Limonadencheck. Die Range von Fentimans.

Limonaden 15.5.2013 2 comments

Anfang April erreichte uns die Nachricht, dass es einen neuen Vertrieb für die Limonaden von Fentimans gibt. Vor allem das Tonic Water aus England hat zahlreiche Fans und für viel Begeisterung gesorgt. Und für Frust, wenn es mal wieder nicht erhältlich war. Noch heute gibt es Bars, in deren Kellern palettenweise Leergut verstaubt, weil die Rücknahme nicht funktioniert hat. Aber dies soll nun vorbei sein und der Nachschub gesichert. Schauen wir uns doch einmal näher an, was im Kielwasser des Tonic Water noch so mitgeschwemmt wird.

Allen Bewertungen vorweg, das Bottling von Fentimans verdient eine gesonderte Erwähnung. Die Flaschen sind sensationell schön, und vermitteln vom ersten Moment an ein Gefühl der Wertigkeit. Die Etiketten transportieren eine Kombination aus Nostalgie und urbanem Lebensgefühl, und wen es interessiert, der wird auf der Rückseite über die Herstellung informiert. „Slow fermented“ also langsam fermentiert seien alle Produkte aus dem Hause Fentimans. Auf der Basis eines fermentierten Ingwerwurzelextrakts werden alle Limonaden hergestellt. Je nach Geschmack werden dann verschiedene Zusätze hinzugefügt.

Ginger Beer

Neben Ingwer, Zucker, Wasser und Hefe beinhaltet Fentimans Ginger Beer auch Birnensaftkonzentrat und eine Kräuterinfusion unter anderem aus Wacholder.
Nur sehr wenig getrübt unterscheidet sich Fentimans optisch schon einmal deutlich von anderen Ingwerlimonaden. Ingwerschärfe kitzelt den Niesreiz und dominiert deutlich im Geruch.
Der Geschmack ist sehr rund mit einer deutlichen Ingwernote die aber nicht unangenehm dominiert. In der Testrunde wurde es als eindeutig am angenehmsten zum pur Trinken gewertet. Eine ausgewogene Balance aus Süße, Säure und Schärfe scheint wie geschaffen für einen Moscow Mule. Ob sich die filligranen Aromen in einem Dark and Stormy durchsetzen können bleibt abzuwarten.

Mandarin and Seville Orange Jigger

Mandarinensaft, Orangenaromen und der bekannte Mix aus Ingwerferment und Kräuterinfusion finden sich als leuchtend orange Limonade in der Klarglasflasche wieder. Das Etikett verrät die Idee der Limonade. Eine großartige Orangenlimonade sollte mit einem guten Teil echter Frucht gemacht sein und die Frische von Orangenschalen haben. Rein optisch scheint zu stimmen, was die Broschüre verspricht. Mit acht Mandarinen pro Flasche wird geworben. Wobei man die Art der Saftgewinnung überdenken sollte, wenn man lediglich 165ml Saft aus acht Mandarinen quetscht.
Der Geruch ist sehr natürlich, beinahe ein wenig zurückhaltend, und lässt eine sehr milde Limonade erwarten. Kein aufbrausendes Fass wie man es sonst kennt, in denen noch mehr Zucker hinter noch mehr Säure versteckt wird.
Und der Gaumen wird nicht enttäuscht. Man wähnt sich näher an einer Saftschorle als an einer Limonade. Anscheinend sehr wenig Zucker, viel Frucht und kaum Säure. Mandarine und Bitterorange ergänzen sich sehr gut und kombinieren sich zu einem hervorragenden Orangengeschmack. Keine Alternative für Fans von Bluna oder Fanta, aber wer wirklichen Fruchtgeschmack der Chemiebombe vorzieht, dürfte hier glücklich werden.

