.
    Ich gelobe, mich künftighin der Lektüre gewollt provozierender Meinungstexte zu enthalten und nur noch solche von Sachkenntnis zu lesen. Wie konnte man noch mal Websites aus der Lesezeichenleiste entfernen? SCHERZ! Markus, bitte löschen.

  32. Hennng Neufeld

    Guten Abend liebe Kollegen,

    ist euch eigentlich bewusst, welch aussergewoehnlich guten Ruf ihr im Ausland geniesst?
    Ob mit Handrücken ablecken oder nicht – ihr alle habt die deutsche Barszene auf die Landkarte gemixt. Muss halt auch mal gesagt werden.

    Ok, nun zur Sache:
    Ja, wenn jemand den Handruecken uebermaessig ableckt, dann ist das nicht schoen.
    Aber auch mit dem trinkhalm kann es kraeftig daneben gehen. Sieht dann auch nicht besonders elegant aus.
    Es hat beides seine pros und contras.
    Eine Variante, die ich hier des Oefteren sehe, sind mehrere kleine Plastikloeffel. Mit diesen wird der Drink abgeschmeckt, danach werden diese zum Abwasch gegeben und koennen spaeter wieder benutzt werden.

    Ob man jetzt jeden drink abschmecken muss, lass ich mal dahingestellt. Mit Sicherheit sollte immer mal wieder eine Stichprobe gemacht werden.

    Mit besten Gruessen aus Beijing,

    Henning

  33. Adrian Schulz

    Gentleman Gentleman ich sehe wie die renommiertesten Barkeeper Deutschlands sich über eine Lappalie streiten!! Der Text sowie das Thema ist meiner Meinung einer Diskussion dieser Größe nicht würdig !! Ich erinnere mich an ihren Kokain Artikel in der mixology einen Artikel von dem ich mir einen größeren shitstorm erhofft hatte ich denke es gibt in den Bars weit größere bedenklichere Themen wie „vergessen wie wichtig der Gast ist “ reklamationsmanagment “ Drogenkonsum Alkoholismus am Tresen etc als wie warum und wo ich den Drink des Gastes probiere!

  34. Uwe Christiansen

    Ich mache seit über 30 Jahren Mixgetränke und brauche bis heute nicht probieren bevor der Gast den Drink von mir bekommt. Ich weiss schon beim mixen, dass er korrekt ist, sonst würde ich ihn gar nicht rausschicken!

  35. Eric Bergmann

    … interessanter Ansatz… *Ironie aus* …

  36. Andreas Künster

    Gebe da Adrian Schulz recht. Meiner Meinung nach kommt das so rüber als hätten wir keine größeren Probleme.

    Den angemerkten Alkoholkonsum unter Fachkollegen bei Industrieveranstaltungen/ Workshops etc habe ich schon häufiger in letzter Zeit ausdiskutiert und auch selbst angesprochen.

    Wird natürlich wahrscheinlich wieder falls es einen Artikel geben wird, totgeschwiegen weil sich keiner traut etwas dazu zu sagen oder sich gar selbst blos zu stellen um dann bei BCB oder beim nächsten Workshop wieder sternhagelvoll mittags um 14.00 mit dem nächsten GT durch die Hallen zu stolpern!

    DAS ist etwas was mal diskutiert werden sollte! Wir selbst sollten verantwortungsvollen Alkoholkonsum unseren Gästen Vorleben aber ich behaupte mal provokant in die Runde, dass das nur ein geringer Prozentsatz unserer Kollegen „leider“ schafft. Das geht uns nämlich ALLE etwas an!

    Just my 2 cents

  37. Andreas Künster

    Muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden wie er das handhabt und ich möchte da auch nicht der mit dem bösen erhobenen Finger sein ABER es ist seit Jahren schon eine beängstliche Tendenz zu beobachten. Schließlich lebt man das ja auch dem Nachwuchs vor, der dann denkt: „Ah, das muss wohl so und wenn ich da nicht mitziehe bin ich eh gleich unten durch“

  38. Goncalo

    Herrlich.

    Unabhängig vom zweifelhaften Ursprungstext. Und allzu persönlich genommenen Reaktionen mit entsprechenden Ego-Blind-Gängern. Zeigt sich wiedermal; Und seit langem; wie lebhaft diese, unsere, Barkultur tatsächlich ist..

