Preußische Spirituosen Manufaktur. Der Gin im Bauhausstil.

Gin 13.11.2011 2 comments

Ein limitierter Gin für 500 Euro – macht so etwas Sinn? Da MIXOLOGY ONLINE diesem Wacholderbrand auf den Zahn fühlen wollte, machten wir uns auf zur Preußischen Spirituosen Manufaktur, die pünktlich zum Schnapszahldatum, dem 11.11.2011, die neueste Erweiterung ihres Portfolios, den Berliner Adler Dry Gin mit 47 % in der königlichen Porzellan-Manufaktur-Bouteille vorstellte.

Starten wir mit ein klein wenig Historie zur Preußischen Spirituosen Manufaktur, um den Hintergrund dieses neuen Gins besser zu verstehen. Im Jahre 1874 wurde die Errichtung der „Versuchs- und Lehranstalt für Spiritusfabrikation“ durch die preußische Kabinettsorder beschlossen und die Leitung sowie der Aufbau in die Hände des Chemikers Prof. Max Delbrück gelegt.

Das Bildungszentrum dient nicht nur zur Schulung des gesamtdeutschen Brenner- und Destillateurnachwuchses, sondern fungiert auch als Versuchsanstalt für die „Adler-Spirituosen“. Um 1900 hatten die Adler-Spirituosen ihre Blütezeit. Dies lag am staatlich gewährten Branntweinmonopol und es wurden über 80 verschiedene Destillate und Liköre produziert. Dazu zählte auch der Adler Gin. Diese Ära fand aber durch die beiden Weltkriege und die anschließenden harten Nachkriegsjahre ein jähes Ende.

In den 50er-Jahren konnte die Destillation in den alten Backsteingemäuern in der Seestraße wieder aufgenommen werden, aber ohne die Monopolstellung konnte man nicht mehr an die Glanzzeiten der Vorkriegsjahre anknüpfen. Nachdem Dipl.-Ing. Prof. Dr. Ulf Stahl und der Dipl. Hotelier Gerald Schroff die Traditionsmarke „Adler“ im Jahr 2005 neu aufgelegt hatten, übernahmen die beiden Herren die Manufaktur im Jahr 2009 vollständig. Derzeit umfasst das Portfolio der Preußischen Spirituosen Manufaktur eine Vielzahl unterschiedlicher Produkte. Dazu zählen zum Beispiel Kräuter Bitter, Geiste, unterschiedliche Liköre oder auch Vodka.

Aber wie kam es nun zu diesem exklusiven Gin?

Seit der Wiederbelebung der Adler-Reihe wird auch ein Gin nach einer Rezeptur produziert, die die gleichen Ingredienzien enthält, wie die Rezeptur zur Zeit der Gründerjahre.

Doch es bleibt die Frage, warum genau Gin auserwählt wurde. Dies liegt zum einen an dem Faible der beiden Leiter für das Wachholderdestillat. „Wir beide sind Gin-Fans und immer auf der Suche nach dem perfekten Gin“, so Herr Schroff. Zum anderen wurden die Hersteller in dem letzten halben Jahr durch ein Kamerateam begleitet. Diese Zusammenarbeit endete mit der Präsentation des edlen Destillates. Dazu wurden Pressevertreter in die „Heiligen Hallen“ der Destillerie geladen.

Begrüßt wurden die Vertreter der schreibenden Zunft mit einem hauseigenen Holunder-, Rosen- oder Quittenlikör, der mit Sekt aufgegossen wurde. Es folgte ein Rundgang durch die Manufaktur, der uns einen Eindruck in den Ablauf der Produktion verschaffte. Der besondere Stolz der Destillerie ist die Vakuumdestillationsapparatur, die ausführlich erklärt wurde. Anschließend mussten die Teilnehmer ihr Können bei einem Geruchstest unter Beweis stellen. Dabei zeigte sich, dass es vielen geladenen Gästen sehr schwer fiel, aus einem Destillat die reinen Ingredienzien von alltäglichen Aromen wie Vanille, Pfeffer oder Kaffee zu „erriechen“.

