Bier-Schulung

Bier-Schulungen der modernen Art: „Der Biermeister“ und „Sylvia’s Saloon“

News 12.10.2017

Bier ist auf dem Weg zum anspruchsvollen Genussgetränk. Zeitgemäße Gastronomien sollten auf eine Schulung auf dem Gebiet nicht mehr verzichten. Denn oft zeigt sich ein verblüffend hoher Grad an Unwissenheit, wenn es um Kreativbiere geht. Mit „Der Biermeister“ und „Sylvia’s Saloon“ bieten nun zwei Seminare Grundlegendes zum Thema Biervielfalt, Schankpflege und Präsentation.

Die neuen Phänomene bei Bier rings um Kalthopfung, Brettanomyces, Lambic, IPA und Aromahopfen sind neu für den Gast. Viele der modernen Kreativbiere müssen also noch kommuniziert werden. Noch immer gibt es in Deutschland allzu viele Gäste, die dem Phänomen noch nicht intensiv begegnet sind und nun neugierig nachfragen. Wer mit Bier bislang in erster Linie Pils verbindet, sollte nicht unkommentiert mit einem Imperial India Pale Ale alleine gelassen werden.

Gastronomen sind gefordert, diese Schnittstelle der Kommunikation zu übernehmen. Nur leider sind das Servicepersonal, das Management oder der Weinsommelier oft ebenso ahnungslos wie der durchschnittliche Gast.

Wenn Biere weinen

Ein Beispiel, vor wenigen Tagen erlebt: Schauplatz ist ein kleines, ungemein angesagtes Szene-Restaurant. Regionale Küche, Natural Wines, industrielles Cool-Design und lange Monologe über die Herkunft des heilig zelebrierten Salatblatts auf dem überschaubaren Teller – was halt gerade so steil geht in der hippen Restauranteria.

Der Sommelier präsentiert dazu eine herausragende Weinbegleitung für die Gäste. Er verfügt über Erfahrung in Sternerestaurants und berichtet kenntnisreich über sämtliche servierten Weine. Lage, Terroir, Reifegrad, Jahrgang – ja selbst die Cousine des Winzers scheint er zu kennen. An einer Stelle des Menüs grinst er schelmisch und schenkt den Gästen ein Bier in die Gläser. An der Frage, ob es sich um ein unter- oder obergäriges Bier handele, scheitert er.

Irgendwie traurig. Wenn man etwas ausschenkt und präsentiert, dann sollte man zumindest über einen Hauch von Basiswissen verfügen, um was es sich denn da handelt. Und basaler, als die Gärart, kann eine Information zu einem Bier kaum ausfallen.

Mit einer Schulung auf dem Weg zum Dipl.-Zapf

Wenn die Ausbildungen im Restaurant- oder Hotel-Bereich dem Bier kaum einen Stellenwert einräumen, wie soll man das dem armen Kellner oder der Sommèliere vorwerfen? Es gilt, Abhilfe zu schaffen. Das Bedürfnis ist gegeben. Zahlreiche Gastronomen erkennen die Möglichkeiten, mit Biervielfalt die Attraktivität ihrer Gastronomie zu steigern, Stammgäste zu überraschen und neue Gäste zu gewinnen. Demnach steigt auch der Bedarf nach Schulungen und Fortbildungen für das Personal. Auch für Bars, die vermehrt mit Bier arbeiten und dem köstlichen Phänomen vielfältiger Herrengedecke zu neuem Glanz verhelfen wollen, ist eine Bier-Schulung geeignet.

In Berlin gingen jüngst zwei neue Fortbildungskonzepte der Bier-Schulung an den Start, die sich insbesondere an Gastronomen richten, aber auch an Händler und andere Akteure in der Getränkebranche. Berlin bleibt vorläufig die Hauptstadt anspruchsvoller Biergastronomien hierzulande, daher leuchtet es ein, wenn derartige Projekte in der Spreemetropole starten. „Der Biermeister“ ist ein zweitägiges Seminar-Programm für Gastronomen. „Sylvia’s Saloon“ hingegen ist ein Online-Seminar, das demnach auch von Teilnehmern außerhalb Berlins wahrgenommen werden kann.

Der Biermeister und seine Bier-Schulung in kleiner Runde

Hinter dem neuen Konzept verbirgt sich Sven Förster, der in Berlin-Steglitz die wundervolle Bierbar „Foersters Feine Biere“ betreibt. Sven Förster absolvierte die Ausbildung zum Diplom-Biersommelier bei der Doemens-Akademie bei München und verfügt über jahrelange Praxis im Zapf- und Sensorikbereich. Jeder Gast seiner Bar, ob Einsteiger oder Bierprofi, schätzt die inspirierenden Gespräche und die hervorragenden Empfehlungen des sympathischen Gastwirts.

Diese Erfahrung, das Wissen und die fortgeschrittene Expertise zum Gerstensaft bündelte er nun, um sie Kollegen im Gastronomiesegment zur Verfügung zu stellen und dadurch beizutragen, dass die Bierkultur im Lande endlich weiter voran schreitet. Er selbst sagt: „Mit meinem neuen Projekt Der Biermeister möchte ich den Akteuren der Gastronomie das nötige Verständnis und die richtigen Techniken zeigen, wie sie den Gästen jederzeit das beste Bier präsentieren können.“

Zwei Tage dauert die Bier-Schulung mit Sven Förster in Berlin-Steglitz. Maximal 12 Personen können teilnehmen, was den Erkenntnisgewinn für jeden Teilnehmer optimiert. Es ist keine Massenveranstaltung. Die Themen, die Förster mit seinen Schüler behandelt, sind mannigfaltig: Rohstoffe, Bierstile, Produktpräsentation, Schankpflege und Hygiene kommen dabei zur Sprache, genau wie Foodpairing, Barlogistik und Bier-Rhetorik. 399 Euro kostet der zweitägige Kurs.

Sylvia’s Saloon als Online-Schulung

Sie ist der Bier-Szene keine Unbekannte: Sylvia Kopp trägt seit der ersten Stunde zur Entwicklung der Bierkultur bei. Die Bier-Sommelière rief die Berlin Beer Akademie ins Leben, gründete den Berliner Weisse Gipfel und ist zuletzt als Botschafterin für amerikanisches Craft Beer in Europa unterwegs gewesen. Mit Sylvia’s Saloon begründete sie nun einen virtuellen Raum für Bierfortbildung, der derzeit allmonatlich besucht werden kann. Sie lädt ein mit den Worten: „Willkommen in meinem Saloon! Ein virtueller Raum für Bier-Master-Classes, offen für Händler, Wirte, Brauer und Profis der Getränkebranche.“

Zu den Sitzungen gehören die Verkostungen von sechs Bieren verschiedener Bierstile, Sensorik- und Warenkunde sowie aktuelles aus der internationalen Bierwelt. Das jeweilige Bierpaket wird den Teilnehmern im Vorfeld zugeschickt. Dazu gibt sich zu jeder Sitzung ein Special Guest die Ehre – ein Brauer, der „aus dem Sudkessel plaudert“, wie Sylvia verrät. 90 Minuten dauert der jeweilige Live-Kurs. Derzeit gilt ein Einführungspreis von 75 Euro.

Mit solchen Schulungen macht lernen Spaß über Bier Spaß. Wer möchte da nicht gerne nachsitzen?

Photo credit: Foto via Shutterstock, Post Tim Klöcker.

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