    Bei allen Kommentaren, egal welcher Farbe, ist zu spüren, dass eine Gemeinsamkeit darin besteht, den Gast Glücklich zu machen. Tagtäglich. Das ist unsere Aufgabe. Und unser Wunsch.

    Die Mixology, sprich das Magazin, hat die Möglichkeit mit dieser internen Creativität behutsam umzugehen. Und zu vermitteln.
    Sobald dieses Sprach-Rohr Positionen bezieht, und seine diplomatische Unabhängigkeit riskiert, verliert sich auch das ganze Potential der angesprochenen Creativität.

    Ein GT. Bitte.
    G.

    • Helmut Adam

      Lieber Goncalo,

      beim Stichwort „Ego-Blind-Gängern“ muss ich mir in diesem Pfad wohl auch den Schuh anziehen, was ich hiermit demütig tue.

      Mein Rant gegen den Troll hatte mit dem Thema an sich nichts zu tun. Ein Kommentar, in dem jemand Mitglieder der Redaktion beleidigt, hätte erst gar nicht freigeschaltet werden müssen.

      Aber so ist das hier. Wir sind ein kleines Team, das Kommentar-Managment bisher sehr tolerant. Vielleicht etwas zu tolerant.

      Meine Entschuldigung an dieser Stelle an alle, die sich davon gestört gefühlt haben! Kein guter Stil von meiner Seite. Am Tresenverweis für den Angesprochenen halte ich allerdings fest.

      „Sobald dieses Sprach-Rohr Positionen bezieht, und seine diplomatische Unabhängigkeit riskiert, verliert sich auch das ganze Potential der angesprochenen Creativität.“

      Das, Goncalo, ist nicht wirklich der Fall. Marco Beier hat einen Debattenbeitrag geschrieben. Ich habe in den Kommentaren meine Meinung geäußert. Dies bedeutet nicht, dass es eine Position des Mediums MIXOLOGY ist.

      Gerne veröffentlichen wir hier einen Beitrag, der sich für den Einsatz des Handgelenks ausspricht. Ich persönlich würde gerne ein paar Argumente dafür lesen. Hier wurde bisher nichts Nennenswertes geäußert in den Kommentaren.

      @Jonas Stein und andere:

      Wenn es um die Relevanz des Themas geht, könnten wir natürlich auch gleich aufhören über Bar an sich zu schreiben. Gesellschaftlich gesehen ist das ja ein doch sehr nischiges Thema. Der Weltfrieden dagegen… 😉

      Tatsächlich scheint der Bar-Boom an sich auch zu einem Ego-Boom geführt zu haben. Kritik an einer Technik, dazu noch von einem Bartender-Kollegen, wird offenbar als „Majestätsbeleidigung“ aufgefasst und der Weltuntergang herbeigeschrie(be)n.

      Interessanterweise haben sich aber einige Kommentatoren nicht am Stil des Autors aufgehangen, sondern sich tatsächlich mit dem angesprochenen Thema befasst. Das geht. So man will. Und siehe da – es besitzt tatsächlich Relevanz.

      Mit besten Grüßen,

      Helmut Adam

  39. Alexander Affeldt

    … Stichwort Demut
    über jeden Zweifel erhaben scheint mir der Bartender, der keinerlei Qualitätskontrolle benötigt.

    über jeden Zweifel erhaben erscheint mir in diesem Fall allerdings auch die Redaktion zu sein.

    Jetzt ist mal wieder ein Artikel rausgegangen der zumindest zu Teilen vom „Gast zurückgeschickt wurde“.
    Eine Qualitätskontrolle ist ja wie wir ja mehr oder weniger diktiert bekommen Haben nicht nötig.

    Natürlich kann ich einem Gast der pöbelt vor die Tür Setzen, aber nicht an den Pranger.

    Einem Gast der sich bei tripadvisor oder qype auskotzt kann ich nicht wegzensieren. Sollte ich zumindest nicht.

    Wer so reißerisch schreibt, darf sich nicht über derartiges Feedback wundern.

    Abgesehen davon das ich mich für diesen „Artikel“ wenig bis gar nicht begeistern kann(da stehe ich sicher nicht alleine)

    Interessiert es mich auch nicht was das Finanzamt über die Triobar sagt.
    Oder was Mike Meinke angeblich in seinen Kursen sagt/gesagt hat. Und wann er das letzte Mal gemixt hat ich würde allerdings tippen das er die Mixology abonniert hat, sicher setzt er es von den Steuer ab.Aber er bezahlt letztlich für ein Produkt dessen Qualität er bemängelt hat.

