Barcelona Cocktail Art Alimentaria

Barcelona Cocktail Art feiert Premiere auf der Alimentaria

Drinks 13.1.2018

Wird 2018 das Jahr des lateinamerikanischen Cocktails? Die Barcelona Cocktail Art jedenfalls setzt stark auf die Vernetzung der spanischen Szene mit den ehemaligen Kolonien.  MIXOLOGY ONLINE wagt mit den Organisatoren der ersten Cocktail-Messe Barcelonas, George Restrepo und Antonio Valls, einen Trend-Ausblick zu Jahresbeginn.

„Als Besucher der verschiedenen Cocktail-Messen der letzten Jahre habe ich festgestellt, dass die Mehrheit der Speaker aus Spanien eines gemeinsam hatten: Sie lebten in Barcelona.” Der nächste Schritt für George Restrepo, spanischer Barbuch-Autor und Kenner der katalanischen Szene, lag daher nahe: eine eigene Messe zu gründen.

Für seine Barcelona Cocktail Art brauchte es aber einen Partner, der mit der Alimentaria schnell gefunden war. Die größte Lebensmittel-Messe Südeuropas spielt in einer eigenen Liga: 140.000 Besucher zählte man im Vorjahr. Wenn sich von 16. bis 19. April 2018 die Tore im Recinto Gran Via öffnen, werden die Gäste aus 150 Ländern auch die aktuellen Entwicklungen der Bar verfolgen können. Im Rahmen der „Intervin“, des bisherigen Wein-Schwerpunktes, wurde die Halle 3 für Spaniens Barszene reserviert.

Barcelona Cocktail Art: Katalanisches Kapital Coctelería

Für Alimentaria-Generaldirektor Antonio Valls hat sich dieser neue Schwerpunkt logisch aus der „aktuellen Marktbedeutung des Cocktails“ ergeben, die eine Trend-Plattform wie seine Messe nicht vernachlässigen könne. „Wir sehen in diesem Sektor eine enorme Professionalisierung, die in Spanien und Barcelona ein komplett anderes Angebot als in Mixologen-Hauptstädten wie New York oder London bewirkt.“ Vor allem die letzten fünf Jahre, so Barcelona Cocktail Art-Organisator George Restrepo, hätten hier auch eine massive Verschiebung mit sich gebracht. „Wenn wir nur von Barcelona reden, sind in fast 30 Cocktail-Bars die ‚Star-Bartender‘ auch die Besitzer oder Teilhaber ihrer Lokale.“

Der Schritt vom Angestellten in die Selbständigkeit bedeute aber auch genauere Kontrolle über die Qualität, die sich auch in Awards für die Barcommunity Barcelonas niederschlägt: „Plätze wie Boadas, Dry Martini, Solange, Dr. Stravinsky („Beste Neue Europäische Bar“ bei den MIXOLOGY BAR AWARDS 2018, Anm. d. Red.) oder Paradiso ziehen schon jetzt professionelle Besucher aus der ganzen Welt an.”

Barcelona Cocktail Art auf der Alimentaria: Amazonas als Inspiration, Cocktails aus Cali

Inhaltlich will Restrepo mit einem Vortragsprogramm punkten, das neben den lokalen Bartendern auch die Rolle Spaniens als europäischem Anknüpfungspunkt für die südamerikanische Cocktail-Szene beleuchten soll. Für die 14 Master Classes fixierte man unter anderem Luis Flóres als Spezialist für Drinks mit Zutaten aus Amazonien, die er für das Amaz (Lima, Peru) kreiert. Lucas Groglio, der Gründer der argentinischen Nachhaltigkeitsinitiative „Lo Hacemos Bien” wird diesen Aspekt der zeitgenössischen Bar beleuchten, während sich Bar-Chef Carlos Gaitán aus dem Pica (Cali, Kolumbien) den Cocktails mit dem einheimischen Zuckerrohr-Destillat Viche widmen wird.

Als weiteres Highlight darf der Auftritt des Getränke-Entwicklers des einst besten Restaurants der Welt, El Celler de Can Roca in Girona, Joan Carbó, gelten. Er steht ebenso wie der Spirituosen-Kenner Miguel Ángel Gómez González (Autor von „Spirits. History of their origins and evolution”) für den originär katalanischen Teil des Programms. Ihn überschreibt George Restrepo mit der Frage „What’s ours?“.

Die Verbindung nach Südamerika verspricht spannende Impulse aus seiner Region, die bislang eher mit ihren Destillaten als der Cocktail-Tradition im Fokus stand. Warum aber sollte ein deutscher Bartender die Alimentaria bzw. die Barcelona Cocktail Art zu besuchen, Señor Restrepo? „Der Gin & Tonic, wie wir ihn heute rund um die Welt trinken, entstand in Spanien: Ein Ballon-Glas, Gewürze, viel Eis und ein eleganter Barmann, der ihn serviert.“ Auch der erste mit molekularen Cocktails war ein Katalane, nämlich der Spitzenkoch Ferran Adrià. Beides ist ein Hinweis darauf, dass Spanien eine Menge zu bieten hat”.

Drink-Botschaften in ganz Barcelona

Bislang liegen für die neue Bar-Show 60 Anmeldungen von Spirituosenmarken vor, so Messe-Chef Antonio Valls. Diese Zahl werde sich aufgrund der Attraktivität des Umfelds aber noch erhöhen, „denn für den Intervin-Teil erwarten wir 32.000 Fachbesucher”.

„Barcelona Cocktail Art wird sich – ähnlich wie der BCB – dabei nicht auf das Messegelände beschränken. Neben den lokalen Produkten und Vortragenden und den erfolgreichsten nationalen Bars soll eine dritte Säule die Cocktailkultur in die Stadt tragen: Der normale Gast soll die Gelegenheit haben, mit unseren ‚Botschaften‘ in den Bars der Stadt mitzubekommen, was auf der Messe passiert.“

Was konkrete Trends für 2018 betrifft, werden Nachhaltigkeit und die Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation WHO („Reduzieren von Salz, Zucker und Fett und wie lässt sich das in der Bar umsetzen?“) im Fokus stehen. Oder, wie es Restrepo formuliert: „Wir wollen eine Revolution starten, die uns erlaubt, zu einem Goldenen Zeitalter des Cocktails zurückzukehren. Diesmal allerdings mit einem menschlicheren und verantwortlicheren Antlitz.“

Info: Der Besuch der Barcelona Cocktail Art erfolgt mit einem normalen Besucher-Ticket der Alimentaria, das um 30 Euro im Vorverkauf über die Homepage erhältlich ist:

Photo credit: Alimentaria

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