Inventur am 11. Februar 2018

News 11.2.2018

Willkommen zum Wochenrückblick! Diese Woche amüsieren wir uns über nackte Schweden und reagieren leicht schockiert auf den rasanten Anstieg von Whisky-Auktionen. Außerdem? Nun, in Frankfurt freut man sich über eine Auszeichnung, in London auf viel Tequila und im Madison Square Garden gibt es demnächst im wahrsten Sinne des Wortes Jägermeister auf Eis.

Hallihallo an diesem eiskalten Wochenende! Nein, der Cinco de Mayo ist noch fern und auch mit dem Día de los Muertos heißt es sich noch gedulden – doch mexikophile Barfliegen haben ja auch den 22. Februar. Da ist der National Margarita Day, den man mittlerweile nicht nur in den USA begeht. Wer in London sein sollte an diesem „Agaven-Feiertag“, findet in der Long Bar im Sanderson Hotel eine Mariachi-Band, das komplette Personal unterm Sombrero und vier Margaritas (ja, auch Tommy’s Margarita!) vor. Die Fiesta de Tequila steigt ab 18 Uhr und endet um 0:30 Uhr. Spannend klingt die „Jasmine Margarita“, zumal sich die Cocktails auf einen London-unüblichen Preislevel von zehn Pfund bewegen. Bis es soweit ist, schauen wir aber wie jeden Sonntag auf die interessantesten News der geistig-flüssigen Woche.

Micky Rosen und Alex Urseanu sind Hoteliers des Jahres

In der Barszene muss man die beiden Frankfurter Unternehmer Micky Rosen und Alex Urseanu eigentlich niemandem mehr vorstellen. Seit 2002 sind die zwei Hoteliers bereits gemeinsam aktiv, die von ihnen gegründete Gekko Group ist nicht nur, aber in besonderem Maße aufgrund der herausstechenden Barkonzepte berühmt: Mehrere MIXOLOGY BAR AWARDS für die Bar im Roomers Hotel Frankfurt und für das Gekkos im dortigen Hilton unterstreichen diesen Anspruch.

Anfang letzter Woche sind Rosen und Urseanu von der Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung (AHGZ) als „Hoteliers des Jahres“ ausgezeichnet worden. Der Preis ist eine der wichtigsten Prämierungen, die die hiesige Branche kennt. Die AHGZ würdigte mit dem Award „die Liebe zum Leben und die Leidenschaft, diese zu teilen.“ Ebenso führt man die Tendenz „Projekte gegen den Strom“ zu entwickeln, als weiteren Grund für die Auszeichnung an. Auch MIXOLOGY gratuliert den beiden Gastronomen, deren Arbeit unser Magazin beinahe von Beginn an begleitet hat.

Absolut Vodka macht sich nackig

Klar, es bleibt am Ende Werbung. Aber auf jeden Fall die vielleicht charmanteste und unterhaltsamste Spirituosenwerbung seit sehr langer Zeit. Unter dem Slogan „The Vodka With Nothing To Hide“ beweist der schwedische Absolut Vodka einmal mehr, dass man im Örtchen Åhus einfach souverän auf der Klaviatur der öffentlichen Kommunikation und Markenbildung spielt.

Denn der Imagefilm, der darauf abzielt, den transparenten und nachhaltigen Herstellungsprozess von Absolut zu präsentieren, zeigt uns die, nun ja, nackte Wahrheit. Zwar verpixelt und in all seiner Unbedarftheit geradzu niedlich, aber eben auch großartig inszeniert (Grund genug übrigens für die wachsamen Facebook-Algorithmen, gleich Nudismus-Alarm auszulösen). Freilich ist das alles letztlich nicht im Geringsten unbedarft, sondern im Auftrag von Pernod Ricard, dem zweitgrößten Spirituosenkonzern der Welt, produziert. Und natürlich bleibt es ein Image-Pic, dessen Behauptungen man nicht schlicht und simpel glauben sollte (wobei das Engagement von Absolut in Bezug auf Nachhaltigkeit, Regionalität und Umweltschutz schon lange bekannt ist). Aber Spaß macht dieser Film allemal, gerade an einem kalten Sonntag. Wer sich schon immer einen Haufen nackter Schweden beim Glücklichsein anschauen wollte, wird hier selbst glücklich.