    Werte Redaktion wenn ich das alles wissen möchte nehme ich einfach mal wieder an den Kursen teil und frag Hrn Meinke.

    Das sollte nicht das Niveau sein und das war auch nicht das, ich nenne es mal,“Thema“.

    Qualitätskontrolle gibt es in jedem Bereich in denen Lebens,- oder Genussmittel verarbeitet werden.
    In welcher Art und Weise sollte so lange es hygienisch ist,jeder für sich selbst entscheiden.

    Barkultur heisst für mich auch Toleranz.
    Der „Artikel“ ist Nichts weiter als Getratsche.

    Ich bevorzuge übrigens die TRINKHALM Variante.

    Und aus dem Shaker trinken, naja no comment.

    in diesem Sinne
    Cheers
    Alexander Affeldt

  40. Fabio

    Oh man ich wünschte ich hätte gerade die Zeit den ein oder anderen affektierten Artikel bisschen zu kommentieren. Hier sind Sätze und Sprüche gefallen, die sind weder eines Redakteurs noch Barmanns würdig. Weit ab vom Thema, weit ab vom Sinn und vor allem weit ab von unseren eigentlichen Idealen der Branche – der fairen Dienstleistung.

    Vielleicht komme ich später noch einmal darauf zurück, finde es wahnsinnig schade wie hier miteinander umgegangen wird. Ein Magazin braucht Leser, ein BCB braucht Besucher. Und zahlende Kunden, dürfen Kritiken äußern. Wie haben das wohl so mancher von euch früher in der Bar gemacht? Der Drink ist mir zu kräftig? „Dann geh nach Hause“?

    Zum Wohl, ein GT bitte.

    Fabio Häbel / Tarterie St.Pauli

    • Schwester eines Barkeepers

      Also erstmal zum Thema des Artikels:

      1. Der Job des Barkeepers im Ganzen sollte m. E. einen Dialog mit dem Gast darstellen. Der Akt der Drinkzubereitung sollte hingegen sehr wohl ein Monolog sein – wenn auch einer, der den Gast idealerweise fesselt. Denn dabei geht es auch um Konzentration und Einheit mit seinem Handwerk.

      2. Schade, dass bis jetzt niemand erwähnt hat, dass man sehr elegant und eindrucksvoll ein Shotglas einsetzen kann, um dem Gast bei besonderen Drinks das Gefühl zu vermitteln, dass der Drink so geil ist, dass man einfach ein bisschen mehr machen musste, um ihn zu schmecken? Denn jetzt mal ehrlich – man schmeckt doch nicht ab, um danach nachzubessern (hab ich jedenfalls noch nie nie niee gesehen), sondern um zu beweisen, dass man gerade etwas ganz Besonderes kredenzt..

      3. Ja, ich finde den Artikel auch sehr schlecht geschrieben. Ich verstehe und schätze aber den Gedanken dahinter!

      Dann noch was zu dem Umgang hier untereinander:

      3. Was die Redaktion hier macht, finde ich absolut unprofessionell. Sich hier selbst die Eier zu schaukeln und andere zu defamieren und abzustrafen, indem hier über Persönliches abgelästert wird und Details verbreitet werden, die nicht mal die BILD drucken würde. Puh! Ich dachte immer, als Profi steht man über gewissen Dingen. Leider wird das Niveau dieses Magazins über Zensur von Kommentaren und fast rufschädigende Verpönung Einzelner sehr abgemindert. Wenn Ihr Kritik nicht haben wollt, dann sollte auch keine Möglichkeit angeboten werden, sich zu den Artikeln zu äußern. Ihr selbst habt doch in dieser Diskussion gesagt, dass Ihr Debatten fördern wollt. Aber wie soll das passieren, wenn bestimmte Kommentare nicht veröffentlicht werden, weil Euch der Inhalt nicht passt?

      Dass hier überzogene Kritiken kommen, ist doch erwartbar – dass Ihr da nicht drüberstehen könnt, ist dagegen unfassbar! Sowas lässt man unkommentiert, wenn man weiß, wer man ist. Sorry, dass ich das so hart sagen muss..

