Der Barhocker, jedem seinen Hocker

News 24.5.2014 1 Kommentar

Barhocker sind durch die Bank, in Bars, Kneipen und daheim beliebte Sitzmöbel, obwohl sie oft unbequem und auch gefährlich sein können. MIXOLOGY ONLINE stellte sich der Gefahr in der Bar.

Man könnte meinen, dass sich viele barhockerbezogene Unglücke aus der Kombination von Alkohol und Höhe ergeben. Es ist tatsächlich so, dass in den USA jedes Jahr an die 250 Amerikaner tödlich verunglücken, weil sie rückwärts vom Hocker fallen. Diese Stürze jedoch, werden nicht unbedingt durch Gleichgewichtsverlust aufgrund von Alkoholkonsum ausgelöst, sondern durch den Versuch, Erdnüsse mit dem Mund fangen zu wollen.

Barhocker als Waffe

Ausserdem sind Barsessel beliebte Waffen bei Prügeleien speziell in Dorfdiscos: Im Saloon bricht eine Schlägerei aus, Bud Spencer nimmt den hölzernen Barhocker, der leicht wie ein Zahnstocher zu sein scheint und zieht ihn seinem Gegner über die Birne. Das Holz zerbricht in tausend Teile und der Gegner geht zu Boden. Alles schon erlebt.

Fußstützen aus Pottwalzähnen

Das Möbel gibt es in allen möglichen und unmöglichen Formen und Farben: rund, eckig, hölzern, aus Leder oder Aluminium, gepolstert, höhenverstellbar, drehbar, mit oder ohne Lehne.  Onassis ließ die Barhocker seiner Yacht mit der Haut von Minkwalen überziehen und die Fußstützen aus Pottwalzähnen verzieren. Nun gut.

Chris Thomas und Costas Katrigirs, Autoren des Bar and Beverage Book unterscheiden drei Formen von Barsesseln: mit Arm-und Rückenlehne, nur mit Rückenlehne und ohne Rückenlehne.

Der unbequeme Klassiker

Der klassische Barsessel ist schmal, rund und aus Holz, steht auf drei oder vier Beinen und hat keine Lehne. Ein echter Cowboysattel: wackelig, nicht gepolstert, nah am Bourbon und hoch zu Ross, um den Überblick über die Rindsvieher und Kühe der Bar zu behalten.

Erfunden wurde er aus dem praktischen Grund, um Platz zu sparen. Dass man die Höhe als angenehm, da übersichtlich empfindet, dass man so aufgefädelt leichter andere Gäste kennenlernt und auch nicht auffällt, wenn man allein sitzt, entpuppte sich als angenehmer Bonus.

Auch in den eigenen vier Wänden, sitzt man gern auf Barhockern, nicht aus raumsparenden Gründen, ganz im Gegenteil: weil man um die Kochinsel zu viel Platz hat.

Männern mag der klassische Hocker gefallen. Frauen, die eine gute Figur machen wollen, kann er schon ein Dorn im Auge sein. Dafür gibt es einige Gründe. Sind zum Beispiel bei besagtem Modell die Fußbalken zu weit unten angebracht, muss man zu weit vorsitzen und bekommt Rückenschmerzen. Ohne Halt sitzt man steif da, kann sich nicht anlehnen und stützt sich mit den Händen an der Bar ab.

Schlechtes Design

Auch die verspielte Drehfunktion mancher Hocker macht nur bei denen mit Lehne einen Sinn, das sollte eigentlich klar sein. Zu einer Art Tauziehen wird diese Funktion, wenn sich der Sessel automatisch wieder in die Anfangsposition zurückdreht. Ein ewiger Kampf.

Gleich verhält es sich mit dem am Boden festgeschraubten Sessel. Manchmal will man ihn doch vor -, zurück oder zur Seite schieben und verreißt sich bei diesem Versuch die Schulter.

