Inventur am 13. September 2015

News 13.9.2015

Im Artesian macht man Bier mit Negroni, der Diageo World Class Gewinner kommt aus Japan und Jack Daniel’s hat was neues. Willkommen zur Inventur!

 

Bis zum Bar Convent sind es jetzt nur noch drei Wochen, wir freuen uns schon sehr – und wir alle kennen die Leere danach. Was tun, wenn die schönsten Tage im Jahr vorbei sind, man aber immer noch nicht genug hat? Nun, nach Bochum fahren zum Beispiel. Da findet nämlich vom 9. bis zum 11. Oktober 2015 die „Finest Spirits & Beer“ statt. Zum zweiten Mal präsentieren dort rund 60 Aussteller in der Jahrhunderthalle ihre Produkte und mehr Infos wie Tickets gibt es hier. Aber wie gesagt, sind ja noch ein paar wochen hin, erstmal zurück in’s Jetzt.

1) Weltklasse aus Japan

Michito Kaneko aus der Lamp Bar in Kyoto hat am 4. September 2015 in Kapstadt die Diageo World Class für sich entschieden. Er konnte sich gegen die anderen 54 Mitstreiter aus aller Welt durchsetzen und ließ im Finale Alistair Reynolds (Großbritannien), Jack Sotti (Australien), Ariel Leizgold (Israel), Manolis Lykiardopoulos (Griechenland) und Vítezslav Cirok (Tschechische Republik) hinter sich.

Auch Der World Class-Wettbewerb steigert sich von Jahr zu Jahr im Ausmaß der Aufgaben, und so hieß es dieses Jahr für die Teilnehmer, innerhalb von 24 Stunden eine PopUp-Bar in Kapstadt zu errichten – (fast) nichts leichter als das. Michito scheint das in den Augen der Jury auf jeden Fall sehr gut gelungen zu sein, genau wie die fünf weiteren Challenges innerhalb des Wettbewerbs, was ihm schließlich den Titel brachte. Wir gratulieren und sind gespannt auf das Ausmaß der Challenges im kommenden Jahr. Vielleicht mal eine schwimmende Bar auf offener See oder ein PopUp-Konzept im Weltall? Was kostet die Welt?

2) Sex, Online-Shops & Rock’n’Roll

Erinnern Sie sich an “The Bad Touch” anno 2000? Genau, “You and me baby and nothing but mammals so let’s…” und diese eingängige Meldodie dazu, mit der sich die Bloodhound Gang damals sehr hartnäckig in den Charts hielt. Fünfzehn Jahre später hat sich der ehemalige Bassist der Band von der Musik dem professionellen Spirituosengeschäft zugewandt.

About Drinks hat ein Interview mit Evil Jared veröffentlicht, der jetzt einen Onlinehandel in Deutschland betreibt. Der trägt den klingenden Namen „Rock Drinks“. Der Shop bietet neben Spirituosen und Bier auch Wein sowie Champagner an, und wir haben beim Browsen der Seite erfahren, dass die Band Kiss anscheinend auch in Wein macht. Die Vodka-Abteilung ist am breitesten aufgestellt und neben Flüssigkeiten gibt es auch ein paar, nennen wir’s: „Gadgets“ wie ein Beer Pong-Set oder die typischen amerikanischen Red Cups. Zum Interview geht es hierder Shop sieht so aus.

3) Jeder hat seinen Preis

Ob Craft Beer einen interessiert oder nicht, die Neuigkeiten vergangene Woche waren von größter Relevanz: Heineken besitzt jetzt 50% der 1993 gegründeten Craft-Brauerei Lagunitas. Besonders bekannt ist das Brauhaus für ihr Lagunitas IPA. Der Schritt ist nur einer von vielen in einer langen Reihe von Großkonzernen, die kleine (Craft) Brauereien schlucken. Das heißt einerseits, dass Craft Beer auf dem Markt an Wichtigkeit gewonnen hat und „die Großen“ ein Stück davon ab haben wollen, andererseits ergibt sich allerdings die Frage: was wird aus dem traditionell als individuell konnotiertem Begriff “Craft”, wenn AB InBev, Miller Coors und jetzt Heineken sich die Individualität einfach kaufen?