      Dies ist die Meinung eines Bargastes! Dieses Magazin will doch für Barkultur stehen – dann tut dies bitte auch! Vielleicht werdet Ihr diese Meinung nicht drucken, denn ich bin ja keiner vom Fach, sondern nur ein banaler Gast. Und ich kritisiere die Redaktion.
      Würde ich jedenfalls meinem Bruder, der seit über 15 Jahren im Geschäft ist, von den Reaktionen mancher Experten (vor allem aber der Redaktion) hier erzählen.. Er würde sich wohl sehr schämen für seine Zunft!

      Elisa

      • Redaktion

        Hallo Lisa,

        Kritik angenommen. Siehe Kommentar bei Goncalo.

        Versöhnliche Grüße,

        Helmut Adam

      • Eric Bergmann

        Hi Elisa,
        aus Erfahrung und der Zusammenarbeit mit einigen Kollegen kann ich sehr wohl behaupten daß ein Drink durchaus nachgebessert werden kann.

        Ich selbst taste auch um, gegebenenfalls wenn es nötig ist, nachzubessern.

        Einen Drink um ein Shotglas zu verlängern ist hin und wieder ein gefundenes Fressen für den Tender … wenn zum Beispiel eine extreme Korrektur am Ende 2cl mehr ‚Drink‘ ergeben, sollte aber meiner Ansicht nach nicht das Ziel sein.

        • Elisa

          Hallo Eric,

          ich wollte mich auch gar nicht gegen das Abschmecken oder Nachbessern von Drinks aussprechen, sondern für die Variante mit dem Shotglas. Danke an Adam für den Link.

          Als Gast finde ich das – rein subjektiv – am elegantesten..

  41. Roman Bickel

    Herr Beier,

    Ich kenne Sie nicht. Richtig. Aber mit Ihrer Ausdrucksweise und ihrer Eloquenz beim Schreiben ist es mir auch egal, da ich der Meinung bin dass Sie keine Ahnung haben. Und ein Manhattan war nur ein Beispiel. Ich probiere auch alkoholfreie Drinks, sei es mit Trinkhalm, dem Handrücken oder wie auch immer…
    Und bei 100-400 Gästen am Abend und das seit 2Jahren hat sich noch niemand darüber beschwert!!!
    @markus, Joerg, Sascha: danke
    @redaktion: ihr seid armselig, ich dachte das sei eine Seite wo jeder sein Kommentar (mehr oder weniger qualifiziert) zu einem Post abgeben kann.
    Das was Ihr auf Mike bezogen geschrieben habt, stimmt erstens nicht und ist zweitens einfach nur feige. Wenn Ihr persönliche Differenzen habt tragt die untereinander aus und nicht auf einer öffentlichen Seite. Echt Schwach
    Gruß
    Roman

    • Redaktion

      Hallo Roman,

      bitte zwischen Redaktion und meiner Person zu unterscheiden. Mein Verhalten in diesem Pfad habe ich selbst weiter oben bereits kommentiert und mich dafür entschuldigt.
      Was das Geschriebene angeht, steht ich zu jeder Zeile und jedem Wort. Bedauerlicherweise habe ich dafür auch einige Zeugen.

      Mit freundlichen Grüßen,

      Helmut Adam

  42. Marco Beier

    Ganz kurz nur. Volker, wenn du das Katzenbild auf dich beziehst, dann muss ich mich entschuldigen. Das war nicht meine Intention und ich hatte wahrlich keine Fotos deiner Haustiere im Hinterkopf beim Verfassen.

