Bébo Espresso Martini

Bébo: den perfekten Espresso Martini als Vorbild

Drinks 10.11.2017

Mark de Witte ist CEO von De Kuyper. Im Interview verrät er, was den niederländischen Riesen dazu veranlasst hat, den Kaffeelikör Bébo auf den Markt zu bringen.Dieser wird vorerst in vier Ländern lanciert und soll die Grundlage für einen perfekten Espresso Martini bilden. Aber nicht nur.

Traditionell ist der Bar Convent Berlin (BCB) nicht nur Bartender’s Christmas, Workshop-Entertainment und Stelldichein großer Spirituosenkonzerne, sondern auch Ort für Produktneuheiten. Eine davon präsentierte dieses Jahr der niederländische Produzent De Kuyper mit seinem Kaffeelikör Bébo. Wir trafen einen aufgeräumten CEO Mark de Witte zum Gespräch über Kaffee, Kuba und Marktplatzierung. 

Herr de Witte, Sie stellen das Produkt auf dem BCB vor. Geht man auf diese Weise nicht auch das Risiko ein, dass eine Neuheit durch ein anderes Produkt in den Schatten gestellt werden könnte?

Ja, aber das sehe ich nicht unbedingt als großes Problem. Der BCB ist einfach der Place-to-Be für die Branche, nicht nur für die etablierten Brands, sondern auch für die Start-ups. Ich bin ja schon ein paar Jahre in diesem Geschäft und damals, so um 2012, schwappte die Wermut-Welle endgültig über, was auch dem Revival des Negroni zu verdanken war. Gleichzeitig versammelt sich aber auch die ganze Barwelt hier. Zwar mögen wir momentan vielleicht noch nicht einen ähnlichen Anstoß mit unserem Produkt geben können, wir werden aber von vielen hochklassigen Bartendern wahrgenommen, was uns und unserer Entwicklung helfen wird.

Warum denn gerade ein Kaffeelikör? Worin lag die Herausforderung einem scheinbar aus der Mode geratenen Produkt zur erfolgreichen Renaissance zu verhelfen?

Natürlich gehen wir nicht in unser Hinterzimmer und schauen in die Kristallkugel. Was wir aber machen, ist, Produkte zu unterstützen, von denen wir überzeugt sind und die in unser Portfolio passen. So haben wir bei Italicus investiert und vor kurzem erst Cherry Heering gekauft. Ein Trend dieser Zeit ist zweifellos der Espresso Martini, der sich immer mehr einer Art Revival erfreut. Wir haben Bébo mit dem Ziel entworfen, mit ihm den besten Espresso Martini zu kreieren. Sie deuteten es bereits an, Kaffeelikör ist keine Seltenheit auf dem Markt. Uns ging es auch darum, die richtige Balance zu erschaffen. So ist Bébo weder geschmacklich zu süß noch zu dunkel und bitter, sondern besticht durch seine natürliche, kaffeelastige Arabica-Note.

Wie ist ihr Business-Model gestaltet? Möchten Sie mit Bébo eher die Mainstream-Bars oder die hochklassigen Speakeasy-Orte unserer Zeit erreichen?

Wenn man den Markt aufteilt in A, B und C-Bars, dann ist es unser Ziel, Bébo vor allem in den ersten beiden Kategorien zu platzieren. Der vorläufige Preis, der natürlich von Land zu Land auch ein wenig variieren wird, liegt zwischen 27 bis 30 Euro und ist damit natürlich auch ein wenig teurer als andere Konkurrenten auf dem Markt. Wir werden daher vor allem die Premium-Sparte angehen.

»Wir entwickeln Liköre, die man nicht mal eben so einfach selbst herstellen kann.«

Sehen Sie bei Bébo nicht auch ein wenig die Gefahr, dass es gar nicht auf dem Markt gebraucht werden könnte? Immer mehr Bartender gehen schließlich dazu über, ihre Tinkturen, Liköre oder Cold-Brews selbst herzustellen.

