Die Ron Jeremy, „shake method”. Ein Wettbewerb, ein guter Rum und man fragt sich warum?

Debatte 7.7.2013

Techniken der gehobenen Mixologen-Elite scheinen ein weites Feld darzustellen. Stets den persönlichen Vorlieben vorbehalten. Die Projektion der Selbstwahrnehmung und Image-Building Tool des Bartenders. Jeder nach seiner Fasson, nicht diskutabel. Warum also nicht auch mal in Phallusanmutung „shaken“ und sich dabei genüsslich über das Handgelenk schlotzen. Ist das Barkultur? Ist das geil? Ist das porno?

Ron de Jeremy sucht den Bartender mit dem besten Ron Shake. Gelinde gesagt ein absurder Marketing-Gag, dessen ironischer Anklang doch eher verpufft. Will man den Bartender sehen, der sich den Shaker in die Hose steckt  und in eindeutig zweideutigen Bewegungen den Drinks mixt, ihn quasi ejakuliert und das mit der Freude eines Jungpubertierenden? Barkultur in seiner weitesten Auslegung oder schnöde Albernheiten?

„It´s time to shake ass”

Ron de Jeremy ist ein untadeliger Rum. Eine geschätzte und qualitativ hochwertige Spirituose. Eigentlich ist es konsequent, dass „der erwachsene Rum“, mit dieser Art Wettkampf die Konzeption um den Namensstifters Ron Jeremy komplettiert. Eigentlich, aber in dem allgemeinem Bestreben den Beruf des Dienstleisters hinter der Bar von seinen Nachtschatten zu befreien doch eher zweifelhaft. Ja Ron Jeremy ist einer der größten Pornogiganten des 20. Jahrhunderts, fleischgewordener Sexfilm und „Selfmade“ – Millionär. „The hardest [working] Man in Showbiz“, wie er selbst süffisant gerne betont. Namenstifters eines guten Rums. Ähnlich wie bei Schlagersängern nerven die alten Kamellen jedoch nach dem tausendsten Mal. Die sexuelle Anmutung ist überflüssig. Nicht, dass der Autor prüde wäre, aber als autodidaktischer und interessierter Neuling der Scene – wenn man so will als junger Spritzer – mutet dieser Marketinggag skurril an.  Wirklich null porno.

Die Mission

Zumindest soll ein Drink kreiert werden, bevor es ans shaken geht, „als gäbe es kein Morgen“. Der Gewinner kann sich auf einen Trip nach Los Angeles freuen und trifft die Legende persönlich. Dann kann fleißig zu zweit geshaked werden. Vom alten Haudegen lässt sich sicher noch was abschauen, wie der Pelvis richtig einzusetzen ist. (siehe: Video)  Wie es sich für den in Wettkampfform verpackten Exhibitionismus gehört, werden die zwölf bestens Schüttler im Ron de Jeremy Videokalender 2014 veröffentlicht.

Wer aber  über Hygiene und Handsäuren streitet, das für und wider kleinster Arbeitsschritte abwägt, Flair für zu viel Show hält, nach sauberen Handwerk verlangt, um Qualität zu gewährleisten, nach neuen inhaltlichen Innovationen in Wettbewerben sucht,  könnte empört sein. Oder ist alles gar nicht so schlimm? Ist ja nur Spaß!

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