afri cola. Erfrischung im Zeichen der Palme.

Limonaden 16.5.2012 4 comments

Die erste deutsche Cola hatte eine bewegte Geschichte. Im Jahr 1931 zum ersten Mal von der F. Blumhoffer Nachfolger GmbH hergestellt, hat sie inzwischen Kultstatus erreicht. Nicht zuletzt durch eingängige, provokante und extravagante Werbung, die scheinbar immer ihrer Zeit voraus war. „Sexy-mini-super-flower-pop-op-cola – alles ist in afri cola”.

Die schwarzperlende Limonade, ursprünglich in Köln von Karl Flach ins Leben gerufen, etablierte sich schnell in Deutschland. Schließlich war sie die erste deutsche Cola und schaffte es bis 1945 die gleichen Marktanteile wie Hauptkonkurrent Coca Cola zu halten. Der Aufstieg zur Stilikone folgte dann in den sechziger Jahren, als Flach einen Wettbewerb zur Neugestaltung der Flasche ausrief. Aus ihm ging die noch heute verwendete, taillierte Flasche von Jupp Ernst, Direktor zweier Werkkunstschulen, hervor.

Die Palme, seit langem Markenzeichen von afri, wurde ebenfalls neu stilisiert in das Design aufgenommen. Zur Frage, woher der Name afri und die Palme eigentlich kommen, gab Marketing Managerin Helga Peter eine Antwort: „Das damalige Lebensmittelrecht schrieb bei Cola-Getränken die Verwendung der Kolanuss vor. Diese geschmacksneutralen Nüsse kommen aus Afrika. So entstand die Idee. Und zu Afrika gehört selbstverständlich auch die Palme, die zu dieser Zeit eine ganz besondere Exotik ausstrahlte“, und bis heute die Flaschen ziert.

Zeitenwende

Mit dem vermehrten Auftreten der Konkurrenten aus Übersee wurde es in den Achtzigern zunehmend schwer für afri. Die deutsche Cola geriet ins Abseits. Zwar erlebte die braune Brause aufgrund des hohen Koffeingehaltes einen weiteren Schub durch die auflebende Technoszene, mit dem Verkauf der Markenrechte 1999 an die Mineralbrunnen Überkingen Teinach AG. Und der inhaltlichen Umgestaltung, hin zu weniger Koffein und mehr Zucker, war der Niedergang allerdings kaum zu stoppen.

Erst 2006 wurde dieser Fehler behoben und afri wieder mit dem erhöhten Koffeingehalt von 25 Milligramm pro 100 Milliliter produziert. In die Karten gucken lassen möchte man sich dennoch nicht. Aktuelle Absätze und Füllmengen werden nicht preisgegeben. Helga Peter lässt uns lediglich wissen, dass afri im jungen, szenigen Segment seit einigen Jahren sehr gut wachse und es noch viel erschließbares Potenzial gäbe.

Den Fokus legt afri vor allem auf ein junges Publikum und künstlerische Bereiche, nicht zuletzt dem eigenen Designerbe geschuldet. „Aus der Szene für die Szene schafft afri ein ganz eigenes Lebensgefühl: unkonventionell, individuell und rebellisch. Für alle, die sich vom Mainstream abheben wollen. Um kreative Nachwuchstalente zur fördern, wurde der afri style award ins Leben gerufen und in Form der schwarzen Palme in den Bereichen Film, Kunst, Fashion und Hairstyle vergeben.“, so Helga Peters.

Dass der Markt für braune Brausen insgesamt ein interessanter Bereich bleibt, steht dabei auch für Peters außer Frage. „Der Cola-Markt hat sich insgesamt in den letzten Jahren verändert: Neben den internationalen und nationalen Markenherstellern gibt es viele kleinere, zum Teil regional agierende Anbieter mit individueller Positionierung. Durch diese Entwicklung bleibt die Kategorie Colagetränke interessant. Die Entscheidung, welche Marke dauerhaft am Markt besteht, fällt am Ende jedoch der Verbraucher.“

 

Weitere Informationen: afri.de

4 comments

  1. Joerg Meyer

    Was mir persönlich an der Geschichte der AFRI COLA am besten gefällt, ist das sich Ihre Fans, nach Übernahme durch einen „Großen“ und Veränderung des Rezeptes formiert haben, und daraus die PREMIUM COLA entstanden ist. Großartige Geschichte über Marken und deren Fans.

