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FÜNF! Mal digitaler Cocktail-Wahnsinn

Drinks 7.8.2016 33 comments

Cocktail-Tutorials sind häufig ein Fall von Realsatire. FÜNF! besonders schrecklich-schöne Perlen der Absurdität stellen wir heute vor. Aber Vorsicht, das Betrachten des nachfolgenden Materials erfolgt auf eigene Gefahr: Es beinhaltet fliegende Eiswürfel, Stofftiersammlungen und „Muhl, Myuls oder auch Muhles“!

Globalisierung bedeutet Fortschritt. In den meisten Fällen jedenfalls. Ist es nicht schön, dass die Möglichkeiten, sich auch einmal wie ein ganz Großer des Filmbiz zu fühlen, stetig steigen? Denn dafür wurden sie ja schließlich erdacht, jene VIP-Limousinen-Kutschier-Dienste der Moderne, jene Meet & Greet-Special-All-Access-Pässe und HD-Handycams-Grabbeltische dieser Welt. Jeder hat Starpotential, hinter jedem Gesicht schlummert ein Steven Spielberg der Zukunft. Dass ein mit geringem Budget verfilmter Stoff durchaus zum großen Hit avancieren kann, bewiesen uns in der Vergangenheit zahlreiche Art-House-Regisseure auf fulminante Art und Weise. Hierfür bedarf es jedoch zahlreicher, häufig vergessener Komponenten. Ein guter Film ist letztlich wie ein guter Cocktail: inhaltlich ausgewogen, Überraschungsmomente bereithaltend und vor allem gut performed. Hierbei geht es – das vergisst man ganz gerne – ja schließlich auch um Talent.

Take: 0815/ Talent

Und sind wir mal ehrlich: Nicht jeder verfügt darüber. Die einen mehr, die anderen weniger. Nun könnte man vermuten, dass die Besprechung von FÜNF! absolut talentfreien Cocktailhosts und ihren dilettantischen Cocktailvideos mehr oder minder eine triviale Angelegenheit sei, die das Sommerloch füllen soll. Mitnichten, die Preisgabe ist so erforderlich wie auch amüsant. Vergessen wir nicht, dass der Bartender stets im Lernprozess steckt. Er wälzt Bücher und Cocktailliteratur, schaut sich Schnitz-Tutorials an, um seine Technik mit Eiskristallen zu verbessern, und büffelt Warenkunde. Hierfür schaut er sich in den Unweiten des Internets um, in denen viel Gutes, aber eben auch viel Müll schlummert. So ist der Bartender zwar meist mündig genug, selbst zu entscheiden, aus welcher Seite er Nutzen zieht, doch gerade der Anfänger lässt sich gerne von Blendern, Möchtegern-Barprofis und selbsternannten Cocktail-Gurus beeinflussen. Das muss nicht sein. FÜNF! dieser vermeintlichen Bar-Buddhas zum Abgewöhnen stellen wir heute vor.

1) Die Piña-Plörre am Palmenstrand Prasiliens…

Immer wieder ist es schön zu sehen, wie der ehemalige Set-Designer und Art Director aus Tom Cruise‘ frühem B-Movie „Cocktail“ weiterhin von fleißig-windigen Produzenten vor der Arbeitslosigkeit bewahrt wird. Die mit 1990er-Jahre-Kitsch dekorierte und durch all die vermeintlich exotischen Früchte als Fruit-Bar getarnte Szenerie wird erst durch den völlig deplatzierten Ruhrpott-Mixologen mit charmantem Igelschnitt so völlig konterkariert. Der seine Krawatte augenscheinlich stolz auftragende Direktor des Frucht-Basars erklärt, durch humoristische Einlagen untersetzt, die große Kunst der Piña Colada-Zauberei.

Untermauert wird jenes Spektakel durch eine dem karibischen Flair sehr entgegenkommende, peruanische Hirtenmusik aus der Fußgängerzone. Doch der Bartender lässt sich nicht beirren, nein, er ist überzeugt, dass der Drink noch viel besser schmecke mit der „Sahne von glücklichen Kühen“. Muuuh. Völlig verblendet von seinem Starappeal, verkauft er uns Havana 3 Años als goldenen Rum und befiehlt dem Bartender, beim „Mischen“ der Gaudi angemessen fröhlich zu lächeln. „Wir haben ja schließlich Spaß dabei“.

Goldene Zeiten halt. Uns vergeht der Spaß spätestens mit seinem unbeholfenen Tapsen in die Standardfalle des demaskierten Cocktail-Zampanos. Gleichzeitig aber fiebern wir mit, ja wir freuen uns geradezu, dass sein Kräschteis nach vorausgegangenem Autounfall lediglich leichte Verwässerungs-Schäden davongetragen hat. Die Deko-Träume wahrwerdend lassende Präsentation des Cocktails ist so einfallsreich wie vorhersehbar. Glücklich prosten wir einander zu und geben einander High-Five, auch die herrlich süße Cocktail-Kirsche kommt zu ihrem verdienten und Pairing-technisch fast schon überfälligen Einsatz neben einem nicht wenig dick bemessenen Ananasdreieck. Man soll ja schließlich das bekommen, was man auch bestellt.

Zu sehen gibt es diese Perle mit einer Reihe anderer, ähnlich spektakulärer Videos mit modischen Krawatten sowohl auf DVD oder auch unter dem Link.

2) Der Cocktail-Artist der Kellerbar

Wer denkt, wir hätten mit vorherigem Video schon die absolute Schmerzgrenze des Verträglichen erreicht, der sei gewarnt vor nächstem Fund. Der sprachlich-gewandte, eloquent die Klaviatur der großen Cocktailterminologie bespielende Peso meldet sich aus einer lichttechnisch suboptimal in Szene gesetzten Bar mit Keller-Charakter. Es ist dunkel, und das ist auch gut so, denn was uns der Cocktailmeister optisch vorsetzt, ist ähnlich fragwürdig wie die Erklärung, die er uns mit seinen sprachlichen Schnipseln entgegenwirft.

Wir lernen neue Dinge. „Richtig guter Cocktail ist, das zu verkaufen, was einem selber schmeckt“, ist nicht nur eine seiner verbalen Ungereimtheiten, sie definiert ihn gleichermaßen als Cocktail-Diktator mit 43er-Likör und Triple Sec. als Waffe. Dem Motto „Weniger ist Mehr“ kann Peso – durch und durch Purist mit Deko-Wahn-Psychose – nicht viel abgewinnen. Stattdessen präsentiert er uns stolz den Delphin. Wer nun Darbietungen im Keller-Kachel-Schwimmbad nebenan vermutet, dem sei nahegelegt, sich intensiver mit überbordender Garnish-Kultur zu beschäftigen. Mit seiner als Delphin getarnten Banane macht er wahrscheinlich die ein oder andere Mutti in seiner Bar nach Sperrstunde klar, nicht ohne ihr vorher einen mit reichlich Säften und wenig Eis geschüttelten Drink zu servieren. Kalkulatorische Kostennutzung im Einöd der Kellerbar.

