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HIGHBALLER & MEHR: DAS KARUSSELL DER NACHT XIX

News 13.3.2017

Panta rhei – alles fließt, auch an der Bar. Nicht nur bei der Truppe der Hamburger Highballer, sondern auch in Dresden, Stuttgart und Berlin.

Haben Sie sich eigentlich schon einmal gefragt, was genau ein Highballer ist? Joerg Meyer und seine alten, neuen Partner geben Antworten. Wie auch immer: Es ist bei jeder Ausgabe des „Karussell der Nacht“ wieder spannend, was aus altbekannten Gesichtern wird. Wer geht wohin? Wer „wechselt“ die „Seiten“? So ist auch diese Ausgabe des „Karussell“ geprägt von Angehörigen der Bar-Szene, die einen wichtigen Wechsel in ihrer Karriere vollziehen. Schauen wir zunächst nach Hamburg:

Highballer in der Hansestadt – und überall sonst!

Im Rock’n’Roll kennt man die Bezeichnung „Supergroup” ganz gut, nämlich dann, wenn sich berühmte Mitglieder verschiedener Bands zu einem neuen Projekt zusammenschließen. Nun ist das, streng genommen, bei der neuen Firma Highballer nicht der Fall, da drei ihrer Gründer und Inhaber schon lange zusammenarbeiten – dennoch ist das neue Projekt von Joerg Meyer, Rainer Wendt, Andrej Busch und niemand geringerem als Sven Sudeck in jedem Fall eine große Sache.

Das heute gegründete Unternehmen namens Highballer bringt die beiden Hamburger Gastro-Impresarios Meyer und Wendt, ihren langjährigen Boilerman-Barchef Busch und den nun ehemaligen Sierra-Markenbotschafter als gleichberechtigte Partner zusammen: „Uns geht es konkret um zweierlei Dinge“, erklärt Meyer. „Erstens entwickeln wir alleine oder mit Partnern Konzepte rund um ‚unseren‘ König der Drinks – den Highball. Fast noch wichtiger ist allerdings, dass wir uns auch als Kompetenzzentrum für Karriereplanung und Schulung eines neuen Bartendertypus sehen: Diejenigen, die in dem Beruf eine wirkliche, langjährige Profession sehen, leistungsorientiert, selbstständig, eigenverantwortlich, unternehmerisch denkend, kreativ und ein cooler Hund am Gast – einfach ein ‚Highballer‘“, schmunzelt Meyer abschließend.

Für den Beginn haben Meyer und Wendt aus ihrer Kooperation mit der 25hours-Gruppe bereits einen wichtigen Partner mit ins Unternehmen eingebracht. Mit Zürich, Hamburg und München stehen der Kooperation der Highballer dieses Jahr bereits drei Neueröffnungen ins Haus, 2018 soll es mit Düsseldorf, Köln und sogar Paris weitergehen. Die Geschäftsführung der Firma werden Meyer und Sudeck übernehmen, der Fokus von Busch wiederum wird die operative Umsetzung der Konzepte und die Schulung neuer Barteams sein. Vorläufig übrigens noch neben der Leitung des „Ur-Boilerman“ in Hamburg. Und Sven Sudeck, soviel sei verraten, wird auch weiterhin in loser Folge bei besonderen Projekten in freier Form für seinen früheren Arbeitgeber, Borco-Marken-Import, tätig werden.

Kathrin Abels „übernimmt“ Sierra

Dass ebenjener Sven Sudeck bei Borco nach einer gefühlten Ewigkeit als Markenbotschafter für Sierra Tequila und „Markenbotschafter des Jahres“ bei den MIXOLOGY BAR AWARDS 2015 „ziemlich große Fußstapfen“ hinterlässt, ist Kathrin Abels auch vollkommen klar: „Ich glaube, so etwas hat es in der Szene hier sonst noch nicht gegeben“, spielt sie auf den Ruf Sven Sudecks in der Bar-Community an. Dennoch stellt sich Abels, bereits seit 2014 bei Borco an Bord und zunächst für Vodka zuständig, nun der Herausforderung und übernimmt die Marke Sierra Tequila, in erster Linie deren Premium-Range „Milenario“, als Markenbotschafterin für Deutschland, die Schweiz und Österreich, mit einem dezidierten Fokus auf Berlin.

„Tequila verkörpert für mich große Emotionen. Früher war ich bei Borco für Vodka zuständig, jetzt darf ich meine Passion für die Agave endlich zugeben“, meint die 32jährige Bar-Veteranin der Berliner Adressen Grill Royal, Soho House oder Bar Tausend. Als Botschafterin für Sierra möchte sie sich aber nicht nur der Marke, sondern auch generell dem Ruf der Agavenspirituose widmen. „Meine Stelle sieht auch einen stärkeren Kontakt zum Endkonsumenten vor. Tequila hat trotz seiner Hochwertigkeit gerade dort noch sehr zu kämpfen“, meint Abels mit Blick auf die Akzeptant in der breiten Masse an, und sie fügt hinzu: „Der Herausforderung stelle ich mich gern!“

Karim Fadl: Es wird eine Bar… und noch mehr!