    @Jörg: Das war in der schnelle wahrlich unzureichend. Helmut hat es da vielfach besser formuliert. Die Hände eines Bartenders sind im Grunde genommen Werkzeuge. Und die gehören in meinen Augen nicht abgeleckt. Grundsätzlich kann ich mich noch an den Satz aus der Ausbildung erinnern, nach dem man sich im Service gefälligst nicht mit der Hand im Gesicht berührt. Dazu gehört auch die von mir kritisierte Technik.
    Des weiteren wage ich zu bezweifeln, dass ein effektives Bewerten des Drinks ob seiner Komplexität und Aromentiefe möglich ist. Zum einen dürfte die Menge dafür nicht ausreichend sein. Außerdem ist die Hand wie schon angesprochen dafür eine denkbar schlechte Grundlage. Die erwähnte natürliche Säure ist das eine. Mögliche Parfüms, Seifen, permanentes Hände waschen und nicht zuletzt der durch Anstrengung entstehende Schweiß beeinträchtigen den Eindruck mit Sicherheit. Noch dazu gehört zum Trinkerlebnis der Geruch. Schliesslich macht unsere Nase mehr als 80% unserer Aromenwahrnehmung aus. Neben dem ästhetischen Aspekt sind es also auch noch eine Anzahl technischer Aspekte gegeben, die das Abschmecken weniger Tropfen am Handrücken unsinnig machen. In meinen Augen.
    Aber um das final zu klären. Ich bin kein genereller Gegner des Abschmeckens. Nur wenn es um die besagte Technik geht. Und wenn jeder Drink jeden Abend abgeschmeckt wird. Neben schon genannten Gründen betäubt dies schließlich auch die Geschmacksnerven und das Abschmecken hat nach einigen Cocktails seinen Wert höchstwahrscheinlich verloren.
    Zu deiner Stilkritik. In einigen Punkten wirfst du mir plakative Klickhascherei nach. Wenn du das so empfindest, dann muss ich mir diesen Schuh anziehen. Auch die Provokation und mein Unwissen über das Alter und die Herkunft verschiedener Techniken darfst du mir ankreiden. Das hätte anders angegangen werden können und vielleicht auch sollen. Lesson Learned.
    Aber, dass du mir vorwirfst besserwisserisch zu sein, und mich von oben herab lustig zu machen das ist schlicht falsch. Ich habe niemanden persönlich angegriffen. Ich wurde in meinem Kommentar persönlich, nachdem sich das andere auch nicht nehmen ließen. Der Text an sich aber greift niemanden persönlich an. Das ist dann eher das, was du herauslesen möchtest.
    Und dein Kommentar zum Thema „stillos und unsittlich“ ist aus dem Kontext gerissen. Die Stelle meines Kommentares auf die du dich beziehst ist meine persönliche Reaktion auf den Monolog-Ansatz von Oliver Ebert, hatte also mit dem allgemeinen Kontext gar nichts zu tun.
    Aber um deine Frage diesbezüglich zu beantworten.Unsittlich fände ich den falschen Begriff. Stellst du in dem Moment aber die eigene Show über die Kommunikation, dann empfinde ich das als schlechten Stil. Ja.
    Auch hier aus meiner Sicht abschliessend. Die Variante, in der ein Bartender mit viel Show und in sich gekehrt meinen Drink mixt, ihn probiert für gut befindet und mir serviert ist nicht zwingend stillos. Wesentlich charmanter aber finde ich die Variante, wenn sich der Bartender erkundigt, ob der Drink in Ordnung ist, oder ob eventuell mit Süße oder Säure noch nachgebessert werden soll. Am Ende ist das persönliche Empfinden von Ausgewogenheit und Balance bei Gast und Bartender nicht exakt dasselbe.

    @Marc Stein: Es sei nur kurz versichert. In der Redaktion wurde zur Kenntnis genommen, dass Frau Jolie ihrem Verlobten verboten hat seinen Freund Quentin Tarantino zur Hochzeit einzuladen. Und das aufgrund seines Alkoholkonsums. Es wird noch immer drüber diskutiert.

    @Oliver: Beleidigt bin ich nicht. Es hat mich nur gewundert.

    Und um das Ganze jetzt nicht zu sehr ausarten zu lassen. Die Reaktionen waren kalkuliert, nicht so heftig erwartet, aber einen Regenschirm hatte ich schon in der Tasche. Auch, dass manche Reaktionen derart persönlich wurden, auch wenn man sich gar nicht kennt, hat nur in Teilen verwundert.
    Ich gebe Goncalo vollkommen Recht, wenn er betont, wie lebendig die Barkultur und ihre Interpreten seit Langem sind. Und diese Lebendigkeit wurde an dieser Stelle schön zur Schau gestellt. Und auch wenn ich bei meiner Meinung zum Abschmecken von der Hand bleibe, so freue ich mich auch über die meisten Reaktionen.

  43. Jonas Stein

    Wow!!!!

    Eine Debatte über das „richtige“ Abschmecken?!?
    Du machst was was ich doof finde?!?
    Du bist doof weil du das doof findest was ich mache?!?

    Was ist denn nur aus EUCH/UNS geworden?