Immer mehr Scotch unter dem Hammer

Teurer Whisky und Auktionshäuser – das ist eine Freundschaft, die es schon immer gab. Gerade in jüngster Zeit hingegen steigern sich sowohl die Zahl der versteigerten Spitzenwhiskys als auch die damit erzielten Erlöse immens. Für die nächsten Jahre scheint man geradezu mit einer Explosion des Whisky-Versteigerungsmarktes zu rechnen. So wurden letztes Jahr weltweit über 25 Millionen Britische Pfund mit Versteigerungen von Whisky umgesetzt. Ein unglaublicher Rekordwert, den sogar führende Analysten, u.a. vom Expertenbüro Rare Whisky 101, in ihrer Prognose für 2017 nicht für möglich gehalten hatten. Die teuerste Einzelflasche, die nachgewiesen werden konnte, war dabei ein 62 Jahre alter „Dalmore The Kildermorie“, der bei Christie’s in London für flockige 95.000 Pfund den Besitzer wechselte.

Doch die 25 Millionen sind nicht der einzige Spitzenwert, den primär schottische, aber auch immer mehr japanische Whiskys in den Auktionshäusern rund um den Erdball erzielen konnten: Im Jahresbericht des Analystenbüros werden zahlreiche Bestmarken verzeichnet. Generell galt Vintage-Whisky in den letzten Jahren als wesentlich sichereres Investment als etwa Öl oder Gold. Für die kommenden Jahre sagen die Experten mit Blick auf wachsende Sammlermärkte in Schwellenländern noch weiteres imposantes Wachstum voraus – und das, obwohl der Wert von 2017 bereits eine Steigerung um mehr als 75% (!) im Vergleich zu 2016 bedeutet. Eins wissen wir also ziemlich sicher: Die Zeiten, in denen es Chancen gab, dass der eine oder andere rare, alte Scotch irgendwo im Handel erschwinglich bleibt, scheinen endgültig vorbei.

Die Rangers gehen nun wirklich auf die „Jagd” 

Eine etwas skurrile Sponsoring-Partnerschaft wurde soeben in New York City besiegelt. Die dort ansässigen New York Rangers, eines der traditionsreichsten Eishockey-Teams der Profiliga NHL, stellten jüngst Jägermeister als einen ihrer offiziellen Sponsoren vor. Damit ist die deutsche Likörmarke mit dem Hirschen ab sofort und mindestens bis zum Ende der Saison 2018/19 u.a. bei allen Heimspielen der Rangers großflächig als Werbepartner präsent.

Sport und Bier – diese Paarung kennt man aus zahlreichen Kontexten. Dass sich aber Spirituosenfirmen derart wirkungsstark im Spitzensport engagieren, ist noch immer eine Seltenheit und besonders aufgrund immer stärkerer genereller Kritik an Alkoholwerbung geradezu verblüffend: Ausgerechnet im sportlichen Zusammenhang scheint die Werbung für Schnaps doch ein wenig unorthodox. Doch wer weiß, vielleicht ist der braune Kräuterlikör aus Wolfenbüttel ja auch eine Art Zaubertrank für die Rangers, die einst den legendären Wayne Gretzky in ihrem Kader hatte – und diesen Zaubertrank könnten sie aktuell gut gebrauchen, steht das Team doch derzeit auf dem letzten Rang der Metropolitan Division. Ob der Hirsch sie doch noch in die Play-Offs trägt?

Photo credit: via Shutterstock

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