Grotesk wird es, wenn Peso seine bisher verschlossene Kiste der geheimen Bartricks und selbstbetitelten „Shake-Moves“ öffnet und seine Liebe zum Flair bekundet. „Immer toll, wenn du irgendwie Zeit hast, den Eiswürfel in die Luft zu schmeißen“. Wir schmeißen uns weg und ihm gleichzeitig die „Zitronensaft“ enthaltene Pulco-Flasche an den Kopf. Ob Peso mit seiner Darbietung wohl selbige monetäre Einheit verdient? Überzeugen Sie sich doch selbst.

2) Im Schrebergarten des Grauens

Food-Fetischisten und Kleinbauern der Schrebergarten-Kultur, Topinambur knabbernde Vegetarier, es ist angerichtet. Die „V wie Veganer“-Charakter versprühende Hauptdarstellerin des betreffenden „Flogs“ (Food + Blog) navigiert sich bereits zu Beginn des Videos durch die Untiefen der ungeschickten Selbstinszenierung. Als Jongleur eine gute Figur machend, verrennt sich besagtes Mauerblümchen bereits anfänglich in den Weiten der Klassiker-Terminologie. Es sei ihr verziehen. Irgendwie ist ihre Unbeholfenheit bei der Umsetzung des „Muhl, Myuls oder auch Muhles“ zunächst fast amüsant und wirkt gar wie eine gewollte Antihaltung und Konterbewegung gegen die hippen Trends der Anglizismus-Anhänger.

In psychotisch anmutendem Stoizismus präsentiert sie uns den „Drink mit der russischen Seele“ und offenbart ihre Affinität zur präzisen Warenkunde. Ihre Entweder-Oder-Mentalität erweist sich hierbei als besonders hilfreich für die nötige Präzision zur Einhaltung des Originalrezeptes. Gemäß „Hey, ob Ginger-Beer oder Ginger-Ale, was soll’s, Ingwer ist in beidem drin“ panscht sie fröhlich unbeholfen mit den Ingredienzien herum, als gäbe es keinen Morgen. Auch die genaustens im Pinnchen abgemessene und treu dem Rezept eingehaltene Menge von 200ml „Ingwerbier“ täuschen nicht über ihre Ahnungslosigkeit im Umgang mit Cocktails hinweg. Doch unser Gartengewächs nutzt ihre Einfalt geschickt als Waffe, ja sie kokettiert regelrecht mit ihr, wenn sie uns mit ihren unter fortschreitender Insomnia leidenden Augen „Woher kommt der Name eigentlich?“ fragt und sich selbst damit dem finalen Todesstoß der Lächerlichkeit preisgibt.

Die anfängliche Sympathie für die quickfidele Schrebergarten-Besitzerin schwindet schlussendlich vollkommen, sobald sie faktisch weit neben dem Pfad der Tatsachen wandelt und behauptet, Ingwerbier sei in Deutschland schwer erhältlich und das Ale wäre der passende Ersatz. Auch ihr infames und völlig danebengreifendes Statement hinsichtlich ihrer Rolle als Cocktail-Referentin lässt uns ihre Version des Moscow Mules genauso wegkippen, wie uns ihre Versprechen nach einem Follow-Up-Video den ein oder anderen Schauer über den Rücken laufen lassen. Für den Abstecher in den Garten, hier entlang.

3) Auf der anderen Seite des Cocktail-Teichs

Amerika ist ein großartiges Land. Davon sind die Amerikaner stets selbst am meisten  überzeugt. Dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten verdanken wir aber auch David Hasselhoff, McDonald’s und Donald Trump. Ach ja, und wir verdanken ihm den Tipsy Bartender, der „The Don“ gar einen Cocktail widmet. Nun gut, der Bartender hat es sich generell und landesunabhängig auf die Fahne geschrieben, weder über Politik noch Religion zu urteilen, doch wenn er es tut, sollten er wie auch sein Drink dann geschmacklich so weit neben dem Erträglichen liegen, dass er gleich dem amerikanisch-arischen Party-Populisten Trump gewidmet werden sollte?

Wäre das alleine schon ein Grund, dem Tipsy Bartender nicht sonderlich viel Aufmerksamkeit und Interesse zu schenken, versteht er es selbst am besten, seinen Ruf auch eigenhändig zu zerstören. Der Global Brand Ambassador von Melonenlikör und Peachschnapps verfügt hierbei über die klassische Aura des Einpeitschers im Pauschalurlaub des Alltours-Hotels bei Punta Cana, im Starallüren-verheißenden Gewand des Captain Jacks und Fatman Scoops der Cocktail-Kultur. Seine Kreationen stellen stets bunt-pittoresk anmutende Trinkbilder dar, in denen sich sowohl der Alkohol verirrt wie der Geschmack sich verliert. Politisch unkorrekt und seiner Verantwortung dem Millionenpublikum gegenüber bewusst, plappert er pausenlos ohne irgendwas zu sagen. Da er optisch bereits einige Einbüßen hat hinnehmen müssen, umgibt er sich stets mit attraktiven, naiven Frauen, die auf sein Kommando hin ausgeklügelte Kreationen zum Besten geben und zumeist knapp bekleidet das Cocktail-Gemälde ausfüllen.

So subtil zweideutig wie die die Kunstwerke zierenden Namen sind auch seine sexistisch-geprägten Kommentare, die für den Zuschauer als appetitanregende Horsd’œuvre begleitend zum Cocktail-Menü serviert werden. Technisch einwandfrei für die nächste Hausparty mit anschließendem Krankenhausbesuch, pouren sich der Tipsy Bartender und seine Schönheiten schon seit langem ins Herz der Zuschauer und zeichnen mit ihren wohlabgeschmeckten Cocktails eine ganz persönliche Signatur in die Leber des Konsumenten. Den „Donald Trump mal kosten?“

5) Schwiegertochter gesucht mit Old Fashioned in der Hand

Schon bei Beginn des Videos untermauert der Kandidat seine heimliche, nie wirklich kundgetane Liebe hin zu Stofftieren jeder Art. Ob seine Mutter weiß, dass er als Mit-Dreißiger schon was trinkt? Sicher ist jedenfalls, dass er in seinem Wohnzimmer stolz die Klassiker der Cocktailgeschichte zur Aufführung bringt. Ob er dabei künstlerisch seinen aus der Metro bezogenen Maker’s Mark in Szene setzt oder uns Zuschauer das Einmaleins der großen Rührtechnik vermittelt, er ist stets bemüht und vergisst bei all der Genauigkeit und Präzision das uns vom Igelschnitt des ersten Videos doch stets ans Herz gelegte Lächeln.

