Inventur am 13. Dezember 2015

News 13.12.2015

Da sind wir wieder, die neueste Inventur ist da! Mario Kappes sagt „Tschüss“ zum Le Lion und Chris Moore „Bye Bye“ zum Savoy. Passend dazu: aus Tränen kann man nun auch Bitters machen.

Am 18. Dezember 2015 haben alle geneigten Wermut-Freunde die Chance, der „Vermuteria El Pulpo“ des Berliner Bartenders Roger Breitenegger einen letzten Besuch abzustatten. Dessen drittes Pop-up-Barkonzept im Berliner Arcotel schließt seine Pforten, und beim Abschiedsevent muss natürlich noch einmal ordentlich angestoßen werden. Bis zum 18. ist es ja nun noch fast eine Woche hin, solange gilt es sich zu beschäftigen. Zum Beispiel mit der aktuellen Inventur.

1) Durchsichtiges Weihnachten mit Crys

Ein Relikt aus den 1990er Jahren kommt zurück, wie wir letzte Woche vernehmen durften. Wir erinnern uns: Die Crystal Pepsi hatte ihre „High Time“ in den frühen Neunzigern, jetzt kommt die Durchsichtige zumindest in den USA rund um die Feiertage wieder zu Besuch. Aber aufgemerkt: natürlich wäre es viel zu einfach und deutlich zu wenig exklusiv, könnte man einfach zum nächstbesten Supermarkt des Vertrauens zu gehen und dort in den Kühlschrank greifen. Nein, Pepsi hat sich was besonderes einfallen lassen. Am 10. Dezember 2015 heißt es für die wirklich großen Fans der Crystal das Smartphone zücken und via App am Gewinnspiel um eines der 13.000 Sechserpacks der Crystal Pepsi teilnehmen. Wer hier kein Glück hat, kann den Sixpack bestimmt einen Tag später für einen dreistelligen Betrag bei Ebay erwerben. Wir wünschen viel Glück.

2) Bittere Tränen in London

Unsere Redaktionslieblinge von Bompas & Parr (Sie erinnern sich an die Alcoholic Architecture Ausstellung in London, wo sich der Gin & Tonic nicht trinken sondern einatmen ließ?) eilen mit einem neuen Projekt an den Start. Im Zuge eines einmaligen Workshops im British Museum of Food können die Teilnehmer am 15. Dezember 2015 die eigenen Tränen in Cocktail Bitters verwandeln. Das Ambiente wird geprägt sein von Kerzen und klassischer Musik, um ordentlich in Heul-Stimmung zu kommen, so die Veranstalter. Den ganz Hartnäckigen wird auch eine Augenmassage beziehungsweise Minzöl geboten, um die Tränen in die Augen zu treiben.

Die Aktion hat – wie vieles bei Bompass & Parr – einen historischen Hintergrund: so ist es ein Verweis auf den Englischen Bürgerkrieg im 17. Jahrhundert, zu dessen Zeiten die Frauen zuhause quasi in Flaschen hinein weinten, um die Tränen für die aus dem Krieg heimkehrenden Ehemänner zu bewahren. Emotionen aus der Flasche sozusagen. Und was passt besser zu Tränen als Bitters

3) Scheitern muss man können

Na gut, Sie schaffen es heute nicht nach London, um die eigenen Tränen zu Bitters zu verarbeiten? Kommen Sie doch nach Berlin und sprechen Sie am kommenden Dienstag mit Gastronomen über das Scheitern in der Gastronomie. Denn das tun wir viel zu wenig – sind doch scheiternde Unternehmer nirgendwo sonst so häufig wie unter Gastwirten. Die Veranstaltung „FEC Tuesday“ am 15. Dezember steht deswegen unter dem Motto „Holy Fail!“: Die Veranstaltung wird moderiert von Jan-Peter Wulf (nomyblog) sowie Stephanie Rothenhöfer vom Food Entrepreneurs Club. Die Gäste, zu denen unter anderem Christian Lohse vom Fischers Fritz Restaurant und Michael Rosenfeld von MJ’S Foodshop gehören, sprechen über Fehler und – viel wichtiger – das erneute Aufrappeln nach einem gescheiterten Projekt. Das ganze findet in der Mittküche in Berlin statt, kostet € 10 Eintritt und beginnt um 19.30 Uhr.

4) London: Chris Moore verlässt das Savoy Hotel

In der Oberliga der Londoner Barszene ist aus personeller Sicht der Teufel los. Nur wenige Wochen, nachdem bekannt wurde, dass das Duo aus Alex Kratena und Simone Caporale die Artesian Bar im The Langham Hotel verlässt, beklagt nun die nächste große Londoner Übernachtungs- und Trinkadresse den Verlust ihrer prägenden Figur: Chris Moore beendet nach über fünf Jahren seine Tätigkeit in der Beaufort Bar im Savoy Hotel.

In seiner Zeit als Bar Manager ist es Moore gelungen, der Beaufort Bar einen Ruf zu erarbeiten, der jenem der anderen berühmten Bar des Hauses – der American Bar unter der Leitung von Erik Lorincz – in nichts mehr nachsteht. Den Höhepunkt erreichte seine Arbeit vorläufig im Sommer dieses Jahres, als die Beaufort Bar bei den Tales Of The Cocktail mit einem der begehrten Spirited Awards als „Best International Hotel Bar“ ausgezeichnet wurde. Noch vor Weihnachten wird der klassisch-britische Gentleman Moore seine letzte Schicht hinter der Bühnen-Theke der Beaufort Bar absolvieren. Was danach kommt – ob ein neues Bar-Engagement oder möglicherweise ein Job in der Industrie – verriet Moore auch auf Nachfrage zunächst nicht. Für den Anfang ist lediglich von einem „neuen Abenteuer“ die Rede.

6) Le Lion – der Oberlöwe Mario Kappes verlässt die Manege

Die Nachricht, dass der mehrfach mit einem MIXOLOGY BAR AWARD ausgezeichnete Mario Kappes das Hamburger Le Lion verlässt, verbreitete sich am vorigen Mittwoch Abend wie ein Lauffeuer in der Barszene. Der Bartender wechselt vom Tresen zu Borco Marken-Import, um bei dem hanseatischen Unternehmen den Posten eines Markenbotschafters zu übernehmen. Welche Marken genau er vertreten wird, oder ob diese neue Aufgabe gar das gesamte Portfolio des Hamburger Unternehmens betrifft – dazu konnte sich Kappes auf Anfrage von MIXOLOGY ONLINE zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht konkret äußern. So viel ist allerdings gewiss: er freut sich auf das neue Kapitel und besonders darauf, auch mehr Zeit für die Familie zu haben: „Meine Frau hat einen lauten Freundenschrei los gelassen, als ich zum ersten Mal den Wechsel zu Borco thematisiert habe.“

Le Lion-Betreiber Jörg Meyer höchstselbst hat just einen Beitrag auf seinem eigenen Blog veröffentlicht, in dem er den Abschied als sehr schmerzlich für die vielfach prämierte Bar beschreibt, die für viele Gäste eng mit dem Namen Mario Kappes verbunden ist. „Very very sad news“ heißt es da in seinem englischsprachigen Post. Aber natürlich sei dieser Schritt auch ein Grund zu feiern: Er selbst habe Kappes dazu geraten, die angebotene Stelle bei Borco zu durchdenken, außerdem würde er den Schritt voll und ganz unterstützen. Die „Ära Kappes“ im Le Lion, die über acht Jahre andauerte, endet zum Ende März 2016.

Photo credit: Autounfall via Shutterstock

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