Aviation

Inventur am 20. November 2016

News 20.11.2016 3 comments

Ein neues Gesicht für den The Curtain Club, ein neuer Besitzer für Aviation Gin, schlechte Neuigkeiten für Sloe Gin – und ein bisschen Blingbling! Herzlich willkommen zur letzten Inventur vor der Adventszeit.

In Berlin und Lust auf feine, interessante Brände und Weine von kleinen, unabhängigen Herstellern? Im wunderbaren Castle Pub am Berliner Gesundbrunnen, sonst eher bekannt für eine große Bierauswahl, präsentieren sich beim „That’s The Spirit Festival“ (TTSF) seit Freitag und noch bis heute kleine Produzenten wie Abyme Vodka, O’Donnell Moonshine oder Samovino. Der Eintritt ist frei – einem hochprozentigen Sonntagsausflug steht also eigentlich nichts im Wege. Vorher aber bitten wir natürlich wie jede Woche zur Branchenschau – willkommen zur Inventur!

Berlin: The Curtain Club bekommt ein neues Gesicht

“Ab 23. Dezember ist der britische Gentlemen’s Club Geschichte.” So salopp kündigt Bar-Manager und Berliner-Bar-Tausendsassa Arnd Henning Heissen die großangelegte Renovierung “seines” The Curtain Club im Ritz-Carlton am Potsdamer Platz an. Ja – die vielfach prämierte Bar unter der Leitung von Heissen, selbst mittlerweile Juror bei den MIXOLOGY BAR AWARDS, erhält ein komplett neues Gesicht.

“Umschreiben würde ich das ganze am ehesten mit ‘kubanischem Kolonialstil’ und auch ein wenig mit ‘Gothic Tiki’, immer geprägt durch Künstler wie Tim Burton oder Alex Gross”, freut sich Heissen, der den Weg der Bar entscheidend geprägt hat. Den flüssigen Schwerpunkt hat das Team bereits jetzt mit der neuen Karte entscheidend vorweggenommen: Im Zentrum stehen mittel- und südamerikanische Spirituosen, laut Heissen primär Rum, aber ebenfalls Pisco, Cachaça, Mezcal und Tequila. Spannend außerdem: Der Umbau geht stufenweise und immer Nachts vonstatten – weder wird es also einen Zeitraum geben, in dem der Curtain Club geschlossen, noch wird also auf einmal eine andere Bar zu erleben sein. Denn der Curtain Club beginnt in einem Monat eine Metamorphose, die der Gast miterleben kann. Und über das neue Getränkekonzept des Aromen-Maniacs Heissen werden wir nach dem Umbau im Januar noch detailliert berichten.

Etwas Blingbling für Jedermann: Belvedere Bespoke jetzt frei erhältlich

Die eigens gebrandete Edelvodkaflasche – für so manchen ein kleiner Traum, der jetzt ein Stückchen näher rückt. Der polnische Premium-Vodka Belvedere, Teil von Moët-Hennessy, macht’s möglich: Ab sofort sind nämlich die silbern glänzenden Flaschen der bislang exklusiven “Bespoke”-Linie für Jedermann in individueller Gestaltung verfügbar.

Ob Name, Geburtsdatum, Firmenlogo oder Anderes: Beschriftet werden kann die 1,75-Liter-Flasche mit allem, was am Herzen liegt. Und als sei die Vorstellung des eigenen Namens auf einer solch prestigeträchtigen Riesenflasche noch nicht genug: Mittels LED im Boden lässt sich die Flasche auch noch beleuchten. Wer also – vielleicht auch für ein extravagant-hochprozentiges Weihnachtsgeschenk – nicht auf die gewissen Portion Blingbling verzichten möchte, kann sich seine ganz persönlich Dosis für schlappe 160 Euro direkt bei Belvedere ordern.