Freudlos und bierernst verfügt sein Gesicht dabei über die gleiche Ausdrucksstärke und Emotionalität wie das seiner Stofftierfamilie. Jene ist entweder Erinnerung an eine ähnlich bekümmerte Kindheit oder Ergebnis aus seiner romantisch-intensiven Beziehung zu „Jenny“, der Tierarzthelferin. Er ist Genusstrinker und das ganze Drumherum der Barszene ist ihm zuwider. Lieber gesellt er sich mit ähnlich Esprit-versprühenden Gestalten und einem „guten“ Drink in das Hinterzimmer, um der allwöchentlich anstehenden Spielerunde mit Jenny’s Freunden des Agility-Hundeclubs auf speakeasy-artige Weise zu entfliehen.

Doch genauso wie seine Charakterzüge mit der von ihm gelebten Einstellung harmonieren, so verdienen die von ihm getroffenen Erklärungen zumeist das Prädikat widersprüchlich. So kippt er überzeugt und auf die Spirituose kennerhaft abgestimmt die passenden Bitters in den Old Fashioned, um kurze Zeit später die „weiße Schicht der Orangenzeste“ zu entfernen, da diese ja „über Bitterstoffe verfüge“. Großes Kino der Kontradiktion und ein verdienter Platz in unseren Top-Five.

Cocktail-Videos sind genauso wie Drinks oder neue Spirituosen also sorgfältig zu beurteilen und zu hinterfragen. Nicht selten bleibt einer der dümmsten Kommentare und Tipps, der sich einer gewissen Griffigkeit nicht entziehen kann, im Kopf hängen und manifestiert sich in schlechter Zubereitung von Drinks oder unzureichendem Service. Daher also immer Augen auf oder eben – wie in unserer FÜNF! – Augen zu und durch.

Photo credit: Foto via Shutterstock. Post: Tim Klöcker.

33 comments

  1. Philipp

    Endlich ein Artikel über das Leiden der deutschen YouTube-Szene in Sachen Cocktails. Grade Platz 1. War für mich ebenfalls ein Albtraum. Ob gut ausgestattet hin oder her. Geschmack kann man bekanntlich nicht kaufe

  2. mangomix

    Mag sein, dass diese Clips keine Ästhetik-Preise gewinnen können und auch inhaltlich Schmunzelpotenzial bergen – angesichts der reißerischen Überschrift hätte ich allerdings größere „Klopper“ erwartet – die gibt es durchaus! Außerdem weiß ich gerade nicht, was ich schlimmer finde: Die betulichen Filmchen – oder das Geschwurbel des Autors drumherum, der sich offenbar bemüßigt fühlt, jedes noch so kleine Detail erst an den Haaren herbei und anschließend genüßlich durch den Kakao zu ziehen. Die Mutmaßungen über das Privatleben von Hobby-Youtuber Nr. 5 („bekümmerte Kindheit“, „Jenny die Tierarzthelferin“) sind jedenfalls so gehässig, dass es geschmacklos wird. Ganz ehrlich: fünf Links – ohne Text – hätten es auch getan.

  3. Marco Beier

    Puh. Ist das der neue Stil bei Mixology? Wie der Schulhoframbo ungefragt andere bloßstellen und sich über Frisuren, Heimbars oder heimische Einrichtung lustig machen? Das ist doch wohl hoffentlich auch in euren Augen meilenweit am eigenen Anspruch vorbei, oder?

    • Jens Kümmerer

      Ich habe mich auch etwas gewundert, ich kenne das so von der Mixology nicht. Wenn man sich schon über schlechte Cocktail-Videos lustig machen will, dann soll man doch einfach die Klassiker bemühen, die es wirklich redlich verdient haben. Ich sage nur: Mint Julep… Don’t forget to add your Sprite und so… 😉

    • Frederik Knüll

      Das war auch mein erster Gedanke. „Haha, guck mal wie scheiße der ist“-Geschrei auf dem Schulhof in der ersten Pause.
      Finde ich ehrlich gesagt ziemlich widerwärtig, auch wenn manche Videos Schmunzelpotenzial haben.
      Menschen in der Öffentlichkeit auf diese Art und Weise bloß zu stellen hat die Qualtiät eines hoch-/rotznäsigen Bengels aus der Unterstufe. Dann auch noch rum zu heulen und zum Lehrer zu rennen, wenn man eine auf die Schnauze bekommt (Wikipedia), macht’s nicht unbedingt besser.
      Hätte ich ehrlich gesagt nicht von euch erwartet…

  4. Christoph W. Perner

    Gleichwohl ich mich auch gerne über teils absurde Youtube-Cocktail-Rezepttutorials lustig mache, bin ich entsetzt darüber, wie hier am Thema vorbei mit aus der Luft gegriffenenen Unterstellungen, die nichts mit der Materie zu tun haben, unter die Gürtellinie gegangen wird.
    Mixology, ist das Euer Ernst? Angesichts solcher Entgleisungen ärgert es mich, je für Euch (kostenlos) geworben zu haben.

  5. Xiblaba

    Ich schließe mich den Kommentaren 2-4 an: Das ist erschreckend bösartig.
    Vielleicht klärt uns der Autor ja auf, was in seiner Kindheit schief gelaufen ist und woher dass schwierige Verhältnis zu Frauen im Allgemeinen und Tierartzhelferinnen im Speziellen stammt, dass ihn zum Verfassen solch eines Artikels veranlasst hat.

  6. Florian W.

    Ich kann mich den Kommentaren nur anschließen, ich finde es gerade zu unverschämt wie beleidigend dieser „Artikel“ geschrieben ist.

  7. Robert

    Hm, ich muss sagen, dass ich da schon Schlimmeres gesehen habe, sowohl auf YouTube als auch in Bars. Ok, die Videos 2 und 4 sind wirklich schlimm, die Pina Colada im 80er Stil ist aber solide gemacht. Und der Old Fashioned sauber gemixt. Und was die Wortwahl des Artikels betrifft, so schließe ich mich den andern Kommentaren hier an.

