der beste irische whiskey

FÜNF! MAL DER BESTE IRISCHE WHISKEY ZU ST. PADDY

Drinks 12.3.2017

Den St. Patrick’s Day gilt es zu zelebrieren. Hauptdarsteller dabei: der beste Irische Whiskey. Wir haben das Lager durchforstet und unsere FÜNF! liebsten Tropfen von der grünen Insel vorgekramt.

Nein, keine Angst: Es soll hier nicht der Exzess befeuert werden, der etwa New York und Chicago alljährlich zum irischen Nationalfeiertag in eine giftgrüne Hölle aus Suff und Exkrementen verwandelt. Aber das eine oder andere Gläschen sollte man sich, wie eben auch die Iren selbst, an diesem Tag doch schon gönnen. Und wir haben besonderes Glück: Dieses Jahr fällt „St. Paddy’s“ auf einen Freitag. Dem ausgiebigen „Full Breakfast“ zur Genesung am Folgetag steht also nichts im Wege. Auf den Tisch kommt auch dann natürlich: Der beste Irische Whiskey.

1) Teeling Single Grain

Die Marke Teeling hat sich durch den Vertrieb im Hause Borco in den letzten Jahren auch hierzulande gut im Segment gefestigt. Noch immer im Familienbesitz der Teelings, bestechen die Whiskeys allesamt durch einen prägnanten Hausstil, der entgegen der klassischen irischen Herangehensweise von einer vollen Malzigkeit und klaren Pot Still-Noten geprägt ist.

Ein echter Hingucker für den Gaumen ist der Teeling Single Grain, der sein komplexes, an Honig, Frucht und Gewürze erinnerndes Bukett dem erhöhten Maisanteil in der Maische sowie einer Reifung verdankt, die komplett in ehemaligen Rotweinfässern erfolgt – wohlgemerkt kein Finishing, sondern die gesamte Lagerzeit. Ein toller Einsteig für den ersten Mittagswhiskey am St. Paddy’s Day!

2) Tyrconnell 10 Years Madeira Finish

Wer nach dem Stew noch einen samtigen Gaumenschmeichler braucht, der wird mit ziemlicher Sicherheit beim Tyrconnell 10 Years Madeira Finish fündig, dem fruchtigsten Vertreter aus dem Portfolio der Kilbeggan-Destillerie und hier auf unserer Liste als der beste irische Whiskey.

Der Ausbau erfolgt – wie bei allen Tyrconnells – zunächst im Bourbonfass, es schließt sich ein halbes Jahr im Ex-Madeira-Cask an. Das Ergebnis ist wie erwartet und kann sich sehen lassen: Es dominieren Noten von kandiertem und getrocknetem Obst, allen voran natürlich die für Madeira typischen Rosinen und Datteln. Dazu gesellen sich satte Nuancen aus Piment und Nelke, im Abgang dann seidig und mit einer schmeichelnden, klaren Tönung von Waldhonig. Jetzt noch ein Tässchen Tee, und der „Pub Crawl“ kann beginnen.

KEIN ST. PATRICK’S DAY OHNE IHN: DER BESTE IRISCHE WHISKEY

3) Jameson Caskmates Stout Edition

Die Paarung von Whiskey und Bier ist beileibe nicht neu. Auch nicht die Praxis, Whiskey in ehemaligen Bierfässern nachzureifen. Letzteres gewinnt jedoch in jüngster Vergangenheit wieder mehr Beachtung, zuletzt etwa durch die Schotten von Glenfiddich mit ihrem IPA Experiment, aber eben auch durch die Caskmates-Serie vom irischen Platzhirsch Jameson.

Und was würde zum Start der Kneipentour besser passen, als ein Gedeck aus Guinness und einem Gläschen Jameson Caskmates Stout Edition? Dabei duftet der Whiskey zunächst überraschend leicht und frisch nach Kernobst, die Zeit im Dunkelbierfass macht sich erst am Gaumen bemerkbar, wo sich volle Töne von Milchschokolade, Karamell und Kohle offenbaren. Alles abgerundet durch eine volle Cremigkeit, die dem samtigen Schaum des Bieres in nichts nachsteht. Aber nicht beides in ein Glas schütten!

4) Writers Tears Cask Strength 2016

Man kennt ja dieses Kuriosum: Je weiter sowohl Abend als auch Alkoholisierung fortgeschritten sind, umso größer wird das Bedürfnis nach Stärkerem. Also muss zum Höhepunkt des St. Patrick-Abends was her? Logo: ein Schnaps mit Fassstärke.

Um dabei in keine allzu harten Gefilde abzudriften (und natürlich um noch Luft nach oben zu lassen), mag man dann auf die Fassstärke aus dem Hause Writer’s Tears zurückgreifen. Denn der kommt zwar unverdünnt aus der Reifung, jene hat aber solange gedauert, dass die Engel „nur“ noch 53 Prozent übrig gelassen haben. Wer nun also mit Furcht an die mitunter brachialen Cask Strength-Abfüllungen von der schottischen Insel Islay denkt, der kann beruhigt sein: Der Writer’s Tears versteckt seine Kraft hinter allerhand eleganter Frucht, etwa Birne, Orange, Clementine, aber auch Kakao. Nach hinten raus macht sich die Kraft des Fasses bemerkbar, ein deutlicher Eichenton kratzt schelmisch am Gaumen und sagt uns: Bald wird es Zeit für das letzte Glas…

5) Connemara 12 Years Peated

… und bei jenem Glas muss sie dann doch sein: Die Torfkeule. Erneut kommt ein Brand aus Kilbeggan in die Tassen, diesmal allerdings jener einzige Ire, der mittels selbstbewusster Torfung eindeutig in Richtung der schottischen Inseln schaut.

Bevor also die Stirn den Tresen berührt, freut sich die Nase über deutliche Noten von Jod, Phenol, geröstetem Getreide und roten Äpfeln – hochkomplex und würzig. Im Mund wandert der Connemara 12 Years dann entschieden weiter in die deftige Richtung, im Prinzip nimmt er mit Toast, Rauch und einer Spur glasiertem Bacon schon das Katerfrühstück vom nächsten Morgen vorweg. Und wir wissen ganz genau: Bevor es soweit ist, kommt nun die Zeit für – Karaoke! Also, wo war noch mal der grüne Zylinder?

Photo credit: Foto via Nils Wrage.

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