Mixology führt Flattr ein. Mit dem Mikro-Bezahlungssystem Flattr ist es Lesern erstmals möglich, interessante Beiträge mit Cent-Beträgen zu "belohnen".
Wer regelmässig Texte im Internet konsumiert, dem wird bereits die nicht abebbende Debatte über die Kostenloskultur des Internets aufgefallen sein. Große etablierte Verlage jammern seit Jahren über die "lousy pennies", die sie im Internet verdienen würden. Denn das Internet hat die Regeln für Inhalte verändert.
Alles ist ständig und überall verfügbar. Der Gang an den Kiosk ist dem simplen Hochfahren des eigenen Rechners oder, seit Kurzem, des Tablett-PCs gewichen. Da die Hürden, zu Publizieren und Inhalte verfügbar zu machen, im Internet praktisch kaum noch vorhanden sind, drängen zunehmend auch Dienstleister in den Markt, die noch vor Jahren mit dem Verkauf von Medien nichts am Hut hatten.
Apple, Google und Amazon sind die großen Spieler der Gegenwart. Aus Software-Spezialisten sind Anbieter von Handelsplattformen geworden, die am Verkauf von Inhalten anderer mitverdienen. Der erfolgreichste Anbieter der jüngsten Zeit ist Apple, von vielen Verlagen als Heilsbringer begrüßt, von Skeptikern als neuer Monopolist geschmäht.
Das neue soziale Netz: Bezahlen auf freiwilliger Basis
Parallel dazu sind jetzt allerdings plötzlich auch erfrischend andere Ansätze auf dem Markt aufgetaucht, die die Hürden für eine direkte und freiwillige Belohnung von konsumierten Inhalten zu überwinden versprechen. Bisher war es nämlich im Internet, trotz mehrfacher Versuche, nicht gelungen, einen funktionierenden Mikro-Bezahlungsdienst zu etablieren. Nun scheint es, dass die über Jahre erstarkte Parallel-Medienlandschaft im Internet, bestehend aus Blogs und vom Social-Media-Gedanken getriebenen Plattformen, den Weg für einen solchen Dienst freigemacht hat.
Flattr ist mehr oder weniger problemlos in Blogs und auf Internetseiten integrierbar und setzt auf dem bereits durch Ebay weitgehend verbreiteten Standard-Bezahldienst Paypal auf. Wie funktioniert nun Flattr? Man legt einen Account an, überweist von Paypal einen Sockelbetrag und aktiviert seinen Account, indem man einen Text oder anderen Inhalt auf einer Seite "flattrt". Das heißt, man klickt einfach auf den Flattr-Knopf unter dem betreffenden Artikel. Der Flattr-Knopf funktioniert in etwas genau so wie ein Like-Button von Facebook oder ein Tweet-Button zum Übertragen eines Inhalts auf Twitter.
Die Abrechnung von Flattr funktioniert monatlich. Der Nutzer legt den Betrag, den er monatlich über verschiedene Texte verteilen will, vorher fest. Am Monatsende wird dieser Betrag dann über alle Seiten und Texte, auf denen er über den Flattr-Knopf Klicks hinterlassen hat, verteilt. Ein sehr faires und einfaches Verfahren. Was behält Flattr für sich? Flattr zieht derzeit 10% von allen Beträgen ein, die auf das Konto geladen werden.
Ist Flattr für größere Medienangebote interessant?
Die Frage ist bisher noch nicht beantwortet. Flattr befindet sich in der Beta-Phase und man kann noch nicht vorraussagen, ob der Dienst sich in der Breite durchsetzen wird. Es gibt allerdings schon zwei Beispiele in Deutschland, wo Verlage sich trauen, mit Flattr zu experimentieren. Die "taz" und der "Freitag", beides eher unkonventionelle und vor allem stark an der Leser-Gemeinschaft ausgerichtete Medienangebote, haben Flattr bei sich integriert. Belohnt werden nach Auswertung der ersten Flattr-Periode bei der taz anscheinend vor allem meinungsstarke und nah an der Verlagsphilosophie angesiedelte Texte.