  8. Edgar Diola

    Der Autor sollte sich vielleicht erstmal an die eigene Nase fassen. Schließlich scheint er nicht einmal des Zählens mächtig zu sein. Oder wie kommt es, dass es keine Nummer vier gibt aber zweimal die Nummer 2? An Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten. Ich würde mich schämen an Ihrer Stelle..

    Eine Antwort werden wir leider auch nicht erhalten. Der Autor scheitert noch immer an der CAPTCHA-Eingabe der für ihn unlösbaren Rechenaufgabe…

  9. Sebastian Walther

    Hallo Philipp Gaux,

    vielen Dank für deinen niveauvollen Artikel 😉 Wusste gar nicht, dass Überheblichkeit und „Andere nieder machen“ mittlerweile zu den Eigenschaften von Mixology-Schreibern gehören müssen. Oder halt, bist Du da vielleicht der Einzige?

    Was man von verschiedenen Cocktailvideos und deren Präsentationsart auf Youtube hält ist natürlich Geschmackssache, darüber öffentlich herzuziehen ist aber ganz schlechter Stil. Ich werde jetzt keine Mutmaßungen über deinen Charakter oder deine Kindheit hier anstellen, da ich dich nicht kenne und ich mich auch nicht auf dein (zugegeben tiefes Niveau) herablassen möchte.

    Dass Du dir aber anmaßt anhand meiner Cocktailvideos über mein Leben zu urteilen und herzuziehen, zeugt nicht gerade von Seriosität. Das ist schlichtweg Beleidigung!

    Mein langjähriges Mixology-Abo werde ich sofort kündigen, da ich niemandem Geld zahle, der solche Leute wie dich, Philipp Gaux, solch niveaulose, beleidigende Artikel schreiben lässt. Das Einzige, was hier zum Abgewöhnen ist, ist deine beleidigende, überhebliche Schreibweise!

    „Cocktail-Videos sind genauso wie Drinks oder neue Spirituosen also sorgfältig zu beurteilen und zu hinterfragen“ Absolut richtig! Und genauso sollte Mixology hinterfragen, wer auf dieser Webseite hier Blogartikel verfasst 😉

    Mal als gut gemeinter Tipp für dich: Vielleicht arbeitest Du zuerst an deinem Charakter, bevor Du meinen hier bewertest 😉 Und bitte, wenn doch die ganzen schlechten Cocktailvideos auf Youtube dir nicht gefallen, dann schaue dir was anderes an!

    Mit freundlichem Gruß
    Sebastian Walther (aka Valdr aus dem C&D-Forum, Betreiber des Youtube-Kanals Delicious Drinks)

    • Andy

      Schön gesprochen, Sebastian. Und ganz ehrlich, die Smileys braucht er hier gar nicht. An deiner Stelle wäre ich stocksauer.

  10. Philipp

    Liebe Community,

    ich möchte mich hier keinesfalls unrühmlich aus der Verantwortung stehlen, nehme daher sehr gerne Bezug auf die zerschmetternde – übrigens ebenfalls nicht wenig diffamierend – vorgetragene Kritik.

    Kurt Tucholsky sagte einst: „Satire darf alles“

    Nun wird dem ein oder anderen hier laut aufschreienden Leser möglicherweise auch einer meiner anderen Artikel unter die Lupe gekommen sein und so wird sich der objektive Verfolge sehr wohl schnell bewusst darüber, dass Diffamierungen und Bloßstellungen nicht Naturell meines Schreibstils sind. Ganz im Gegenteil, bin ich eigentlich oft sehr wohlwollend und drücke – salopp gesagt – ein Auge zu.

    Dass nun hier Satire möglicherweise in Zynismus gipfelt ist Sinn und Zweck eines sehr ironisch verfassten Artikels. Wer das Augenzwinkern nicht erkennt und die Ernsthaftigkeit herbeisehnt, der findet mit Sicherheit einen für ihn unbefriedigenden Artikel vor. Wer aber einmal selbst verzweifelt ist an Tutorials, mit Schrecken erlebt hat, wie die in Videos durchaus gelebte Vorbildfunktion eines Barmannes ob seines Halbwissens für viele Zuschauer schlechte Schule sein kann, der lässt sich auch auf diese – meinetwegen überspitzte und doch niemals persönlich verletzende (da keine Verleumdung sondern nur auf Basis des Gesehenen) ein.

    Ein bisschen mehr Humor täte an dieser Stelle gut… Vor allem, ja vor allem, da es sich hierbei mitnichten um den allgemeinen Schreibstil der Inhalte auf mixology.eu handelt, sondern beabsichtigt überspitzt dargestellt wurde. Hier muss auch die Frage gestatten sein, inwiefern ein wenig Polemik nicht erst die Diskussion befeuert.

    Liebe Grüße // Philipp Gaux

    • Christian Niefanger

      Wusste nicht das Mixology jetzt mit dem Postillion zusammenarbeitet…

      Das hat mit Satire nichts zu tun den das passt nicht zu Mixology und wenn doch ist es die schlechteste Satite des Planeten…
      Es geht nur darum die Videos und die Personen dahinter lächerlich zu machen und das auf einem sehr schlechten Niveau! Beleidigend und Anmaßend ohne Ende!

      Der Artikel zieht auf schlechte YouTube-Cocktailvideos ab. Darüber zu schreiben ist ok aber nicht so! Das viele solcher Videos Schritt sind bezweifelt keiner der sich einigermaßen auskennt. Zumal es an den Old Fashioned Video z.B. nichts auszusetzen gibt. Fachlich alles ok. Also was soll der Mist sich über die Person im Video lustig zu machen und gewagte, beleidigende Thesen über dessen Leben anzustellen!

      Das Ganze nach den schlechten Kommentaren jetzt als Satire abzustempeln ist die einzige Satire die ich hier sehe!

    • Andy

      Bullshit von A bis Z, sorry Philipp. Das war ein Griff ins Klo und zumindest bei den Betroffenen, die das hier mitbekommen, solltest du dich entschuldigen. Wenn jemand auf Alleswisser macht und selbst den einfachsten Cocktail versaut – okay, dann kann man schon mal auf „Satire“ machen, aber so..!?

