Inventory 25hours hotel

Inventur am 21. Februar 2016

News 21.2.2016 2 comments

Fever Tree-Tonic in Dosen und Rémy Louis XIII als Zigarren-Parfüm? Ja, gibt es jetzt beides. Überdies kommt der Amaro di Angostura offiziell nach Deutschland. Auf zur Inventur! 

Während sich zahlreiche Vertreter und Granden der Spirituosenbranche seit vorgestern in München zur Finest Spirits versammeln, um sich dem geistigen Messetrubel hinzugeben, lehnen wir uns lieber sonntäglich entspannt mit einem leichten Drink zurück. Vielleicht mit einem Amaro di Angostura oder Fever Tree Tonic aus der Dose? Ach nein, ein paar Tage müssen wir auf den noch warten. Vielleicht eher mit einem von Martin Doudoroffs und Robert Simonsons „99 Classics“? Schon eher. Erstmal schauen wir uns allerdings die neueste japanische Skurrilität an.

1) Rémy Louis XIII zum Rauchen?

Dass Cognac trotz seiner langen Geschichte als Bar-Spirituose momentan ein Image- und abseits der US-Rapper und ihrer Homies auch ein Absatzproblem hat, darf als bekannt gelten. Wenn dann gleich 75 Flaschen des rund 2.000 Euro teuren „Louis XIII“ geordert werden, dürfte man sich das Bestelldatum auch bei Rémy Martin merken. Kaizad Hansotia heißt der Käufer, der mit dem flüssigen Vorrat allerdings seine Zigarren tränkt!

„Gurkha His Majesty’s Reserve“ nennt sich das Ergebnis, für das dominikanische Zigarren dem Cognac-Dunst ausgesetzt wurde. Ein Flasche pro Kiste ging drauf, um Einlage und Umblatt zu „infusionieren“. Das Einzelstück (52er Ringmaß) im Glastubus kommt auf 1.200 Euro, minütlich verwandelt sich also ein Zehner in hoffentlich aromatischen Rauch. Die Kisten, von denen zwei in Deutschland erhältlich sind, kommen auf 23.380 Euro. Selten war es wohl naheliegender, eine Neueinführung mit den Worten „Wer’s braucht…“ zu kommentieren.

2) 99 Classics von Martin & Robert

Martin Doudoroff und der New York Times-Autor Robert Simonson gehören zu den umtriebigsten Akteuren der nordamerikanischen und internationalen Barszene, besonders wenn es an die Entwicklung von Systematiken geht. In langer Recherche-Arbeit entstand nicht nur die im Januar veröffentlichte Liste der Modern Classics, seit 2. Februar ist nun auch via iTunes die entsprechende App “Modern Classics of the Cocktail Renaissance”  von Doudoroffs Firma verfügbar, die bereits mit ihren anderen, sowohl professionellen Bartendern als auch interessierten Barflys zugänglichen Apps viele Freunde gewinnen konnte.

Die Liste, die Simonson und Doudoroff gemeinsam sorgsam und in enger Recherche bei den betreffenden Bartendern erstellt haben, unterscheidet dabei zwischen 23 echten “Modern Classics” und weiteren Kategorien wie “Additional Candidates”, “Critical Picks” sowie den Vorläuferdrinks vornehmlich aus den 1970er und 1980er Jahren. Verzeichnet sind dabei alle Drinks mit Ihrem Erfinder, dem Entstehungsjahr und der jeweils zum Zeitpunkt der Entstehung aktuellen Bar des Bartenders. Aus Deutschland finden sich in den Nebenkategorien Charles Schumann und Goncalo de Sousa Monteiro mit jeweils zwei Drinks, in die Liste der echten modernen Klassiker hat es hingegen nur Jörg Meyer mit seinem Gin Basil Smash geschafft.

Die App zum Preis von 9,99 US-$ mag eher für geneigte Heimbartender geeignet sein, die Liste hingegen bietet natürlich der debattenfreudigen Bar-Community einen wunderbaren Ansatzpunkt für hitzige Diskussionen.

3) Amaro di Angostura auch für Deutschland

Direkt aus der Zentrale von Angostura in Trinidad erreicht uns die Meldung, dass der bislang in teutonischen Gefilden noch nicht vertriebene Amaro di Angostura, der seit seinem US-Launch vor rund einem Jahr viele Freunde unter den Barkünstlern auf der anderen Seite des Atlantiks gefunden hat, im März auch auf dem deutschen Markt eingeführt wird.

Mit dem Amaro wagte sich das traditionsreiche Bitters- und Rum-Haus aus dem Karibikstaat 2015 auf ein Segment vor, dem an den Bars seit einiger Zeit erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet wird. Ausdrücklich angelehnt an die Vorlieben des Gründer-Sohnes Don Carlos Siegert, soll der mit satten 35% Vol. abgefüllte Amaro nun also auch die Kräuterfreunde und Bartender in Deutschland begeistern. Über einen zu erwartenden Preis des Amaro, der in den USA für rund 25 US-$ angeboten wird, äußerte sich die Firmenleitung noch nicht.