Der schon erwähnte Fußstützbalken kann auch nerven. Meist besteht er aus einem runden Ring, auf dem man leicht ausrutschen kann. Speziell bei Stöckelschuhen, ist dieser Ring mehr als unsinnig. Man rutscht aus, ja gar besteht die Möglichkeit sich so zu verfangen, dass man wie ein Bowlingkegel mit dem Kopf auf die Bar knallt oder gar unter die Bar rutscht und von dem Sesselmonster noch erschlagen wird. Ist alles schon passiert. Das ist gefährlich. Gescheiter wäre doch eine Art höhenverstellbarer Balken, der auch Frauen das Übereinanderschlagen der Beine ermöglichen würde, was wiederum zur Freude mancher Männer beitragen würde.

Zu Beachten ist auch die richtige Höhe zur Barkante: für optimale Beinfreiheit sollte der Sitz circa 30cm niedriger sein.

Fazit

Ein Barhocker sollte vor allem schwer sein und stabil und in der Dorfdisco sollte man das Anschrauben durchaus in Betracht ziehen. Mein liebster Barhocker ist der Bucket Bar Stool wie im Le Croco Bleu: mit Rückenlehne, nicht zu hoch, mit Leder gepolstert, drei- oder vierbeinig und für jeden Hintern groß genug. Da kann nicht viel passieren. Jedem seinen Sessel.

Kaufempfehlungen:

Von den drei erwähnten Arten von Hockern ist der Klassiker, der Hocker ohne Arm- oder Rückenlehne der Platzsparendste und Unbequemste. Eine Abwandlung des lehnenlosen Hockers ist der KYA Hocker der Sitzmöbelmanufaktur Freifrau, der den Interior Innovation Award 2013 gewonnen hat. Angelehnt an einen Pferdesattel kann man auch dementsprechend auf ihm sitzen. Er ist in vielen Farben erhältlich.
Preis: je nach Stoffqualität etc. ab 368 Euro
Vertrieb: helweg@frei-frau.com
Internet: www.frei-frau.com

Der Hocker mit Rückenlehne ist die angenehmere Alternative. Seit der David Rowland Barstuhl 1964 auf den Markt kam, wurde er an die acht Millionen Mal verkauft. Grund dafür ist vor allem, dass dieser Klassiker Platz spart und stapelbar ist. Erhältlich ist er in Kunststoff, furniertem Naturholz, Beize, mit Lehnen und gepolstert.
Preis: ab 316 Euro
Vertrieb: HOWE (http://www.howe.com/dealers?region=14) oder über Thomas Singer: office@thomas-singer.com
Website: www.howe.com
Am angenehmsten ist sicher der Bucket, Bar Stool mit Arm- und Rückenlehne. Allerdings braucht man dafür ausreichend Platz damit man seine Ellbogen nicht in seinen Nachbarn rammt. Der Club Barstuhl der Firma Comforty verzichtet auf Details und ist vor allem bequem. Was ihn auszeichnet ist, dass die Armlehne horizontal verläuft und dadurch das Abstützen der Arme ermöglicht. Denn oft sind Armlehnen eigentlich eine Verlängerung der Rückenlehne, in Form eines gebogenen Halbmondes – dies ist zwar formschon, als Armlehne aber nicht geeignet.

Preis: ab 200 Euro
Vertrieb: info@comforty.pl
Website: www.comforty.pl
Bild:
Preise: Barhocker gibt es schon ab 27 Euro. Für Designermodelle muss man mit mindestens 300 Euro rechnen. Zahlreiche Designerhocker finden Sie unter archiexpo.com
Europas anscheinend größtes Sortiment an Barhockern gibt es online auf Barhockerwelt (https://barhockerwelt.de)
An die 100 000 Hocker gibt es bei Barhocker (www.barhocker.de)
Günstige Hocker gibts bei M24 (http://www.m24.de)

Photo credit: Barhocker via Shutterstock

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