    • Robert Kar

      Herr Gaux,
      das ist ja wohl eine Frechheit! Der Artikel hat mit Satire rein gar nichts zu tun. Sich darauf zu berufen anstatt sich zu entschuldigen ist fast noch schlimmer als der Artikel selbst. Ich hatte es ja fast befürchtet. Satire machen Jan Böhmermann und der Postillon. Und selbst die machen das nicht auf dem Rücken völlig unschuldiger und (wenn auch nicht immer korrekt handelnder) hilfsbereiter Menschen wie in diesem Fall. Es mag ja sein, dass einige Hyperbeln zu erkennen sind – das genügt der Satire jedoch nicht annähernd. Ich bin wirklich ein toleranter, humorvoller Mensch, lache über andere und mich selbst, auch in tiefschwarzem Humor. Aber das hier ist einfach nur Cybermobbing. Wenn Sie, Herr Gaux, diesen Unterschied nicht kennen, haben Sie nichts in der Welt des Online-Journalismus verloren!

  11. Micha

    Unter dem Gesichtspunkt dass Mixology nun eine Satireseite bzw Zeitschrift ist, macht dieser Artikel und auch ein paar wenige vorher für mich wieder Sinn. Danke für die Aufklärung.
    Micha

  12. Steve L.

    Mooment! Die Satire darf auch alles, aber nicht alles kann unter dem Deckmantel der Satire geschehen.
    Satire verfolgt ja auch Ziele. Wenn hier laienhafte Anleitungen von Cocktails kontrakariert werden sollen, dann doch bitte aber auch genau das. Stattdessen sieht man teils total beleidigende Mutmaßungen weit unterhalb der Gürtellinie.

    Ich finde es allgemein snobbig nur die Hochkultur des Drinks zu akzeptieren. Wer hat denn all die benötigten Zutaten für einen Vieux Carré und mixt sich den nach einem YouTubebesuch? Das ist bei keinem der Videos die Zielgruppe. Da sind bekannte und simple Drinks, wie etwa Pina Colada und Moscow Mule das Interessenfeld. Das eine Video ist outdated, aber fabriziert eine durchaus brauchbare Pina für den Hausgebrauch, das andere gehört wie Sie erwähnt hatten, zu einem Flog und ist damit sowieso eher Exkurs denn Fokus. Da muss man locker sein, denn auch wenn für Cocktailnerds ein Old Fashioned keiner Erklärung bedarf und eine Pina erst garnicht getrunken wird, bringt es vielleicht den ein oder anderen zum Mixen.

    Warum fokussiert man sich dann nicht eher auf Videos, die wirklich eine falsche Vorstellung vom Cocktail schaffen: Tipsy Bartender ist da ein genanntes und sehr bekanntes Beispiel mit 2 Millionen Abonnenten!
    „Hauptsache bunt und knallt“ – da gibt es zig Videos von verschiedensten Channeln, das verdient viel eher die Kritik eines BARmagazins, als etwa laienhafte Kameraführung oder unsicheres Auftreten.

    Garnicht zu reden vom Old Fashioned, bei welchem die ‚Satire‘ nun den Macher in feiner „Schwiegertochter gesucht“ Manier darstellt, weil es technisch keine groben Schnitzer gibt.
    Dass es „niemals persönlich verletzend“ wird, halte ich in diesem Sinne für Nonsens.

    Das produziert einen Text, der um jeden Preis nach Lachern ringt.
    Dabei bleibt es ein oftmals Artikel, der nicht weiß, worüber genau er sich eigentlich lustig machen will.

    Insgesamt finde ich es schade, dass Sie, Herr Gaux, eher rechtfertigen, als ein wenig Demut hinter all die harsche Kritik zu legen. Vielleicht haben Sie den Artikel mit guter Intention geschrieben, aber so wird er nunmal nicht gelesen. Humor und lockerer Stil finden durchaus schon in der „FÜNF“ ihren Platz, jedoch wurde noch so etwas wie Pietät und Anstand gewahrt. Gegen konkrete Personen so einen Verriss zu schreiben gehört sich einfach nicht und hat auch nichts, aber wirklich garnichts mit Satire zu tun.
    Fehler passieren – aber erst die Einsicht lässt einen daran wachsen.

    Freundlich,
    Steve

  13. Andy

    Muss mich den anderen hier anschließen – der Artikel ist echt mies!!! Mal ganz ehrlich, so schlecht sind die Videos gar nicht mal, zumindest in Anbetracht der entsprechenden Zielgruppe.
    Tipsy Bartender macht nun mal fruchtige Partydrinks und offenbar steht auch Nr. 2 drauf. Ach ja, übrigens – kann der Autor nicht mal auf 3 zählen (Sorry, musste jetzt so direkt sein, immerhin scheint der Schreiberling des Artikels ja auf persönliche Beleidigungen zu stehen). Ist denn nun die Kellerbar oder der Schrebergarten die Nummer 2?

    Gerade Delicious Drinks ist jetzt rein technisch und in punkto Rezeptur durchaus auf höherem Niveau. Würde er mehr aus sich heraus gehen, bekäme er die gleiche Kritik wie Tipsy Bartender. Also der Artikel ist echt lächerlich und ganz ehrlich gesagt viel beschämender als alle Videos zusammen!

  14. Dominik S.

    Auch für mich sticht dieser Artikel außerordentlich negativ heraus. Sowohl wenn ich ihn für bare Münze nehme, als auch ihn unter dem Gesichtspunkt der Satire sehe. Ich hoffe Herr Gaux steuert in Zukunft vermehrt Beiträge bei, die dem von ihm angesprochenen Bartender im Lernprozess konstruktiv dienen.

  15. Jens Müller

    Ohne zu viel Pathos rauszuhaun: aber hab auch nach dem ersten Absatz aufgehört zu lesen. Des woar nix…

  16. Avien

    Unter Anbetracht der Umstände täte es dem Autor und dessen Chefredakteur gut, sich über Paragraph 186ff Stgb zu informieren und den möglichen Folgen entgegenzuwirken. Ich für meinen Teil könnte mir gut vorstellen, dass jene Personen, sollten sie es in diesem Sinne nicht „als Satire empfinden“, nicht in diesem Maße „entzückt“ über derlei unwahre Behauptungen sind.
    Es hat in keinerlei Hinsicht etwas mit Ironie, Satire, Zynismus oder sonstigem anders-gemeinten-Geschwafel zu tun, wenn abstrakte Mutmaßungen über persönliche Hintergründe gegeben werden. Gerade weil sie keine Kritik an der fachlichen Kompetenz darstellen, vielmehr gleicht es für mich einem Frustabbau über „minderwertige“ Kenntnisse oder deren Umsetzung.
    Eine Entschuldigung ist das Mindestmaß an Erwartbarem.
    Da Sie keine Möglichkeiten aufzeigen, inwiefern es besser gemacht werden könnte, gibt es für Sie auch keine.
    In diesem Sinne

  17. Goncalo

    … dieser Beitrag ist leider unterirdisch.

