Inventur am 2. August, 2015

Drinks 2.8.2015

Vermouth aus einem Gin-Haus, Schweizer Regeln, Rotkäppchen und der Rum, von Whisky zum Gin und ein Ire in Deutschland. Chin Chin, wir sind wieder da.

Ja, wir wissen: Berlin ist nicht das Zentrum des Universums. Und ja, wir nehmen zur Kenntnis, dass man uns oft sagt, wir berichteten immer nur über Berlin. Dem wirken wir heute entgegen, an der Seite von Mary Scherpe, Nike und Jane, die im Juni den „The Ice Cream Market“ in die Hauptstadt brachten. Jetzt begeben die beiden sich auf „Roadtrip“ durch Hamburg, Köln und München, um auch dort die Liebe zum Eis zu schüren. Hier finden sich die Daten und Orte für die Ice Cream Markets fernab von Berlin. Und nun legen wir los mit der Inventur.

1) Schweizer Regeln

Die NZZ titelt schön: “Das Kreuz mit dem Schweizer Kreuz”. Das wollen wir genauso übernehmen und zwar geht es um die Swissness-Vorlage. Sagt Ihnen nichts? Nun, es geht darum, dass Schweizer Lebensmittel sich nur “Schweizerisch” nennen und das Kreuz auf die Verpackung drucken dürfen, wenn mindestens 80 % der Bestandteile des Produkts Schweizerischer Herkunft sind. Die einzige Ausnahme bilden hier Nahrungsmittel, die nicht in der Schweiz angebaut werden können – Kaffee zum Beispiel. Schwierig bis absurd wird’s bei Schokolade und Milchprodukten: hier müssen sogar 100 % der Zutaten aus der Schweiz sein.

Gute Aussichten für die Schweizer Milchproduzenten! Anders wiederum ist es bei Schweizer Trinkwasser, das soll von der Regelung ausgenommen werden. Man befürchtet, Fruchtsäfte etwa könnten sonst mit Wasser verdünnt und somit „eingeschweizert“ werden. Zum Schluss etwas zum Aufautmen: das Bier ist von der Swissness-Vorlage ausgenommen, da das Trinkwasser hier “wesensbestimmend” ist. Manchmal im Leben muss man sich seine Probleme eben selbst suchen. Alle Details hier.

2) Rotkäppchen und der Rum

Rotkäppchens Tochter macht jetzt in Rum. Nordbrand gehört zu Rotkäppchen und verleibt sich mit 7. August 2015 Asmussen Rum, Balle Rum und Boddel Rum ein, wie das Handelsblatt berichtet. Das soll’s aber noch nicht gewesen sein, auch die Kräuter müssen in den Einkaufswagen. So sollen der Kräuterlikör Fläminger Jagd wie auch Jagdhütte übernommen werden. Klingt nach einem großen Einkaufsbummel vom Rotkäppchen, aber das Kartellamt hat geprüft und sieht kein Problem. Darauf einen Rum. Und einen Sekt. Mit Kräutern.

3) Eine Rückkehr

Poitín, Poitin, Poteen, alle drei Namen stehen für die irische Spirituose auf Molke-, Kartoffel- und Zuckerrübenbasis. Und nun muss man nicht mehr den nächstbesten RyanAir-Flug nach Irland nehmen, um in den Genuss der Spirituose zu kommen. Knockeen Hills bringt drei Poteen in unterschiedlichen Stärken auf den deutschen Markt. Produziert wird in Cork und von im Vergleich leichten 60 % Vol. beim Farmer Strength, über 70 % Vol. beim Extra Strength bis zum etwas würzigeren Gold Extra Strength mit 90 % Vol. dürften alle Vorlieben bedient sein.

4) Einen Gin, bitte

Der Frankfurter Bar Blog hat sich mit Gregor Haslinger unterhalten. Wer das ist? In erster Linie gehört ihm das Fachgeschäft für Fachgeschäft für Single Malt Whiskies, der Whiskey Spirits-Laden in Frankfurt, wo sich Haslinger seit 17 Jahren dem Thema verschrieben hat.

Jetzt soll es aber Wacholder sein. Und das ziemlich erfolgreich. Der Frankfurter Gin Sieben holte sich bei der International Spirits Competition in Berlin Silber. Über die Entwicklung der Rezeptur, die Schwierigkeiten mit Schnittlauch als Botanical und wie man von Whisky auf Gin kommt – dazu mehr im gesamten Interview hier.

5) Eine Frage der Zeit

Die Köpfe hinter Ferdinand’s Saar Dry Gin machen jetzt auch in Vermouth. Und das war eigentlich nur eine Frage der Zeit, wenn wir mal ehrlich sind. Der Wein spielt bei den Ferdinand’s eine Hauptrolle, und Wermut selbst schwappt derzeit als große Welle durch die Bars. Warum also keinen eigenen machen, wo man doch das Weingut Ziliken aus Saarburg im Boot hat? Ergebnis ist der Ferdinand’s Saar Dry Riesling Vermouth und, der Name deutet es an, der basiert auf Riesling-Trauben. Wie er schmeckt, wissen wir hier leider noch nicht, aber sobald wir Verkostungsnotizen haben, wird man bei MIXOLOGY ONLINE darüber lesen können. So lange die trockenen Zahlen: der Vermouth gibt sich mit 18 % Vol. und kommt in einer 0,75 l-Flasche zu knapp 20 € daher. Zu erwerben gibt es ihn online und zwar hier.

6) Ein Wechsel

Ein Raunen ging durch unser Büro bei diesen Neuigkeiten: Disaronno, der bekannteste italienische Amaretto aus dem Hause Illva Saronna, hat den Deutschlandvertrieb gewechselt. Disaronno wechselt von Campari Deutschland zu Kammer-Kirsch in Süddeutschland. Seit 2011 lag der Vertrieb in Camparis Hand und man blicke auf eine “erfolgreiche Zusammenarbeit” zurück, wie man verlauten ließ. Mit 1. September 2015 gesellt sich der Likör nun aber ins gleiche Portfolio wie auch Tia Maria, ebenfalls von Illva Saronno, und zwar zu Kammer-Kirsch. Da gibt man sich motiviert, man wolle auch noch mehr Produkte der Saronno-Gruppe auf den deutschen Markt bringen. Wir bleiben dran.

Photo credit: Frau am Telefon via Shutterstock.

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