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Mint Juleps. Erfrischend und kräftig.

Klassik 20.3.2012 1 Kommentar

Als eines der ältesten gemischten Getränke kann der Julep auf eine lange Geschichte zurückblicken. Sein Name leitet sich vom arabischen Begriff Julab ab, welches ein Erfrischungsgetränk mit frischen Rosenblättern bezeichnet. In den USA wurde der Mint Julep im 18. Jahrhundert insbesondere in den Südstaaten zu einem populären Getränk, dass zu jener Zeit bevorzugt morgens gereicht wurde. Seine erfrischende Wirkung, hervorgerufen durch viel Eis und die ätherischen Öle der Minze, ist bis heute im feuchtwarmen Klima der US- amerikanischen Südstaaten beliebt.

Obwohl er einer der ältesten Vorfahren der Cocktails ist, wurde dieser Drink speziell in unseren Breitengraden nie richtig populär. Das hat viel mit der oft falschen Zubereitung des amerikanischen Südstaaten-Klassikers zu tun. Nicht ganz unschuldig ist aber wohl auch das kontinentale Klima: dieser Drink schmeckt in der Sommerhitze einfach doppelt so gut! Der Julep stammt in seiner Urform aus dem Arabischen, wo das Wort Julab für Rosenwasser steht. Durch die Kreuzzüge wurde das Rosenwasser nach Europa gebracht, wo es in Form von süßem Sirup bei der Darreichung von Medizin Verwendung fand.

Von Rum zu Whiskey

Schon bald jedoch wurden die Sirups auch als Erfrischung genossen und in Zeiten, in denen Wasser als Quelle alles Bösen galt, genoss man sie lieber mit Alkohol. Aufzeichnungen aus dem 18. Jahrhundert belegen, dass die Siedler im Süden der USA ihre Juleps schon zum Frühstück tranken, damals allerdings noch mit Rum, der zu diesem Zeitpunkt noch populärsten Spirituose Nordamerikas. Bald jedoch wandelte sich das Bild und immer mehr Whiskey fand seinen Weg sowohl in die durstigen Kehlen der amerikanischen Siedler als auch in deren Juleps.

Heutzutage gibt es in den Südstaaten der USA weiterhin Grabenkämpfe um das Rezept des Julep. Die einen schwören auf Minze im Drink, die anderen auf Minze darauf, ein Dritter lässt die Minze erst ziehen und nimmt sie dann heraus, bevor er den Drink serviert. Wir halten es mit letzterem, denn so gewinnt der Drink unserer Meinung nach die kühlenden ätherischen Öle der Minze, ohne dass sie den Bourbon Whiskey übertünchen.

Wussten Sie eigentlich, dass der offizielle Drink des Kentucky Derby, dem berühmtesten Pferderennen der USA , der Whiskey Julep ist? Und dass davon ca. 80 000 Glas an zwei Tagen verkauft werden?

 

Mint Julep (Whiskey Julep)
adaptiert nach einer Rezeptur aus ›Bartenders’ Guide or How to Mix Drinks‹, Jerry Thomas, 1862

6 cl Bourbon Whiskey (z.B. Maker’s Mark oder Woodford Reserve)

1 Barlöffel Zuckersirup

15 Blätter frische Minze

 

Glas: Silberbecher oder Higball Glas

Garnitur: Minzezweig

Zubereitung: Minze zwischen den Handflächen anklatschen und mit Whiskey in das vorgekühlte Gästeglas geben. Fünf Minuten ziehen lassen und immer wieder umrühren, bzw. die Minze vorsichtig andrücken. Minze herausnehmen, Glas mit gestoßenem Eis füllen und so lange umrühren, bis das Glas von außen beschlägt. Mit gestoßenem Eis auffüllen, mit übriger Minze dekorieren.

 

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Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem im Mixology Verlag erschienenen Cocktailbuch “Cocktailian 1″. Das umfassende Handbuch der Bar für Profis, Einsteiger und Connaisseure entschlüsselt anhand von 13 Key Cocktails die Cocktail-DNA. Dieser erste Band der Cocktail-Enzyklopädie vermittelt auf 528 Seiten alles Wissenswerte rund um die Welt der Cocktails, von den wichtigsten klassischen Rezepturen bis zu den modernsten Arbeitstechniken.

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