    Sind wir denn wirklich alle so uncool und unbefriedigt? Hat niemand mehr was interessantes zu erzählen?
    Wen eine Artikel nicht interresiert soll ihn doch einfach nicht lesen und nicht über inkompetenten Journalismus schimpfen! Selber schreiben… Danke!
    Wer aber gleichzeitig mit Steinen im Glashaus schmeisst und bei jedem Artikel meint seine halbe Leserschaft vor den Kopf zu stossen zu müssen, nur weil das ja so schick kontrovers ist und Meinung ja jetzt endlich wichtig, muss sich auch nicht über eine entrüstete Kommentarflut wundern! Auch Danke!
    Polemik schafft Polemik!
    Irgendwas läuft hier grad schief…
    Bei uns hiess es immer… „Bis eins plerrt!“

    In diesem Sinne…

    • Eric Bergmann

      Interessant, allerdings hat Herr Boudreau leider nicht die Mannstunden mit eingerechnet die durch das Spülen des Bechers und das Eingießen in den Becher vergeudet werden.
      Mit der Trinkhalm-Variante unterstützen wir wenigstens die Trinkhalm-Industrie!
      Tasten schafft Arbeitsplätze!

      Also hab auch Du ein Herz für die Halm-Produzenten! Taste Deinen Drink!

      😉

      P.S.: Ja.. auch ich kann (zumindest grösstenteils) Sinnfreie Beiträge verfassen…

  44. Schwester eines Barkeepers

    Hallo Adam,

    danke fürs Veröffentlichen meines Kommentars. Aber wenn Du als Privatperson schreibst, warum dann unter dem Namen „Redaktion“?

    Und entschuldigt hast Du Dich eigentlich nur für das tolerante Veröffentlichungsverhalten Deines Teams, nicht für Deinen schlechten Stil. Trotzdem danke!

    • Redaktion

      Hallo Schwester eines Barkeepers,

      das mit der Art des Logins ist der Schnelligkeit geschuldet. Je nachdem, von wo wir arbeiten. Wir unterschreiben die Kommentare aber fast immer mit eigenem Namen, so dass die Leser den Kommentierenden verorten können.

      Ich dachte eigentlich nicht, dass ich das in meinem Kommentar oben mißverständlich ausgedrückt habe. Ich hole das aber gerne noch mal global nach.

      Grüße, Helmut Adam

      P.S. Insofern, dass ich Eigentümer und Herausgeber dieses Mediums bin, kommentiere ich hier in dieser Funktion und nicht als Privatperson.

  45. Redaktion

    Werte Kommentierende!

    Ich möchte mich hiermit bei Euch allen für meinen unpassenden Rant oben bei Herrn Meinke entschuldigen!

    Er diente weder der Debatte noch war er weder des Mediums oder meiner Funktion als Herausgeber würdig.

    Ich lasse ihn selbstverständlich stehen – vor allem auch als Warnung an mich selbst, dass mir nach 10 Jahren Magazin-Arbeit in dieser verrückten und dennoch wunderbaren Branche nichts mehr in dieser Form unter die Haut gehen sollte.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Helmut Adam
    Herausgeber MIXOLOGY, Magazin für Barkultur

  46. Jonas Stein

    lieber helmut,

    es tut mir leid, wenn es den anschein gemacht hat ich erwarte, dass hier weltgeschichte geschrieben wird…
    also BITTE BITTE nicht damit aufhören über bar zu schreiben!!!
    Was mich trotzdem stört ist marcos artikel, bzw die art wie in letzter zeit unsachlich und polemisch an themen rangegangen wird. und ja die relevanz von abschmecken ist wirklich sehr gering…
    habt ihr es wirklich nötig über techniken von kollegen herzuziehen wie pupertierende mädchen die auf dem schulhof lästern?
    wenn ein bartender den drink mittels strohalm durch die nase zieht um ihn so besser abzuschmecken oder das junge mädchen an der theke sich auf einmal nass macht weil der drink statt mit dem löffel mit einem penis umgerührt wurde ist mir doch, gelinde gesagt, sch*** egal.
    eure gäste sind happy und ihr habt spass beim arbeiten? alles gut!
    scheinbar sind wirklich die egos mit der szene gewachsen, aber offenbar könnt ihr euch da nicht ausschliessen.
    was hier geschrieben wurde, und nicht nur von marco, klingt für mich weniger nach meinung als vielmehr nach egomanie und frustration.
    lieber marco,
    von einem münchner hab ich mal den leitspruch gehört: „zammehalte!“
    irgendwie hab ich das gefühl geht das in unserem miniversum immer mehr verloren…

    in der hoffnung demnächst wieder erfreuliches zu lesen

    liebe grüsse aus dem schwarzwald

  47. Marc Stein

    offizielles Statement:

