Knarren und Cocktails: Das Winchester kommt!

News 9.1.2015

In Hamburg brodelt es. Bereits seit einiger Zeit geistert der Begriff “Winchester” durch den Bar-Äther. Doch was hat das eigentlich zu bedeuten? Eine Stadt in England? Ein berühmter amerikanischer Waffenhersteller? Eine britische Bartender-Legende mit derb-feinem Humor? Alles richtig. Und falsch. Es geht um Jörg Meyers neue Bar!

Es gibt diese Leute, die man eigentlich immer wieder gerne fragen möchte, ob sie eigentlich überhaupt genug zu tun haben können. Jörg Meyer ist definitiv ein Mensch dieser Sorte.

Kaum ein anderer Repräsentant der deutschen Barszene steht derart prominent als Vertreter der Entwicklung, die die klassisch-moderne Barkultur in den letzten zehn Jahren in GSA-Land genommen hat.

Rastlosigkeit für die Barkultur

Nach dem “Bon Lion” war es vor allem die rasch nach der Eröffnung schon mehrfach ausgezeichnete und bis heute weltweit angesehene Bar “Le Lion” in der Hamburger Innenstadt, die Meyer weit über die Grenzen des deutschsprachigen Raumes hinaus gekannt gemacht hat.

Seit mit dem auf Highballs spezialisierten Konzept “Boilerman” noch eine weitere vielbeachtete Adresse in der Hansestadt hinzugekommen ist, dürfte jedem klar sein: Jörg Meyer hat ein untrügliches Gespür für Barkultur.

Weltweit ist der Entrepreneur zu Gast als Redner bei Messen oder als Juror bei Wettbewerben. Das sollte doch eigentlich reichen? Möchte man meinen…

Mit der geladenen Winchester ins Obergeschoss

Doch Jörg Meyer wäre nicht Jörg Meyer, wenn das schon reichen würde. Bereits seit einiger Zeit schwirrt das Wörtchen “Winchester” durch den Bar-Äther.

Was es damit auf sich hat? Das ist laut Meyer ganz einfach gesagt: “Das ‘Winchester’ wird eine reguläre zweite Bar im Stockwerk über dem ‘Löwen’”.  Die Idee, sich für ein zweites Konzept im selben Gebäude zu entscheiden, ist durch mehrere Gründe zustande gekommen.

Zum einen wäre da die blanke Auslastung besonders an den Wochenenden. “Wir müssen, vor allem an den Wochenenden, einfach sehr viele potentielle Gäste wegschicken. Das tut dann sowohl auf der wirtschaftlichen als auch auf der menschlichen Seite weh, da wir sehr viele Stammgäste haben”, führt Meyer weiter aus.

Kein zweiter Löwe

Die im Obergeschoss entstehende Bar wird also kein “Gegenentwurf” zum Le Lion? “Nein”, stellt der Inhaber klar, “es ist eher die Möglichkeit für unsere Gäste, zu wählen, worauf sie Lust haben.

Im ‘Winchester’ wird z.B. die eigentliche Bar, also der Tresen, der ja im ‘Löwen’ sehr klein ist, wiederum sehr lang und raumbestimmend sein. Es gibt zwar auch Tische, aber generell ist die Bar oben etwas mehr im Vordergrund.” Details in der Einrichtung behält Meyer indes noch für sich.

Grundsätzlich wird es an den Gästen liegen, zu beurteilen, inwiefern man künftig mit dem Le Lion und dem Winchester ein oder zwei “Marken” bzw. Bars zur Wahl hat.

Die Eingänge jedenfalls werden separat sein. Und ein weiterer Aspekt ist für den Betreiber wichtig: “Ich habe mich ja stets für den Grundsatz stark gemacht, dass eine Bar prinzipiell immer ‘offen’ sein sollte, also dass man in einer Bar keine geschlossenen Feiern oder ähnliche Veranstaltungen abhält. Dazu stehe ich auch immer noch.”

Dennoch hat man, sobald das Winchester fertig gestellt sein wird, eben die Möglichkeit, die obere Bar bei Bedarf auch für Events zu nutzen, ohne das Le Lion schließen zu müssen. Wer also gerne bei exzellenten Drinks etwas privat feiern möchte, könnte in der neuen Adresse eine passende Anlaufstelle finden.

Vorfreude auf den Herbst & eine Pre-Opening Bar vor dem Löwen

Und wann geht es los? “Das steht noch nicht endgültig fest, aber ein paar Monate wird es wohl schon noch dauern”, erläutert Jörg Meyer. Er selbst rechnet mit einer Eröffnung im späten Sommer dieses Jahres.

Für all diejenigen, die sich bis dahin nicht gedulden wollen, gibt es noch die nächsten paar Wochen als eine Art Pop-up-Konzept den “Winchester Room” im Vorraum des Le Lion, wo später einmal die Treppe ins eigentliche Winchester beherbergt sein wird.

Hier steht an den Wochenenden meist Meyer persönlich am Tresen. Entstanden ist auch diese Idee eher aus der Not heraus, um Stammgästen entgegen zu kommen, die sonst keinen Platz mehr gefunden hätten. “Und wenn man ehrlich ist: mehr Bar als im ‘Room’ geht nicht!”, findet Meyer. “Es ist ein kleiner Raum ohne Tische, und die Interaktion findet nur zwischen Bartender und Gast statt. Ich persönlich finde das großartig, und auch die Gäste wissen das immer mehr zu schätzen.”

Wir haben jedenfalls, obwohl gerade erst Januar ist, schon mindestens einen Grund, freudig auf den Herbst zu warten. Denn dann werden in Hamburg die Flinten geladen. Wir sind gespannt.

Photo credit: Jörg Meyer

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