Red Hot. Long Drinks and Short Ribs.

Bars 16.8.2013 2 comments

Münchens Stadtteil Maxvorstadt verteidigt seit vielen Jahren seinen Status als eines der Szeneviertel der Stadt. Bars und Restaurants in allen Geschmacksrichtungen und konzipiert für alle Zielgruppen prägen das Straßenbild. Studenten, Geschäftsleute und Nachbarn bevölkern die Tische auf Gehsteigen und Terrassen und genießen den Sommer. Und wer sich in die Hinterhöfe und Passagen wagt, hat die Chance auf Erlebnisse außer der Reihe. Zum Beispiel in Form des Red Hot.

Red Hot – eine umgangssprachliche Bezeichnung für etwas Neues, extrem populäres und gleichzeitig Synonym für eine aromatische Süßigkeit mit Zimtgeschmack. Beides trifft auch auf das Restaurant Red Hot in München zu, welches leicht versteckt in der Amalienpassage inder Maxvorstadt liegt.

Seit mehr als drei Jahren serviert man hier feinste Ribs, Steaks und Burger und, neben feinen Weinen und Cocktails, die vielleicht imposanteste Bierauswahl der Stadt.

Laut Barchef Tibor Kantor sei dies aber nicht von Beginn an die Absicht gewesen. Als man startete, hatte man ein Pils und ein Kölsch im Angebot. Beides in den typischen Größen von 0,2 und 0,33l. „Das grenzt in München an Blasphemie und wir mussten uns anfangs regelmäßig ob unserer Bierauswahl beschimpfen lassen“, sagt Inhaber und Koch Ulf Dörge. Dies sei aber nötig gewesen, um sich abzugrenzen. Mittlerweile freut man sich über viele Gäste, die neugierig sind auf neue und spannende Biere oder eine gute Flasche Wein.

Gewollte Entwicklung

Insgesamt habe man sich zu Beginn eher minimiert und auf eine kleine Auswahl gesetzt. Tibor Kantor, erinnert sich an die Anfangszeit. „Großartige Weine zu einem fairen Preis, eine überschaubare Auswahl an gutem Essen und klassische, schnörkellose Cocktails.“ Man habe sich nicht bewusst auf das „Pre-Prohibition“-Thema festlegen wollen, aber die Anlehnung an die Chophouses der 20er Jahren in Amerika, verlangte nach klassischen Drinks. Chophouses ist dabei eine Umschreibung für Restaurants, deren Hauptaugenmerk auf große Portionen Fleisch gerichtet ist.

Erst mit der Zeit baute man die Karte aus, integrierte eine große Auswahl an Cocktails und spezialisierte sich ein wenig auf amerikanischen Whiskey und Gin. Die Auswahl an Bieren ist dabei stetig gewachsen. „Wir sind Gott sei Dank nicht an eine Brauerei gebunden und können uns deshalb wirklich ausleben“, sagt Inhaber Dörge.

Und die Auswahl ist beachtlich. Der dafür verantwortliche Barchef ist sichtlich stolz darauf: „Craft Beer ist für mich nicht nur das aktuell populäre Ale in all seinen Spielarten, sondern auch kleine private Brauereien, die sich mit traditionellem Bier auseinandersetzen.“ Neben belgischen und amerikanischen Abfüllungen finden sich also auch jede Menge deutsche Biere auf der Karte wieder. „Viele sind sehr speziell, manche funktionieren nur in Kombination mit einem bestimmten Essen. Aber für jedes haben wir unsere Gäste, die das zu schätzen wissen.“

Werdegang eines Wirtes

„Mit dem Thema wachsen“, könnte man auch über den Werdegang von Inhaber Ulf Dörge schreiben. Nach langer Zeit als Küchenchef der Sansibar auf Sylt schrieb er sich auf die Fahne, immer seinen Wissensdurst zu stillen und die Arbeit dort zu suchen, wo seine Interessen liegen. Seine Neugier auf Wein führte ihn in eine Münchner Weinhandlung, außerdem arbeitete er als Küchenchef im Schumann‘s und leitete die Eröffnung des Restaurants Brenner in München. Seit diesem Engagement kennt er auch seinen Serviceleiter Ender Filvuran, vielen Münchener Bartendern als ehemaliges Gesicht der Cortiina Bar bekannt.

Als eingespieltes Team begrüßen die Drei ihre Gäste an sechs Tagen in der Woche. „Die Rollen sind offiziell zwar klar verteilt, aber am Ende macht jeder beinahe alles“, so Filvuran. Dies trage zur familiären Atmosphäre bei, die einen Teil des Erfolges ausmacht. Außerdem spielt man sehr bewusst mit stilistischen Brüchen. Während man an Tischen und auf Stühlen sitzt, die einen an die eigene Schulzeit erinnern, blickt man auf eine mit Ornamenten verzierte Wand und bekommt zu seinen Spareribs gestärkte Stoffservietten und Silberbesteck.

Alles zusammen ergibt eine Atmosphäre, in der man ein Sandwich und ein Bier genießen kann, während am Nebentisch ein Pärchen oder Geschäftsleute sitzen, die sich mehrere Gänge nebst Champagner und ausgesuchten Weinen schmecken lassen. Es ist dabei beinahe normal, dass die Gäste miteinander ins Gespräch kommen und nicht selten am Ende gemeinsam trinken. Bei gutem Wetter auch gern auf der sonnigen Terrasse. Vorausgesetzt, man bekommt einen Platz. Die Terrasse ist nämlich gern auch unter der Woche vollkommen ausreserviert. Das Red Hot wird seinem Namen eben gerecht und ist red hot.

 

Red Hot - Long Drinks & Short Ribs

Amalienstr. 89, 80799 München

Kontakt: 089 - 200 6171 8 / info@redhot-muenchen.de

Montag bis Samstag: 17 - 01 Uhr

Kartenzahlung: Ja

Rauchen: Nein

redhot-muenchen.de

2 comments

  1. ekim

    Schöner Artikel, der dem Laden durchaus gerecht wird. Nur blöd, dass das Red Hot in der Maxvorstadt liegt, nicht in Schwabing… : )

  2. Redaktion

    Vielen Dank für den Hinweis. Du hast natürlich Recht.
    Ich muss gestehen mit der klaren Abgrenzung der beiden Stadtteile so meine Schwierigkeiten zu haben.
    Grüße, Marco

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