Ein wenig still war es zuletzt um Karim Fadl. Knapp eineinhalb Jahre nach seinem Ausstieg als Markenbotschafter bei Bacardi ist jedoch das erste Projekt des 32jährigen Ur-Berliners spruchreif: „Gemeinsam mit Michael Blair [u.a. Prince Restaurant, d. Red.] eröffne ich eine Bar! Er hat mich bei dem Projekt ins Boot geholt“, gibt der frühere Tausend-Bartender Fadl stolz bekannt.

Lange habe man am Konzept gefeilt, hinzu kam natürlich die berlintypische Suche nach einem geeigneten Objekt, bis Fadl und Blair nun im Kollwitzkiez im Prenzlauer Berg fündig geworden sind. Ein Datum der Eröffnung ist noch nicht bekannt, auch zum Schwerpunkt der Bar wollte sich Fadl noch nicht äußern. Doch mit der ersten eigenen Bar noch nicht genug. „Ein weiteres künftiges Bar-Konzept werde ich beraten, außerdem ist noch ein ganz anderes Projekt in Planung“, lässt er uns wissen. Es dürfte also ein Frühling mit sehr wenig Schlaf werden für Karim Fadl.

Dino Zippe: Der Affe sagt zum Abschied leise „Servus“

Wenig Schlaf gibt es bei Dino Zippe seit der Geburt seines Sohnes vor einem knappen halben Jahr sowieso, dafür aber ab sofort generell etwas mehr Ruhe: Nach insgesamt fünf Jahren der Zusammenarbeit mit Monkey 47, davon die letzten drei in Vollzeit als Trade Marketing Manager und Markenbotschafter, hat der 37jährige frühere Bartender aus Stuttgart bei den „Black Forest Distillers“ nun seinen Hut genommen.

„Die Entscheidung ist mir alles andere als leicht gefallen, und ich blicke auch mit viel Dankbarkeit auf die tolle Reise zurück, die ich mit Monkey 47 erleben durfte“, gibt Zippe zu seinem Ausstieg zu Protokoll. „Aber mein Fokus liegt nun, seit der Geburt unseres Sohnes, darauf, in Stuttgart bei meiner Familie zu sein. Das viele Reisen war einfach für mich irgendwann nicht mehr mit meiner Familie zu vereinbaren. Ich möchte einfach so viel Zeit wie möglich mit meiner Frau und meinem Sohn verbringen.“ Getrennt habe man sich dabei im Guten, auch Monkey 47-Gründer Alexander Stein habe Zippes Entscheidung gut nachvollziehen können. Der lässt nun die Zukunft entspannt auf sich zukommen und meint: „Der Gastro-Welt bleibe ich höchstwahrscheinlich erhalten – wie und wo, das wird sich innerhalb der kommenden Wochen entscheiden.“

Willkommen im Palais, Herr Möller

Endlich zurück in die Heimat geht es auch für Carsten Möller. Der ursprünglich gelernte Konditor und Patissier macht sich von seiner letzten Wahlheimat, der Capella Bar im Breidenbacher Hof in Düsseldorf, nun auf in seine Heimat Sachsen, wo er ab 1. April als Barchef im traditionsreichen Bülow Palais in Dresden seinen Dienst antreten wird.

„Ich war jetzt insgesamt 16 Jahre an zahlreichen Orten im In- und Ausland, zuletzt rund 2 ½ Jahre in der Capella Bar“, setzt der Bartender mit der in der ganzen Szene berühmten Lache an. „Der Abschied fällt mir auch schwer, da ich die Bar auf dem richtigen Weg sehe. Aber nach so langer Zeit war das Heimweh einfach zu stark“, begründet Möller die Entscheidung. Nach Stationen u.a. in München, Wien, London, Karlsruhe und Zürich war die Zusage nach Dresden daher vor allem ein bewusster Schritt zurück in Richtung seiner Heimatstadt Chemnitz, mit der ihn noch immer viel verbindet. „Bis Ende März konzentriere ich mich natürlich noch voll auf die Arbeit als stellvertretender Bar Manager in Düsseldorf, aber gleichzeitig läuft bereits die Abstimmung mit dem neuen Haus, welche Veränderungen wir dort in der Bar vornehmen wollen – auf jeden Fall werde ich versuchen, der Bar im Palais eine persönliche Note zu geben.“

Natürlich wünschen wir allen Protagonisten aus dieser Runde des Karussells der Nacht – Bartendern, Markenbotschaftern und dem Viergespann der Highballer – auf ihren neuen Wegen alles Gute und viel Erfolg. Damit schließt die MIXOLOGY-Personalabteilung für diesmal ihre Akten. Falls sich das Karussell der Nacht für Sie ebenfalls gedreht haben sollte oder sich bald dreht, oder Sie von einem wichtigen Akteur der hiesigen Barszene wissen, der demnächst eine neue Stelle antritt, freuen wir uns über eine Nachricht an nils@mixology.eu.

Photo credit: Foto via Shutterstock.

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