Umsatzeinbußen als Folgen des Rauchverbotes

Von Redaktion | April 18, 2008 um 11:18 | 5 Kommentare | Blog | Tags: , , , ,

 Ein Leser sandte uns soeben den Hinweis auf einen Beitrag auf Focus Online, in dem nach Umfragen der Bild-Zeitung in der Gastronomie rauchverbotsbedingte Umsatzrückgänge von 20-30% eingetreten sind. Für Berlin wird sogar von bis zu 70% gesprochen…

 

Link: www.focus.de/finanzen/news

Text: Tanja Bempreiksz
Bild: Screenshot von focus.de

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5 Kommentare

  1. ChrischanB (4 years ago)

    Interesant finde ich das Verhalten der vom Boulevard so genannten “Rauch-Rebellen”:
    http://archiv.mopo.de/archiv/2008/20080416/hamburg/politik/kippen_wirte_das_rauchverbot.html

    “Ich merke keine Umsatzeinbruch, da ich weiter rauchen lasse.”
    Aber eine Verfassungsbeschwerde einreichen. Da ist der Ausgang ja eigentlich schon sicher.

    Als in der Gastronomie tätiger muss ich sagen, daß ich das Rauchverbot nach wie vor klasse finde. Für mich persönlich.

    Grüße, Christian

  2. Tanja (4 years ago)

    Hallo Christian,

    Danke für den Link.

    Es bleibt nach wie vor spannend, zu beobachten, wie sich das Thema entwickelt. Aus wirtschaftlicher Sicht ist das Rauchverbot speziell für kleine Betriebe unumstritten bedenklich. Aber auch größere bekommen Veränderungen zu spüren. Daher ist der Wiederstand nur konsequent.

    Gesundheitlich kommt das Verbot Angestellten der Gastronomie – wie den Gästen – natürlich zu Gute. Es gibt zwei Gesichter.

    Nach wie vor kann man vor allem über die Art der Umsetzung des Gesetzes geteilter Meinung sein. Doch vielleicht liegt gerade in dieser politischen Unentschlossenheit oder augenscheinlicher Inkonsequenz eine Chance für Anfechter – zum Nachteil der Befürworter versteht sich.

    Gespannt,
    Tanja.

  3. Micha22 (4 years ago)

    Dieses Beispiel zeigt doch mal wieder gut wie mit gezinkten Karten gespielt wird.

    1. es gibt eine Umfrage an der wenige Wirte teilnehmen, sie sollen ihre “Eindrücke” und Erwartungen zum NR-Schutzgesetz benennen

    2. weil ein paar dieser Kneipem in der Umfrage angeben “30% Rückgänge” zu haben, werden darauf im nächsten Schritt:

    “30% durschnittlicher Umsatzrückgang in Kneipen”.

    3. in Berlin sind es dann plötzlich 70% Umsatzrückgänge in Eckkneipen, obwohl das Gesetz in Berlin doch noch garnicht gilt und in 100% der Eckkneipen geraucht werden darf.

    “Ich merke keine Umsatzeinbruch, da ich weiter rauchen lasse.”
    Und durch die Meldungen von oben kommt es dann dazu das jeder Eckkneipier dasselbe denkt, aber kein einziger es real gespürt. Wie will man denn angebliche Rückgänge in “Eckkneipen” beweisen, wenn in allen Eckkneipen geraucht werden darf?

    Man sollte sich mal einen eigenen Blick verschaffen, mit Wirten reden, und sich die Zahlen der statistischen Landesämter anschauen. Glaubt man dem Dehoga Mecklenburg-Vorpommern gibt es dort keine Kneipengastronomie mehr, glaubt man dem statischen Amt, der die realen Einnahmen auswertet, stieg der Umsatz in Mecklenburg-Vorpommern in der Gastronomie um 3% im Vergleich zum Vorjahr.

    Das gleiche Schema wurde in Irland verwendet, man erzählte 50x das es tausende, ach millionen von Pubpleiten gegeben hätte, musste eine Kneipe, der es vorher schon schlecht ging, schließen, hieß “Rauchverbot schuld”. Geht man jedoch noch Irland bemerkt man von all dem nichts..

    Die Hamburger Argumentation ist zudem sehr eigenartig: der eine Wirt, der das rauchen gesetzesmäßig unterbindet klagt, weil der andere Wirt, der das rauchen erlaubt, weil er denkt das sonst die Gäste zu Wirt a gehen würden.

    Selbst eine Meldung:
    “400% Umsatzrückgang in Kneipen” würden manche noch glauben.

  4. Tanja (4 years ago)

    Hallo Micha,

    schon richtig, die Meldung ist sehr provokant und sicherlich nicht empirisch fundiert ist. Derartiges kennt man ja von mancherlei Blättern – ohne Namen zu nennen. Aber genau deswegen steht sie im Blog.

    70% Umsatzeinbuße wären eine derartige Katastrophe, die hier in Berlin die Kneipenzahl merklich minimieren würde. Bisher ist mir derartiges jedoch zum Glück nicht aufgefallen. Dennoch bleibt abzuwarten, was im Sommer passiert, wenn Bußgelder verhängt werden.

    Beste Grüße, Tanja

  5. Micha22 (4 years ago)

    Naja, jetzt ist es doch so in Berlin:

    die das Gesetz einhalten, verlieren
    die das Gesetz noch nicht einhalten, gewinnen (rauchen erlaubt)

    Und solange hier da, hier dort, wird es nicht funktionieren bzw. Einbußen geben. Anfangs hat es ja auch im Prenzlberg gut funktioniert, bis der erste angefangen hat das rauchen zu erlauben, dann haben alle nachgezogen. Deswegen wäre ja auch wichtig das richtig kontrolliert wird, sonst sehen die Bars die rauchfrei sind auch nicht ein warum sie sich noch dran halten sollen.

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