Wehe der Schlehe

In Großbritannien, dem Mutterland des Schlehenlikörs, müssen sich Liebhaber dieser Cocktailzutat auf eine Verknappung des süßlich-säuerlichen Tropfens einstellen. Laut Angaben der Umweltschutzorganisation The Woodland Trust fiel die Schlehenernte 2016 im vereinigten Königreich (wieder einmal) außerordentlich mager aus.

Der Grund dafür mag laut Woodland Trust-Mitarbeiter George Anderson ein Pilz namens Taphrina pruni sein, der sich bei entsprechender Witterung auf den Blüten von Steinobst-Pflanzen festsetzt und im weiteren Jahresverlauf die Steinbildung und damit auch die wirkliche Reifung beeinträchtigt, wenn nicht gar komplett verhindert. Die Sloe Gin-Saison, im UK traditionell im Winter, ist für diesmal wohl nicht gefährdet, da die Mazerate für dieses Jahr bereits seit Anfang des Jahres fertig sein müssten, zudem greifen viele große Hersteller auf industriellen Sirup, nicht auf frische Früchte zurück. Dennoch wünschen wir den sauren Minipflaumen – und natürlich noch viel mehr den vielen kleinen Bauern, die besonders betroffen von der schlechten Ernte sind – ein besseres Jahr 2017.

Aviation Gin bekommt Flügel

Ryan Magarian ist in mehrfacher Hinsicht ein Pionier im Barfach. Nicht nur ist er der erste Bartender des neuen goldenen Cocktailzeitalters, der zum Spirituosenunternehmer wurde. Nein, er kreierte seinen Aviation Gin auch lange vor der großen Gin-Welle. Eine meisterhafte und sichtbar teure Neuverpackung des Tropfens zeigte in jüngster Zeit, dass sich der wacholdrige Stoff mit dem Flugzeugthema ordentlich dreht in den Regalen. Nun hat die New Yorker Firma Davos Brands zugegriffen. Für eine nicht bekannt gegebene Summe geht die Gin-Marke aus dem US-Genießer-Mekka Portland mit sofortiger Wirkung in den Besitz von Davos über – schon jetzt ist Aviation auf der Seite von House nicht mehr sichtbar.

Hergestellt wird der Gin dennoch weiter – nun somit im “Contract”-Verfahren von der ehemaligen Aviation-Mutter House Spirits in Oregon. Ganz neu ist die Beziehung zwischen beiden Firmen nicht, denn Davos zeichnete bereits seit Ende 2014 für Vertrieb und Marketing des Gins verantwortlich. Äußerungen von Tom Mooney, ebenfalls Mitgründer von House Spirits, lassen darauf schließen, dass das Kapital, das die Firma durch den Verkauf erwirtschaftet, vor allem in die Produktion von Single malt Whiskey gehen wird.

Über den teuersten Weißwein der Welt

Die Klimaerwärmung begünstigt deutschen Wein. Eine der berühmtesten deutschen Lagen, der Scharzhofberg, bringt Auslesen hervor, die bei Auktionen hohe fünfstellige Erlöse pro Flasche erbringen. Im Zeit Magazin ist ein einfühlsames Porträt dieses Berges und der Menschen, die ihn bewirtschaften – allen voran Egon Müller IV.–, erschienen, mit herrlich pointierten Aussagen wie “Ich bin in erster Linie Landwirt”. Oder Müllers Hinweis darauf, dass eine Familie, die seit sechs Generationen an der Spitze der Weißweinwelt mitspielt, sich eingestehen muss, dass es “ganz schön aufgeblasen” wäre, diese Tatsache auf Talent zurückzuführen: “Das ist der Weinberg”. Ein wunderbares, umfangreiches Lesestück – wie gemacht für einen Novembersonntag.

Photo credit: Dame und Herr am Telefon via Shutterstock

3 comments

  1. Jan-Peter

    Und was passiert dann mit dem Beefeater im Ritz-Carlton?

    • Arnd

      Der bleibt natuerlich.

  2. Jan-Peter

    Nice.

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