Berlin Beer Week 2015 – Hopfenreiche Hauptstadt

News 27.3.2015

Es ist ein mutiges Unterfangen. Unter der Leitung von Stefan Krüger soll im Juni die erste Berlin Beer Week stattfinden. Die Berliner Brauer wollen dazu sogar einen gemeinsamen Sondersud einbrauen. Wir sprachen mit Brauern und Organisatoren. 

Am 13. Juni fällt er: der Startschuss zur ersten Berlin Beer Week. Bereits dieser Tage wirft die Internetseite des Events einen selbstbewussten Schatten voraus. Doch was hat der Hopfenfreund sich unter einer Beer Week eigentlich vorzustellen? Ein Festival? Eine Messe? Tastings? Em Ende wird es von all dem ein bisschen sein — und vielleicht dadurch gerade noch viel mehr. Dirk Hoplitschek, Mitorganisator der Berlin Beer Week, der auch als Autor für MIXOLOGY und Brew Berlin tätig ist, hat uns Rede und Antwort gestanden und Einblicke in den Stand der Planung gegeben.

Startschuss zum Sommeranfang

Noch knappe drei Monate dauert es, bis Berlin, wenn es nach dem Willen der Veranstalter geht, zwar nicht im Gerstensaft ertrinken, doch die Freuden des Bieres in allen Facetten erleben wird. Mit der Berlin Beer Week vom 13. bis 20. Juni 2015 haben sich die Veranstalter um Initiator und Leiter Stefan Krüger, der neben Bier-Events auch noch motorisierte Männerspielzeuge verkauft, ein volles Programm auf die Fahnen geschrieben, das einiges verspricht.

Ein Fest mit vielen Freunden, Pionieren und alten Bekannten

Als Festwoche könnte man die Idee wohl am ehesten beschreiben, die unter einem Dachbegriff zahlreiche Brauer, Gastronomen, Bierexperten und Initiativen an verschiedenen Tresen zusammenbringt. Ein paar Eckpunkte: Insgesamt haben bislang 38 Brauereien aus Berlin und Deutschland ihre Teilnahme fest zugesagt, darunter etwa die Berliner Brauer Heidenpeters, BRLO, Vagabund, Bierfabrik und — ein besonderer Magnet — die noch gar nicht komplett fertige Berliner Dependance der kalifornischen Pionierfirma Stone Brewing.

Aus dem Rest der Republik haben u.a. bereits die Kreativbrauerei Kehrwieder und der BrauKunstKeller zugesagt. Andere Marken wie Buddelship aus Hamburg sowie die in letzter Zeit viel beachteten Mainzer von KuehnKunzRosen haben eine Teilnahme in Aussicht gestellt – auch wenn die Seite der Beer Week sie teilweise schon verzeichnet. Buddelship-Geschäftsführer Simon Siemsglüss ist allerdings nach eigener Aussage in der Tat sehr interessiert an einer Teilnahme.

Eröffnungsfeier mit Special-Ale

Eröffnet wird die Beer Week am 13. Juni 2015 mit der Vorstellung des offiziellen Festbieres im Brauhaus Lemke in Mitte. Das Bier der Berlin Beer Week wird ein Gemeinschaftsprojekt aller Beteiligten Berliner Brauer sein, die Konzeption ist bereits abgeschlossen. Zur Überraschung wird Hoplitschek sogar schon sehr konkret, so dass wir an dieser Stelle exklusiv erste Fakten über das Collaboration-Bier präsentieren können: „Es wird ein hopfengestopftes Pale Ale sein, also schon ein erfrischendes, leichtes Sommerbier, das aber trotzdem Ecken und Kanten mitbringt. Die Details über Malzschüttung, Hopfensorten und Hefestämme behalten wir allerdings noch für uns.“

Zu Ende geht die Berlin Beer Week am 20. Juni 2015, also pünktlich zum Sommeranfang, mit einem ganz besonderen Event auf dem Gelände der entstehenden Berliner Stone-Brauerei: Alle teilnehmenden Brauereien werden auf der Abschlussveranstaltung mit eigenen Ständen vertreten sein, wenn es nach den Plänen der Veranstalter geht. „Dazu wird es gutes Berliner Essen geben, auch wenn Greg Koch die Currywurst eher skeptisch sieht — und einfach die Gelegenheit, mit allen wichtigen Leuten ins Gespräch zu kommen“, so Hoplitschek. Sicher auch eine gute Möglichkeit, den einen oder anderen Sondersud zu probieren, der sonst nicht gebraut wird.

Die Mischung macht’s – ein vielfältiges Programm

Zwischen Eröffnung und Abschluss der BBW wartet ein ambitioniertes Programm auf alle Besucher: „Wir werden versuchen, ein möglichst breites Spektrum an Events rund um gutes Bier anzubieten“, erläutert Hoplitschek. „Dazu gehören natürlich Tastings, Brauereibesuche, Foodpairing-Workshops oder auch eine Reihe geplanter ‚Tap-Take-Overs‘. Aber ebenfalls werden wir Programmpunkte anbieten, die ‚abstrakter‘ sind, z.B. historische Führungen zur Biergeschichte Berlins, Kurse zum Mixen mit Bier und Diskussionsrunden. Hier sind wir mitunter noch in den Planungen, und es kann gut sein, dass die Zahl unserer Kooperationspartner und Freunde noch wächst.“ So ist Leiter Stefan Krüger derzeit an der Westküste der USA unterwegs, um bei befreundeten Brauern und erfahrenen Veranstaltern ähnlicher Events noch für weiteren „Brain Drain“ und Input zu sorgen.

Und wie wird die Eintrittssituation für die Besucher sein? Ein einheitliches, umfassendes Ticket wird es nicht geben. „Die Beer Week ist eher als offenes Konzept zu verstehen, nicht als ein einziges Event“, macht Hoplitschek den Ansatz deutlich. „Die Eröffnungsfeier bei Lemke etwa werden wir bewusst offenhalten, auch ohne Eintrittspreis, sodass aufgrund der zentralen Lage vielleicht auch so mancher Besucher zufällig auf die Aktion aufmerksam wird.“

Die Stadt als Bühne

Die anderen Veranstaltungen werden dann teils frei, teilweise mit einem Eintrittspreis oder auch einer Einladung verbunden sein. „Wir sind bereits in detailliertem Kontakt mit unserem Ticketing-Partner. Gerade bei Fachveranstaltungen wie Tastings oder dem räumlich etwas abseits gelegenen Schluss-Event geht es ja auch eher darum, wirklich interessiertes Fachpublikum zu erreichen. Außerdem werden davon abgesehen sicherlich noch viele Bier-Partys im Umfeld der Beer Week stattfinden, die aber gar nicht von uns ausgehen“, freut sich der Organisator.

Auch, wenn die Planungen also noch längst nicht abgeschlossen sind, wird deutlich, dass man sich mit der Berlin Beer Week ein großes Projekt auf die Agenda gesetzt hat. Die Veranstaltungen mit Festivalcharakter in der Hauptstadt, die Bierliebhaber von außerhalb anzogen, waren bisher vor allem die berühmt-berüchtigte Biermeile und das Braufest. Dass man in der Millionenstadt nach amerikanischem Vorbild nun noch eine dritte Veranstaltung etablieren möchte, trifft sicher auch eine Aussage darüber, wo gutes Bier mittlerweile stattfindet — nämlich im Herzen der Republik.

Photo credit: Hopfen und Bär via Shutterstock. Postproduktion: Tim Klöcker

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