Bloody Rumday: der Boykott gegen Flor de Caña

Bars 8.12.2015 1 Kommentar

Immer wieder geraten Rumhersteller öffentlich in die Kritik wegen der Arbeitsumstände auf den Plantagen. Nun erneut auch Flor de Caña. Unter anderem der medienwirksam angekündigte Boykott durch den US-Bartender Bobby Heugel hat eine neue Debatte darüber ausgelöst, wieviel politisches Bewusstsein an der Bar vorhanden sein kann. Unsere Autorin hat weiter nachgeforscht.

Immer wieder geraten Rumhersteller öffentlich in die Kritik wegen der Arbeitsumstände auf den Plantagen. Nun erneut auch Flor de Caña. Unter anderem der medienwirksam angekündigte Boykott durch den US-Bartender Bobby Heugel hat eine neue Debatte darüber ausgelöst, wieviel politisches Bewusstsein an der Bar vorhanden sein kann. Unsere Autorin hat weiter nachgeforscht. Und herausgefunden, dass die Schmähung eines einzelnen Herstellers nur der Anfang eines langen Transformationsprozesses sein kann. 
Dürfen wir mit Spirituosen arbeiten, die unter unmenschlichsten Bedingungen hergestellt werden? Angestoßen hat diese Frage erneut ein Artikel auf Munchies, dem Food-Channel von Vice. Im Fokus steht der nicaraguanische Rumproduzent Flor de Caña, dessen Plantagenarbeiter überdurchschnittlich oft und jung an chronischer Niereninsuffizienz sterben. Jetzt hat Bobby Heugel, Eigentümer der Anvil Bar & Refuge in Houston, auf Instagram verkündet, Flor de Caña so lange zu boykottieren, bis sich das dortige Management ernsthaft mit den schwerwiegenden Vorwürfen auseinandersetzt und Taten folgen lässt.

IMAGE UND REALITÄT

Auf der Website von Flor de Caña, einem Subunternehmen der Grupo Pellas und Nicaragua Sugar, startet ein malerischer Imagefilm: starke Hände streifen in Zeitlupe durch gesundes Zuckerrohr, am Ende steht der goldbraune Rum auf einem der dicken Fässer. Was nicht zu sehen ist: Kranke Männer an Dialyseapparaten und feiner Pestizidnebel über den Zuckerrohrfeldern.
Schon im Ma…
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Photo credit: Hände mit Kreuz via Shutterstock.

Ein Kommentar

  1. schlimmerdurst

    Das ist mit Sicherheit die hässlichste Seite der Rumproduktion, die an hässlichen Seiten nicht arm ist. Ich bin mir aber sicher, dass die, die sich bisher nicht über die heimliche Nachsüßung mit Zucker und andere Manipulationen im Rumgeschäft gestört haben, bei denen auch Flor de Caña fleißig mitmacht, mit dem gern gehörten „hauptsache, das, was in der Flasche ist, schmeckt“-Argument aus der Sache rausreden werden.

    Und alle anderen, insbesondere der unbedarfte Rumkäufer, werden es eh nie erfahren, da der Hersteller fröhlich weiterwerben kann, Fachmagazine sich aber über solche Dinge wie Produktionsbedingungen und -methoden ausschweigen und, wenn dann doch berichtet wird, entsprechende Artikel hinter einer Paywall versteckt sind.

    Letztlich aber: Danke für diesen ausgezeichneten Artikel (insbesondere die gute und ausführliche Verlinkung von Material zum Nachlesen), dem ich wünsche, dass möglichst viele Konsumenten ihn lesen werden! Ich würde mich freuen, mehr von dieser etwas kritischeren Art in Mixology zu finden, statt der vielen Jubelperser-Kooperationen.

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