Zu Ehren großer Trinker. Der Churchill Cocktail.

Klassik 25.6.2013

Es gibt unzählige Geschichten über das Trinkverhalten berühmter Personen. Vor allem aus einer Zeit, als der Martini zum Lunch so normal war wie Teller und Besteck. Wenn man einmal versucht sich einen Überblick über diese Geschichten zu verschaffen, stolpert man auffällig oft über eine Person. Sir Winston Churchill.

Der britische Premierminister, der England durch den Zweiten Weltkrieg führte, war nicht nur großer Staatsmann, Politiker und Schriftsteller, sondern ein ebenso großer Trinker und Zigarrenraucher.

„I have taken more out of alcohol than alcohol has taken out of me“ ist einer seiner berühmtesten Sätze. Und irgendwie scheint das zu stimmen. Trotz der erschreckenden Mengen die Churchill im Laufe eines jeden Tages zu sich genommen hat, schaffte er es immer einen klaren Kopf zu behalten und seinen Tagesgeschäften nachzukommen.

Der Autor seiner Biografie, William Manchester, attestierte ihm zu jeder Zeit Alkohol im Blut gehabt zu haben. Und trotzdem gibt es keine Überlieferungen von Zeitgenossen, die ihn sturztrunken erlebt haben. Eher ein Zeichen dafür das Churchill sehr viel vertragen hat, als dafür, dass die ihm nachgesagten Geschichten übertrieben sind. Eine Einladung zum Dinner in ein arabisches Sultanat schlug der Premierminister seinerzeit aus als ihm gesagt wurde, dass er aus religiösen Gründen keinen Alkohol trinken dürfe und keine Zigarre rauchen. Er begründete seine Absage ebenfalls mit religiösen Gründen. „Seine persönliche Religion mache es ihm zur Auflage vor, während und nach dem Essen Alkohol zu sich zu nehmen und beizeiten Zigarre zu rauchen.“

Anhänger gemischter Getränke

Wer so viel trinkt, kennt natürlich seine Lieblingsdrinks. Seien es Highballs oder Champagner oder Scotch und Cognac, es ist sehr wohl überliefert welche Marken ihm am besten schmeckten. Zusätzlich gibt es die kolportierten Geschichten zu seinem Lieblingsmartini, dem eiskalten Glas Gin und der Verbeugung in Richtung Frankreich. Und selbstverständlich ließ Churchill sich nach dem Krieg auch in Londoner Bars blicken. Zumindest in der Savoy Bar sind Besuche von ihm dokumentiert. Bei mindestens einem dieser Besuche mixte Joe Gilmore, Nachfolger von Harry Craddock einen Drink, der Churchills Geschmack angeblich perfekt getroffen hat. Eine fruchtig würzige Abwandlung eines Whisky Sours, bei dem der Zucker durch Wermut und Orangenlikör ersetzt wird.

In der Tradition berühmter Signature Drinks, die Gilmore ebenso für Nixon oder Neil Armstrong mixte, steht dieser Cocktail der ganz bestimmt nicht nur hochrangigen Politikern schmeckt.

 

Churchill

6 cl Blended Scotch

2 cl Limettensaft

2 cl italienischer Wermut

2 cl Orangenlikör

Glas: Tumbler

Garnitur: Limettenzeste

Zubereitung: Alle Zutaten auf Eiswürfeln shaken und in das vorgekühlte Gästeglas auf Eiswürfel abseihen.

 

Präsentiert von Cocktailian:

Cocktailian, das umfassende Handbuch der Bar für Profis, Einsteiger und Connaisseure entschlüsselt anhand von 13 Key Cocktails die Cocktail-DNA. Dieser erste Band der Cocktail-Enzyklopädie vermittelt auf 528 Seiten alles Wissenswerte rund um die Welt der Cocktails, von den wichtigsten klassischen Rezepturen bis zu den modernsten Arbeitstechniken.

Der zweite Teil der Cocktailian-Serie, “Cocktailian Rum & Cachaça” befasst sich mit der Geschichte und Herstellung von Zuckerrohrdestillaten und den daraus entstandenen Mischgetränken. An Cocktailian 1 und 2 haben neben dem Autoren-Trio Jens Hasenbein, Bastian Heuser und Helmut Adam führende internationale Bar- und Cocktailexperten wie Angus Winchester, Gary Regan, Ian Burrell, Jeff “Beachbum” Berry, Jared Brown und Anistatia Miller als Gastautoren mitgewirkt.

// Cocktailian 1 und 2 sind im Buchhandel erhältlich oder online unter cocktailian.de bzw. amazon.de //

Bildquelle: aboutpixel.deWhiskySchach © joegast

Schreibe einen Kommentar

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.