Inventur am 25. März 2018

News 25.3.2018

Na, Zeitumstellung überstanden? Passend dazu schauen wir gleich zweimal in andere Zeitzonen: nämlich zu Tito’s Vodka und ins Dead Rabbit in New York. Außerdem sehen wir, dass es nun auch im Sternerestaurant Bier aus der Literdose gibt und wo die Zukunft des Cocktails hinführt. Prost!

Willkommen, willkommen! Wir freuen uns, Sie auch diesen Sonntag wieder zu unserer flüssigen Wochenschau begrüßen zu dürfen. Falls Ihnen das nicht aufregend genug ist: Heute beginnt in Antwerpen die Venuez Barshow, eine der kleineren, aber ganz, ganz feinen Fachveranstaltungen für Bartender in Europa. Und Antwerpen als Stadt ist ja auch ganz fein, zumindest wenn man auf Diamenten, schöne Gebäude, Schokolade, hervorragendes Bier, tolle Restaurants und Käse steht. Okay, wo geht’s noch gleich zum Flughafen? Für Kurzentschlossene zeigen wir jedenfalls hier schonmal den Weg zur Website. Alle anderen: Anschnallen bitte, wir beginnen mit unserer Inventur!

Zum Trainig im Dead Rabbit

The Dead Rabbit in New York ist eine der wenigen echten globalen Bar-Institutionen unserer Zeit. Gegründet von Sean Muldoon und Jack McGarry als Reminiszenz an ihre irische Heimat und das Golden Age der Cocktailkultur, konnte sich die Bar rasch als weltweit führend etablieren und seither zahlreiche Prämierungen verzeichnen, u.a. den Titel als „World’s Best Bar 2016“. Im gleichen Jahr eröffneten die beiden zudem die kubanisch inspirierte Bar Black Tail, in der etwa Ernest Hemingway und seiner Daiquiri-Passion gehuldigt wird.

Nun muss man den amerikanischen Wahn, Prozesse und Dinge zu standardisieren, nicht unbedingt und immer toll finden. Dennoch ist es stets interessant zu sehen, mit welchen Verfahren erfolgreiche Unternehmer dafür sorgen, dass ihre Mitarbeiter detailliert und nachhaltig geschult sind. Für SevenFiftyDaily gaben die beiden Gastronomen zusammen mit ihrem „Director of Education“, Greg Buda, nun einen tiefen Einblick in ihr didaktisches Konzept, das sie in zentraler Weise verantwortlich für ihren Erfolg machen. Lust, die flüssige Schulbank zu drücken?

Mit der Literhülse in den Dreisterner

Faxe muss man kaum jemandem erklären. Das dänische Lagerbier, das einfach deshalb weltberühmt ist, weil man es für vergleichsweise kleines Geld in einer Literdose kaufen kann. Kein Campingplatz, kein Festival dieser Welt, das die markante Hülse mit dem Wikingerkopf noch nicht gesehen hätte.

Seit letztem Sommer aber gibt es den ikonischen Gerstensaft jetzt auch in einem der besten Restaurants der Welt, dem „Vendôme“ auf Schloss Bensberg – einem der wenigen „Dreisterner“ in Deutschland. Der Grund? Sommelier Marco Franzelin hatte die Dose einem befreundeten Blogger und Journalisten zum großen Menü als Begleitung kredenzt. Wie daraus ein kleines mediales Happening, aber auch ein echtes Statement wurde, beleuchtet unser Chefredakteur Nils Wrage in einem Gastbeitrag für unser Schwestermagazin Bier, Bars & Brauer. Zuerst abgedruckt in der Ausgabe 1/2018, nun auch online verfügbar. Bereit zum Anstechen? Dann los!

Tito’s Vodka: Jetzt doch „handgemacht“?

Die Debatte ist schon viele Jahre alt: Tito’s Vodka, mittlerweile in den USA ein moderner Klassiker mit gewaltigem Ausstoß, bezeichnet sich auf dem Label noch immer als handgemachtes Produkt. Das finden viele Leute nicht gut, denn sie fühlen sich getäuscht. Vom Amerikanischen ins Deutsche übersetzt heißt das also: Schadensersatzklage.

Auch wir hatten uns bei MIXOLOGY ONLINE mit der Thematik vor einiger Zeit befasst, nun scheint Bewegung in den seit Jahren schwelenden Rechtsstreit zu kommen. Wie The Spirits Business mit Verweis auf andere Medien berichtet, gibt es offenbar eine außergerichtliche Einigung in einem der Fälle, nachdem ein Richter in Florida bereits 2015 fünf von sechs Verfahren im Sinne von Tito’s entschieden hatte.

Die Zukunft des Cocktails. Und sonst so?

Die Kollegen von PunchDrink schätzen wir ja üblicherweise sehr. Am Donnerstag haben sie sich dann vielleicht doch ein wenig zu sehr aus dem Fenster gelehnt. Der Grund? Die Antwort auf die Frage, was in zehn Jahren der Stand der Dinge in Sachen Cocktailkultur sein könnte. Dazu hat sich Autorin Chloe Frechette mit einigen der führenden Bartender kurzgeschlossen und fünf Rezepturen zusammengetragen, die die Punch-Redaktion für richtungsweisend hält.

Nun wären wir die letzten, die dem Fortschritt skeptisch gegenüberstehen würden. Aber ein wenig vorschnell ist man da vielleicht doch. Zumal man doch sagen muss, dass für Cocktails, die in die Zukunft schauen mögen, doch arg viele heutige Brand-calls in den Rezepten vorkommen. Nun ja, ansonsten finden wir in den Zukunftscocktails etwa Molke, Kefir, Milchsäure, Koji, Pét-Nat und raspberry flavoured ice-marbles. Wir halten derweil die Füße still und hoffen, dass es auch im Jahre 2028 noch immer in jeder guten Bar einen Negroni geben wird.

Photo credit: Shutterstock

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