Wir rechnen nicht damit, dass Flattr innerhalb weniger Monate zu einer tragenden Einkommensquelle auf mixology.eu wird. Die Integration verstehen wir vor allem als ein Zeichen an unsere Online-Leser und hoffen, dass die anderen Bar- und Cocktailblogs, die um unser Angebot herum entstanden sind, den Dienst ebenfalls bei sich integrieren. Denn nur wenn sich in der Lesergemeinschaft der Bar-, Cocktail- und Spirituoseninteressierten das Bewußtsein für die Wirksamkeit von Flattr durchsetzt, wird es auch für uns als Magazin zu einer weiteren Einkommensquelle neben sporadisch geschalteten Bannern werden können.
Flattr basiert auf Geben und Nehmen. Wir von Mixology werden monatlich einen fixen Betrag verteilen. Derzeit gibt es leider nur außerhalb der Bar-Medienszene Möglichkeiten, Inhalte zu belohnen. Nur mal als Beispiel, was ich in letzter Zeit geflattrt hätte, wenn es die Möglichkeit dazu gegeben hätte:
- Ergebnisse des Tasting Blogs
- Text auf der Trinklaune zu Energy-Drinks
- Abrechnung mit PR-Agenturen von Jörg Meyer
- ….
Jeder, der die verschiedenen Bar- und Cocktailblogs als Bereicherung seiner täglichen Lektüre ansieht, hat nun die Möglichkeit, den Enthusiasmus und die Zeit, die die Autoren der diversen Blogs und Medienangebote für ihre Arbeit aufwenden, zu honorieren. Um damit zu beginnen, muss man nicht mehr als den Preis eines Cocktails investieren. Für Blogger, die bisher unentgeltlich arbeiteten und sich maximal über die eine oder andere hochwertige Probeflasche einer Getränkefirma gefreut haben, ist diese neue Möglichkeit der direkten Bezahlung durch die Leser vielleicht auch ein Anstoß, ein bisschen Geld in das Re-Design ihrer Seite zu investieren.
Mehr Einnahmen – mehr Qualität
Je geordneter und wertiger ein Auftritt aussieht, desto mehr dürfte er auch den Lesern gefalllen und zum Wiederkommen und zum Flattrn animieren. Umgekehrt kann man durchaus auch annehmen: Je mehr Blogger durch Flattr einnehmen, desto motivierter dürften sie sich ans Verfassen von interessanten Texten und die Recherche dabei machen. Und das richtet auch sich einmal ganz deutlich auch an die verschiedenen Krakeeler, die in den letzten Wochen unter vielen Blogeinträgen auftauchten, wo sie Verfasser und Inhalte kritisierten und andere Leser anpöbelten.
So, und jetzt hoffe ich, dass Flattr bald das Geld einspielt, das die Intergration des Flattr-Knopfes durch unseren Webdesigner gekostet hat. ;) Wer einen Account anlegen will: Flattr befindet sich, wie oben erwähnt, in der Beta-Phase. Daher auf der Internetseite einfach auf der Beta-Invite-Liste eintragen. In der Regel sollte das Passwort zum Eröffnen eines Accounts nach einer Woche eintreffen. In den Kommentaren habe ich 3 Einladungs-Codes für die drei schnellsten Leser veröffentlicht. Viel Spass beim Flattrn!
Link: www.flattr.com
Weitere Beiträge zum Thema:
1) Rettet "Flattr" die unterfinanzierten Webangebote? (welt.de)
2) Flattr zahlt den Blog! (stern.de)
3) Flattr bringt uns 988,50 Euro im Juni (taz.de)
4) Freitag & Flattr (freitag.de)
Helmut Adam (1 year ago)
Wer sich einen Flattr-Account zulegen will. Mit diesen drei Codes können sich drei Benutzer registrieren. First come, first served:
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Und hier gehts zur Registrierung: https://flattr.com/register
joerg.meyer (1 year ago)
So, habe jrgmyr.com nun auch auf flattr eingerichtet und diesen Text hier erst mal "ge"flattrt … Kurzer Hinweis. Der Link auf .de ist falsch. Es ist flattr.com.
Joerg
Redaktion (1 year ago)
Danke für den Hinweis mit dem Link. Haben uns prompt mit ein bißchen Geflattr revanchiert.
Helmut Adam (1 year ago)
Flattr macht die Runde. Die Trinklaune ist nun ebenfalls Teil des Flattr-Systems, wie ich gerade auf Facebook erfuhr: http://trinklaune.de
Arikael (1 year ago)
http://www.swisscocktailblog.ch “flattrd” jetzt auch und ich kann euch auch noch drei Invite-Codes anbieten :)
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