    Die Idee eines Old Fashioned (beispielsweise) wird tadelos dargestellt.

    Die Stofftiere sind für den Drink völlig irrelevant.
    Und nicht weiter erwähnenswert.

    G.

  18. Redaktion

    Werte Kommentierende, liebe Leser,

    um es erst einmal mit Marco Beier zu sagen: Puh! Grundsatzdiskussion, ick hör Dir trapsen. Vorwurfsmaschinerie, lauf zu alter Form auf! Es ist wohl an mir als Chefredakteur, einige Worte zu sagen. Dem will ich mich nicht entziehen.
    Wie steigt man am besten in solche eine Debatte ein? Am besten wohl immer noch damit: Ich stehe zu Philipp Gaux und seinem Text. Damit das schon einmal klar wäre.

    Nun zu den Vorwürfen:

    Debatten über den Begriff „Satire“ mag ich persönlich gar nicht, denn sie laufen immer so ab, wie es auch gerade hier geschieht: Der Autor eines fraglichen Textes verweist auf die Freiheiten der Satire, und die, die einen Text nicht mögen, stellen wahlweise die Grenzen der Satire in Frage oder aber sie behaupten, dieser Text sei aus jenen Gründen gar keine Satire. Wen bringt so etwas weiter (Ich weiß, Philipp selbst hat den Begriff Satire ins Spiel gebracht; aber da nun hier damit operiert wird, wollte ich es nicht aussparen)?

    Tatsächlich ist es mir aber erst einmal völlig gleichgültig, wie man den Text nun rubriziert, denn es kommt für ich auf den nachweisbaren Inhalt an. Besonders, da hier in den Kommentaren schon wieder mit Paragrafen gewedelt wird. Besonders im März diesen Jahres haben wir in den Medien viel über „Üble Nachrede“ und „Beleidigungen“ gelesen und gehört. Damals ging es um „Ziegenficker“, hier über einen Vergleich zu „Bauer sucht Frau“. Hmmm… Aber das nur nebenbei.

    Man mag zu Philipps Text stehen, wie man will. Man kann ihn mögen oder vollkommen scheiße finden. Auch ich hätte ihn als Autor anders geschrieben. Auch ich finde nicht alles daran total super. Philipp – soviel zu behaupten muss erlaubt sein – haut in diesem Text ganz schön aufs Blech. Niemand wird gezwungen, das gut zu finden. Vor allem aber – und an dieser Stelle wird es im Hinblick auf all die Vorwürfe in Richtung des Autors und des Magazins interessant – muss man sich auch damit abfinden, dass es dann eben reichen muss, einen Text einfach schlecht oder blöd zu finden.
    Denn zu den Vorwürfen der Beleidung oder despektierlichen Herabsetzung im Text sollten zwei Hinweise reichen. Erstens: Niemals und an keiner Stelle ist es unsere Absicht oder die unserer Autoren, Menschen zu diffamieren und zu beleidigen. Wer MIXOLOGY langfristig verfolgt, sollte das eigentlich auch wissen. Hier also nun gleich von einem neuen Stil zu sprechen, den wir verfolgen, halte ich für unangebracht.
    Zweitens: Es gibt im Text von Philipp keine Stellen, an denen Leute beleidigt, herabgewürdigt, diffamiert oder in ihren Persönlichkeitsrechten angegriffen werden. Der Artikel mach sich lustig über Leute, ja. Er ist derb und zieht krude Vergleiche. Er stellt blödsinnige Überlegungen an (von denen aber stets klar ist, dass es sich, etwa bei „Jenny, der Tierarzthelferin“, um Assozitionen oder Ideen des Autors handelt – nicht um Tatsachen).

    Aber an keiner – ich betone: an keiner! – Stelle, greift der Autor die Protagonisten der Filme persönlich an oder versteigt sich zu beleidigenden, obszönen oder sonstwie herabsetzenden Äußerungen. Man muss das dann, wie gesagt, nicht lustig finden. Man kann das auch zum Kotzen finden und das sogar sagen. Man darf auch fluchen, wir sind ja immer noch an der Bar und nicht in der Barschule. Aber hier vom Rechtsweg zu sprechen, weil sich jemand über die Stofftiersammlung eines Youtubers lustig macht, ist für mich einfach nur skurril. Andere Leute stellen sich mit solchem Humor auf große Bühnen und verdienen damit viel Geld. Marcel Reich-Ranicki machte mit sehr viel deftigeren Aussagen über Jahrzehnte Literaturkritik. Und sogar Robert Schumann ging im 19. Jahrhundert in der Neuen Zeitschrift Für Musik schon heftiger mit Komponisten von Streichquartetten ins Gericht, als Philipp Gaux es an dieser Stelle mit den fünf erwähnten Videos tut. Hier von Beleidigungen oder ähnlichem zu sprechen scheint mir daher einfach überzogen. Ebenso wenig verbreitet der Autor falsche Tatsachen über die besprochenen Personen. Er stellt Vermutungen oder Ideen an, die – mündiger Leser! – eigentlich vollkommen für sich stehen und als humoristische Elemente der Textgestaltung eindeutig identifizierbar sind. Eine gezielte Verbreitung von Fehlinformationen sieht anders aus – etwa die absichtlich falsche Änderung eines Lexikon-Eintrages an neutraler Stelle.

    Es ist uns dennoch ein Bedürfnis, noch einmal ausdrücklich klarzustellen, dass es nicht das Ziel unseres Beitrages war, jemanden zu verletzen oder zu beleidigen. Wer Philipp Gaux und seine Arbeit für MIXOLOGY seit eineinhalb Jahren verfolgt, der müsste eigentlich auch mitbekommen haben, dass es nicht sein Stil ist, Leute unterhalb der Gürtellinie anzugreifen. Wenn dies dennoch eingetreten ist, sich also im Text besprochene Personen in ihrer Würde angegriffen und diffamiert fühlen, bitte ich im Namen des Verlages um Verzeihung und bin gerne bereit, im direkten Kontakt (nils@mixology.eu) mit den betreffenden Personen über einschlägige Textstellen zu sprechen.

