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Superfreunde – Kein Brauprojekt wie jedes andere

Drinks 10.2.2017

Stefan Schröer, Michael Arndt und Markus Rehmann machen gemeinsam Bier. Und wie bereits der Name ihres Labels Superfreunde verrät: Sie haben jede Menge Spaß dabei. Mit Jeansjacken mit eigenem Tribal-Patch, ungewöhnlichen Events und einer Crêperie als Homebase sorgen sie für frischen Wind in der Berliner Craft Beer-Szene.

„Super Freunde kann niemand trennen. Super Freunde sind nie allein“, so, oder so ähnlich, trällerte Franz Beckenbauer seinerzeit für einen Werbespot der Fernsehlotterie Ende der 1960er-Jahre. Später wurde das Gesummsel dann noch von den unvermeidlichen „Amigos“ intoniert. Eine Punkband aus dem Emsland gab sich Anfang der 2000er den Namen Superfreunde, die mit dem Bierprojekt aus Berlin aber weder verwandt noch verschwägert ist. Neben der Musik kann es aber durchaus auch das Bier sein, welches freundschaftlich verbundene Runden zusammenschweißt und womöglich sogar zu einem eigenem Bier inspiriert. So geschehen bei den Superfreunden Michael, Stefan und Markus.

Ihr musikalisches Talent hat das bieraffine Trio aus der Hauptstadt bislang noch nicht zum Besten gegeben, wenngleich sie zahlreiche muntere Veranstaltungen ausrichten und Lebensfreude und insbesondere Bier zelebrieren. 2015 fanden sich die drei Gesellen zusammen, um festzustellen, dass sie nicht nur eine Vorliebe für Bärte teilen, sondern zudem auch für gutes Bier. Auf diese Weise geschah es, dass aus Freunden Superfreunde wurden. Handwerk, Kulinarik, Köstlichkeiten – so möchten die Superfreunde ihren persönlichen Alltag gestaltet wissen und gleiches gilt auch für die Produkte, die sie herstellen und anbieten.

Super Spaß!

Wie erklärte einst Victor Lanson aus dem bekannten Champagner-Haus: „Ich bereite Wein für mich selbst. Was ich nicht selbst trinken kann, verkaufe ich!“ Ähnliches gilt auch für die Superfreunde. Sie wollen, dass ihr Bier ihnen selbst mundet und so gut ist, dass sie es bedenkenlos mit ihren Freunden teilen können. Und – schlussendlich – auch gut verkaufen. Stefan Schröer erklärt: „Wir verwenden nur hochwertige Zutaten wie ausgesuchte Hopfensorten aus der ganzen Welt und die dazu passenden Malze. Qualität ist Pflicht!“

Die drei von der Zapfstelle sind bereits munter und fröhlich in der Berliner Bierszene verwurzelt und sorgen durch ihr Auftreten in Jeansjacken mit Superfreunde-Tribal-Patch für Aufsehen. Und ihnen fallen stets witzige Events ein, um das Bier zu präsentieren. Erst vor einigen Wochen tourten sie einen Abend durch die Berliner Bier-Hotspots, um ihr neues Bier zu präsentieren, ein Berliner Alt. Ein köstlicher Bierstil, der viel zu selten außerhalb von Düsseldorf spannend interpretiert wird.

Gemeinsam mit dem ebenfalls in Berlin-Friedrichshain ansässigen Brauer Philipp Brokamp, der dort mit dem Hops & Barley eine der besten Hausbrauereien der Stadt betreibt, wurde die Rezeptur entwickelt. Brokamps Biere werden immer mehr nachgefragt, so dass er jüngst seine Kapazitäten erweiterte und in Marzahn neue Sudkessel und Lagertanks baute und in Betrieb nahm. Der studierte Diplom-Braumeister unterstützte die brautechnisch quereinsteigenden Superfreunde bereits zuvor und beriet sie bei Rezepturen und Suden.

Super Ale

Selbstverständlich unternahm auch der Brauer die Tour mit den Superfreunden, die zu The Pier, Doldenmädel, Hops & Barley und Frenc heartcrafted goods führte. In Hamburg wurde zeitgleich ein Fassanstich im Altes Mädchen vorgenommen. Das Frenc ist eine Art Stammhaus der Superfreunde. Zwei von ihnen, Stefan Schröer und Michael Arndt, betreiben im Friedrichshain die Mischung aus Crêperie, Craft Beer-Bar und Laden für diverses Zeug – derzeit vorwiegend Superfreunde Fan-Gear. Der dritte im Bunde, Markus Rehmann, stieß dann für das Bierprojekt hinzu.

Der Laden mit dem zusammengeschusterten Holztresen ist niedlich und die Tische zu jeder Tageszeit gut gefüllt. Wenn 15 Leute sich in dem winzigen Raum aufhalten, bricht er schon aus allen Nähten. Zum Altbier-Anstich fand sich dementsprechend eine muntere Schar von Bierfreunden ein. Vom bärtigen Bier-Hipster bis zum bierdeckelsammelnden Methusalem und ratlosen internationalen Gästen, die eigentlich wegen der vorzüglichen Crêpes kamen. Das Altbier schmeckte vorzüglich und man kann nur hoffen, dass es womöglich in Serie geht. Das Haupt-Bier ist derzeit das Superfreunde Super Ale, ein India Pale Ale, das sie als Easy IPA bezeichnen.

Super ehrgeizig?

Das Super Ale lassen sie vom Brauhaus Binkert brauen, eine der jüngsten Brauereien in Franken, erst 2012 gegründet. Es ist in Flaschen und Fässern verfügbar und erfüllt tatsächlich hervorragend die Kriterien eines Session IPAs – gut trinkbar, süffig, aromatisch und man kann auch drei davon trinken. Eine wachsende Zahl von Gastronomen in Berlin hat das Bier auch schon an den Hahn genommen. Für das Frenc haben die Superfreunde ein eigenes Hausbier gemeinsam mit der Berliner Brauerei Brlo gebraut, das Frenc Heartcrafted Pale Ale. In der Crêperie lassen sich das Sortiment der Superfreunde Biere – auch das Superfreunde Exfreund, ein Export – bestens verkosten, auch Trinkempfehlungen zu den jeweiligen Gerichten werden gerne gegeben.

Das Superfreunde-Bierprojekt ist noch jung, aber auf Wachstum ausgerichtet. Auch die Vermarktung übernimmt das Dreigespann selbst und möchte die Präsenz in Berlin und Hamburg stetig erhöhen. Womöglich mit der Perspektive, eine eigene, unabhängige Brauerei zu errichten. Da ist Schwung in der Bude und vielleicht hören wir die drei alsbald doch noch singen, ganz im Stile der Neuen Deutschen Welle: Ist ja alles supergut, ne!

Photo credit: Foto via Max Threlfall

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