4) Fever Tree Tonic bald auch in Metall

Tonic Water aus Dosen ist etwas, das zumindest deutsche Verbraucher größtenteil aus dem Flugzeug kennen, wo Glas (komischerweise nur in der Economy Class) mittlerweile als Werkzeug des Terrors gilt. Das hält die Macher von Fever Tree nun allerdings nicht davon ab, als erste der neuen Premium-Abfüller aus dem Bitterlimonaden-Bereich ab Frühling 2016 auch auf dem deutschen Dosen-Markt mitmischen zu wollen. Den Anfang der Erweiterung leistet zunächst das Flaggschiff Indian Tonic Water, das als “Filler des Jahres 2015” bei den MIXOLOGY BAR AWARDS nicht mehr aus der deutschsprachigen Barwelt wegzudenken ist.

Mit dem “Fridge-Pack” aus acht Dosen à 150 ml möchte die Firma vor allem im klassischen Lebensmitteleinzelhandel und somit beim Endverbraucher punkten. Als Vorteile nennt Fever Tree gegenüber dem Branchedienst about-drinks vor allem Aspekte wie einfache Portionierbarkeit, schnelle Kühlfähigkeit, ein handliches und platzsparendes Gebinde sowie die im Vergleich zu Glas erhöhte Haltbarkeit der Verpackung. Für all jene, denen im Survival-Urlaub bislang ständig die Tonic-Fläschchen kaputt gegangen sind, könnte also das Achter-Pack Fever Tree Tonic, das mit einer UVP von ca. 7,99 bis 8,49 Euro in den Handel kommen soll, eine kleine Bereicherung sein.

5) Boilerman Hamburg: Der nächste Schritt für den Löwen

Die Zusammenarbeit zwischen Jörg Meyer und den 25hours Hotels ist keine Neuheit. Anfang März nun lädt die Hotelfirma, die seit einiger Zeit auf den Betreiber von Le Lion und der Boilerman Bar als Berater in flüssigen Fragen setzt, zu einer exquisiten Bootstour anlässlich der Eröffnung des ersten Hamburger 25hours-Houses, des darin befindlichen Neni-Restaurants und – der dortigen Boilerman Bar!

Für Jörg Meyer, der längst für sein Gespür in Sachen Markenbildung bekannt ist, ereignet sich damit der nächste Schritt, wenn sein Konzept einer reinen, auf hohes Volumen und gleichzeitige hohe Qualität der Drinks ausgerichteten Bar nun als Franchise-Brand von der Design-Hotel-Kette übernommen und in Szene gesetzt wird.

6) Calloohs Neue: Die zwinkernde Fledermaus

Regelmäßigen Gästen der „geheimen“ Bar im Oberstock des Londoner Callooh Callay fiel es schon letzte Woche auf: Im JubJub-Raum regierte die Fledermaus. Mit einem Pop-Up wurde nämlich der erste Ableger der für ihre Cocktail-Karte (mal als U-Bahn-Plan, mal als Mixtape in der Musik-Kasetten-Hülle ausgeführt) berühmten Bar in Shoreditch beworben. Das „Little Bat“ wird im Norden Londons, dem Stadtteil Islington, ab Anfang März das mixologische Angebot erweitern.

Der vor wenigen Monaten aus Neuseeland heimgekehrte Brite Barney Toy leitet die Expositur in der Islington Park Street Nr. 54, Namensgeber war ein Gedicht von „Alice im Wunderland“-Schöpfer Lewis Carroll (Twinkle Twinkle Little Bat). „The Spirits Business“ gab er einen Vorgeschmack, was in der als Botanischer Garten dekorierten Bar serviert werden soll: „Steve McQueen”, ein Drink mit Bulleit Bourbon, Martini Rosso und Luxardos „Sangue Morlacco“, ein Rhabarber Swizzle oder der „Pan Am“, Toys Cocktail für die Bacardi Legacy 2015. Lesen Sie in wenigen Tagen bei uns mehr darüber!

Photo credit: Herren im Lokal via Shutterstock

2 comments

  1. schlimmerdurst

    Re: Fever-Tree in Dosen: „einfache Portionierbarkeit“

    Die haben wohl selbst noch nie versucht, aus einer Dose eine einzelne Unze zu portionieren (das läuft überall hin!), und dann die Dose so aufzubewahren, dass am nächsten Tag noch Blubber in der Limo ist. Ich bin gottfroh, dass es Fever-Tree in kleinen 0,2-Fläschchen gibt!

  2. Willi

    Mein Problem war bisher immer, dass ein kleiner Schluck im Tonic übrig blieb – die 150ml kommen dem idealen Mischverhältnis schon näher!
    Dazu kommt, wenn sich jetzt noch die Ubiquität ändert, d.h. die Verfügbarkeit im Einzelhandel, dann wäre das für mich ein weiterer Pluspunkt. Der Preis pro Dose ist auf den Liter gerechnet sogar ein wenig günstiger als bei der Flasche. Die Goldberg-Dosen kommen ja im Mai in den Handel. Ich freue mich auf jeden Fall drauf

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