    Wir hätten das, was jetzt im Text manche stört, in der Redaktion auch alles wegstreichen, wegkürzen und entschärfen können. Einen toten, schön mundwarmen Artikeltorso daraus machen können. Am Ende des Spiels dann noch den Namen des Autors (denn fast alles bei MIXOLOGY erscheint namentlich) streichen und anonym veröffentlichen. Aber das wollten wir nicht. Weil MIXOLOGY immer auch von der starken Identität seiner Autoren gelebt hat. Jetzt gibt es nach längerer Zeit wieder einmal einen Text, der offenkundig polarisiert (ja: polarisiert, denn es gibt auch recht viele Menschen, die den witzig finden), und schon ist MIXOLOGY schlecht, böse, gemein, unsachlich, schon immer gewesen, Abo-Kündigung: Go!
    Soll man auf solche Vorwürfe und Auswüchse reagieren? Eigentlich nicht. Deshalb dazu an dieser Stelle auch kein Kommentar. Wir respektieren die Meinungen unserer Leser. Und wir werden uns auch in Zukunft mal wieder aus dem Fenster lehnen, jemanden piesacken, uns lustig machen und auch dafür wieder schief angeschaut werden. Das gehört wohl dazu, das darf Presse. (Mist, jetzt habe doch die „dürfen“-Formel benutzt) Und das darf sie auch, ohne sofort und immer gleich die satirischen Anführungszeichen überall drum packen zu müssen. Wenn man sich darüber dann zu sehr aufregt, kann man sich ja immer noch bei einem Drink beruhigen.

    Mit den herzlichsten Grüßen, ich mache jetzt weiter Urlaub
    // Nils Wrage // Chefredakteur MIXOLOGY

    • Robert Kar

      Liebe Redaktion,
      ich mag auch solche Diskussionen nicht, daher nur ein kurzer Kommentar hierzu:
      Wenn man einen Text nicht beleidigend/verletzend meint, sollte man ihn auch nicht OFFENSICHTLICH beleidigend/verletzend verfassen. Bei der Anzahl an negativen Kommentaren gibt es ja wohl keine Diskussion mehr über diesen „Tatbestand“, oder? Ihr seid keine Satire-Zeitschrift und selbst, wenn der Text als Kolumne gekennzeichnet wäre, wäre es immernoch Cybermobbing. Ihr könnt gerne Leute „piesacken“, die des Piesackens würdig sind: Bekannte Barkeeper, Bars oder Spirituosenkonzerne, kurz: Leute, die sich auch WEHREN können! Alles andere ist feiges Geläster und gehört nicht ins Internet.

      • Nils Wrage

        Lieber Robert,

        Das, was du als Beispiel anführst, ist keine Beleidigung. Es ist ein humoristischer Vergleich, der dir, anderen Lesern und dem Betroffenen vielleicht nicht gefällt. Aber es ist keine anrüchige, die Würde verletzende oder herabsetzende Äußerung. Man mag deswegen beleidigt im landläufigen Sinne sein. Es ist aber keine Beleidigung einer Person, die wie ausgesprochen haben. Wie gesagt: Wer sich ernsthaft verletzt fühlt, darf sich gerne an mich persönlich wenden.

        Herzliche Grüße
        // Nils Wrage für die Redaktion

  19. Robert Kar

    P.S.: Übrigens ist schon die Überschrift „SCHWIEGERTOCHTER GESUCHT MIT OLD FASHIONED IN DER HAND“ offensichtlich beleidigend. Da stimmt mir wohl jeder zu, der in seinem Leben mal deutsches TV dieser Klasse zu Gesicht bekam. Soviel zu eurem „Zweitens: Es gibt im Text von Philipp keine Stellen […]“.

  20. Joerg Meyer

    den Artikel finde ich schlecht geschrieben. Im Blutrausch der Worte einfach übers Ziel geschossen. Kann passieren. Ist mir sicherlich auch schon einmal… gehört halt zum „Schreiben perfektionieren“ dazu.

    Das „Retten“ wollen eines miserablen Artikels mit Zitaten von Kurt Tucholski ist dann eher unglücklich…

    Nils, du sollst hier auch nichts streichen. Aber lesen und anregen und führen. Die Level vorgeben. Kritisch bleiben. Wenn Du so einen Artikel freigibst, ist das Eurer Niveau? Ich finde das wird hier zurecht kritisiert.

    Gruß

    Joerg Meyer

  21. Max Holzapfel

    Lieber Herr Gaux,

    Als Kulturwissenschaftler, wie auf ihrem FB-Profil tituliert, sollte Ihnen auch die Grundzüge der Kommunikation klar sein. Es kommt nicht drauf an, was sie sagen wollten, sondern wie es verstanden wurde.
    Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Sie beim schreiben des Artikels ihre Zeilen amüsante empfunden haben. Vom Stil hab ich mich auch sofort an Oliver Kalkofe erinnert gefühlt, doch besteht ein kleiner aber feiner Unterschied. Herr Kalkofe greift in seinen Sendungen Personen an, die andere Menschen verarschen, Ihnen durch Schwindel Geld aus den Taschen ziehen. Menschen die wider besseres Wissens handeln. Oder er greift Personen an, die in Mediengeschäft Profis sind.
    Genau das tun sie, zumindest bei Person 5, nicht. Sie greifen jemanden persönlich an, der seine Leidenschaft teilt. Der anderen Hilfestellungen geben möcht, damit sie nicht ein schlechten bzw falschen OF rühren. Eine Person, der innerhalb seines Freundeskreis bis Gestern bestimmt für Sie geworben hat.

    Hier gebietet der Anstand eine Entschuldigung und etwas Einsicht. Oder, was man aus ihren Titel entnehmen könnte, möchten Sie sich moralisch und menschlich auf dem Niveau von „Bauer sucht Frau“ etc bewegen?

    Mit bestem Gruss aus der Schweiz
    Max Holzapfel

  22. Jens Kümmerer

    Nachdem ich gestern nicht dazu gekommen bin, habe ich nun doch noch meine Gedanken zu den einzelnen Videos zusammengeschrieben. Ich hatte mir nämlich den Spaß gemacht, zuerst die jeweiligen Videos zu sehen und erst hernach den jeweiligen Text von Philipp Gaux zu lesen – der mich dann in manchen Fällen doch sehr überrascht hat.
    Keine Ahnung, ob das nach all den Vorwürfen und Rechtfertigungen hier noch jemanden interessiert – aber es ist ja geradezu das Wesen von Kommentarspalten, dass dort viele Sachen stehen, die niemanden interessieren… 😉

    VIDEO 1 — PIÑA COLADA
    Tatsächlich sieht dieses Video so aus, als käme es geradewegs aus den 1990er Jahren – möglicherweise tut es das sogar und wurde erst später auch auf YouTube veröffentlicht; die zugehörige Internetseite, auf der einstmals auch DVDs zu erwerben waren, ist jedenfalls nicht mehr aktiv.
    Natürlich bietet diese Videoreihe – ich hatte zu einem früheren Zeitpunkt schon ein anderes Video davon gesehen – allerlei Anlass zum Schmunzeln: Die Hintergrundmusik, die witzig wirken wollenden Kommentare des Bartenders. Dazu kommt dann natürlich noch ein veritabler inhaltlicher Fehler (Havana 3 Años als goldener Rum), ansonsten aber eine handwerklich ordentlich gemachte Piña Colada im 80er-Jahre-Stil.
    Alles in allem ist das ein Video, das man wegen seiner unfreiwilligen Komik sicherlich in eine solche Liste aufnehmen kann – allerdings ist es nicht einmal annähernd so tragisch, wie uns Philipp Gaux zu verkaufen versucht.