  2. Sebastian

    Herr Meyer macht einfach seine Hausaufgaben. Ja, Premium Cola fällt bei Artikeln über Afri Cola gerne unter den Tisch. Und besonders die Geschichte übers Cola hinaus ist interessant.

  3. Afalok

    Gerade bin ich zufällig auf diesen mittlerweile doch etwas älteren Artikel gestoßen, der eine ganz ordentliche Abhandlung über Afri Cola ist, die aber ein wenig kurz daherkommt und auch ein wenig zu unkritisch, wenn man sich die ganze Geschichte der Marke betrachtet.
    Und ganz aktuell ist es mittlerweile ja leider auch so, dass die Überkinger jetzt schon wieder -seit etwa zwei bis drei Jahren- ihr damals gescheitertes Rezept (weil günstiger im Vergleich zu aufgrund der Lizenzrechte zum alten Rezept ) doch wieder an die Leute bringen.

    Zwar gibt es immer noch Afri mit dem hohen Koffeein Gehalt, nun nennt man das Ganze jetzt aber schon seit geraumer Zeit“Afri Cola 25″ und die Flaschen wurden mit einer hässlichen, gelben „25“ versehen sowie einem postgelben Streifen am Kronkorken.

    Und weil die frisch Studierten in der Marketingabteilung sicherlich kaum Bezug zu dieser Kultmarke besitzen (können) und dem Klassiker einfach einen neuen Namen verpasst haben (Afri Cola25), jubeln sie den Kunden die klassische schwarze Flasche mit dem Original Namen „Afri Cola“ unter,
    die im Inhalt aber gar keine mehr ist. Dass hier wieder das eigene Überkinger Rezept mit maximal 10 mg Koffein enthalten ist, wird im Marketing nur bei genauem hinsehen deutlich.

    Dass es sich also gar nicht mehr um Afri Cola handelt, wissen nicht einmal die Getränkelieferanten, wenn man sie darauf anspricht. Nur auf Zuruf bestellen Sie die echte Afri Cola, die jetzt Afri Cola 25 heißt und durch den Borussia
    -Dortmund-gelben Streifen leider nicht mehr besonders sexy aussieht.

    Desweiteren haben die Überkinger mal eben so ganz klammheimlich an der seit 1964 niemals veränderten Flaschenform der 0,2 l rumgepfuscht:
    zugunsten einer maschinell einfacheren Anbringumg einer Papierbanderole am oberen Flaschenhals wurde dieser – ursprünglich rundlich – jetzt ganz zylindrisch gerade geschliffen.
    Auf meinen damaligen Hinweis über die Facebook Seite von Afri Cola und meiner Frage, ob dies markenrechtlich aufgrund dieser von Jupp Ernst gestalteten Flasche überhaupt zulässig ist, wurde zunächst gar nicht geantwortet, dann wurde bestritten, die Flasche verändert zu haben ; und nachdem ich es eindeutig anhand von Vergleichsfotos und Videos beweisen konnte, wurde einfach gar nicht mehr geantwortet. So viel zur transparenten, kundenorientierten Informationspolitik der Überkinger im nachlässigen Umgang mit einer Marke, deren Bedeutung sie offensichtlich nicht annähernd begreifen.

  4. Afalok

    Ergänzend zu meinem vorigen Kommentar möchte ich noch hinzufügen, dass die im Artikel von Frau Peters erwähnte Äußerung (Zitat) “ Die Entscheidung, welche Marke dauerhaft am Markt besteht, fällt am Ende jedoch der Verbraucher.“ natürlich auch vom Markeninhaber und der Marketingabteilung positiv beeinflusst werden könnte, wenn man sich richtig Mühe gibt. So, wie das bisher geschieht, kann das natürlich nicht klappen. Denn es stimmt: Konsumenten sind nicht dumm und wer einem ein X für ein U verkaufen will, darf sich über sein Scheitern nicht wundern.

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