Beim Fortune Magazine heißt es, dass Lagunitas damit nicht mehr als „Craft Brewery“ bezeichnet werden darf, denn um sich „Craft“ nennen zu können, dürfen laut Regularien des USBrauerverbandes höchstens 25% der Firma in den Händen eines Großkonzerns liegen. Der Gründer von Lagunitas, Tony Mangee, bleibt auch weiterhin in seiner bisherigen Position und gibt an, sich sehr über den Deal zu freuen und darüber, dass Lagunitas jetzt mit Heineken zusammen in bislang unberührte Märkte eintreten wird. Alle Details zu dem Deal finden sich hier.

Weitere Großkonzerne, die Craft Breweries geschluckt haben sind AB InBev mit Goose Island, Blue Point, 10 Barrel, und Elysian. Blue Moon wurde von Miller Coors aufgekauft.

4) Negroni-Bier aus dem „Artesian“

Die weltbeste Bar hat sich unter die Brauer begeben. „Ein Gedeck aus Bier und Negroni war schon lange ein Favorit von Simone Caporale und mir“, erzählt Alex Kratena MIXOLOGY ONLINE zur Entstehungsgeschichte. Ein Bier mit dem Drink zu verstärken, kam aber nicht in Frage: „Uns ging es um den Geschmack des Negroni, also sollte das Bier nicht zu stark sein“. Letztlich sind es beim knallroten Sud der Partizan Brewery 6,5% Vol. geworden, an die man bei dem mit Chinarinde aromatisierten Bier am allerwenigsten denkt. Rhabarber, Pfeffer und Hopfen aus der Hallertau sind weitere Zutaten.

Das „Saison“ mit dem Grafen Negroni auf dem Etikett (gezeichnet von Partizan-Hauskünstler Alec Doherty) erhielt eine Farbe wie einst der Campari. Das Sekret der Cochenille-Schildlaus, heute verschämt als E 120 bezeichnet, hat sich Kratena extra ausdrücklich für das Bier gewünscht. Der Duft nach roten Beeren passt bestens zur Farbe, geschmacklich erinnert das „Artesian“-Bier an Blutorange, roten Apfel und Artischocke. Vor allem ab der Mitte gesellen sich Wermut-Noten dazu, die gegen Finish komplett in Richtung Bitterkeit driften. Kleinste Mengen sollte es laut Patrick Callaghan von „Partizan Brewing Ltd.” in der Brauerei noch geben, je nach Wechselkurs kommt das Fläschchen auf ca. 4 Euro.

5) Jack auf der Dose und aus der Flasche

Von Jack Daniel’s haben wir in dieser Woche zwei Neuigkeiten. Seit August ist eine Sonderausgabe der Premix-Dosen aus dem Hause Daniel’s zu haben: Jack Daniel persönlich ist darauf abgebildet, um das einjährige Bestehen der “Supporter of the Independent”-Initiative zu feiern. Hier bietet Jack Daniel’s “Freidenkern” eine finanzielle Starthilfe, um dem jeweils individuell größten Traum näher zu kommen – genau wie Jack Daniel damals Unterstützung bekommen hat, um die Whiskey-Destillere zu gründen.

Teil zwei der News aus dem Hause Daniel’s ist eine Neuerscheinung: Mitte September 2015 kommt der Jack Daniel’s No. 27 Gold Tennessee Whiskey auf den deutschen Markt. Der ist eine besondere Ausführung des Jack Daniel’s Old No. 7. Warum “Gold”? Weil der Whiskey in goldfarbenen Ahornfässern reift und danach Tropfen für Tropfen durch eine mehrere Meter hohe Schicht aus dem Holz des Zuckerahorns gefiltert wird. Die 0,7 Liter-Flasche kostet 89 € und wird er über den Jack Daniel’s Hardware Store zu erwerben sein.

6) Heimatlos

Ein Auf und Ab war das in dieser Woche, aber jetzt scheint die Schlacht zunächst ausgefochten. Die „Neue Heimat“ auf dem RAW-Gelände in Berlien-Friedrichshain macht am Montag, den 14. September 2015, zu. Am Sonntag, den 13. September wird es den vorerst letzten Food Market auf dem Gelände geben. Der Entschluss ist das Ergebnis eines langwierigen juritischen Kleinkriegs um die genaue Nutzung der betreffenden Fläche der Neuen Heimat. Der Bezirk setzt alles daran, keinen weiteren Club auf dem RAW-Gelände zuzulassen und vermutet eine “Vergnügungsstätte” anstelle der “Versammlungsstätte” für Kultur und Gastronomie, wie der Betreiber die Neue Heimat deklariert hat. Wir bleiben dran, alle weiteren Details gibt es hier

Photo credit: Lächelnde Frau via Shutterstock

Schreibe einen Kommentar

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

Ähnliche Artikel