    VIDEO 2 — KELLERBAR
    Der Bartender in diesem Video macht im Wesentlichen so ziemlich alles falsch, was man falsch machen kann, und selbstverständlich ist das Video viel zu dunkel und man fragt sich, wer so etwas ernsthaft ins Internet stellt. Das Video bewirbt sich geradezu um die Aufnahme in diese Liste – und die gelingt ihm auch spielend.
    Auffallend ist dabei, dass sich Mutmaßungen über die Person hinter dem Video, die in anderen Fällen ausufernd angestellt werden, in engen Grenzen halten. Vermutlich dürfte das daran liegen, dass dieses Video im Gegensatz zu einigen anderen zu Recht in der Liste steht und es hier wahrlich genügend Ansatzpunkte für fundierte Kritik gibt.

    VIDEO 3 – MOSCOW MULE
    Die junge Dame im Video versteht anscheinend nicht allzu viel von Cocktails, hat dies aber auch nie behauptet. Sie schreibt und filmt einen Food-Blog – in diesem Video war dann halt mal ein einfacher Cocktail dran. So what? Zielgruppe dieses Videos sind weder Barprofis noch Cocktail-Nerds und -Enthusiasten, sondern die Follower des Food-Blogs. In einer Liste, die sich in der Einleitung damit rechtfertig, Bartender vor fehlerhaften Anleitungen aus den Weiten des Internets bewahren zu wollen, ist die Aufnahme dieses Videos daher fast eine Themaverfehlung.

    VIDEO 4 – TIPSY BARTENDER
    Zum Thema „Tipsy Bartender“ bemühe nun auch ich ein bekanntes Zitat: „Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.“ (Karl Valentin)
    Natürlich vertritt der Tipsy Bartender mit seiner Hauptsache-bunt-und-knallt-Attitüde ein Verständnis von Cocktails, das wohl kein einziger Leser oder gar Autor der Mixology teilen dürfte. Selbstverständlich ist ein solcher Kanal mit so vielen Abonnenten manchem Cocktail-Enthusiasten ein Dorn im Auge und selbstverständlich ist seine Aufnahme in diese Liste geradezu ein Muss. Letztlich weiß das nun aber auch schon jeder, sodass die bereits angesprochene Aussage, man wolle Bartender vor Scharlatanerie warnen, auch hier irgendwie dann doch ins Leere läuft…

    VIDEO 5 – OLD FASHIONED
    Meine erste Reaktion auf dieses Video war in der Tat die, dass ich mir aufgrund der Tatsache, dass jemand ein Cocktailvideo auf einem Sofa mit Kuscheltieren anmoderiert, ein Lächeln nicht verkneifen konnte. Das hatte ich nicht erwartet.
    Umso positiver überrascht war ich dann aber vom weiteren Verlauf des Videos. Hier wird ein Old Fashioned zubereitet, an dem es nicht viel zu kritisieren gibt: Kein Fruchtsalat im Glas, kein verirrtes Soda-Wasser – wenn alle Bars ihren Old Fashioned auf diese Weise zubereiten würden, wäre die Welt ein kleines bisschen besser. Sicherlich, eine so stark mit den Fingern bearbeitete Zeste würde bei mir in den Abfall und nicht mehr ins Gästeglas wandern und das Abreiben des Glasrandes hat wohl noch eher den gewünschten Effekt, wenn es mit der Außenseite der Zeste erfolgt – aber wenn wir über YouTube-Videos von Cocktail-Amateuren sprechen, die sich – und das ist entscheidend! – nicht als Profis ausgeben, gehört dieses Video sicherlich zu den besseren und ist in dieser Liste völlig deplatziert. Nicht von ungefähr beschränkt sich der Autor hier nahezu ausschließlich auf unangebrachte und verletzende Spekulationen über das Privatleben des Protagonisten – denn auf inhaltlicher Ebene hätte er die Aufnahme dieses Videos in die Liste schwerlich rechtfertigen können.

    In diesem Sinne – wenn jeder sich, wie vom Autor gefordert, seine eigenen Gedanken zu den YouTube-Videos macht, dann weiß er auch, was er von dieser Liste zu halten hat oder auch nicht.
    Und als kleine Ergänzung: Dass hier nun wieder mit Paragraphen gewedelt wird, hatte ich bereits befürchtet; Unsinn ist es aber dennoch. Allerdings: Oftmals muss man nicht erst gegen das StGB verstoßen, damit eine Entschuldigung angemessen ist. Und wenn sich hier derjenige, über den im Artikel am stärksten hergezogen wurde, hier persönlich zu Wort meldet, kann man darauf als Autor auch anders reagieren, als Tucholsky zu zitieren…

  23. Martin Tietz

    Dieser Artikel spiegelt auf erstklassig Weise wieder, wie Niveaulos die Mixology geworden ist. Eine Vielzahl eurer Artikel ist besteht aus subjektivem geprolle. Einen redaktionellen Mehrwert bieten viele eurer Artikel zwar schon noch, jedoch ist mir dieses arrogante Getue so überdrüssig, dass ich mein Abonnement auch auslaufen lassen werde. Schade was manche Autoren aus diesem Magazin im Laufe der Jahre so gemacht haben und schade was so alles in der Redaktion freigegeben wird. Da können einem die Leid tun, die sich in der Bloggerszene oder auf YouTube ausprobieren, lernen und verbessert umsetzten wollen und dennoch den Mut verlieren weil man von den „Großen“ und „Professionellen“ Medien der Lächerlichkeit preisgeben wird. Schämt ihr euch denn gar nicht?

  24. schlimmerdurst

    Ich fand den Artikel recht unterhaltsam. Noch mehr aber den Furor, der sich hier über den Autor ergießt, den ich so überhaupt nicht nachvollziehen kann. Ein bisschen lustig machen kann man sich doch noch, oder? Oder ist das in der heutigen Zeit, in der die Bar zur Wissenschaft und ernsthaften Sache erklärt wurde, verboten worden?

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