Im Anschluss an den Geruchstest gab es eine kleine Stärkung, bevor man sich den starken Alkoholika zuwandte. In einer separaten Räumlichkeit wurde das gute Stück dann präsentiert.

Die Porzellanbarflasche wurde aus einer royal-blauen Schatulle herausgeholt. Die Flasche macht förmlich den Eindruck, als würde sie schweben. Entwickelt wurde dieses Stück durch die KPM-Designerin Trude Petri in den 50er-Jahren und ist durch den Bauhausstil geprägt. Elegante und zeitlose Formen ohne viel Schnörkel. Die Designerin ist sogar im Museum of Modern Art mit ihrem Teeservice vertreten.

Lediglich 500 Exemplare wurden von Hand befüllt und mit preußisch-blauem Lack versiegelt

Aber kommen wir nun zum wichtigsten Teil, dem Inhalt des Schmuckstücks. Laut Angaben des Herstellers liegt das Hauptaugenmerk dieser Rezeptur darauf, den sensorischen Gesamteindruck von der Wacholderbeere bestimmen zu lassen. Als Ausgangsprodukt wird ein sechs Monate abgelagertes Weizenfeindestillat verwendet. Die Gewürzmischung für die Destillation besteht aus Lavendelblüte, Meisterwurzel, Ingwer, Koriander, Angelikasamen, Orangenblüten, Zitronenschalen, Hopfendole, Alantwurzel, Piment, Bisamkörner und Bertramwurzel und natürlich Wacholderbeere. Zur Destillation wurde die bereits oben erwähnte Vakuumdestillationsapparatur verwendet. Im Anschluss folgt eine Lagerung von mindestens zwei Jahren in Steingutgefäßen, dadurch soll nach Angaben von Professor Stahl der Gin perfekt ausbalanciert werden.

Hält der Gin, was er verspricht?

In der Nase halten als erstes Wachholdernoten und Zitrusgerüche Einzug. Trotz seiner 47 % erscheint der Gin sehr mild im Mundraum. Ein komplexer Aromateppich, getragen von Wachholder, breitet sich aus. Geschmacklich erinnert er an klassische englische Gins und ist nicht so floral, wie viele neue Vertreter auf den Ginmarkt. Der Abgang ist lang und viele unterschiedliche Aromen kommen zum Tragen. Ein durchaus gutes Produkt, er würde sich sehr gut eignen, um einen klassischen Martini Cocktail zu rühren. Aber wer will schon einen Gin für 500 Euro vermixen, und ist dieser Gin diese Investition wert? Natürlich nicht, da stimmen auch die Hersteller zu. Es wird nie ein Destillat geben, das diesen Preis rechtfertigt. Schroff betont jedoch, dass allein die Flasche 200 Euro wert sei, da sehr viel Handarbeit bei der Produktion angewandt wird.

Braucht man dieses Produkt zu diesem Preis? Die Antwort lautet: „Nein.“ Für das Unternehmen ist es aber unserer Meinung nach eine gelungene Marketingstrategie, um von sich reden zu machen und reiche Sammler haben mit dieser Flasche ein neues Prunkstück, das erstanden werden kann.

Der Film über Produktion und die Herstellung des Gins wird voraussichtlich am 10 Dezember auf ZDF Neo ausgestrahlt.

 

Preussische Spirituosen Manufaktur
Schroff & Stahl GbR
Seestraße 13
D-13353 Berlin

Tel.: +49 30 – 450 28 537
Fax: +49 30 – 450 28 539

E-Mail: info@preussenbest.de


 

Produktdaten Dry Gin 47 %

Preis: 500 €

Herkunft: Deutschland/Berlin

Füllmenge: 0,5 l

Hersteller: Preußische Spirituosen Manufaktur

Internet: psmberlin.de

Alkoholgehalt: 47 %

 

// Diesen Dry Gin kaufen: Die 500 durchnummerierten und limitierten Porzellanflaschen werden für 500 Euro ausschließlich bei der PSM, der KPM und im KaDeWe erhältlich sein. //

2 comments

  1. Redaktion

    Hier der Film über Produktion und die Herstellung des Gins:

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