    Guten Abend zusammen. Ich freue mich sehr, dass die deutschen Barkeeper mit ihren Brüdern und Schwestern aus gsa und den Rest Europas so toll miteinander diskutieren und wichtige fachthemen so konstruktiv verarbeiten. .. macht weiter so. .. zusammen können wir viel erreichen

    Inoffizielles Statement

    Es gibt einen Grund warum ich mich seit Monaten nicht mehr habe blicken lassen: nach etwa drei Monaten muß ich feststellen: nichts hat sich geändert! !

    Manchmal möchte ich zu euch in jede einzelne bar kommen, euch eure Hosenträger vom Leib reißen und euch mit euren Ärmelhalter fesseln. .. euch nen Kopfhörer mit death Metall aufsetzen und vor euch auf eurer zwanziger Jahre plattensammlung rum tanzen. Ich bete zu Gott daß bitte keiner unserer Gäste Zulieferer oder Geldgeber sich in dieses Forum verirrt und sich diesen quatsch durchliest. .. man ist was man ist. .. da hilft auch keine hornbrille kein totenkopftattoo und kein VW Bus aus den 60 ern.

    Das ganze Gelaber kann man mit gerade mal zwei Worten beschreiben: Ignoranz und Arroganz. …

    Und das tatsächlich von jeder Seite. .. Autor, Redaktion und Kommentatoren

    Wirklich schlimm dabei die Situationskomik der Redaktion, die sich zwar alljährlich neue Schreiberlinge ins Boot holt um anscheinend ihre Jugendliche Geschmeidigkeit nicht zu verlieren dem armen Typen aber wohl nicht die Spielregeln im Löwenkäfig erklärt.

    Der Autor scheint gar nicht dankbar genug sein zu können für dieses unerreichbare magazin schreiben zu dürfen, dass er schlichtweg vergisst wofür er tatsächlich eingekauft wurde: er soll für traffic sorgen und werbeeinahmemöglichkeiten erschließen. … dabei ist der Text nicht mal fünf Euro wert.

    Zum großen Irrsinn spielen wir alle dabei mit !!!

  48. Jan Zabel

    Hilfe. Die Handrueckenabschlotzer Technik ist doch von dem Oueno Grossmeister – San aus dem fernen Japan, das als das Land der aufgehenden Barsupernova vor etwas drei Jahren so geheipt-gehippt worden ist, nicht? Das auf dem Ballen zwischen Daumen und Zeigefinger weil die Hand da warm ist, natuerlich auch die unreine Like, nicht die fuehrende Rechte, und weil die Aromaten sich am besten entfalten. Ich erinnere auch gut Seminarvideos ueber den Japanese Hard-Shake, und Bastian Heuser und andere grossartige und inspirierende Kollegen die, um dem eigenen Qualitaetsbewusstsein Rechnung zu tragen stets verkosteten, was andere geniessen sollten. Scholzen, pardon Schlozzen, egal in welcher Technik sollte als berufsnaher Alkoholiker also wenigstens ordentlich zelebriert werden, sic! Das das Magazin fuer Barkultur sich mitunter etwas sperrig liesst, ist ein uebel, dass es in Kauf zu nehmen gillt, wenn man dem Rechnung tragen moechte, eben keine gelernten Journalisten als Editoren zu haben, sondern Redaktuere, die wohl tatsaechlich meistens zu wissen scheinen, worueber Sie schreiben. Ich Fuer meinen Teil wuerde mir im Barkulturmagazin etwas humoristischen Esprit und Kreativismus und etwas weniger Fach-Kretinismus wuenschen, mehr Berufsbezogene, weniger Produktbezogene Vielfarbdruckbilder, aber das sind halt Wuensche und Feen gibts nur im Maerchen. Zur Grossartigen Reaktion von Herrn Ebert kann ich nur Gratulieren und werde mich der wundervollen Liste annehmen, sobald ich vom Handballenabschlozzern wieder zu Sinnen gekommen bin um dann bei passender Gelegenheit kleine Passagen fuer meine geneigten Gaeste zur willkommenen Unterhaltung zu rezitieren. Bis neulich geehrte Fachkollegen….Jan Zabel

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