Sicherlich gibt es den von Ihnen angesprochenen Trend, keine Frage. Genau deswegen arbeiten wir ja bei De Kuyper auch daran, Liköre zu entwickeln, die man nicht mal eben so einfach selbst herstellen kann. Bei Bébo geht es ja um das ganze Konzept. Keine künstlichen Zusatzstoffe, keine geflavourten Karamell-Noten, alles basiert auf dem natürlichen Arabica-Bohnen-Anbau im östlichen Teil Kubas. Auch der Destilliervorgang ist insofern einzigartig, als dass Heiß-und Kalt-Destillation sich abwechseln. Daraus entsteht letztlich ein wirklich innovatives Produkt, das selbst kreative Köpfe am Brett nicht so einfach selbst in der Küche schaffen können.

Wie sind Sie denn bei der Entwicklung des Bébo überhaupt vorgegangen? Haben Sie Bartender mit ins Boot geholt und ihre Expertise mit einwirken lassen?

Das haben wir. Unser Master Destiller des Unternehmens hat jahrelang selbst auf Kuba gelebt. Er kam also zuerst auf die Idee, ein Produkt aus der Arabica-Bohne zu kreieren. Als wir die ersten Proben hatten, haben wir sie einem Panel aus Top-Bartendern in einem Blind-Test vorgeführt. Am Ende hat es dann über ein Jahr gedauert, bis wir nach mehreren Proben endlich jene gefunden haben, die uns zufrieden stellte.

Woher eigentlich der Name „Bébo“?

Im Spanischen bedeutet yo bébo so viel wie: „Ich trinke“. Aber es gibt dazu natürlich wie so häufig auch noch eine andere kleine Anekdote. Es gab auf Kuba schon einmal ein ähnliches Produkt in der Vergangenheit. Urheber damals war Bebo Valdés, ein kubanischer Musiker. Bei ihm konnte man in seiner Bar neben dem obligatorischen Kaffee auch noch ein richtiges Getränk bekommen. Quasi eines der ersten Speakeasy unserer Zeit. Getränke wurden dort übrigens immer im Kaffeebecher ausgeschenkt. Stilecht eben.

»Bébo funktioniert besonders gut im Espresso Martini.«

Jetzt sprechen Sie häufig vom Espresso Martini. Soll ihr Produkt nur hierfür eingesetzt werden oder sehen Sie auch eine andere Verwendung?

Keineswegs, auch pur kann man es beispielsweise gut genießen. Ähnlich gut wirkt es auch im White Russian oder anderen Drinks, aber besonders gut eben im Espresso Martini.

Wie werden Sie Bébo in den Markt bringen?

Natürlich gehen wir über Brand Ambassadors. Das Produkt muss erklärt und dem Verbraucher über seine Geschichte nahegebracht werden. Zunächst werden wir allerdings erst einmal in vier Ländern mit der Vermarktung beginnen – Deutschland, die Niederlande, Großbritannien und die USA. Die Erfahrung wird uns dann zeigen, wie weit wir damit expandieren können. Wir können momentan nicht in 60 Ländern gleichzeitig mit dem Launch beginnen, dafür reicht unser Stock nicht aus. Wir brauchen dafür ja auch eine stetig gute Qualität der kubanischen Bohnen und gerade jetzt nach dem Hurricane Irma, der große Teile der Insel verwüstet hat, müssen wir es mit der Produktion erst einmal langsam angehen lassen.

Wäre diese Art der „transatlantischen“ Kooperation mit der beliebten Touristeninsel möglicherweise ohne den politischen Frühling, lanciert durch Obamas Außenpolitik, überhaupt nicht möglich gewesen?

Die politische Annäherung zwischen den jahrelang verfeindeten Systemen hat sicherlich unser Vorhaben begünstigt. Gerade als wir damit begonnen haben, unsere Idee in die Tat umzusetzen, gab es die Tendenz, dass Kuba sich noch mehr öffnete. Jetzt droht die Lage ein wenig zu stagnieren. Daher hoffen wir natürlich, dass es sich nicht wieder zum Schlechten wandelt. Das sei vor allem den dort lebenden Menschen nur mehr als zu wünschen.

Herr De Witte, wir danken Ihnen ganz herzlich für das Gespräch!

Photo credit: via De Kuyper

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