Rose Lemonade

So, und hier werden bitte alle glücklich. Rosenlimonade klingt schon mal seltsam. Dazu die leicht rosafarbene Flüssigkeit, gradlinig und maskulin ist sicher etwas anderes. Nichts womit man trink- und zahlwütige Männerhorden an den Tresen holt. In der Flasche vereinen sich das Ingwerferment mit Pfirsichkonzentrat und Rosenölen zur Rosenlimonade. In der Nase hingegen ist Muttertag.
Schenkt man die Limonade in ein Glas, wähnt man sich in einem Blumenladen. Leichter Rosenduft, der sich angenehm aber bestimmt über alles legt. Leichte Säure, eventuell ein wenig Frucht, viel mehr lässt sich nicht erahnen.
Die Überraschung dann im Geschmack. Sehr angenehm trocken, ein wenig Frucht – der Pfirsich ist wahrnehmbar – und eine erfrischende Säure. Dazu das unbestreitbare Aroma von Rosen. Unheimlich lecker. Und unheimlich gut zu kombinieren.
Die Möglichkeiten der Kombination scheinen unendlich. Ob einfach mit Gin als Alternative zum Gin&Tonic oder zusammen mit anderen alkoholfreien Zutaten. Die Rosenaromen scheinen mit allem kombinierbar. Wir werden in nächster Zeit damit experimentieren.

Curiosity Cola

Sehr eindeutig eine Cola. Der typische Geruch, tiefes schwarz und angeblich beinhaltet es sogar Catuaba, ein Stoff ähnlich dem Extrakt der Kokablätter, allerdings inaktiv. Jedoch wäre es mit diesem Inhaltsstoff der Original Cola ein Stück näher. Neben Aromen sind wieder fermentiertes Ingwerextrakt, Koffein, Wasser und natürlich Zucker als Inhaltsstoffe angegeben.
Der Geschmack ist, wie so oft bei Cola, einer, der die Meinungen spaltet. Curiosity Cola wirkt auf eine seltsame Art kompakter als zum Beispiel Coca Cola. Vielleicht ist es weniger Säure, eine zurückhaltendere Kohlensäure oder das Gesamtbild. Wer gern unterschiedliche Colasorten probiert wird hier definitiv seine Freude haben. Wer nicht so aufgeschlossen ist und neben dem antrainierten Geschmack der Weltmachtcola keine Alternativen sehen will, der wird mit Fentimans Cola so seine Probleme haben.
Dem Autor dieser Zeilen schmeckt sie jedenfalls und musste sofort für einen Cuba Libre herhalten. Der angesprochene kompakte Geschmack verlangt aber nach einem guten Schuss Limette und einem kräftigen Rum, um nicht unterzugehen und ein erfrischendes Süße-Säure-Verhältnis zu erreichen.

Shandy

Was im Norden Deutschlands ein Alsterwasser und im Süden ein Radler ist, das ist in England das Shandy. Bier und Zitronenlimonade. In diesem Fall alkoholfrei, oder wie es das Etikett verkündet mit garantiert weniger als 0,5% Alkohol.
Außerdem möchte man die Aromen von Malz in den Vordergrund stellen verspricht die Verpackung. Ein Versprechen, das eingelöst wird. Im ersten Moment ungewohnt süß. Ganz anders als ein Radler oder Alster das mit Pils oder Hellem gemischt wird und dadurch seine spezielle, bitter erfrischende Note bekommt.
Trotz der Süße eine leckere Erfrischung. Malznoten und leichte Säure harmonieren sehr gut und lassen den Trinker glauben, ein wahres Biermischgetränk vor sich zu haben. Packaging und Geschichte machen einem den Genuss auch deutlich schmackhafter als so manch anderes Biermischgetränk, welches von großen Konzernen derzeit auf den Markt gespült wird.

Abschließend lässt sich sagen, dass nicht nur das Tonic von Fentimans zu begeistern vermag, sondern auch die weiteren Limonaden im Sortiment äußerst schmackhaft und mitunter ungewöhnlich sind. Bleibt zu hoffen, dass mit dem neuen Vertrieb nun auch der Nachschub gesichert bleibt.

Nachtrag: Für Endkonsumenten sind die Limonaden von Fentimans unter anderem in diesen online-shops erhältlich: greatbritishfood.de, trinkpaket.de, trinkpost.de

(Offenlegung: Die Redaktion hat für die Verkostung Produktproben von Fentimans erhalten. Außer den Produkten – durch die Kehlen der Redaktionsmitglieder – ist allerdings nichts geflossen. Prosit!)

Bildquelle: aboutpixel.denoch ein Tropfen © marshi

2 comments

  1. SKOERPER

    ich sag nur cherry tree cola!

    und dat rosenzeug geht so ganz gut: 4-5cl lillet blanc auf eis mit ner halben 275ml-buddel rosenlimo (deko: rosenblütenblätter if notwendig). ein simpler rosensprizz, der ned so schnell dull macht…

  2. Steffen

    Hab gerade nach chinotto gesucht, Fehlanzeige das ist ein echtes Manko
    Sonst ist die Seite echt gut

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