Wake me up, then f*** me up. Der Espresso Martini.

Klassik 5.3.2013 1 Kommentar

Alles was heutzutage in einem Cocktailspitz serviert wird trägt den Beinamen Martini. Dass die meisten Drinks mit dem eigentlichen Martini überhaupt nichts mehr zu tun haben, stört dabei niemanden. Heut soll dieser Umstand nicht einmal uns stören. Dick Bradsells Espresso Martini ist heute unser Thema. Auch wenn weit entfernt von einem Martini Cocktail, ist dieser Drink großartig.

Ende der 80er Jahre, also in einer Zeit als man von einem Standard der Barszene wie wir sie heute kennen nicht einmal geträumt hat, arbeitete Dick Bradsell in der Londoner Fred‘s Bar. Und, so seine Geschichte stimmt, kam damals ein sehr junges Model, welches heute weltberühmt ist zu ihm an die Bar und verlangte nach einem Drink der sie aufweckt und dann umhaut. „wake me up, and then f*** me up“ eben. Wer dieses Model ist hat Bradsell, Gentleman der er nun einmal ist, leider nicht verraten. Aber es gibt Gerüchte dass es in der Vergangenheit eher durch Skandale als durch Fotos auf sich aufmerksam gemacht hat.  Wem der Name Bradsell bekannt vorkommt, er ist auch der kreative Kopf der den Bramble erfunden hat und es somit als einziger mit doppelter Nennung in Angus Winchester sieben moderne Cocktailklassiker geschafft hat.

Wirksame Mischung

Dass die Mischung aus Koffein, Zucker und Alkohol einen durchaus erquickenden Effekt haben kann kennen die jungen Wilden aufgrund gemischter Energydrinks. Der gesetztere Südländer verlängert seinen Espresso mit einem Schuss Grappa, um die Lebensgeister in Schwung zu bringen. Beides aber stilistisch zumindest grenzwertig in einer modernen Bar.

Ein geschüttelter Drink, serviert in einem Martiniglas hingegen ist der perfekte Hingucker in jeder Bar und steht sowohl männlichen Gästen als auch Models gut zu Gesicht. Und ganz nebenbei ein unschlagbares Argument für guten Espresso in einer Bar.

Eine exakte Zubereitung seines Drinks findet ihr in seinem Video. Das Rezept servieren wir Euch hier:

 

Espresso Vodka oder Espresso Martini (adaptiert nach Dick Bradsell, Londons Cocktailkönig Ende der 1980er)

4 cl Vodka

1 cl Zuckersirup

1 cl Kahlua

2,5 cl Espresso (abgekühlt)

Glas: Cocktailglas

Zubereitung: Alle Zutaten auf Eiswürfeln shaken und in vorgekühltes Gästeglas abseihen.

Garnitur: drei Kaffeebohnen

 

Eine leichte Abwandlung dieses Rezeptes wurde in den letzten Jahren in der Kopenhagener Bar Umami serviert. Über diese Bar findet man übrigens auch einen Bericht im aktuellen MIXOLOGY Magazin mit dem Städtebericht aus Kopenhagen.

Der Barmanager des Umami, Chris Doig, dessen Cocktailpodcast „Brilliant Cocktails“ vor einigen Jahren viele Bartender begeistern konnte, mittlerweile aber leider eingestellt und aus dem Netz genommen wurde, mixt seine Variante mit einem Hauch Minze und ohne frischen Espresso. Chris Doig vermixt:

3 cl Vodka

1 cl Creme Di Cacao

1 cl Borghetti Espresso Liqueur

1.5 cl Kahlua

1 BL Søbegaard Mynte Saft

Den dänischen Mynte Saft bekommt man in Deutschland gar nicht oder nur schwer, lässt sich aber laut Chris mit einem Sirup aus einem Liter Wasser, 0,5kg Zucker und zehn Minzblättern die über Nacht im Sirup gelassen werden, ersetzen.

Eine Variante mit einer angenehmen frischen Note.

 

Präsentiert von Cocktailian:

Cocktailian, das umfassende Handbuch der Bar für Profis, Einsteiger und Connaisseure entschlüsselt anhand von 13 Key Cocktails die Cocktail-DNA. Dieser erste Band der Cocktail-Enzyklopädie vermittelt auf 528 Seiten alles Wissenswerte rund um die Welt der Cocktails, von den wichtigsten klassischen Rezepturen bis zu den modernsten Arbeitstechniken.

Der zweite Teil der Cocktailian-Serie, “Cocktailian Rum & Cachaça” befasst sich mit der Geschichte und Herstellung von Zuckerrohrdestillaten und den daraus entstandenen Mischgetränken. An Cocktailian 1 und 2 haben neben dem Autoren-Trio Jens Hasenbein, Bastian Heuser und Helmut Adam führende internationale Bar- und Cocktailexperten wie Angus Winchester, Gary Regan, Ian Burrell, Jeff “Beachbum” Berry, Jared Brown und Anistatia Miller als Gastautoren mitgewirkt.

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Bildquelle: aboutpixel.deKaffee © Diebes

Ein Kommentar

  1. Rober Spoula

    Ein toller Drink, wobei ich ihn mit Patron XO Cafe statt Kahlua noch schöner finde.

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